{"id":67544,"date":"2026-01-01T10:09:50","date_gmt":"2026-01-01T09:09:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=67544"},"modified":"2026-02-19T07:37:01","modified_gmt":"2026-02-19T06:37:01","slug":"patrick-ehret-fanzinesammler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2026\/01\/patrick-ehret-fanzinesammler.htm","title":{"rendered":"Patrick Ehret: Fanzinesammler"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2026\/01\/patrick-ehret-fanzinesammler.htm#comments'>3 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Gelegentlich <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/tag\/fandom\">schreibe ich etwas \u00fcber meine Erinnerungen an meine Zeit<\/a> im Science-Fiction- und vor allem Star-Wars-Fandom. Vor etwas sechs Jahren etwa meldete sich jemand bei mir, der die alten Star-Wars-Fanzines sammelte, von denen ich schrieb, und ob ich Ausgaben h\u00e4tte, die ich ihm \u00fcberlassen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte, und trennte mich von manchen Ausgaben. Sie sind ohnehin nur in einer Kiste unter meinem Bett, und wenn jemand Freude daran hat, um so besser. Aber alles r\u00fcckte ich nicht heraus, &#8222;noch nicht&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/fanzines-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5944\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/fanzines-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/fanzines-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/fanzines-550x412.jpg 550w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/fanzines-900x675.jpg 900w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/fanzines.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Seitdem erinnert mich Patrick einmal im Jahr daran und fragt nach, ob ich inzwischen wieder etwas f\u00fcr ihn h\u00e4tte, und meistens, glaube ich, habe ich das auch. Die Bande werden lockerer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten wei\u00df ich so gut wie nichts \u00fcber Patrick. Also fragte ich ihn bei der letzten Runde, ob er etwas \u00fcber sich im Blog hier schreiben wolle, und bot ihm Interviewfragen dazu an. Er wollte, und hier ist das Ergebnis. Am Ende: Falls jemand \u00fcbrige Fanzines hat, wir werden ja alle nicht j\u00fcnger, hier kann man sie loswerden. Ich f\u00fchle mich ein wenig wie ein alter Onkel. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorwort<\/h2>\n\n\n\n<p>Star Wars ist ein riesiges popkulturelles Ph\u00e4nomen und gilt als moderner Mythos, dem teilweise fast religi\u00f6se Verehrung entgegengebracht wird. Sch\u00f6pfer George Lucas drehte 1977-83 die ersten drei Filme, die sogenannte Original-Trilogie. Deren Vorgeschichte verfilmte er in drei weiteren Teilen von 1999-2005 (Prequel-Trilogie). Damit sollte die Saga eigentlich abgeschlossen sein, Lucas verkaufte jedoch die Star-Wars-Rechte an Disney, wo drei weitere Fortsetzungen entstanden (Sequel-Trilogie, 2015-19), au\u00dferdem mehrere Ablegerfilme und TV-Serien. Dar\u00fcber hinaus gibt es einen riesigen Kosmos an weiteren Star-Wars-Geschichten in B\u00fcchern, Comics, Computerspielen, Kurzgeschichten, usw.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Was m\u00f6chtest du \u00fcber dich sagen, was nichts mit Fanzines zu tun hat?