{"id":788,"date":"2006-11-27T14:11:00","date_gmt":"2006-11-27T13:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/11\/buchstabensalat.htm"},"modified":"2023-05-25T06:55:06","modified_gmt":"2023-05-25T04:55:06","slug":"buchstabensalat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/11\/buchstabensalat.htm","title":{"rendered":"Buchstabensalat"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/11\/buchstabensalat.htm#comments'>6 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die folgende Liste stammt aus dem Jahr 1996, also vor dem Siegeszug von SMS, daher keine Beispiele aus diesem Bereich. Aus Archivierungsgr\u00fcnden stelle ich sie mal hier ein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Lehrerzimmer fragten sich einige Lehrer einmal, ob es Abk\u00fcrzungen wie &#8222;cu&#8220; f\u00fcr &#8222;see you&#8220; schon gab, bevor E-Mails aufkamen. Ei freilich, lautete die Antwort, und ich habe alle interessanten Beispiele, auf die ich gesto\u00dfenen bin, zusammengestellt. Au\u00dferdem enth\u00e4lt die Liste auch Beispiel f\u00fcr die gegenteilige Entwicklung, also etwa &#8222;emcee&#8220; statt &#8222;mc&#8220; oder &#8222;Jay Score&#8220; statt &#8222;J-20&#8220;, und verwandte Gebiete.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Buchstaben oder andere Zeichen als Abk\u00fcrzung f\u00fcr ganze Silben<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">(also einzelne Buchstaben statt mehrerer)<\/h3>\n\n\n\n<dl>\n<dt><b>INXS<\/b><\/dt>\n<dd>in excess, Musikgruppe [seit 1977]- und diverse weitere Beispiele aus der Musikszene, z.B. XTC, Ice-T, im Extremfall sogar &#8222;symbol&#8220; beziehungsweise &#8222;the artist formerly known as prince&#8220;, der inzwischen nur noch ein abstraktes Zeichen als Repr\u00e4sentation seines Namens &#8211; auf lautlicher und schriftlicher Ebene &#8211; gelten lassen will)<br>Ich habe nicht sehr nach Beispielen aus dieser Richtung gesucht, da die alle recht jung sein d\u00fcrften.<\/dd>\n<dt><b>CU<\/b><\/dt>\n<dd>Eine Geschichte aus dem Jahr 1952 hat mich darauf gebracht, &#8222;Make Mine Mars&#8220; von Cyril M. Kornbluth. In dieser SF-Geschichte kommuniziert man zwischen Planeten \u00fcber eine Art <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Teleprinter\">Teletype<\/a> und benutzt &#8211; wohl g\u00e4ngige &#8211; Teletype-Abk\u00fcrzungen. XPCT f\u00fcr &#8222;expect&#8220; und CU f\u00fcr &#8222;see you&#8220;, etwa in &#8222;GB FRB CU LTR&#8220; (&#8222;Good-bye, Frostbite [=Name des Planeten]. See you later.&#8220;)<\/dd>\n<dd>see you &#8211; e-mail-K\u00fcrzel, aber m\u00f6glicherweise nicht nur dort<\/dd>\n<dt><b>Johnny B. Goode<\/b><\/dt>\n<dd>Johnny be good &#8211; Titel eines Chuck-Berry-Hits aus den 50ern \u00fcber einen Jungen von Land, der phantastisch Gitarre spielt und sein erstes gro\u00dfes Konzert gibt; Refrain: &#8222;Johnny B. Goode tonight&#8220;<\/dd>\n<dt><b>124C4U<\/b><\/dt>\n<dd>one to foresee for you, Name eines Roboters in einer SF-Story