{"id":68317,"date":"2026-03-19T16:30:17","date_gmt":"2026-03-19T15:30:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=68317"},"modified":"2026-04-02T12:42:40","modified_gmt":"2026-04-02T10:42:40","slug":"e-t-a-hoffmann-die-elixiere-des-teufels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2026\/03\/e-t-a-hoffmann-die-elixiere-des-teufels.htm","title":{"rendered":"E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2026\/03\/e-t-a-hoffmann-die-elixiere-des-teufels.htm#comments'>4 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Ich h\u00f6re nicht oft H\u00f6rb\u00fccher, als mir <a href=\"https:\/\/www.ardsounds.de\/episode\/urn:ard:episode:aaeede378b815b6c\/\">diese Fassung des Hoffmann-Romans<\/a> unterkam (SWR Mediathek, sie nennen es Podcast, aber es ist nat\u00fcrlich keiner), griff ich aber zu. Via Buddenbohm, vielleicht? Ich kannte zuvor nur den Anfang des Romans, es stellte sich heraus: a) der Roman ist lang und verwirrend, und b) geht auf Matthew Lewis&#8216; <em>The Monk<\/em> zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Inhaltsangabe auf Wikipedia deutsch ist recht kurz, auf der englischen Seite ist sie ausf\u00fchrlicher. Ich habe versucht, hier auf ganz andere Art f\u00fcr mich Inhalt und Aufbau herauszuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcberblick: Das eine Ende der Familie<\/h2>\n\n\n\n<p>Am einen Ende der Geschichte steht der Renaissance-Maler Francesko (Francesko 1), der eine Verbindung mit einer D\u00e4monin eingeht, die bei der Geburt ihres gemeinsamen Kindes stirbt. Francesko 1 bereut diese Beziehung zwar, ihm wird aber erst vergeben, wenn seine gesamte Nachkommenschaft ausgel\u00f6scht ist. Also zieht er unsterblich herum und piesackt insbesondere seine m\u00e4nnlichen Nachkommen, ohne sich zu erkennen zu geben. Die m\u00e4nnlichen Nachkommen in direkter Linie zeichnen sich alle durch Vergewaltigung und Verf\u00fchrung aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcberblick: Das andere Ende der Familie (der Anfang)<\/h2>\n\n\n\n<p>Am anderen Ende, n\u00e4mlich dem Anfang des Romans, steht unsere Hauptperson, der M\u00f6nch Medardus (geborener Franz, tats\u00e4chlich Francesko 5). Er verl\u00e4sst das Kloster, verf\u00e4llt diversen S\u00fcnden, trifft immer wieder auf unerkannte Verwandte, wird an inzestu\u00f6ser Fortpflanzung gehindert und auch sonst immer wieder durch einen geheimnisvollen alten Maler (Francesko 1) gest\u00f6rt. Ganz am Ende ist sichergestellt, dass sich das b\u00f6se Blut nicht fortpflanzt, Medardus schreibt seine Lebenserinnerungen auf und vermacht sie dem Kloster, und der Roman besteht gr\u00f6\u00dftenteils aus eben dieser Niederschrift. Wir erfahren erst nach und nach, was es mit Francesko 4, Meliardus&#8216; Vater, auf sich hat, und dann immer weiter zur\u00fcck bis zur Aufkl\u00e4rung der Geschichte von Francesko 1.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Geschichte der letzten Generation<\/h2>\n\n\n\n<p>Der kleine Franz w\u00e4chst bei seiner Mutter auf und geht bald &#8211; unterst\u00fctzt von einer \u00c4btissin &#8211; als Medardus ins Kloster, wo er sich einerseits zu einem erfolgreichen Prediger entwickelt, andererseits arrogant wird und erst von einem geheimnisvollen alten Maler zurechtgestutzt werden muss. Er trinkt sp\u00e4ter verbotener Weise immer wieder von einer Flasche Wein, die als Reliquie im Kloster aufbewahrt wird, und mit der der Teufel den Heiligen Antonius versucht hat, eben jene Elixiere des Titels. Au\u00dferdem fasziniert ihn besonders ein Bild im Kloster, das Gem\u00e4lde der Heiligen Rosalia. In einem Traum gesteht ihm eine Frau, die diesem Bild \u00e4hnlich sieht, ihre Liebe. Daraufhin verl\u00e4sst Medardus das Kloster mit einem Auftrag, flieht aber de facto.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-small-font-size\">Medardus ist Francesko 5, sein Vater ist Francesko 4.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Die \u00c4btissin ist eine Halb-Tante von Medardus.