<\/h2>\n\n\n\n<p>Alles fing mit ein paar Star-Wars-Spielzeugfiguren an. Diese wurden Mitte der 1980er-Jahre in den Gesch\u00e4ften g\u00fcnstig abverkauft, weil sich der Riesenhype nach dem dritten Kinofilm allm\u00e4hlich legte. Ich war damals erst im fr\u00fchen Grundschulalter und hatte die Filme nicht im Kino gesehen, aber mir gefiel die Aufmachung der Figuren mit coolen R\u00fcstungen und wilden Aliengesichtern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Filme sah ich erst einige Jahre sp\u00e4ter. Da war &#8222;Star Wars&#8220; l\u00e4ngst zu einem modernen Mythos geworden und begleitet mich seither durch mein Leben. Meine Spielzeugsammlung wuchs zun\u00e4chst an und fiel sp\u00e4ter der Pubert\u00e4t zum Opfer. Meine n\u00e4chste gro\u00dfe Leidenschaft waren die zahlreichen B\u00fccher und Comics, die die Geschichten aus der weit entfernten Galaxis fortsetzten. Sie hielt an, bis Disney nach der \u00dcbernahme des Franchise 2014 bekanntgab, all diese Erz\u00e4hlungen &#8211; die mir so sehr ans Herz gewachsen waren &#8211; bei der Entwicklung neuer Filme zu ignorieren. So trennte ich mich auch von meiner Literatursammlung und widmete mich Star Wars fortan mit Lego-Bausteinen. Mit diesen tobe ich mich seit ca. 10 Jahren in Form von detailverliebten Eigenbauten aus. Aber bei allen wechselnden Schwerpunkten hat mich eines immer fasziniert: Die Geschichte des fr\u00fchen deutschen Star-Wars-Fandoms und seine Publikationen: die Fanzines!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Was m\u00f6chtest du \u00fcber dich und Fanzines sagen? Welche interessieren dich? Warum?<\/h2>\n\n\n\n<p>Fanzines waren das Fankultur-Medium der 1980er- und fr\u00fchen 90er-Jahre, bevor sie um die Jahrtausendwende vom Internet abgel\u00f6st wurden. Die meisten &#8222;Zines&#8220; gab es in der Musik- und der Fu\u00dfballszene, aber auch Film-\/Science-Fiction-\/Fantasy-Enthusiasten und Pen-and-Paper-Rollenspiel-Fans brachten solche Publikationen heraus. Teilweise als Einzelpersonen oder kleine Gruppen, teilweise im Rahmen kleiner, inoffizieller Fanclubs. Diese bildeten sich meist lokal\/regional aber manchmal fanden sie auch bundesweit Mitglieder.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als Offset-Druck und erste Computerprogramme Einzug hielten, brachten es sp\u00e4tere Fanzines durchaus zu einem semiprofessionellen Erscheinungsbild, aber die ersten &#8222;Zines&#8220; entstanden mit der mechanischen Schreibmaschine, Stift, Schere und Kopierer. Mein Interesse gilt &#8211; nat\u00fcrlich &#8211; in erster Linie Fanzines rund um Star Wars. Diese waren voller lebhafter Berichte, abstruser Theorien, selbstverfasster Storys und liebevoll handgemalter Bilder. Oft voller Tippfehler, schief gedruckt und mit kopierten Fotos, auf denen kaum etwas zu erkennen war. Aber sie verstr\u00f6mten den Charme des ungefilterten jungen Fandoms voller spr\u00fchender Begeisterung und waren meilenweit entfernt vom typischen &#8222;Marketingsprech&#8220; offizieller Verlagspublikationen. Den Fanzine-Autoren lag das Herz auf der Zunge, bzw. in der Feder. Das zeigte sich zum Beispiel darin, dass Fehden zwischen konkurrierenden Fanclubs offen in den Heften ausgetragen wurden oder die Redakteure den eigenen Lesern Vorw\u00fcrfe machten, weil sie zu wenige Beitr\u00e4ge einreichen &#8211; denn die Hefte waren &#8222;von Fans f\u00fcr Fans&#8220; und lebten auch von den Einreichungen der Leserschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein kleines bisschen beneide ich die Aktiven von damals darum, &#8222;von Anfang an&#8220; dabei gewesen zu sein und <em>Krieg der Sterne<\/em> beim deutschen Kinostart 1978 gesehen zu haben. Auch wenn sich um die Filme in k\u00fcrzester Zeit eine riesige Merchandising-Maschinerie entwickelte, haben die inoffiziellen Fanzines einen Hauch von nicht-kommerzieller Unschuld.