{"id":647,"date":"2006-06-24T18:37:08","date_gmt":"2006-06-24T16:37:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/06\/william-powell-und-myrna-loy.htm"},"modified":"2023-05-07T12:42:10","modified_gmt":"2023-05-07T10:42:10","slug":"william-powell-und-myrna-loy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/06\/william-powell-und-myrna-loy.htm","title":{"rendered":"William Powell und Myrna Loy"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/06\/william-powell-und-myrna-loy.htm#comments'>1 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Bei <a href=\"http:\/\/waiterrant.net\/\">waiterrant<\/a> hat <a href=\"http:\/\/waiterrant.net\/?p=316\">vor einiger Zeit<\/a> ein Gast einen <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sidecar_cocktail\">Sidecar<\/a> bestellt und danach ein anderer Gast einen <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Old_fashioned\">Old Fashioned<\/a>. &#8222;What&#8217;s up with the old timer drinks tonight? Next thing you know William Powell and Myrna Loy are gonna sashay through the front door.&#8220;<\/p>\n<p>Ah, fond memories! Vielleicht geh\u00f6re ich zur vorletzten Generation, denen das noch etwas sagt.<\/p>\n<p>William Powell und Myrna Loy spielten Nick &#038; Nora Charles, Detektivehepaar in einer Reihe von Filmen, angefangen mit <em><a href=\"http:\/\/imdb.com\/title\/tt0025878\/\">The Thin Man<\/a><\/em> (1934). Nick Charles ist ein Privatdetektiv, der seinen Beruf aufgibt, als er die reiche (und zauberhafte) Nora heiratet.<br \/>\nNur dass er das Detektivspielen doch nicht ganz sein lassen kann; Nora dr\u00fcckt ein Auge zu, da sie selber auch sehr gerne mitmacht. Unterst\u00fctzt werden sie von <a href=\"http:\/\/freespace.virgin.net\/donna.moore\/Asta.htm\">Asta, ihrem Terrier<\/a>.<br \/>\nDie F\u00e4lle selbst sind witzig und unterhaltsam, aber vor allem haben mich die beiden Hauptpersonen gepr\u00e4gt, wie ich r\u00fcckblickend feststellen muss. Das waren Vorbilder f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Von ihnen wei\u00df ich, dass es gleichberechtigte Partnerschaften geben kann. Dass man als Held ruhig etwas d\u00fcmmlich ausschauen kann: William Powell tr\u00e4gt einen d\u00fcnnen Oberlippenbart, der aber so gar nicht nach Clark Gable aussieht.<br \/>\nDass es sehr wichtig ist, in jeder Situation einen Kalauer parat zu haben. Dass man immer ruhig und vielleicht etwas s\u00fcffisant bleibt. Dass es immer einen Anlass f\u00fcr einen Martini Cocktail gibt. He, ich habe nie gesagt, dass es <em>gute<\/em> Vorbilder waren&#8230; Dass es Cocktails gibt, was es f\u00fcr Cocktails gibt, wie man sie trinkt. Dass man schick angezogen in einen Nachtclub geht, dort vor dem Steak einen Cocktail zu sich nimmt, und der <em>floor show<\/em> zusieht.<\/p>\n<p>Die Generation meiner Eltern hatte wohl in den 60er und den fr\u00fchen 70er Jahren mal mit Cocktails experimentiert. Jedenfalls standen Shaker zu Hause herum, Flaschen mit Zutaten, arg eingestaubt und verklebt. Aber immerhin gab es uns bei uns noch am Rande die Tradition der Cocktails: Bei den USA-Besuchen gab es einen Shirley Temple f\u00fcr die Minderj\u00e4hrigen, und Daiquiris f\u00fcr den Rest. Im Sommer Pi\u00f1a Coladas.<br \/>\nAnsonsten waren Cocktails in Deutschland nicht weit verbreitet. Erst in den ganz fr\u00fchen 90er Jahren, wenn ich mich recht erinnere, begannen Cocktails zum Standard in jeder Kneipe wurden. Was ich da schon oft, auch heute noch, Gr\u00e4ssliches vorgesetzt bekommen habe&#8230; lauter Sachen mit lustigen Namen, aber einen Martini kannten viele nicht. Wenigstens die Daiquiri- und Margarita-Klassiker kannte man. Aber Sidecar und Old Fashioned gibt es immer noch nicht \u00fcberall.<\/p>\n<p>Wie sch\u00f6n dagegen, dass ich einst beim Bestellen eines Gimlet gefragt wurde, wie ich ihn denn gerne h\u00e4tte: Mit Wodka oder in der Raymond-Chandler-Version. Womit wir fast wieder beim Ausgangspunkt w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Romanvorlage zu <em>The Thin Man<\/em> stammt von Dashiell Hammett, der auch <em>The Maltese Falcon<\/em> und <em>Red Harvest<\/em> geschrieben hat. \u00dcber Hammett k\u00f6nnte man noch viel mehr schreiben.<br \/>\nParodiert wurden Nick und Nora Charles (neben Sam Spade, Charlie Chan, Mrs Marple und Hercule Poirot) \u00fcbrigens im Film &#8222;Murder By Death&#8220;, deutsch: &#8222;Eine Leiche zum Dessert&#8220;. Dort spielen David Niven und Maggie Smith das Ehepaar Dick &#038; Dora Charleston.<br \/>\nUnd bei meiner 11. Klasse musste ich zwar kritisieren, dass beim Foto zur Selbstdarstellung zweier Sch\u00fcler doch wieder Alkohol im Spiel war, musste aber selbstverst\u00e4ndlich die entschuldigend-erkl\u00e4rende Verteidigung der Sch\u00fcler, es handle sich immerhin um einen Martini Cocktail, akzeptieren. Auch wenn sie ihn falsch gehalten haben, n\u00e4mlich wie einen Cognacschwenker. Aber ohne Nick und Nora Charles ist es halt schwer.<\/p>\n<p>Ich geh mir jetzt einen Cocktail machen, und dann stell ich mich vor den Spiegel und \u00fcbe geistreiche Kommentare.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(1 Kommentare.) Bei waiterrant hat vor einiger Zeit ein Gast einen Sidecar bestellt und danach ein anderer Gast einen Old Fashioned. &#8222;What&#8217;s up with the old timer drinks tonight? Next thing you know William Powell and Myrna Loy are gonna sashay through the front door.&#8220; Ah, fond memories! 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