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Das Gem\u00e4lde stammt von von Francesko 1, Vorbild f\u00fcr die Heilige war ihm aber die heidnische Venus, mit der er seine Nachkommen zeugt.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Die Frau aus dem Traum ist Aurelie, wie Medardus in der Urenkel-Generation von Francesko 2, der Traum taucht sp\u00e4ter aus ihrer Perspektive noch einmal auf.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Der geheimnisvolle alte Maler ist der unsterbliche Francesko 1, der immer wieder mal auftauchen wird.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Medardus flieht, st\u00fcrzt versehentlich einen Mann, Viktorin, eine Schlucht hinunter und setzt, diesem \u00e4hnlich sehend und in dessen Rolle dessen Liebesbeziehung zur schurkischen zweiten Baronin Euphemie fort, die den Baron, den sie nach dem Tod von dessen erster Frau geheiratet hat, mit Viktorin betr\u00fcgt. Euphemie glaubt, dass Viktorin sich nur als M\u00f6nch verkleidet hat. Als Aurelie auf dem Anwesen auftaucht und sich Medardus von Euphemie abwendet, will diese Medardus vergiften, der ihr aber selbst den vergifteten Wein unterjubelt (&#8222;verwechselte geschickt die Gl\u00e4ser&#8220;). Au\u00dferdem t\u00f6tet Medardus im Kampf Euphemies Stiefsohn Hermogen, Aureliens Bruder. Medardus flieht wieder und nennt sich ab jetzt Leonard.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-small-font-size\">Der in die Schlucht gest\u00fcrzte Viktorin ist gar nicht tot, sondern hat \u00fcberlebt. Er ist Medardus&#8216; Halbbruder und sieht ihm deshalb \u00e4hnlich.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Euphemie ist Medardus&#8216; und Viktorins illegitime Halbschwester v\u00e4terlicherseits, also auch ein Kind von Francesko 4; alle haben unterschiedliche M\u00fctter. Sie ist au\u00dferdem Aureliens Halbschwester m\u00fctterlicherseits und ihre Stiefmutter, weil sie nach dem Tod der von Francesko 4 verf\u00fchrten ersten Baronin, Euphemies Mutter,  dessen Witwer, den Mann ihrer toten Mutter, geheiratet hat.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Hermogen ist einfach nur das Kind von Baron und erster Baronin und damit Aureliens Bruder.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Leonard-Medardus kommt \u00fcber eine Stadt (aus der ihn der geheimnisvolle Maler verscheucht, un dmit Hilfe des Friserus Belcampo) und ein F\u00f6rsterhaus (wo er dem totgeglaubten Viktorin begegnet, der als M\u00f6nch verkleidet ist) an einen F\u00fcrstenhof. Dort erf\u00e4hrt er:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-global-padding is-layout-constrained wp-container-coregroup-is-layout-c748ba87 wp-block-group-is-layout-constrained\" style=\"padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">\n<h4 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Die Geschichte der vorletzten Generation<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Es war um die Zeit kurz nach der Hochzeit von F\u00fcrst und F\u00fcrstin, Leonards Gastgebern. Die F\u00fcrstin hat eine \u00e4ltere Schwester, die Prinzessin; der F\u00fcrst hat einen j\u00fcngeren, h\u00fcbscheren und interessanteren Bruder, den Prinzen. Dieser bringt einen wunderlichen fremden Deutschen mit, Francesko, und au\u00dferdem einen Maler. Bruder und F\u00fcrstin lieb\u00e4ugeln heftig miteinander, woraus aber nichts wird; die Schwester lieb\u00e4ugelt mit dem Francesko. Da kommt auch noch eine italienische Adlige an den Hof, die fr\u00fcher einmal den F\u00fcrstenbruder h\u00e4tte heiraten sollen. Francesko interessiert sich auch f\u00fcr sie und vorerst weniger f\u00fcr die F\u00fcrstinnenschwester, und auch der F\u00fcrstenbruder wendet sich wieder seiner alten Liebe zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Der Maler malt Portr\u00e4ts von der F\u00fcrstinnenschwester und Italienerin, weswegen der F\u00fcrstenbruder eifers\u00fcchtig wird. (Chris de Burghs &#8222;The Painter&#8220; greift auf  Brownings &#8222;My Last Duchess&#8220; zur\u00fcck, aber