{"id":6611,"date":"2015-09-13T19:22:20","date_gmt":"2015-09-13T17:22:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=6611"},"modified":"2023-05-31T14:08:03","modified_gmt":"2023-05-31T12:08:03","slug":"e-t-a-hoffmann-die-raeuber-und-anderes-im-urlaub-gelesenes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2015\/09\/e-t-a-hoffmann-die-raeuber-und-anderes-im-urlaub-gelesenes.htm","title":{"rendered":"E.T.A. Hoffmann, &#8222;Die R\u00e4uber&#8220; (und anderes im Urlaub Gelesenes)"},"content":{"rendered":"<p><strong>E.T.A. Hoffmann, &#8222;Die R\u00e4uber&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Hoffmann,+E.+T.+A.\/Erz%C3%A4hlungen,+M%C3%A4rchen+und+Schriften\/Letzte+Erz%C3%A4hlungen\/Die+R%C3%A4uber\">Text.<\/a>) Zwei junge Leute (&#8222;m\u00f6gen sie Hartmann und Willibald genannt werden&#8220;) ziehen auf Abenteuer Richtung in Italien und geraten in einen R\u00e4uberhinterhalt in einem Wald in B\u00f6hmen. Gl\u00fccklich entronnen werden sie vom \u00f6rtlichen Grafen aufgenommen. Der hei\u00dft Maximilian und hat einen Sohn Franz. Auf dem Schloss lebt auch die Gr\u00e4fin Amalia, die von Franz begehrt wird, dessen Liebe aber nicht erwidert. Ha, denken sich Hartmann und Willibald, das ist ja fast wie bei Schillers <em>R\u00e4ubern<\/em>, fehlen nur noch ein Bruder Karl und ein Diener Daniel. Sie sprechen Franz auf die \u00c4hnlichkeit in der Konstellation an. Der erbleicht. Denn nat\u00fcrlich gibt es noch einen Bruder, Karl mit Namen, der tats\u00e4chlich unter die R\u00e4uber gegangen ist. Und Daniel, den Diener, gibt es auch.<br \/>\nDie Geschichte entwickelt sich dann auch weiter wie bei Schiller. Allerdings ist Karl wohl wirklich ein fieser R\u00e4uber, und Amalia liebt ihn als Unw\u00fcrdigen. Am Schluss brennt das Schloss, das Geschlecht wird ausgel\u00f6scht, wie wir in zwei Briefen lange nach der Haupthandlung erfahren.<br \/>\nSpuren von Usher und, nat\u00fcrlich, Rosencrantz und G\u00fcldenstern. Ein toller Ausgangspunkt f\u00fcr eine Geschichte, ein sch\u00f6ner letzter Absatz (&#8222;Willibald und Hartmann, gedenken aber noch jetzt [&#8230;] oft jenes entsetzlichen Trauerspiels in B\u00f6hmen, dessen ersten Akt ein seltsames Verh\u00e4ngnis sie mitspielen lie\u00df, und in ihrem innersten Gem\u00fct erbeben dann tiefe Schauer&#8220;) &#8211; aber was ein Borges oder eben Tom Stoppard daraus gemacht h\u00e4tten, das entgeht Hoffmann noch. Ist aber auch eine nachgelassene Novelle.<\/p>\n<p><strong>E.T.A. Hoffmann, &#8222;Ignaz Denner&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ignaz_Denner\">Wikipedia.<\/a>) Eine wilde R\u00e4ubergeschichte. Der brave Andres, gr\u00e4flicher J\u00e4ger in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen, erh\u00e4lt immer wieder finanzielle Hilfe und Arznei f\u00fcr seine schwerkranke Frau von einem Fremden, der ihn in einigerma\u00dfen gro\u00dfen Zeitabst\u00e4nden besucht. Schlie\u00dflich stellt sich heraus, dass der Fremde Ignaz Denner ist, ber\u00fcchtiger Anf\u00fchrer eine R\u00e4uberbande. Er verstrickt Andres in seine Machenschaften. Nachdem er sich schuldig gemacht hat, will Andres nichts mehr von Ignaz wissen. &#8212; Sp\u00e4ter wird das Gut des Grafen \u00fcberfallen, Andres ist auf einer Reise und hat kein Alibi. Nach seiner R\u00fcckkehr erf\u00e4hrt er, dass Ignaz seinen (Andres&#8216;) j\u00fcngsten Sohn get\u00f6tet hat. (&#8222;Die ganze Stube voller Blutflecke an dem Boden, an den W\u00e4nden, sein j\u00fcngster Knabe mit zerschnittener Brust tot auf seinem Bettchen.