{"id":8347,"date":"2016-10-27T18:38:01","date_gmt":"2016-10-27T16:38:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/?p=8347"},"modified":"2016-10-27T18:47:09","modified_gmt":"2016-10-27T16:47:09","slug":"doctor-strange","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2016\/10\/doctor-strange.htm","title":{"rendered":"Doctor Strange"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2016\/10\/doctor-strange.htm#comments'>4 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Endlich gibt&#8217;s eine Kollegin, mit der ich \u00fcber Marvel-Filme fachsimpeln kann. Beide waren wir gestern schon in <em>Doctor Strange<\/em>, und uns beiden hat der Film gut gefallen. Der Film krankt an den \u00fcblichen Marvel-Krankheiten, aber die Schurken und Frauen sind wenigstens einen Tick interessanter als sonst. Cumberbatch als Stephen Strange und Tilda Swinton als Ancient One sind ohnehin toll besetzt. Dazu wie \u00fcblich ordentliche Dialoge, Action und Humor, so wie man das von Marvel halt kennt und wie das DC immer noch nicht hinkriegt.  <\/p>\n<p>Der eigentliche Star des Films sind aber wohl die Spezialeffekte, und dabei lohnt sich das 3D wirklich mal. Anders als man gelegentlich in Kritiken liest, ist Doctor Strange nicht entstanden vor dem psychedelischen Hippie-Hintergrund der 1960er Jahre.* Immerhin wurde die Gestalt schon 1963 von Steve Ditko, haupts\u00e4chlich, erfunden. Die Handlung der ersten Hefte ist wieder von Stan Lee. Und schon ganz am Anfang trieb sich Doctor Strange in fremden Dimensionen herum, noch Dal\u00ed-hafter als die Kirby-Kosmen, halb organisch, halb weltraumhaft, und ein bisschen d\u00e4monisch. Das war das, war uns an Doctor Strange gefiel, und das hat auch der Film \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Die hochgelobten Spezialeffekte in der Gro\u00dfstadt, wo sich die Stra\u00dfen und Geb\u00e4ude von New York wie ein Verschiebepuzzle gegeneinander drehen: schon beeindruckend, aber letztlich f\u00fcr mich nicht interessant. Die Spezialeffekte in Hong Kong, spoilerfrei: schon besser. Aber richtig gut sind die nicht-irdischen Dimensionen. <\/p>\n<p>Der Film beginnt mit einer Entstehungsgeschichte: Wie aus dem Neurochriurgen der Magier wird. Muss wohl sein, ich brauch&#8217;s nicht, mich st\u00f6rt es eher. Zeigt mir erst den Magier, f\u00fcr seinen Hintergrund ist auch sp\u00e4ter Platz. So hielt man es auch in den Comics. Erst in seinem vierten Abenteuer erf\u00e4hrt man seine Geschichte.<br \/>\nStattdessen beginnt die allererste Geschichte so, wie ich mir einen Film gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Ein Klient kommt mit einem okkulten Problem zu Doctor Strange, der r\u00e4t und hilft, fremde Dimensionen sind dabei, und es geht anders aus, als der Klient sich das erwartet hatte. Ich h\u00e4tte gerne mehr Alltag gehabt. Warum kann der Zauberer nicht einfach mal die Katze der Nachbarn vom magischen Baum holen? Raymond Chandler hat es in <em>The Long Goodbye<\/em> ja auch geschafft, eine spannende zusammenh\u00e4ngende Detektivgeschichte zu schreiben und zwischendrin mehrere kleine Vignetten aus dem Alltag eines Detektivs zu packen &#8211; angefangen mit dem Klienten, der Marlowe bittet, Mabel zu finden.<\/p>\n<p>Typisch f\u00fcr die Comics waren die dramatisch-haneb\u00fcchenen Zauberspr\u00fcche, die Strange und seine Gegner benutzten, oft &#8211; ganz Stan Lee &#8211; heftig alliterierend:<\/p>\n<ul>\n<li>&#8222;By the Flames of the Faltine!&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;By the Sons of Satannish!&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;By the Hoary Hosts of Hoggoth!&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;By the Ruby Rings of Raggadorr!&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;By the Crimson Bands of Cyttorak!&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;By the Ageless Vishanti!&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;By the Vapors of Valtorr!&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;By the Eye of Agamotto!&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;By the Images of Ikonn!&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Zusammenstellung von <a href=\"http:\/\/marvel.wikia.com\/wiki\/Spells_and_Phrases\">hier<\/a> \u00fcbernommen, wo auch noch mehr. Zuerst gab es die Spr\u00fcche, im Lauf der Jahre danach wurde nach und nach gekl\u00e4rt, was das \u00fcberhaupt f\u00fcr Instanzen waren.)<\/p>\n<p>Gesprochen wirken die Spr\u00fcche wohl weniger beeindruckend als bei der Lekt\u00fcre, und in Actionsequenzen hat man auch keine Zeit dazu, anders als im Medium Comic mit seiner ganz eigenen Zeitgestaltung. Also verstehe ich, dass sie es nicht in den Film geschafft haben.<\/p>\n<p>* Zugegeben, wenn man sich <em>Defenders<\/em> 6 von 1973 anschaut (<a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2005\/07\/jamaikanischer-weihrauch.htm\">Blogeintrag dazu<\/a>), versteht man das mit den Drogen. Da z\u00fcndet der Schurke eine Schale jamaikanischen Weihrauch an, worauf er Alptr\u00e4ume bekommt.<\/p>\n<hr\/>\n<p>Ansonsten haben mich Sch\u00fcler heute tats\u00e4chlich nach der Ackermann-Funktion gefragt, im Wahlunterricht. Das ist ja wie Weihnachten f\u00fcr mich! <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2009\/03\/richtig-grosse-zahlen-und-die-ackermannfunktion.htm\">Ich habe so gr\u00fcndlich Auskunft gegeben, wie ich konnte.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(4 Kommentare.) Endlich gibt&#8217;s eine Kollegin, mit der ich \u00fcber Marvel-Filme fachsimpeln kann. Beide waren wir gestern schon in Doctor Strange, und uns beiden hat der Film gut gefallen. Der Film krankt an den \u00fcblichen Marvel-Krankheiten, aber die Schurken und Frauen sind wenigstens einen Tick interessanter als sonst. 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