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Wie viele Fanzines hast du, also ungef\u00e4hr, und welche sch\u00e4tzt du besonders?<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist wahnsinnig schwer herauszufinden, wie viele Star-Wars-Fanzines es in Deutschland \u00fcberhaupt gab. Mancherorts schlossen sich in den 1980ern ein paar Schulfreunde zusammen und nannten sich &#8222;Star-Wars-Fanclub&#8220;. Dann schusterten sie wom\u00f6glich einen improvisierten Newsletter zusammen, von dem es nur eine Handvoll Exemplare gab, die inzwischen gar nicht mehr existieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man nur die Fanclubs\/Fanzines einbezieht, die ein Mindestma\u00df an Organisationsgrad aufwiesen und auch solche Ver\u00f6ffentlichungen betrachtet, die sich nicht mit dem gesamten Themenkomplex befassten, sondern ihren Schwerpunkt auf einzelne Star-Wars-Darsteller legten, zum Beispiel Harrison Ford, dann gab es von 1978 bis um die Jahrtausendwende \u00fcber <s>280<\/s> 300 Ausgaben von Star-Wars-Fanzines und vergleichbaren Publikationen (zum Beispiel Sonderb\u00e4nde mit Fanfiction-Geschichten, usw.). Davon besitze ich immerhin fast 200, habe aber auch noch einige schmerzhafte L\u00fccken. Je \u00e4lter, bzw. je geringer die Auflage, desto schwieriger sind die Hefte zu bekommen. Mein \u00c4ltestes stammt aus meinem Geburtsjahr 1979 und liegt mir besonders am Herzen. Sehr gl\u00fccklich bin ich auch dar\u00fcber, dass ich s\u00e4mtliche Publikationen des Augsburger Fanclubs &#8222;Union of the Jedi&#8220; besitze. Dieser wurde 1981 gegr\u00fcndet, mehrfach umbenannt und schlie\u00dflich 1995 als offizieller deutscher Star-Wars-Fanclub (OSWFC) anerkannt. In den fr\u00fchen Fanzines der &#8222;Union of the Jedi&#8220; taucht \u00fcbrigens der Name &#8222;Thomas Rau&#8220; gelegentlich auf&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Bist du in einem Fandom aktiv?<\/h2>\n\n\n\n<p>Meine Antwort ist ein entschiedenes &#8222;Jein&#8220;! Ich bin nat\u00fcrlich Mitglied im OSWFC und mische gelegentlich noch in Onlineforen zu den Themen Star Wars und Lego mit, allerdings ist das Medium &#8222;Onlineforum&#8220; am Aussterben. Die neue Kommentarkultur auf Instagramm &amp; Co. ist mir zu wenig interaktiv und erlaubt keinen wirklichen Dialog und Austausch, deshalb halte ich mich dort weitgehend zur\u00fcck. Momentan widme ich mich intensiv den Prequel-Filmen und der harschen Kritik, auf die sie seinerzeit bei den \u00e4lteren Fans gesto\u00dfen sind. Ich m\u00f6chte &#8211; m\u00f6glichst sachlich und faktenbasiert &#8211; untersuchen, aus welchen fr\u00fcheren Quellen sich deren Erwartungen gespeist haben und warum sie entt\u00e4uscht wurden. Welche objektiven Fehler wurden bei den Filmen gemacht? Das Ganze ist nur ein kleines Hobby-Projekt. Aber insgeheim tr\u00e4ume ich davon, es irgendwann in guter alter Fanzine-Manier in Papierform zu ver\u00f6ffentlichen und auf Star-Wars-Veranstaltungen unter die Leute zu bringen. Auf einer solchen &#8211; der Noris Force Con in F\u00fcrth &#8211; habe ich im September dieses Jahres erstmals meine Lego-Eigenbauten ausgestellt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Kennst du noch andere Leute mit Interesse an alten Fanzines?