Maler als Grund zur Eifersucht waren wohl auch so ein Topos?) Der Maler r\u00e4cht sich mit einer Verzerrung des Italienerinnen-Portr\u00e4ts und einem orakelhaften Fluch. Nach der Trauung, noch in der Hochzeitsnacht, wird der F\u00fcrstenbruder get\u00f6tet; man h\u00e4lt den nicht mehr auffindbaren Maler f\u00fcr den T\u00e4ter. Die italienische Adlige, jetzt Prinzessin, ist schwanger und gebiert ihr Kind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Sp\u00e4ter soll die Prinzessinnen-Schwester doch noch den Francesko heiraten, ganz kleiner Rahmen; das verhindert aber der pl\u00f6tzlich wieder aufgetauchte Maler. All das sind der ungl\u00fcckliche Erinnerungen f\u00fcr die F\u00fcrstin.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-small-font-size\">Der Maler ist nat\u00fcrlich Francesko 1, der unsterblich Umherziehende, der die inzestu\u00f6se Hochzeit verhindet.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Francesko:  ist Francesko 4, wohl der Hauptschurke in der Familie. Halbbruder v\u00e4terlicherseits von F\u00fcrstin und Schwester, illegitimer Halbbruder m\u00fctterlicherseits von Prinz und Herzog.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Der Vater des zum Ende hin geborenen Kindes ist mitnichten der tote F\u00fcrstenbruder, sondern der schurkische Francesko 4, der sie vermutlich in der Hochzeitsnacht vergewaltigt hat.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Es ist dann auch Francesko 4, der den Prinzen in der Hochzeitsnacht get\u00f6tet hat, und keinesfalls der Maler..<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Die F\u00fcrstin und ihre Schwester: Kinder von Francesko 3.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Der Fr\u00fcst und sein Bruder: Enkel von Francesko 2.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Die italienische Adlige: Illegitime Enkelin von Francesko 2, illegitime m\u00fctterlicherseitige Halbschwester der Prinzessin und ihrer Schwester; v\u00e4terlicherseits Halbschwester der ersten Baronin. Sie stirbt bald nach der Geburt des Sohnes, der ist Viktorin, dessen Vater Francesko 4.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Die Schwester der F\u00fcrstin bleibt unverheiratet und geht als \u00c4btissin ins Kloster; sie ist es, die sp\u00e4ter den jungen Medardus f\u00f6rdert.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Vielleicht hilft ja dieser \u00dcberblick:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/hoffmann_Francesko_Family_Tree__Relationships_-_Devils_Elixirs.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1966\" height=\"1256\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/hoffmann_Francesko_Family_Tree__Relationships_-_Devils_Elixirs.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-68327\" srcset=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/hoffmann_Francesko_Family_Tree__Relationships_-_Devils_Elixirs.png 1966w, https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/hoffmann_Francesko_Family_Tree__Relationships_-_Devils_Elixirs-1536x981.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1966px) 100vw, 1966px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Notropis_procne\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Notropis procne<\/a>, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Francesko_Family_Tree_&amp;_Relationships_-_Devils_Elixirs_by_E.T.A._Hoffmann.drawio.png\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Francesko Family Tree &amp; Relationships &#8211; Devils Elixirs by E.T.A. Hoffmann.drawio<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/publicdomain\/zero\/1.0\/legalcode\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CC0 1.0<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fortsetzung der Geschichte der letzten Generation<\/h2>\n\n\n\n<p>Als \u00fcberraschend Aurelie am Hof erscheint, wird Leonhard-Medardus verhaftet, weil er f\u00fcr Medardus gehalten wird. Zuspruch erh\u00e4lt er durch den geheimnisvollen alten Maler. Da taucht der wahnsinnige Viktorin auf, der sich f\u00fcr Medardus h\u00e4lt, worauf Leonhard-Medardus nicht nur freigelassen wird, sondern Aurelie heiraten soll. Er liest heimlich einen Brief Aureliens und wir erfahren mit ihm die bisherige Geschichte aus Aureliens Sicht. <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list has-small-font-size\">\n<li>Aureliens Mutter pflegte heimlich ein Bildnis des &#8222;Teufels&#8220;, n\u00e4mlich Francesko 4, anzusehen; sie hatte ein Verh\u00e4ltnis mit ihm und ist die Mutter Euphemiens.