&#8220;) Au\u00dferdem wird Andres als Mitt\u00e4ter unschuldig eingekerkert.<br \/>\nJetzt geht die Geschichte erst richtig los. Ignaz ist nicht nur heimlich der Vater von Andres&#8216; Frau, sondern ein Hexenk\u00fcnstler, der aus dem Blut von Kindern Untersterblichkeitsserum gewinnt. Das hat er bei seinem Vater gelernt, einem noch fieseren Schwarzk\u00fcnstler, der auch noch auftaucht. Andres erh\u00e4lt doch noch ein Alibi und wird gerettet, aber seine Frau stirbt bald, und Denner macht sich an das zweite Kind heran. (&#8222;Vor dem Feuer lag Georg nackt ausgebreitet auf einer Art Rost, und der verruchte Sohn des satanischen Doktors hatte hoch das funkelnde Messer erhoben zum Todessto\u00df.&#8220;)<br \/>\nIn der zweiten H\u00e4lfte der Novelle driftet die Geschichte geh\u00f6rig ins Gruselig-Konstruierte ab. Interessant.<\/p>\n<p><strong>E.T.A. Hoffmann, &#8222;Haimatochoare&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haimatochare\">Wikipedia.<\/a>) In dieser sehr kurzen Briefnovelle wird die wachsende Feindschaft der eigentlich befreundeten englischen Naturforscher J. Menzies und A. Brougthon erz\u00e4hlt. Sie entzweien sich w\u00e4hrend einer Expedition nach Hawaii, wo der eine eine bezaubernde S\u00fcdseeprinzessin entf\u00fchrt und der andere darauf besteht, dass sie ihm geh\u00f6rt. Bei Wikipedia wird die Pointe verraten.<\/p>\n<p><strong>Charlotte Perkins Gilman, &#8222;The Yellow Wallpaper&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Yellow_Wallpaper\">Wikipedia<\/a>, wo auch Link zum Volltext.) Eine Gruselgeschichte von 1892, die ich als ebensolche als junger Mensch kennenlernte. Eine kr\u00e4nkelnde Frau, die unzuverl\u00e4ssige Erz\u00e4hlerin, wird nach und nach wahnsinnig in dem Zimmer, in das ihr Mann sie zur Rekobvaleszenz dr\u00e4ngt. Ausl\u00f6ser ist das Muster der gelben Tapete, nach und nach entdeckt sie darin eine Frauenfigur, die einem Gittermuster im Vordergrung zu entkommen versucht. Man kann die Geschichte mindestens als Gruselgeschichte lesen, als Chronologie eines Wahnsinn, und nat\u00fcrlich dr\u00e4ngt sich heute &#8211; aber wohl schon zur Entstehungszeit &#8211; eine feministische Deutung auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>E.T.A. Hoffmann, &#8222;Die R\u00e4uber&#8220; (Text.) Zwei junge Leute (&#8222;m\u00f6gen sie Hartmann und Willibald genannt werden&#8220;) ziehen auf Abenteuer Richtung in Italien und geraten in einen R\u00e4uberhinterhalt in einem Wald in B\u00f6hmen. Gl\u00fccklich entronnen werden sie vom \u00f6rtlichen Grafen aufgenommen. Der hei\u00dft Maximilian und hat einen Sohn Franz. 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