{"id":6470,"date":"2015-05-25T21:16:56","date_gmt":"2015-05-25T19:16:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=6470"},"modified":"2023-06-13T07:57:12","modified_gmt":"2023-06-13T05:57:12","slug":"mit-digitalen-medien-besser-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2015\/05\/mit-digitalen-medien-besser-lernen.htm","title":{"rendered":"Mit digitalen Medien besser lernen?"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2015\/05\/mit-digitalen-medien-besser-lernen.htm#comments'>20 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Einladung zur Blogparade: Mit digitalen Medien besser lernen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? <a href=\"http:\/\/t.co\/dRFg5uhxoB\">http:\/\/t.co\/dRFg5uhxoB<\/a><\/p>\n<cite>\u2014 Christian Ebel (@christian_ebel) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/christian_ebel\/status\/600222350789992448\">18. Mai 2015<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Der Lernbegriff<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich lerne t\u00e4glich, st\u00fcndlich. Am meisten vermutlich lerne ich Verhalten. Zum Abendessen den Fernseher einschalten (ein digitales Medium, selbstverst\u00e4ndlich), in den Werbepausen den Ton abdrehen; nachmittags erst mal auf Zeitungswebseiten schauen statt zu arbeiten. Wenn mein Tablet klingelt, was es sehr selten tut, weil ich nicht gerne telefoniere, wei\u00df ich inzwischen, wie ich abnehme und dass ich nicht zu erschrecken brauche. Und das Tablet hat mich auch dressiert, so dass ich es regelm\u00e4\u00dfig mit Strom versorge &#8211; alles erlerntes digitales Verhalten. Ich nehme an, es geht um eine eingeschr\u00e4nkte Sicht auf Lernen, n\u00e4mlich bewusst und planvoll zumeist kognitives Wissen erwerben. Also gut, beschr\u00e4nken wir uns auf diese Vorstellung von Lernen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Was ich gelernt habe in den letzten Jahren<\/h3>\n\n\n\n<p>Also bewusst, absichtsvoll gelernt. Machen wir eine Liste, lose chronologisch:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Alles, was zu einem Informatik-Studium geh\u00f6rt, auch wenn das gut zehn Jahre her ist.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Geschichte des Gilgamesch-Epos.<\/li>\n\n\n\n<li>Ukulele-Spielen.<\/li>\n\n\n\n<li>Programmieren in Java, Python und Inform 7.<\/li>\n\n\n\n<li>Zwiefachen tanzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Noch mal und noch mehr Informatik, um Teile eines Staatsexamens-Vorbereitungskurses zu geben.<\/li>\n\n\n\n<li>Musiktheorie, um meinem Freund Alexander Bluespiano beibringen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Mundharmonika-Spielen. Zumindest ein bisschen Auffrischung.<\/li>\n\n\n\n<li>Kochen. Das konnte ich vorher schon, aber ich habe neue Rezepte und Methoden und Abk\u00fcrzungen gelernt. Mayonnaise und Hollandaise mit dem P\u00fcrierstab, zum Beispiel.<\/li>\n\n\n\n<li>Allgemeine Didaktik und Fachdidaktik Informatik, um eine Vorlesung dazu halten zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Das waren Dinge, die ich lernen wollte. Um diese Ziele zu erreichen, musste ich andere Dinge lernen, quasi Werkzeuggebrauch, insbesondere den Umgang mit einer gro\u00dfen Zahl an Software (zum Beispiel Tonsatzprogramme, Entwicklungsumgebungen, Konverter). Und au\u00dferdem habe ich andere Dinge gelernt, \u00fcber mich, \u00fcber andere, die eher in die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Wie ich diese Dinge gelernt habe<\/h3>\n\n\n\n<p>Grob nach Wichtigkeite der verwendeten Medien sortiert:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>B\u00fccher: Mundharmonika, Ukulele, Gilgamesch. Programmierung. Informatik. Noch mehr Informatik. Kochen. Informatik-Didaktik.