<\/h2>\n\n\n\n<p>Sehr wenige. Einige Kontakte bestehen schon seit ca. 20 Jahren. Wir k\u00f6nnen uns gelegentlich mit neuen Errungenschaften gegenseitig aushelfen und tauschen uns \u00fcber das Hobby aus. In den letzten Jahren habe ich gezielt versucht, neue Sammlerkontakte zu kn\u00fcpfen und mit den fr\u00fcheren Verantwortlichen hinter den Fanzines in Verbindung zu treten. Daraus sind ein paar sch\u00f6ne, periodische Kontakte entstanden &#8211; unter anderem mit dem Sch\u00f6pfer des &#8222;Lehrerzimmers&#8220;. Ich habe aber auch erlebt, dass fr\u00fchere Aktive abblocken oder nicht einmal antworten. \u00dcber die Gr\u00fcnde kann ich nur spekulieren. Wom\u00f6glich haben sich bei dem einen oder anderen die alten Fehden eingefressen und zu Verbitterung gef\u00fchrt. Bei manchen spielt vielleicht auch eine Art elit\u00e4res &#8222;Wir-Fans-der-ersten-Stunde-Denken&#8220; eine Rolle. F\u00fcr manche aus dieser Generation gilt nur die Original-Trilogie als &#8222;echtes&#8220; Star Wars. Es gilt als Makel, sp\u00e4ter geboren zu sein und die Prequel-Filme &#8211; oder gar das neue &#8222;Disney-Star-Wars&#8220; &#8211; zu m\u00f6gen. Ich betrachte beides ebenfalls kritisch, aber eben m\u00f6glichst sachlich-analytisch und nicht verbittert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. Was sollen Leser tun, die auch noch altes Material haben?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn Ihr noch alte Fanzines besitzt, dann kramt sie mal wieder hervor und begebt Euch auf eine Zeitreise! Genie\u00dft das Unverstellte, Authentische, Ehrliche und Leidenschaftliche, das diese Publikationen verspr\u00fchen. Macht Euch bewusst, dass es in ihrer Entstehungszeit kein Internet gab, Ferngespr\u00e4che am Telefon ein Verm\u00f6gen kosteten und man Filme auf Betamax, Video 2000 oder VHS-Kassette in der Videothek ausleihen musste. Stellt Euch die Macher vor, wie sie jeden Star-Wars-Schnipsel aus Fernsehzeitschriften, Kino- und Jugendmagazinen ausschnitten und ihre selbstverfassten Artikel und Geschichten am Schulkopierer vervielf\u00e4ltigten. Pure Nostalgie!<\/p>\n\n\n\n<p>Und falls sich jemand von seinen Fanzines oder sonstigen Devotionalien aus dem fr\u00fchen deutschen Star-Wars-Fandom trennen m\u00f6chte, dann findet ihr in mir nat\u00fcrlich einen dankbaren Abnehmer, der sie zu sch\u00e4tzen wei\u00df und dazu beitr\u00e4gt, dass diese \u00c4ra nicht in Vergessenheit ger\u00e4t. Neben Star Wars lese ich auch gerne Fanzines zu anderen SciFi- und Fantasy-Themen (z. B. Perry Rhodan, Star Trek, Herr der Ringe) und Rollenspiel-Fanzines &#8211; wenngleich ich diese Gebiete nicht gezielt sammle. Fu\u00dfball- und Musik-Zines sind nicht meine Welt. Aber bevor sie in der Papiertonne landen, k\u00f6nnte ich auch solche in gute H\u00e4nde vermitteln. Falls Ihr Euch von etwas trennen m\u00f6chtet, dann schreibt mir gerne eine E-Mail nach <code>@web.de<\/code>, vorne dran: <code>patrick.ehret<\/code><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(3 Kommentare.) Gelegentlich schreibe ich etwas \u00fcber meine Erinnerungen an meine Zeit im Science-Fiction- und vor allem Star-Wars-Fandom. Vor etwas sechs Jahren etwa meldete sich jemand bei mir, der die alten Star-Wars-Fanzines sammelte, von denen ich schrieb, und ob ich Ausgaben h\u00e4tte, die ich ihm \u00fcberlassen w\u00fcrde. Ich hatte, und trennte mich von manchen Ausgaben. 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