<\/li>\n\n\n\n<li>Aurelie sah einst in einem Traum Medardus im Kloster und verliebte sich in ihn  &#8211; es ist die Schilderung der Traumvision, die Medardus ganz am Anfang aus dem Kloster forttrieb. Im Zuge dessen liest sie auch Matthew Lewis <em>Der M\u00f6nch.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Der geheimnisvolle alte Maler ist weiterhin Francesko 1.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Hochzeit Medardus-Aurelie findet nicht statt: Im Wahn greift Medardus Aurelie an, k\u00e4mpft mit dem Doppelg\u00e4nger-Viktorin, und erwacht in einem Kloster, gerettet vom Friseur Belcampo. Medardus geht nach Rom und entdeckt dort, nach heftiger Bu\u00dfe und Selbstkasteiung, ein nach und nach fortgesetztes Manuskript des geheimnisvollen alten Malers, das alles enth\u00fcllt:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\" style=\"padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">Das Pergamentblatt des alten Malers (Die Geschichte der ersten drei Generationen)<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">Der fiktive Herausgeber nennt die echten Namen der Personen, oder deren Initialen, und erinnert uns: &#8222;Alles wird sich, lieber Leser, nun kl\u00e4rlich dartun, wenn du diese wenigen Vornamen und Buchstaben im Sinn beh\u00e4ltst.&#8220; Ich sehe das anders, und Hoffmann vielleicht auch, deshalb formuliere ich etwas abstrakter. All das Folgende ist in einem kurzen Kapitel als <em>info dump<\/em> festgehalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">Francesko 1, Sch\u00fcler Leornados da Vinci, gibt seine Thronfolgerrolle zugunsten seines Bruders auf, um Maler zu bleiben; er malt vor allem heidnische Gestalten und insbesondere &#8211; nach echten Modellen! &#8211; die nackte Venus. F\u00fcr ein Kloster soll er eine Heilige Rosalia malen und versieht diese, verf\u00fchrt durch den Teufelswein der Versuchung des Heiligen Antonius, mit dem Kopf der ihm lebendig erschienenen heidnischen Venus. Mit dieser erschienenen Venus lebt er frevelhaft zusammen und zeugt ein Kind, Francesko 2.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-small-font-size\">Das Gem\u00e4lde ist jenes Bild, das Aurelia so \u00e4hnlich sieht und im Kloster h\u00e4ngt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">Francesko 2 wird von einem alten Adligen in einer H\u00f6hle als Findelkind gefunden und aufgezogen. Herangewachsen verf\u00fchrt Francesko 2 seine junge Adoptivmutter Gr\u00e4fin S., woraus zwei Kinder entstehen: Pietro, der sp\u00e4tere Vater der ersten Baronin (legitim) und der italienischen Adligen (illegitim), und Angiola, die sp\u00e4tere Mutter von Francesco 4 einerseits (illegitim) und Prinz und Prinzenbruder andererseits (legitim). Nach einiger Zeit bewirkt Francesko 1, dass Francesco 2 der Nachfolger seines Bruders, des F\u00fcrsten, wird. Francesko 2 zeugt einen legitimen Nachfolger, Francesko 3 (Paolo Francesko).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">Die beiden Halbgeschwister von Francesko 3, Pietro und Angiola, kommen an dessen Hof. Pietro  verf\u00fchrt die junge Braut von Francesco 3 (daraus entstehende Tocher ist sp\u00e4ter die italienische Adlige); Francesco 3 betr\u00fcgt w\u00e4hrenddessen seine Frau mit der unter Drogen gesetzten Angiola (Kind: Francesko 4). Mit seiner tats\u00e4chlichen Frau zeugt er sp\u00e4ter die F\u00fcrstin und die F\u00fcrstinnenschwester, die sp\u00e4tere \u00c4btissin. Angiola ist die Mutter von F\u00fcrst und F\u00fcrstenbruder.