{"id":67072,"date":"2025-10-25T08:26:54","date_gmt":"2025-10-25T06:26:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=67072"},"modified":"2025-11-04T06:54:55","modified_gmt":"2025-11-04T05:54:55","slug":"ausserschulische-lernorte-glyptothek-und-wikipediatreff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2025\/10\/ausserschulische-lernorte-glyptothek-und-wikipediatreff.htm","title":{"rendered":"Au\u00dferschulische Lernorte: Glyptothek und Wikipediatreff"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2025\/10\/ausserschulische-lernorte-glyptothek-und-wikipediatreff.htm#comments'>8 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wikipediatreff<\/h2>\n\n\n\n<p>In M\u00fcnchen gibt es eine Art Wikipedia-Teestube. Weltweit gebe es sieben solche Orte, erz\u00e4hlte man mir, sechs davon in Deutschland, von Wikimedia getragene Vereinstreffpunkte. In anderen Organisationsformen sicher viel mehr solche Treffen &#8211; jedenfalls, in M\u00fcnchen gibt es eine Art Wikipedia-Teestube. Schon seit Jahren. Fu\u00dfl\u00e4ufig keine zehn Minuten von mir, und da war ich jetzt schon zum dritten Mal beim regul\u00e4ren Mittwochstreff, wo man Fragen stellen oder plaudern kann oder Mu\u00dfe zum Arbeiten findet. Beim ersten Mal habe ich Fragen gestellt, beim zweiten Mal geplaudert, beim dritten Mal hatte ich mir Literatur mitgebracht, um an ein paar Seiten zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Edle Einfalt und stille Gr\u00f6\u00dfe<\/h2>\n\n\n\n<p>An der Laookongruppe in Rom sch\u00e4tzte Johann Joachim Winckelmann die edle Einfalt und stille Gr\u00f6\u00dfe:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"759\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/laookon-700x759.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-67075\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/laookon-700x759.jpg 700w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/laookon-277x300.jpg 277w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/laookon-138x150.jpg 138w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/laookon-1416x1536.jpg 1416w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/laookon-1888x2048.jpg 1888w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Weil Laookon hier physische und mentale Schmerzen erleidet, aber dabei kein wutverzerrtes Gesicht hat, sondern still und edel bleibt. Und damit &#8211; und mit Goethes italienischer Reise &#8211; wurde die Antike zum Vorbild der Weimarer Klassik, um die es im Unterricht gerade geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Sch\u00fcler und Sch\u00fcler mussten Standfotos von einander machen, sofern gewollt und gerne ohne Gesicht, auch wenn nat\u00fcrlich nur im Kursverband sichtbar &#8211; Standfotos, die sie in edler Einfalt und stiller Gr\u00f6\u00dfe zeigten. Zwei Motive waren dabei g\u00e4ngig: Rodinsche Denkerpose, und Washington Crossing the Delaware &#8211; ein Bein angewinkelt vorne erh\u00f6ht, auf einem Felsblock etwa, das andere hinten, insgesamt sehr breitbeinig, und sinnierend in die Ferne schauend. Wir sprachen dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Or like stout Cortez when with eagle eyes<br>He stared at the Pacific\u2014and all his men<br>Look&#8217;d at each other with a wild surmise\u2014<br>Silent, upon a peak in Darien.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Danach sollten sie sehen, was die alten Griechen sich darunter vielleicht voirgestellt h\u00e4tten, oder jedenfalls, wie griechische Skultpuren aussehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Glyptothek<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Woche darauf, also vor ein paar Tagen, gingen wir in die Glyptothek im M\u00fcnchen, in der ich schon mehrfach mit Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen war, aber schon eine ganze Weile nicht mehr. F\u00fcr eine M\u00fcnchner Schule ist das auch viel leichter als von F\u00fcrstenfeldbruck aus. Davor gab es nat\u00fcrlich eine Einf\u00fchrung in das Geb\u00e4ude und in die archaische, klassische und hellenistische Periode. Die Laookon-Gruppe ist n\u00e4mlich gar nicht klassische Klassik, sondern Hellenismus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"585\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/glyptothek_perioden-700x585.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-67105\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/glyptothek_perioden-700x585.jpg 700w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/glyptothek_perioden-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/glyptothek_perioden-150x125.jpg 150w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/glyptothek_perioden.jpg 1228w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Archaisch:<\/strong> Relativ starr, symmetrisch, ein Fu\u00df vorn, aber beide F\u00fc\u00dfe gleich belastet. Typisch der Kuros, eine J\u00fcnglingsfigur, mit dem Kuros-L\u00e4cheln, das uns (mich, die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen) heute befremdet, aber als Zeichen der selbstsicheren Ruhe galt. Das war Sch\u00f6nheitsideal. Deswegen auch Exkurs zu:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"540\" height=\"844\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/glyptothek_looksmaxing.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-67080\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/glyptothek_looksmaxing.jpg 540w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/glyptothek_looksmaxing-192x300.jpg 192w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/glyptothek_looksmaxing-96x150.jpg 96w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8230;und wie Sch\u00f6nheitsideale heute aussehen und vermittelt. Lustige Bilder gezeigt, Looksmaxxing kannten sie alle im Kurs.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klassisch:<\/strong> Mehr Realismus, aber Idealisierung. Keine Symmetrie mehr, sondern ein Bein ist deutlich mehr belastet als das andere &#8211; Spielbein und Standbein, was erst zu <em>einem <\/em>Knick in der Haltung f\u00fchrt, sp\u00e4ter zu ein oder zwei, und dann werden die Skultpuren immer verdrehter.<\/p>\n\n\n\n<p>Womit wir dann beim <strong>Hellenismus<\/strong> sind: Weniger Idealisierung, mehr Individualit\u00e4t. Mehr Knicke, mehr Dreidimensionalit\u00e4t. Laookon, der Barberinische Faun.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Favorit sind die archaischen Skulpturen, ich habe diesmal sehr gr\u00fcndlich die sonst immer etwas verschm\u00e4hten Figuren des Aphaitempels auf \u00c4gina angeschaut. Zwei Sch\u00fcler recherchierten gleich mal, wie die Tempelanlage heute aussieht. Nur in Einzelgespr\u00e4chen angeschnitten: R\u00fcckgabe von Kunstwerken, Restaurierung, Arbeitsweise. Fragen waren: Wie kriegt man das Material so glatt, also wie wurde poliert? Wie lange braucht man f\u00fcr so eine Skulptur? F\u00fcrs n\u00e4chste Mal und Recherche notiert. Insgesamt waren wahrscheinlich 80% meiner Antworten korrekt, mehr kann ich als konventionell sozialisierte Lehrkraft (&#8222;male answer syndrome&#8220;) nicht bieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(8 Kommentare.) Wikipediatreff In M\u00fcnchen gibt es eine Art Wikipedia-Teestube. Weltweit gebe es sieben solche Orte, erz\u00e4hlte man mir, sechs davon in Deutschland, von Wikimedia getragene Vereinstreffpunkte. In anderen Organisationsformen sicher viel mehr solche Treffen &#8211; jedenfalls, in M\u00fcnchen gibt es eine Art Wikipedia-Teestube. Schon seit Jahren. 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