von Hugo Gernsback, 20er Jahre oder so<\/dd>\n<dt><b>IOU<\/b><\/dt>\n<dd>I owe you, Schuldschein-Kurzformel, 17. Jahrhundert &#8211; \u00fcbrigens: in <i>Ulysses<\/i> merkt sich Stephen Dedalus die Tatsache, dass er sich von dem irischen Dichter George William Russell, bekannt unter dem Namen A.E., ein Pfund geliehen hat, mit der Vokalfolge: AEIOU (siehe Martin Gardner, &#8222;The Puzzles in Ulysses&#8220;, <i>Gardners Whys &amp; Wherefores<\/i>, Oxford: Oxford University Press 1990, S. 109f.)<\/dd>\n<dt><b>Can-D und Chew-Z<\/b><\/dt>\n<dd>candy beziehungsweise ein Bezug zum lautlich allenfalls verwandten juicy: zwei futuristische Drogen in Philip K. Dicks Roman <i>The Three Stigmata of Palmer Eldritch<\/i><\/dd>\n<dt><b>Toys R Us<\/b><\/dt>\n<dd>toys are us, &#8218;Spielzeug sind wir&#8216;, amerikanische Kette von Spielzeugl\u00e4den, das R ist dabei eigentlich spiegelverkehrt)<\/dd>\n<dt><b>Bar-B-Q<\/b><\/dt>\n<dd>barbecue; wohl \u00e4lter<\/dd>\n<dt><b>isotonic NRG drinks<\/b><\/dt>\n<dd>Stephen Fry, <i>Moab is my Washpot<\/i>, p. 203<\/dd>\n<dt><b>NRJ<\/b><\/dt>\n<dd>oder mit vollem Namen: Radio NRJ &#8211; ausgesprochen wie <i>energy<\/i>, obwohl das dann korrekterweise NRG geschreiben werden m\u00fcsste &#8211; aber die deutschen haben halt Schwierigkeiten mit der Aussprache von englisch G und J<\/dd>\n<dt><b>B6y!<\/b><\/dt>\n<dd>ist \u00e4hnlich falsch. Es soll &#8222;be sexy&#8220; hei\u00dfen und war eine \u00dcberschrift in der Zeitschrift <i>Amica<\/i> (04\/00, S. 195)<\/dd>\n<dt><b>K9<\/b><\/dt>\n<dd>Polizei-Hundestaffel in den USA, ausgesprochen wie <i>canine<\/i><\/dd>\n<dt><b>AXN-News<\/b><\/dt>\n<dd>zu lesen: Action &#8211; irgendeine Sendung auf PRO 7 oder so<\/dd>\n<dt><b>While-U-Wait<\/b><\/dt>\n<dd>while you wait; Sofortservice, \u00e4lter<\/dd>\n<dt><b>The We Rent M Car Company <\/b><\/dt>\n<dd>we rent &#8218;em; Erle Stanley Gardner, <i>The Case of the Spurious Spinster<\/i><\/dd>\n<dt><b>a Drive Urself service <\/b><\/dt>\n<dd>drive yourself; Ellery Queen, <i>Double, Double<\/i>, p. 98 (Tuesday, April 11)<\/dd>\n<dt><b>U NO HOO<\/b><\/dt>\n<dd>you know who; Erle Stanley Gardner, <i>The Case of the Fabulous Fake<\/i> &#8211; im Roman die Signatur unter anonym erschienenen Anzeige in einer Zeitung)<\/dd>\n<dt><b>OK<\/b><\/dt>\n<dd>f\u00fcr okay &#8211; oder umgekehrt?<\/dd>\n<dt>evtl. <b>G-string<\/b><\/dt>\n<dd>Mini-Tanga, Herkunft unklar, m\u00f6glicherweise f\u00fcr <i>gee!<\/i> &#8218;Toll!&#8216;<\/dd>\n<dt><b>X f\u00fcr die Silbe &#8222;ex&#8220;<\/b><\/dt>\n<dd>etwa in PX &#8211; postal exchange, wo die amerikanischen G.I.s ihre Lebensmittel etc. kaufen<\/dd>\n<dt><b>FX<\/b><\/dt>\n<dd>im Filmwesen Abk\u00fcrzung f\u00fcr effects, vor allem special effects, gibt&#8217;s mittlerweile auch bei Haarfestigern oder -spray<\/dd>\n<dt><b>The Mind&#8217;s I<\/b><\/dt>\n<dd>auch interpretierbar als das bekanntere &#8222;The Mind&#8217;s Eye&#8220;: mehrdeutiger Titel eines von Douglas R. Hofstadter und Daniel C. Dennett