{"id":797,"date":"2006-11-25T08:50:27","date_gmt":"2006-11-25T07:50:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/11\/textadventures-im-informatikunterricht.htm"},"modified":"2023-05-10T09:02:48","modified_gmt":"2023-05-10T07:02:48","slug":"textadventures-im-informatikunterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/11\/textadventures-im-informatikunterricht.htm","title":{"rendered":"Textadventures im Informatikunterricht"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2006\/11\/textadventures-im-informatikunterricht.htm#comments'>2 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Informatik, Klassen und Objekte. Zwischendurch ein bisschen Luft, um etwas auszuprobieren, auch weil ich die Klasse nicht nur in Informatik, sondern dazu in Englisch habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Also haben die Sch\u00fcler Objekte f\u00fcr ein <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2004\/10\/englisch-spielend-lernen.htm\">Textadventure<\/a> erstellt. So ein Objekt sieht zum Beispiel so aus:<\/p>\n\n\n\n<p><code>schoolbag1: openable<br>\n&nbsp;sdesc = \"green schoolbag\"<br>\n&nbsp;ldesc = \"It's a green schoolbag with a black car on it. It is<br>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;wonderful.\"<br>\n&nbsp;noun = 'schoolbag'<br>\n&nbsp;adjective = 'green'<br>\n&nbsp;location = bathroom<br>\n;<br>\n<\/code><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe den Sch\u00fclern die Klassen <code>openable<\/code>, <code>readable<\/code>, <code>item<\/code> und <code>fixeditem<\/code> zur Verf\u00fcgung gestellt. Das Attribut <code>ldesc<\/code> gibt eine l\u00e4ngere Beschreibung des Objektes, die man erh\u00e4lt, wenn man es n\u00e4her betrachtet, <code>sdesc<\/code> ist die Kurzbeschreibung, <code>location<\/code> der Aufenthaltsort zu Beginn des Spiels. Zul\u00e4ssige Werte f\u00fcr <code>location<\/code> sind vor allem die Raum-Objekte, die das Spielfeld ausmachen (aber auch Objekte der Klasse <code>openable<\/code>). Die R\u00e4ume habe ich vorgegeben, sie sehen zum Beispiel so aus:<\/p>\n\n\n\n<p><code>in_front_of_the_house: room<br>\n&nbsp;sdesc = \"in front of the house\"<br>\n&nbsp;ldesc = \"You are in front of a big house. In the south,<br>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;there is the house, in the north, there is an open field.<br>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;There is a blackboard standing there and a fountain.\"<br>\n&nbsp;south = hall<br>\n&nbsp;north = street<br>\n;<br>\n<\/code><\/p>\n\n\n\n<p>Die verwendete Programmiersprache war <a href=\"http:\/\/www.tads.org\/\">TADS 2<\/a>. Nat\u00fcrlich erwarte ich von den Sch\u00fclern nicht, dass sie Programmcode schreiben. Im Gegenteil, laut den Lehrplanmachern soll jede Art von Code weitgehend von Sch\u00fclern ferngehalten werden &#8211; zu gro\u00df die Gefahr, durch Tipp- und Syntaxfehler frustriert zu werden. (Meine pers\u00f6nlichen Erfahrungen sind allerdings ganz anders. Aber ich bin wohl nicht typisch. Die Sch\u00fcler sollen auch in der 7. Klasse zwar Webseiten erzeugen, aber nicht HTML-Code schreiben. Das wiederum sehe ich ein.)<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits wollte ich auch nicht alles selber abtippen oder zuviele Fehler verbessern. Also habe ich <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/openable.dot\">Word-Dokumentvorlagen<\/a> f\u00fcr den Computerraum erstellt, mit gesch\u00fctzten Bereichen, so dass die Sch\u00fcler nur in bestimmte Formularfelder Text eintragen konnten, eben die Attributwerte und sonst nichts. Da konnten sie auch kaum Syntaxfehler machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Herausgekommen ist folgendes Programm (gezippte exe-Datei f\u00fcr Windows, ~700KB):<br><a