Lucy

Im Kino gewesen, Lucy gesehen, von Luc Besson, mit Scarlett Johansson. Mancherorts wird der ja als Superheldenfilm verkauft oder in eine Reihe von Superheldenfilmen gestellt. Dabei kommt der Film für mich aus einer ganz anderen Ecken: Dem Monsterfilm der 1950er Jahre oder dem Verrückten Wissenschaftler der frühen 1960er.

Darum geht es in Lucy: Unfreiwillige Drogenkurierin erhält Überdosis einer experimentellen Droge und verwandelt sich daraufhin nach und nach in ein mit übermenschlichen Kräften versehenes Wesen, das a) nach und nach seine Menschlichkeit verliert und b) in dieser Form bald nicht mehr existieren kann. (Daneben: Peinliche Pseudowissenschaft, Anklänge an 2001, ein naives Verständnis von Evolution.)

Darum geht es in Der Mann mit den Röntgenaugen (Originaltitel: X, Roger Corman 1963): Wissenschaftler entwickelt übermenschliche Fähigkeit (hier: Röntgenaugen), die immer weiter steigern, bis er daran zugrunde geht. Es reicht nicht mal, dass er am Schluss seine Augen herausreißt: “Ich kann immer noch sehen” sind sein vermutlich apokrypher letzter Satz, kurz vor dem allerdings der Film endet.

Darum geht es in Der 4‑D Mann (Originaltitel: 4D Man, Irvin S. Yeaworth Jr. 1961): Wissenschaftler entwickelt übermenschliche Fähigkeit (hier: durch Materie gehen), die von seinem Bruder für>selbstsüchtige Zwecke und Verbrechen missbraucht wird – allerdings verliert dieser bei jedem Einsatz an Energie, die er durch eine Art Vampirismus an anderen Menschen wiedergewinnen muss, indem er durch sie hindurchgeht.

Urvater dieser Filme dürfte der Unsichtbare nach H.G. Wells sein – Wissenschaftler entwickelt übermenschliche Fähigkeit, über die der die Kontrolle verliert und die ihn nach und nach in den Wahnnsinn treibt und an der er zugrunde geht.

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