herausgegebenen Buches, deutsch geschickt \u00fcbersetzt als: <i>Einsicht ins Ich<\/i> (Einsicht in Sich?), vergleiche dazu die Schreibung &#8222;Eye&#8220; f\u00fcr &#8222;I&#8220; weiter unten &#8211; &#8222;I&#8220; ist in diesen F\u00e4llen allerdings weniger als Zeichen sondern als Wort zu sehen; hiermit l\u00e4ge ein FeldWald&amp;Wiesen-Fall von Homophonie vor<\/dd>\n<dt><b>L<\/b><\/dt>\n<dd>&#8222;L&#8220; f\u00fcr &#8222;elevated train&#8220;, oft auch &#8222;el&#8220; abgek\u00fcrzt. Etwa in: John O&#8217;Hara, <em>BUtterfield 8<\/em>, achte Seite von Kapitel 5 (bei mir: S. 119): <em>the only station that came in good, because of the &#8222;L,&#8220; which was half a block away.<\/em><\/dd>\n<dt><b>Ell<\/b><\/dt>\n<dd>&#8222;Ell&#8220; f\u00fcr einen Seitenfl\u00fcgel im rechten Winkel zum Hauptgeb\u00e4ude. (Z.B. in O. Henry, &#8222;The Higher Abdication&#8220;, wo ein Geb\u00e4ude &#8222;a two-room wooden ell&#8220; hat &#8211; aber auch sonst verbreitet.)<\/dd>\n<dt><b>2LTIME<br><\/b><\/dt>\n<dd>Dadurch, dass es in den USA m\u00f6glich ist, sein Autokennzeichen gegen eine Geb\u00fchr selbst zu w\u00e4hlen, w\u00e4hlt man gerne Buchstabenkombinationen, die ein englisches Wort ergeben, das den Fahrer charakterisiert; aus Platzmangel oder Orginalit\u00e4tsstreben finden sich dabei oft \u00e4hnliche Erscheinungen wie in den oben angef\u00fchrten F\u00e4llen.\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Beispiel habe ich bisher <b>2LTIME<\/b> f\u00fcr <b>TOOLTIME<\/b>, Kennzeichen eines Autos in der amerikanischen Sitcom <i>Tooltime<\/i> (dt. <i>H\u00f6r mal wer da h\u00e4mmert<\/i>). Dazu gibt es noch <b>D-FENS<\/b> f\u00fcr <b>defense<\/b> aus dem Film <i>Falling Down<\/i> mit Michael Douglas (Joel Schumacher, USA 1993). Es gibt noch viel mehr Beispiele, ich muss mal mehr amerikanische Actionserien anschauen.<\/p>\n<\/dd>\n<dt><b>9W<\/b><\/dt>\n<dd>Scherzfrage: Auf welche Frage ist die Antwort &#8222;9W&#8220;? L\u00f6sung : &#8222;Mr Wagner, do you spell your name with a &#8218;V&#8216;?&#8220; &#8222;9W&#8220; (gemeint ist der deutsche Name, wenn nicht gar Komponist, Wagner) (in: John Smyth, <i>Playing Word Games. A compendium of new and traditional word games<\/i>. London: BCA 1995, S. 3)<\/dd>\n<dt><b>Rebus-Tradition<\/b><\/dt>\n<dd>\u00e4hnlich dem franz\u00f6sischen <i>G a<\/i>; auch als Kinderr\u00e4tsel (Beispiele sogar in den workbooks); &#8222;2B or not 2B&#8220; beziehungsweise noch verschl\u00fcsseltere Fassungen, etwa &#8222;2BR02B&#8220;, Titel einer Kurzgeschichte von Kurt Vonnegut (wohl aus den 1950ern?), hier wird die 0 &#8222;naught&#8220; ausgesprochen)<\/dd>\n<dt>evtl. <b>U.P.<\/b><\/dt>\n<dd>f\u00fcr <b>you pee<\/b> (in <i>Ulysses<\/i>: siehe Martin Gardner, &#8222;The Puzzles in Ulysses&#8220;, <i>Gardners Whys &amp; Wherefores<\/i>, Oxford: Oxford University Press 1990, S. 110f.)<br>Einzuordnen ist hier wohl auch: &#8222;Smiling wickedly, she held her nose with two fingers the way kids do when something stinks &#8211; P U!