id=\"p800\" href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/an_awfully_big_house.zip\">an_awfully_big_house.zip<img decoding=\"async\" id=\"image802\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/haus.gif\" alt=\"haus.gif\" border=\"0\" align=\"middle\"><\/a><br>Das ist beileibe noch kein echtes, spannendes Spiel. Man kann nur im Haus herumlaufen, Gegenst\u00e4nde aufnehmen und wieder hinlegen, einen Apfel essen, zwei B\u00fccher lesen, alle Radiergummis in die Schultasche packen und so weiter. Au\u00dferdem ist das Haus voller <em>pumpkins<\/em>, das liegt daran, dass in Kalender und Schulbuch vor kurzem Halloween war.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Sch\u00fclern machte das Erstellen der Objekte Spa\u00df und noch mehr Spa\u00df, mal eine Schulstunde lang in dem Haus herumzulaufen und alles auszuprobieren. Jeder Sch\u00fcler hatte ja nur einige Objekte erstellt und kannte die der anderen Sch\u00fcler nicht. Aus Erfahrung wei\u00df ich, dass selbst ein kleines Spiel mit wenig R\u00e4umen sehr gro\u00df wirken kann, vor allem, wenn man sich keine Karte zeichnet. Textadventures suggerieren tats\u00e4chlich eine gr\u00f6\u00dfere, weitere Welt als Point-and-click-Spiele, behaupte ich, und erfordern mehr Interaktion und Einsatz. Die besten davon haben tats\u00e4chlich vieles mit B\u00fcchern gemein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lernziele:<\/p>\n\n\n\n<p>Erkennen, was Modellieren eines Ausschnittes der Wirklichkeit ist. Wissen, was Klassen und Objekte sind. Indirekt lernt man auch etwas \u00fcber Vererbung, auch wenn das noch lange nicht auf dem Lehrplan steht. Dass manche Klassen bestimmte Methoden haben (&#8222;open&#8220;) und andere nicht. <small>(Fu\u00dfnote: Technisch hat in TADS jede Klasse die Methode <code>open()<\/code>, nur dass sie standardm\u00e4\u00dfig zur Ausgabe von &#8222;You cannot open this&#8220; f\u00fchrt.)<\/small> Dass ein Objekt namens <code>door<\/code> durch den Namen allein eben noch lange nicht zur T\u00fcr wird, sondern dass das Wesen eines Objekts durch Attribute und Methoden bestimmt wird. (Im Badezimmer steht n\u00e4mlich eine T\u00fcr herum, an die Wand gelehnt, die eben nirgendwohin f\u00fchrt, die man nicht \u00f6ffnen oder schlie\u00dfen kann.)<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Englisch: Vokabeln wiederholen, Texte schreiben, Englisch lesen. Auf Rechtschreibung achten.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt: Teamarbeit. Die einen machen die R\u00e4ume, die anderen teilen sich die Gegenst\u00e4nde auf.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Zukunft: Ich w\u00fcrde das ganze mal gern gr\u00f6\u00dfer ausbauen. Im Buch gibt es zur Zeit Robin Hood, da k\u00f6nnte man doch mal sch\u00f6n den Wald modellieren und das Schloss. Hohle Eichen und Baumh\u00e4user und so weiter; eine Bibliothek beim Friar. Zeit daf\u00fcr gibt&#8217;s keine, die m\u00fcsste ich mir klauen. Am sch\u00f6nsten w\u00e4re nat\u00fcrlich ein Wahlkurs &#8222;Schreiben von Textadventures&#8220;. Aber ob ich da gegen Hauswirtschaft und Aquarellmalerei und dergleichen eine Chance habe?<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem muss ich \u00fcberlegen, ob ich mich TADS 2 weiter machen m\u00f6chte oder mit dem Nachfolger TADS 3 mit anderer Syntax. TADS 3 ist wohl komfortabler und von Haus aus mit mehr Vokabular, kennt aber viele Abk\u00fcrzungen, die weniger deutlich werden lassen, was ein Attribut, ein Attributwert und eine Methode ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(2 Kommentare.) Informatik, Klassen und Objekte. Zwischendurch ein bisschen Luft, um etwas auszuprobieren, auch weil ich die Klasse nicht nur in Informatik, sondern dazu in Englisch habe. Also haben die Sch\u00fcler Objekte f\u00fcr ein Textadventure erstellt. 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