{"id":915,"date":"2007-03-11T09:30:33","date_gmt":"2007-03-11T08:30:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/03\/liebe-mitschuelerinnen-mitschueler-und-herr-rau.htm"},"modified":"2023-05-22T08:02:38","modified_gmt":"2023-05-22T06:02:38","slug":"liebe-mitschuelerinnen-mitschueler-und-herr-rau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/03\/liebe-mitschuelerinnen-mitschueler-und-herr-rau.htm","title":{"rendered":"Liebe Mitsch\u00fclerinnen, Mitsch\u00fcler und Herr Rau"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/03\/liebe-mitschuelerinnen-mitschueler-und-herr-rau.htm#comments'>10 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div>\n<p>Letztes Jahr hatte ich ja in der 11. Klasse eine m\u00fcndliche Schulaufgabe zu den <em>R\u00e4ubern<\/em>, zu der auch Kollegen als Zuschauer geladen waren:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/raeuber_ringvorlesung.gif\" alt=\"raeuber_ringvorlesung.gif\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Eigentlich wollte ich das dieses Jahr wieder machen, allein schon deshalb, um die gewonnenen Erfahrungen umzusetzen. Aber aus Gr\u00fcnden der erwarteten, vorgezogenen, verschobenen, nicht vorgezogenen etc. GSO-\u00c4nderung wusste die vorauseilende Pflichterf\u00fcllung an unserer Schule nicht, wohin sie eigentlich eilen sollte, und blieb deshalb sicherheitshalber auf dem Platz stehen.<br>Leider keine m\u00fcndliche Schulaufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Also gab es das ganze jetzt als Quasi-Referatsreihe in Form von Vortr\u00e4gen. Wie <a href=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/02\/bayern-alpha-campus.htm\">schon erw\u00e4hnt<\/a>, habe ich den Sch\u00fclern eine Vorlesung aus der Augsburger Uni gezeigt. Die sollte Modell sein f\u00fcr das, was ich von Ihnen h\u00f6ren wollte: Eine Vorlesung statt eines Referats. Es gab eine Liste mit 18 Themen, dazu 11 Sch\u00fcler.<\/p>\n\n\n\n<p>(Die restlichen 13 Sch\u00fcler der Klasse kommen in einem zweiten Durchgang in ein paar Monaten dran. Auch eine Erkenntnis vom letzten Jahr: Nicht alles auf einmal machen.)<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Vorgaben waren: das Thema (das einer literarischen Er\u00f6rterung oder Interpretation eines poetischen Textes entsprach, beides den Sch\u00fclern bekannte Aufsatzformen), eine L\u00e4nge von 800 W\u00f6rtern, die Vortragssituation: Im Klassenzimmer, abgelesen, aber gut vorgetragen, und ein selbst geschriebener Text, der sich zum Vorlesen eignet. Vorher haben wir eine Abiturrede gelesen und analysiert und \u00fcber Wegweiser im Text gesprochen, die dem Zuh\u00f6rer die Orientierung erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ergebnisse:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Das Niveau der Vortr\u00e4ge war hoch, deutlich h\u00f6her als bei Referaten.<\/li>\n\n\n\n<li>Allen Vortr\u00e4gen konnte man gut folgen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Wortzahl war ausreichend, wurde aber manchmal um bis zu 25% \u00fcberschritten.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Muster Uni-Vorlesung wurde gut angenommen: Anrede, ein paar salbungsvolle Floskeln am Anfang, teilweise Siezen der Zuh\u00f6rer.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Sch\u00fcler, die noch Kapazit\u00e4ten frei hatten, bauten Nietzsche-Zitate und dergleichen ein.<\/li>\n\n\n\n<li>Ich war sehr angenehm \u00fcberrascht.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Probleme, Fragen, Erkenntnisse:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Meine Hauptfrage: Kam mir der Inhalt der Vortr\u00e4ge nur deshalb so gut vor, weil ich die unsauberen Handschriften, wie ich sie aus den Schulaufgaben kenne, nicht entziffern musste, und weil ich das Gest\u00f6psel, das ich aus manchen Referaten kenne, nicht ertragen musste &#8211; sondern \u00fcberlegte S\u00e4tze pr\u00e4sentiert bekam?<\/li>\n\n\n\n<li>Kann eine Vorlesung\/Vortrag Vorbild f\u00fcr Sch\u00fcler sein? Immerhin gehen vorgelesene Referate eigentlich gar nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Im Kolloquium m\u00fcssen die Sch\u00fcler n\u00e4mlich auch frei reden, und ich habe schon Pr\u00fcfungen erlebt, in denen das sprachliche und inhaltliche Niveau und die Informationsdichte \u00e4hnlich hoch sind wie bei einer solchen Vorlesung.<\/li>\n\n\n\n<li>Gute Sch\u00fcler verstehen, dass es sich bei der Vorlesung, so wie wir sie gehandhabt haben, um ein Spiel handelt, und dass sie nicht das n\u00e4chste Bio-Referat so anfangen sollten. Schwache Sch\u00fclern k\u00f6nnen vielleicht weniger gut damit umgehen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Sch\u00fcler empfanden die Vorlesungen auch als besser als Referate. Den meisten machte die Vobereitung mehr Arbeit, allerdings nicht allen.<\/li>\n\n\n\n<li>Ich glaube, Sch\u00fcler geben sich bei einer Vorlesung mehr M\u00fche als bei einem Referat. Das Referat wird halt doch zu oft am Abend vorher zusammengeflickt; bei einer Vorlesung f\u00e4llt das schneller auf. (Ginge uns Lehrern auch so: Ein Vortrag l\u00e4sst sich schlechter improvisieren als eine Stunde mit Unterrichtsgespr\u00e4ch.)<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberhaupt w\u00e4ren mehr Vorlesungen durch Lehrer sinnvoll. Wir d\u00fcrfen ja, auch klassen\u00fcbergreifend. Wenn schon frontal (und das muss ja nicht schlecht sein), dann gleich richtig.<\/li>\n\n\n\n<li>Vielleicht ist die Vorlesung eine sinnvolle Vorstufe: Das n\u00e4chste Mal m\u00fcssen die Sch\u00fcler dann so eine \u00e4hnliche Vorlesung halten, nur freier &#8211; aber von \u00e4hnlicher Dichte, mit \u00e4hnlich wenigen \u00c4hs, und \u00e4hnlich gut vorbereitet.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>(Und ja, das ganze ist auch ein bisschen Ersatz f\u00fcr die schriftliche Hausaufgabe vergangener Jahre. Nur dass man sie nicht schriftlich korrigieren, sondern nur benoten muss. Und der Vortrag z\u00e4hlt nat\u00fcrlich nur als m\u00fcndliche Note, nicht als Schulaufgabe. Vielleicht kann man das in Zukufnt anders machen.)<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stelle ein Beispiel f\u00fcr einen Vortrag hier ein, sobald ich einen Sch\u00fcler oder eine Sch\u00fclerin dazu \u00fcberredet habe, den Text noch einmal ins Mikro zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Nachtrag:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Vier Freiwillige habe ich gefunden. Hier sind ihre Reden, nachtr\u00e4glich aufgenommen und mit Erlaubnis hier ver\u00f6ffentlicht:<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00e4uberbande:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/raeuber\/raeuberbande.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Franz Moor (von Daniela H.):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/raeuber\/franz_moor.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Amalia:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/raeuber\/amalia.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Sturm und Drang (von Andreas H.)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/archiv\/raeuber\/sturmunddrang.mp3\"><\/audio><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(10 Kommentare.) Letztes Jahr hatte ich ja in der 11. 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