&#8220; (Jonathan Carroll, <i>A Child Across the Sky<\/i>, p.103)\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;P U&#8220; ebenfalls in <i>The Jack Benny Show<\/i> Nov. 6, 1938 (&#8222;The Crowd Roars&#8220;)<br>Auch: The George Burns &amp; Gracie Allen Program, &#8222;Gracie Writes A Play&#8220; (1940-12-16) (~21.55) &amp; &#8222;George&#8217;s Job in Washington&#8220; (1946-02-21) (~17:10)<br>Auch: Fibber McGee &amp; Molly, &#8222;Fibber Changes His Name to Ronald&#8220; (41-03-25)<br>Auch: The Red Skelton Show, &#8222;Vacation Time &amp; Mad NCB Producers&#8220; (46-06-04)<\/p>\n<\/dd>\n<dt><b>Qt<\/b> (&#8222;cutie&#8220;), <b>e-z<\/b> (&#8222;easy&#8220;) und <b>b-z<\/b> (f\u00fcr &#8222;busy, obwohl lautlich nicht ganz zutreffend)<\/dt>\n<dd>sind mir als Beispiele genannt worden, ich habe aber selber keine schriftlichen Belege daf\u00fcr<\/dd>\n<dt><b>@<\/b> f\u00fcr At-, <b>1\/4<\/b> f\u00fcr Quater-<\/dt>\n<dd>in dem futuristischen Kriminalroman <i>The Demolished Man<\/i> von Alfred Bester gibt es die Eigennamen <b>1\/4maine<\/b> (Quatermain) und <b>@kins<\/b> (Atkins [@ ist ja das postalische und jetzt durch das Internet verbreitete K\u00fcrzel f\u00fcr &#8222;at&#8220; &#8211; wie hei\u00dft das Teil eigentlich wirklich, oder gibt es tats\u00e4chlich nur die Bezeichnung &#8222;Klammeraffe&#8220;?]); interessant ist der Roman auch aus weiteren Gr\u00fcnden: Es gibt darin eine Art Gilde von Gedankenlesern, den sogenannten Espern. Ihre telepathische Kommunikation untereinander ist typographisch durch Figurengedichte und andere visuelle Formen ausgedr\u00fcckt. Mitglieder der Gilde haben unterschiedliche R\u00e4nge, etwa Esper 1, Esper 2, Esper 3 &#8211; eine Nebenfigur des Romans ist dabei ein ehemaliges, ausgeschlossenes Gildenmitglieder: ein Esper <span style=\"text-decoration: line-through;\">3<\/span>.<\/dd>\n<dt><b>Z <\/b>f\u00fcr<b> -zy<\/b><\/dt>\n<dd>In einem Cartoon von Gary Larson aus der Reihe The Far Side (<i>The Far Side Gallery 3<\/i>, S. 48) taucht das Brandzeichen <b>Lay-Z Q<\/b> (gesprochen &#8222;lazy&#8220;) auf &#8211; unabh\u00e4ngig davon stellt sich die Frage, ob es vielleicht tats\u00e4chlich derartige Brandzeichen gab, die &#8211; \u00e4hnlich dem Rebus &#8211; ein englisches Wort ergaben<\/dd>\n<dt><b>A (Initiale) f\u00fcr a (Artikel)<\/b><\/dt>\n<dd>oder doch zumindest als beabsichtigte Nebenbedeutung: der Held und fiktive Autor des Romans <i>Flatland<\/i> von Edwin A. Abbott, der in einer zweidimensionalen Welt spielt (ein mathematisches Kabinettst\u00fccken, das viele gedankliche Weiterf\u00fchrungen erfahren hat), ist ein Quadrat und nennt sich: A(.) Square)<\/dd>\n<dt><b>\u03c0<\/b><\/dt>\n<dd>f\u00fcr das englische &#8222;pie&#8220;: sch\u00f6n w\u00e4r&#8217;s. Ich habe nur die Erz\u00e4hlung &#8222;Pi am Himmel&#8220; von Rudy Rucker gefunden (in: Rudy Rucker, <i>Mixmischmasch. Geschichten aus der Hypersph\u00e4re<\/i>. Frankfurt: Fischer 1988, S. 154ff.); auf englisch ist das ein Wortspiel mit &#8222;pie in the sky&#8220; &#8211; ob im Originaltitel aber &#8222;pi&#8220; oder &#8222;[der griechische Buchstabe]&#8220; steht, wei\u00df ich nicht (zuzutrauen w\u00e4r&#8217;s dem Autor, einem Mathematiker)<\/dd>\n<dt><b>\u03c0<\/b><\/dt>\n<dd>als Eigennamen, &#8222;pi&#8220; ausgesprochen (in Stefano Benni, <i>Terra!