<\/li>\n\n\n\n<li>Videos im Web: Mundharmonika, Ukulele, Kochen, Musiktheorie. Zwiefachen tanzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Gespr\u00e4che mit Menschen oder Besuch von Vorlesungen: Informatik-Studium, Zweifachen, Musiktheorie.<\/li>\n\n\n\n<li>Feste Kurse oder Programme am Computer: Informatik-Studium. Informatik-Staatsexamens-Vorbereitungskurs.<\/li>\n\n\n\n<li>Texte im Web: Programmierung, Kochen. Informatik-Didaktik.<\/li>\n\n\n\n<li>Eigenes Tun, digital oder nicht: Kochen, Ukulele, Mundharmonika, Programmieren. Zwiefachen tanzen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Zusammengefasst: B\u00fccher und selbstgesuchtes Material im Web sind meine bevorzugten Medien. Digitale Hilfsmittel sind in allen Gebieten dabei und in den meisten auch nicht wegzudenken. Mir f\u00e4llt im Moment nichts ein, das ich ganz ohne digitale Medien besser lernen w\u00fcrde.<br>Am wichtigsten war jeweils das Selber-Tun. Lernen ist etwas anderes als blo\u00df zu recherchieren: Sch\u00fclerinnen k\u00f6nnen wunderbar Material zu einem Referat recherchieren, wenn sie es lediglich neusch\u00f6n formatiert zusammenstellen und vortragen, ist dabei nicht viel gelernt. Zum Selber-Tun geh\u00f6rt das Aufgabensuchen und -l\u00f6sen, das Exzerpieren und Notieren. (Mit digitalen Hilfsmitteln.)<\/p>\n\n\n\n<p>Ausl\u00f6ser f\u00fcr den Wunsch, etwas zu lernen, waren bei mir \u00fcbrigens Gespr\u00e4che mit anderen Menschen oder die Lekt\u00fcre von B\u00fcchern und, ich glaube seltener, Texte im Web.<\/p>\n\n\n\n<p>In der urspr\u00fcnglichen Frage von Christin Ebel geht es, so scheint es mir, eher um die Schule, eher ums Lehren als ums Lernen. Also stellen wir die Ausgangsfrage anders:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Mit digitalen Medien besser lehren?<\/h3>\n\n\n\n<p>1. Macht es Sinn, Sch\u00fclern den Umgang mit digitalen Medien zu lehren, damit sie, wenn sie selber zum Beispiel das Ukulelespiel lernen wollen, auf die Idee kommen, Tutorien zu suchen, und in der Lage sind, die besten zu finden?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man etwas lernen will, Ukulele etwa, kommt man dann nicht selber auf die Idee, sich das mit dem Web beizubringen? Augenscheinlich nicht, wie ich bei etlichen Menschen, jung und alt, beobachte. Zu viel Angst und Misstrauen bez\u00fcglich der Technik, zu wenig Kompetenz im Benutzen.<br>In der Schule ist allerdings das Problem, das Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler oft nicht das lernen wollen, was sie gerade lernen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Macht es Sinn, digitale Medien als Mittel in der Lehre zu nutzen?<\/p>\n\n\n\n<p>Klar. Am sch\u00f6nsten w\u00e4re es, wenn Sch\u00fcler so selbstverst\u00e4ndlich digitale Medien zum Arbeiten und Kommunizieren nutzen w\u00fcrden wie ich. Dazu m\u00fcssten sie so gerne (an den vorgegebenen Inhalten) arbeiten und kommunizieren wie ich, und das kann keiner von Sch\u00fclerinnen verlangen. Genutzt habe ich schon alles m\u00f6gliche, aber es ist m\u00fchsam. Wenn Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen in unserem Unterricht so passiv mit digitalen Medien umgehen wie mit analogen &#8211; dem Schulbuch etwa &#8211; dann ist der Gewinn nicht gro\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>(Weiterschreiben wegen Pfingstferien abgebrochen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(20 Kommentare.) Einladung zur Blogparade: Mit digitalen Medien besser lernen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? http:\/\/t.co\/dRFg5uhxoB \u2014 Christian Ebel (@christian_ebel) 18. Mai 2015 1. Der Lernbegriff Ich lerne t\u00e4glich, st\u00fcndlich. Am meisten vermutlich lerne ich Verhalten. 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