{"id":982,"date":"2007-05-08T22:31:30","date_gmt":"2007-05-08T20:31:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/05\/einschreibung-2007.htm"},"modified":"2007-05-09T05:58:29","modified_gmt":"2007-05-09T03:58:29","slug":"einschreibung-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/05\/einschreibung-2007.htm","title":{"rendered":"Einschreibung 2007"},"content":{"rendered":"<div style='text-align:right;'><small>(<a href='https:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2007\/05\/einschreibung-2007.htm#comments'>9 Kommentare.<\/a>)<\/small> <\/div><p>Das Kind steckt in der zweiten H\u00e4lfte der 4. Klasse und soll im kommenden Schuljahr aufs Gymnasium. Wie geht das?<\/p>\n<p>Anders als bei Grundschulen k\u00f6nnen die Eltern entscheiden, auf welche konkrete Schule das Kind soll, das hat nichts mit dem Wohnort, dem Schulsprengel zu tun. Aber nat\u00fcrlich ist es sinnvoll, eine Schule in der N\u00e4he zu w\u00e4hlen. Man sucht sich also ein Gymnasium aus und schreibt das Kind dort ein. Dazu gibt es einen Termin im Jahr (zum Beispiel: heute), bei dem man mit allen n\u00f6tigen Unterlagen bei der Schule autaucht. Man braucht:<\/p>\n<p>* das Original der Geburtsurkunde (die Schule macht sich eine Kopie davon)<br \/>\n* das \u00dcbertrittszeugnis (Original bleibt an der Schule)<br \/>\n* eventuell ein Foto f\u00fcr die Jahreskarte des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs, wenn man mehr als 3 km von der Schule entfernt wohnt<\/p>\n<p>Es gibt dann meist eine lange Schlange, gefolgt von einem kurzen Gespr\u00e4ch mit den Vertretern der Schulleitung, worauf man in einer weiteren mehr oder weniger langen Schlange zur Datenerfassung erkommt, wo Namen und Adressen in den Computer eingegeben und Fahrausweise bestellt werden. Das machen die Sekret\u00e4rinnen und ein oder zwei Lehrer. Ich zum Beispiel. Wenn also heute mein gesamter Unterricht ausgefallen ist, liegt das daran, dass ich freundlich gr\u00fc\u00dfen und Namen in den Computer tippen musste. Mein regul\u00e4rer Unterreicht w\u00e4re mir lieber, zumal ich heute von 8 bis 18 Uhr in der Schule bin statt wie sonst von 11 bis 15 Uhr. Gestern hatte ein Kollege die Idee, die Schule k\u00f6nnte doch beim zust\u00e4ndigen Landratsamt um personelle Unterst\u00fctzung bitten, damit keine Lehrer einspringen m\u00fcssen. Ist eigentlich sinnvoll, ich werde sicher die Schulleitung mit diesem Vorschlag triezen.<\/p>\n<p>Interessant ist so eine Einschreibung aber schon. Man spricht nur kurz mit den Eltern, aber man gewinnt doch Eindr\u00fccke. Manchmal  sind die Kinder dabei, manchmal die j\u00fcngeren Geschwister. Manchmal kennt man Eltern schon, weil die bereits andere Kinder an der Schule haben. Und manchmal&#8230;. also gut: <em>einmal<\/em>, n\u00e4mlich heute, kannte eine Mutter mein Blog. Ich habe mich im ersten Schreck ganz n\u00fcchtern verhalten statt mich offensichtlich zu freuen und jungenhaft-versch\u00e4mt mit meinen Locken zu spielen&#8230; oder was man da so tut.<\/p>\n<p>Am Abend des Einbreibtages wei\u00df die Schule dann ungef\u00e4hr, wieviel neue F\u00fcnftkl\u00e4ssler es im n\u00e4chsten Schuljahr geben wird. Manchmal sind es mehr und manchmal weniger. Wieviele w\u00fcnscht sich eine Schule?