<\/i>)<\/dd>\n<\/dl>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<dl>\n<dt><b>Ich bleib dir 3, 4+4<\/b><\/dt>\n<dd>traditionelle Lebkuchenaufschrift, auch bei Arno Schmidt<\/dd>\n<dt><b>Sprachspiele\/Rebusse:<\/b><\/dt>\n<dd>ND=Ende, KC=Katze, LB=Elbe, ZL=Zettel, GZR=Gezeter; LA NDT (Ella endete), BAT R\u00d6TT (Beate err\u00f6tete), MA BTT (Emma betete);<br><b>Mit anderen Zeichen:<\/b> 2G (Zweige), H&amp; (Hund), M= (Mist); 2 ge8tete Kla4spieler m8en gem1amen Urlaub im 7gebirge;<br><b>\u00fcber die Sprechsilbengrenzen hinaus:<\/b> L8auben, Kur2l, Meere6en;<br><b>hier gilt nicht der Lautwert der Ziffer, sondern ihre Scheibung:<\/b> Routi9tersuchung (alle diese Beispiele und noch mehr zu direkten Rebussen bei: Eugen Oker, <i>Wortspielereien<\/i>. Ravensburg: Maier 1984, S. 23f.)<\/dd>\n<\/dl>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem kurzen Prosatext &#8222;R\u00e4tselhaftes Osterm\u00e4rchen&#8220; von Joachim Ringelnatz ist die Digraphie <i>ei<\/i> jeweils durch ein kleines typographisches Ei (&#8222;<i>O<\/i>&#8222;) ersetzt, ebenso die Buchstaben <i>eier<\/i> durch zwei davon (&#8222;<i>OO<\/i>&#8222;). Beispiel: W<i>O<\/i>hnachtsf<i>OO<\/i>. (Weiterhin steht an einer Stelle <i>OOOO<\/i> f\u00fcr das Wort &#8222;Eier&#8220;.)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<dl>\n<dt><b>Buchstaben f\u00fcr Silben, wohl als Schreibvariante zu interpretieren:<\/b><\/dt>\n<dd>amerikanisch &#8222;thru&#8220; f\u00fcr &#8222;through&#8220; und so weiter<\/dd>\n<\/dl>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ganze ausgeschriebene Silben f\u00fcr Zeichen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">(also viele Buchstaben\/Zeichen statt eines einzigen)<\/h3>\n\n\n\n<dl>\n<dt><b>emcee<\/b><\/dt>\n<dd>&#8222;mc&#8220;: master of ceremonies, Conferencier<\/dd>\n<dt><b>Jaycee<\/b><\/dt>\n<dd>&#8222;jc&#8220;: Austral., N.Z., U.S. and Canadian Mitglied einer junior chamber of commerce; ich glaube aber auch einmal eine Kurzgeschichte gelesen zu haben, in der damit Jesus Christ, eventuell abwertend, gemeint war &#8211; vielleicht t\u00e4uscht mich aber meine Erinnerung)<\/dd>\n<dt><b>jayvee<\/b><\/dt>\n<dd>ist mir nur in einem Cartoon aus der Reihe <i>The Wizard of Id<\/i> von Johnny Hart und Brent Parker (im Band <i>Help Stamp Out Grapes<\/i>) begegnet; kurz f\u00fcr <em>(member of) a junior varsity<\/em>. Der K\u00f6nig meint resignierend zu seinem Berater: &#8222;Other kings get armies, I get jayvees!