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Ende der Geschichte der letzten Generation<\/h2>\n\n\n\n<p>Medardus erlebt in Rom noch ein wenig retardierendes kirchliches R\u00e4nkespiel au\u00dferhalb seiner eigentlichen Geschichte, bevor er in sein urspr\u00fcngliches Kloster zur\u00fcckkehrt. Die M\u00f6nche dort wissen nicht so recht, wer jetzt eigentlich f\u00fcr die Missetaten verantwortlich ist &#8211; Medardus oder Viktorin-als-Medardus, der inzwischen eine Weile als Patient in diesem Kloster verbracht hat. (Das w\u00e4re eine sch\u00f6ne Gelegenheit gewesen, uns auf die Idee zu bringen, dass er erz\u00e4hlende Medardus urspr\u00fcnglich Viktorin war, der den echten ab einem bestimmten Zeitpunkt ganz ersetzt hat. Aber diesen Weg geht der Roman nicht.) <\/p>\n\n\n\n<p>Aurelie legt gerade ihr Nonnengel\u00fcbde ab. Medardus k\u00e4mpft erst mit sich, und gewinnt, dann erscheint Viktorin und ersticht Aurelie. Medaradus b\u00fc\u00dft im Kloster, schreiber im Auftrag seine Geschichte auf und stirbt exakt ein Jahr nach Aurelie. Pietro Belcampo erscheint und bleibt im Kloster.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Meine Erfahrungen damit<\/h2>\n\n\n\n<p>Lovecraft h\u00e4tte seine Freude daran gehabt. (Er schreibt in seinem gro\u00dfen Essay lobend \u00fcber Lewis&#8216; <em>The Monk,<\/em> erw\u00e4hnt Hoffmann aber nur beil\u00e4ufig.) Ein Mensch zeugt Nachkommen mit einem Nichtmenschen, b\u00f6ses Blut vererbt sich fort, der Erz\u00e4hler mehrere Generationen danach deckt alles auf, ein unsterblicher Vorfahrt mischt immer wieder mit. <\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Francesko hat nur einen Sohn, bis auf Francesko 4, der das Doppelg\u00e4ngerpaar Viktorin-Medardus zeugt. Dass Viktorin die unterdr\u00fcckte b\u00f6se Seite des Medardus repr\u00e4sentiert, ist naheliehend, eben deshalb h\u00e4tte mich ein Rollentausch interessiert. Der als Schurke hingestellte Viktorin ist dabei nur f\u00fcr einen Tod verantwortlich, die Ermordung Aureliens; sonst macht er eigentlich nicht viel, w\u00e4hrend Medardus Euphemie den vergifteten Wein trinken l\u00e4sst und Hermogens Bruder ersticht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ein typisches Gruselmotiv: verfluchte Gem\u00e4lde &#8211; die heilige Rosalia, die von dem Kloster, f\u00fcr das es geschaffen wurde, abgelehnt und durch eine Kopie ersetzt wurde; das Original ging in das Kloster, in dem Medardus sein M\u00f6nchsleben begann. Die \u00c4hnlichkeit \u00fcber Generationen hinweg &#8211; Aurelie und Rosalia, deren Vorbild die Ur-D\u00e4monin war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe das H\u00f6rbuch sehr gr\u00fcndlich geh\u00f6rt, viele Stellen mehrfach, andere auch nachgelesen. H\u00e4tte ich beim Lesen mehr oder weniger \u00dcberblick gewonnen, am Ende sogar aufgegeben? Gut m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(4 Kommentare.) Ich h\u00f6re nicht oft H\u00f6rb\u00fccher, als mir diese Fassung des Hoffmann-Romans unterkam (SWR Mediathek, sie nennen es Podcast, aber es ist nat\u00fcrlich keiner), griff ich aber zu. Via Buddenbohm, vielleicht? Ich kannte zuvor nur den Anfang des Romans, es stellte sich heraus: a) der Roman ist lang und verwirrend, und b) geht auf [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":68327,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[224],"class_list":["post-68317","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-buecher","tag-buecher"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/hoffmann_Francesko_Family_Tree__Relationships_-_Devils_Elixirs.png","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68317"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68317\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68394,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68317\/revisions\/68394"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68327"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}