<br \/>\nHier wird es interessant. Von der Zahl der Sch\u00fcler an einer Schule h\u00e4ngt vieles ab: Wie viele Mitarbeiter im Direktorat es neben dem Stellvertreter gibt (also wieviel A15-Stellen). Wieviele Anrechnungsstunden der Stellvertreter kriegt, um seinen T\u00e4tigkeiten nachzugehen. Und vor allem: wie viele Lehrerstunden der Schule insgesamt zur Verf\u00fcgung stehen. Das sind Gr\u00f6\u00dfenordnungen von 1400 Lehrerstunden auf 1100 Sch\u00fcler. Grob gesch\u00e4tzt, ich kenne keine genauen Zahlen und habe keine Tabelle.<\/p>\n<p>Aus diesem Budget muss aller Unterricht in den Klassen, in der Kollegstufe und im Wahlunterricht bestritten werden. Seit einigen Jahren kann das die Schule selber entscheiden: Mehr Spielraum. Gleichzeitig wurde die Anzahl der Stunden reduziert.<\/p>\n<p>Konkret stellt sich folgende Frage: Nehmen wir an, es haben sich 168 Sch\u00fcler angemeldet. Das sind entweder sechs Klassen mit 28 Sch\u00fclern oder f\u00fcnf Klassen mit 33 oder 34 Sch\u00fclern. Was soll die Schule machen? Auf der einen Seite sind kleine Klassen besser, keine Frage. Andererseits erh\u00e4lt jede f\u00fcnfte Klasse 26 Stunden Unterricht von verschiedenen Lehrern. (Tats\u00e4chlich sind es im Schnitt sogar mehr Stunden, wenn n\u00e4mlich aus f\u00fcnf Klassen sechs gemischte Sport- oder Religionsgruppen gebildet werden. In diesen F\u00e4chern werden die Sch\u00fcler aus dem Klassenverband genommen und neu zusammengesetzt.)<br \/>\nF\u00fcr f\u00fcnf f\u00fcnfte Klassen gehen somit aus dem Gesamtbudget 130 Lehrerstunden drauf, f\u00fcr sechs f\u00fcnfte Klasse 156. Diese 26 Stunden mehr oder weniger k\u00f6nnte man sonst zum Beispiel verwenden f\u00fcr kleinere &#8211; oder mehr &#8211; Kurse in der Kollegstufe, oder kleinere Klassen in anderen Jahrgangsstufen, oder gar Wahlunterricht.<\/p>\n<p>Selbst wenn die Budgetrechnung aufgeht, gibt es manchmak ein Problem: F\u00fcr viele F\u00e4cher gibt es nicht genug Lehrer an den Schulen (Personalpolitik Kultusministerium); jede zus\u00e4tzliche Klasse erfordert mehr Deutsch-, Englisch-, Informatikstunden (oder was auch immer). Soviele Deutsch-, Englisch-, Informatiklehrer gibt es aber nicht. Lehrer sind knapp, und wenn das Ministerium keine Lehrer hat, m\u00fcsste Pflichtunterricht ausfallen. Das soll nat\u00fcrlich gar nicht passiern.<\/p>\n<p><em>Anmerkung: Diesen Beitrag und vor allem alle Zahlen darin habe ich im Laufe des gestrigen Tages verfasst. Die Zahlen sollen nur die Probleme illustrieren; bitte daraus keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Menge der heutigen Einschreibungen ziehen. Ich ver\u00f6ffentliche nat\u00fcrlich keine echten Zahlen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(9 Kommentare.) Das Kind steckt in der zweiten H\u00e4lfte der 4. Klasse und soll im kommenden Schuljahr aufs Gymnasium. Wie geht das? Anders als bei Grundschulen k\u00f6nnen die Eltern entscheiden, auf welche konkrete Schule das Kind soll, das hat nichts mit dem Wohnort, dem Schulsprengel zu tun. 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