&#8220;<\/dd>\n<dt><b>Jay Score<\/b><\/dt>\n<dd>&#8222;J-20&#8220;: Name eines Roboters in einer Reihe von SF-Kurzgeschichte von Eric Frank Russell<\/dd>\n<dt><b>ellfivers<\/b><\/dt>\n<dd>people living in a space station at one of the L-5 points (Legrange points; five stable positions where earth and moon gravity cancel each other out); in: John Varley, <i>Demon<\/i>, New York: Ace 1987, p. 46<\/dd>\n<dt><b>Ecchs f\u00fcr X<\/b><\/dt>\n<dd>in der amerikanischen Werbung hei\u00dft das Produkt, mit dem das eigene verglichen wird, und das sich nat\u00fcrlich als minderwertig herausstellt, traditionell &#8222;Brand X&#8220;, also &#8222;Marke X&#8220;; in &#8222;Stan&#8217;s Soapbox&#8220; in <i>Peter Parker, Spider-Man<\/i> Vol 1, No. 86, December 1997 wird Stan Lee nach Lieblingsmagazinen gefragt, die nicht aus seinem Haus (=Marvel Comics) stammen; er antwortet mit <i>Newsweek<\/i> und \u00e4hnlichem und kommentiert schelmisch: &#8222;Thought I&#8217;d have to mention one of the Brand Ecchs, didn&#8217;tcha?!!&#8220; &#8211; au\u00dferdem gab es auch mal einen Marvel-Titel, der <i>Not Brand Ecchs<\/i> hie\u00df<\/dd>\n<dt><b>tee<\/b><\/dt>\n<dt><\/dt>\n<dd>t: in den Varianten tee-shirt und tee-joint, oder, wie es mein Collins English Dictionary ausdr\u00fcckt: &#8222;any part or component shaped like a T&#8220;; daneben gibt es auch tee: &#8222;a mark used as a target in certain games such as curling or quoits&#8220; &#8211; &#8222;perhaps from T-shaped marks, which may have originally been used in curling&#8220;<\/dd>\n<dt><b>okay<\/b><\/dt>\n<dd>&#8222;OK&#8220; &#8211; oder umgekehrt? Siehe auf jeden Fall <b>&#8222;and kayoed a fourth with a perfect straight left&#8220;<\/b>, George Macdonald Fraser, <i>The Pyrates<\/i>, p. 175<\/dd>\n<dt><b>Eye<\/b><\/dt>\n<dd>&#8222;I&#8220;: ein Sonderfall allerdings, da der Sprecher in <i>Thor<\/i>, Vol. 1, No. 293 (March 1980 issue) tats\u00e4chlich ein gro\u00dfes Auge ist; aus einzelnen Textstellen geht aber hervor, dass dieses eye grammatisch wie das Personalpronomen der 1. Person funktioniert: &#8222;Eye say&#8220;<br>Dazu gibt&#8217;s auch eine TV-Produktionsfirma namens &#8222;MME &#8211; Me, Myself &amp; Eye&#8220;<br>(siehe oben &#8222;I&#8220; f\u00fcr &#8222;eye&#8220;)<\/dd>\n<dt><b>Kaycee, Cee Vee<\/b><\/dt>\n<dd>Namen zweier St\u00e4dte im Westen der USA, entstanden aus Brandzeichen &#8222;KC&#8220; und &#8222;CV&#8220;. Weitere St\u00e4dtenamen aus Brandzeichen: Ucross, Anchor, Twodot, Circle Back. (George R. Stewart, <em>Names on the Land<\/em>, p. 318.)<\/dd>\n<dt><b>Katy<\/b><\/dt>\n<dd>Darauf gekommen auch durch das Buch von George R. Stewart. &#8222;Katy&#8220; wie in &#8222;She Caught the Katy (and left me a mule to ride)&#8220;, das man als erstes Lied im Film <em>Blues Brothers<\/em> kennen k\u00f6nnte. Der Name steht f\u00fct &#8222;K-T&#8220;, und das wiederum f\u00fcr <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Missouri%E2%80%93Kansas%E2%80%93Texas_Railroad\">Missouri-Kansas-Texas Railroad<\/a>.<\/dd>\n<dt>eventuell <b>and f\u00fcr &#8222;N&#8220;<\/b><\/dt>\n<dd>in dem versteckten derben Witz in Shakespeares <i>Twelfth Night<\/i> (<i>Was ihr wollt<\/i>); Malvolio findet einen angeblich von seiner Herrin geschriebenen anonymen Liebesbrief an ihn selbst, und \u00fcberlegt laut, ob das wirklich ihre Handschrift ist:\n<blockquote><p>By my life, this is my lady&#8217;s hand: these be her very C&#8217;s<br>her U&#8217;s, and her T&#8217;s; and thus makes she her great P&#8217;s.<br>(Akt II, Szene V)<\/p><\/blockquote>\n<\/dd>\n<dt><b>&#8222;If you see kay&#8220; <\/b>und<b> &#8222;See you in tea&#8220;<\/b><\/dt>\n<dd>aus <i>Ulysses<\/i> sind \u00e4hnlich obsz\u00f6n (siehe Martin Gardner, &#8222;The Puzzles in Ulysses&#8220;, <i>Gardners Whys &amp; Wherefores<\/i>, Oxford: Oxford University Press 1990, S. 113f.)<\/dd>\n<dt><b>Private Eye<\/b> f\u00fcr <b>P.I.<\/b><\/dt>\n<dd>f\u00fcr <b>Private Investigator<\/b> (Privatdetektiv); der Ausdruck private eye ist m\u00f6glicherweise \u00e4lter als die Abk\u00fcrzung, dennoch f\u00e4llt die I\/Eye-Parallele auf<\/dd>\n<\/dl>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonstiges<\/h2>\n\n\n\n<dl>\n<dt><b>Se7en<\/b><\/dt>\n<dd>&#8211; eigentlicher Titel des Films, der auch als <i>Seven<\/i> bekannt ist (USA 1996 oder so); Grund: im Vorspann verwandelt sich die 7 in &#8222;Se7en&#8220; in den Buchstaben &#8222;v&#8220;; filmrechtlich gilt aber das erste Erscheinen des Titels als die korrekte Schreibung (stand mal in einer britischen Filmzeitschrift)<\/dd>\n<dt><b>$0<\/b><\/dt>\n<dd>&#8222;because of petty fighting betweeen professionals who have $0 other than their fees at stake&#8220; (aus einem Fax, zitiert in Dan Raviv, <i>Comic Wars<\/i>, New York 2002, p. 217)<\/dd>\n<dt><b>S.M.I<sup>2<\/sup>.L.E.<\/b><\/dt>\n<dd>ein einst von Timothy Leary geschaffener Slogan, ausgeschrieben: <i>Space Migration, Intelligence Increase, Life Extension<\/i>; interessant ist dabei vielleicht die Verwendung des Exponenten, um die zwei &#8222;I&#8220; abzuk\u00fcrzen;<br>leider ist mit noch nie der phantasievollere Madison<sup>2<\/sup> Garden begegnet<\/dd>\n<dt><b>Poker-Fachsprache:<\/b><\/dt>\n<dd>die 9er werden wegen der Form auch pothooks genannt, die Buben (J f\u00fcr Jack) &#8211; seltener die Siebener &#8211; auch fishhooks oder nur hooks (Dank an Uwe Krings, &#8222;Poker Parlance&#8220;, in: <i>Festschrift anl\u00e4\u00dflich des 30. Geburtstags von XXX<\/i>, Augsburg 1997 [Selbstverlag], S. 50-55)<\/dd>\n<dt><b>$ f\u00fcr S<\/b><\/dt>\n<dd>wie etwa in der Simpsons-Episode <b>$pringfield<\/b><\/dd>\n<dt><b>Xmas<\/b><\/dt>\n<dd>f\u00fcr Christmas: X wegen des \u00e4hnlichen griechischen &#8222;Chi&#8220; f\u00fcr &#8222;Christos&#8220;<\/dd>\n<\/dl>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">am Rande muss erw\u00e4hnt werden: <b>L7<\/b> (gesprochen tats\u00e4chlich &#8222;el seven&#8220;) als Bezeichnung f\u00fcr &#8222;Spie\u00dfer&#8220; (steht allerdings nur in guten Slang-W\u00f6rterb\u00fcchern); Grund: die Zeichen L und 7 bilden &#8211; vor allem handschriftlich &#8211; zusammengenommen ein Quadrat, engl. &#8222;square&#8220; = &#8222;Spie\u00dfer&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beleg zum Beispiel in <i>Peter Parker, The Spectacular Spider-Man<\/i> Vol I, issue 111, als zwei Journalisten in einen Szene-Club m\u00f6chten und die entsprechend gekleidete Reporterin sich f\u00fcr den konservativer gekleideten Kollegen verb\u00fcrgt: &#8222;The L-7&#8217;s with me. I&#8217;ll keep him on a leash.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Akronyme, teils als Wort, teils als Buchstabenfolge ausgesprochen<br>(eine Auswahl, geh\u00f6rt wohl nur am Rand hierher)<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><b>AWOL<\/b> (absent without leave &#8211; US-Army-Slang)<br><b>ASAP<\/b> (as soon as possible)<br><b>snafu<\/b> (situation normal, all fucked up &#8211; US-Army-Slang)<br><b>WYBADIITY<\/b> (&#8222;Will you buy a[nother] drink if I tell you?&#8220;, alte Inschrift in Bars, die die Frage: &#8222;Was hei\u00dft denn das?&#8220; provozieren soll)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Buchstaben f\u00fcr ihnen entsprechende Formen<br>(eine Auswahl, geh\u00f6rt wohl nur am Rand hierher)<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">U-Turn, T-Bone, T-Shirt, T-Tr\u00e4ger<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Noch zu untersuchen:<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Tradition der spiegelverkehrt geschriebenen Buchstaben unter ansonst normalen Zeichen (als Designmerkmal in der Werbung, erweckt entweder die Assoziation &#8222;flott, \u00fcberdreht&#8220; oder &#8222;russisch&#8220;)<\/li>\n\n\n\n<li>in diesem Zusammenhang auch die Verwendung von Ziffern f\u00fcr Buchstaben (&#8222;3&#8220; f\u00fcr &#8222;E&#8220;, &#8222;1&#8220; f\u00fcr &#8222;I&#8220;)<\/li>\n\n\n\n<li>gibt es eine Vorgeschichte bei konkreter Poesie oder verwandten Richtungen?<\/li>\n\n\n\n<li>gibt es eine Vorgeschichte bei Brandzeichen? (siehe oben)<\/li>\n\n\n\n<li>gibt es eine Vorgeschichte bei Teletype-Abk\u00fcrzungen?<\/li>\n\n\n\n<li>bei amerikanischen Autokennzeichen? (siehe oben)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(6 Kommentare.) Die folgende Liste stammt aus dem Jahr 1996, also vor dem Siegeszug von SMS, daher keine Beispiele aus diesem Bereich. Aus Archivierungsgr\u00fcnden stelle ich sie mal hier ein. In einem Lehrerzimmer fragten sich einige Lehrer einmal, ob es Abk\u00fcrzungen wie &#8222;cu&#8220; f\u00fcr &#8222;see you&#8220; schon gab, bevor E-Mails aufkamen. Ei freilich, lautete die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[144,46],"class_list":["post-788","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fundstuecke","tag-listen","tag-sprache"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=788"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/788\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58094,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/788\/revisions\/58094"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}