FAQ

Ich heiße Thomas Rau und unterrichte Deutsch, Informatik und Englisch mit wechselndem Erfolg an einem bayerischen Gymnasium. Außerdem arbeite ich als Fachdidaktiker für Informatik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ich heiße wirklich so, das ist kein Pseudonym. Ich bin nicht der Thomas Rau, der gelegentlich in Computer-Fachzeitschriften Artikel veröffentlicht. Über E‑Mail zu erreichen bin ich unter:

Thomas Rau
PGP Public Key (GnuPG)

Testimonials

  • Dieter Nuhr des Twitterlehrerzimmers (2019)
  • “Lehrerblog-Pionier” (2019)
  • “umsichtig, bedächtig, vielwissend, abwägend” (2019)
  • “Manches ist mir ein bisschen zu speziell, zu informatiklastig, wobei er aber so erklären kann, dass es auch ein Laie versteht.” “Im Hintergrund gefällt’s ihm ganz gut, dem Herrn, und manchmal braucht er einen Stups, damit er im echten Leben von sich erzählt oder was macht, das ihn in’s Zentrum des Geschehens rückt.” (2019)
  • “Blogger-Urviech” (2012)
  • “Blogmuse” (2009)
  • “Urvater” (2009)
  • “Veteran des schulischen Bloggens” (2006) (2006)
  • “Bildungsblogdinosaurier” (2006)
  • “Urgestein” (finde Quelle leider nicht mehr)

Vielleicht sollten Sie anstatt hier Ihre Internetseite täglich zu pflegen, selber mal ein paar fortbildende Seminare belegen.

Sie sind das Paradebeispiel dafür, das sich bei Ihrer Berufs-Kaste seit 30 Jahren nichts, aber auch garnichts geändert hat.

Ich bin in Wirklichkeit nicht so, wie ich mich hier darstelle oder wie ich hier erscheine.* Als Lehrer meine ich es gut, aber ich glaube, das tun ohnehin alle. Manche Schüler und Schülerinnen sind mit mir zufrieden, andere nicht; manche kann ich zu tollen Leistungen motivieren, andere nicht.

*andererseits, vielleicht nähert man sich einander an im Laufe der Zeit

Geschichtliches

  • 1974–78 Grundschule
  • 1978 erstes Spider-Man-Heft
  • 1981 Clubgründung: Zusammenschluss mit SFC Terraner Union/S.I. zum PR/SFC Galactic Union
  • 1982 mein erster Con (und erstes Rollenspiel)
  • 1983–1987 regelmäßige Rollenspielrunde
  • seit 1996 regelmäßig im Internet
  • seit 1996 Lehrer
  • 1998 erste Homepage, sehr liebenswert

Im Web

Proud Owner: James Branch Cabell, Storisende Edition No. 1113

Bildliches

Bildquellen: Familienbestand, Frau Rau, rip. (Danke!)

Motto

“Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, dass auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören.” (Platon, Gorgias)

44 Antworten auf „FAQ

  1. Sehr schöne Seite! Auch mal schön, über ein intelligentes Blog zu stolpern. Vor allem, nachdem ich glaube, vor ein paar Jahren von Ihnen unterrichet worden zu sein… :-) Weiß natürlich nicht, ob das wirklich Sie waren, oder ein anderer bayerischer Gymnasiallehrer mit zufällig dem gleichen Namen.
    Wenn Sie Lust und Zeit haben, können Sie ja mal auf meinem Blog schauen, ob Sie mich erkennen. Muß natürlich nicht sein.
    Gruß, Viktor

  2. Ich werde meinem König (was meine Liebster und Vater unsrer kinder und auch Lehrer ist) noch mal Deine Seite empfehlen, vielleicht sollte ich dich am besten zu uns rüber entern. Lie Grü Anneka /Südschweden

  3. Hallo Anneka, vielen Dank für die Grüße. Ausland wäre schon schön. Man preist uns hier ja sehr die skandinavischen Länder, was Schule betrifft. Man kommt halt nur nicht mehr so leicht zurück, und ich bin so ein Schisser.

  4. Pingback: Hugelgupf
  5. Hallo Herr Rau,
    durch Zufall bin ich über Ihre Seite gestolpert und weiß jetzt schon, dass ich hier öfter vorbeikommen werde.
    Als Lehrerin der gleichen Fächerkombi stecke ich noch in meinen Kinderschuhen und bin für jede Anregung, die meine Kleinen hinter dem Ofen hervorlocken könnte, dankbar.
    Also, ein Fan mehr. Das ist doch was, oder?
    Grüße aus Franken sendet
    Caro!

  6. Ach nein! Wie wunderbar hier über Ihren Blog zu stolpern! Soll ich Ihnen mal eines verraten, damals als wir das Bloggen im LK angefangen haben, ja seitdem bin ich hängengeblieben! Wohl allein ihr Verdienst mich in das Leben der digitalen Bohème eingelernt zu haben!

    Liebste Grüße aus der Welt der Literatur-Blogs!

  7. Violette, das freut mich aber sehr, von Ihnen zu hören! Herzliche Grüße! Und ich bin schwer beeindruckt. Im Moment weiß ich allerdings noch nicht, unter welchem Schlagwort ich Ihr Blog in meinem Feedreader ablegen soll. Ich fürchte, ich muss mein System umkrempeln.

  8. Hallo Herr Rau!
    In der Hoffnung, dass Sie, trotz Ferien, mal am Computer gehen, habe ich eine Frage an Ihnen.
    Ich befinde mich im Lehramtstudium und schreibe gerade einen Artikel mit dem Thema: „Lehrerblogs“. Ich habe 6 Lehrerblogs gewählt und kurz vorgestellt. Meine Fragestellung lautet: Wer schreibt überhaupt und vor allem für wen? Welche Rolle spielen die Blogs in die erste Phase der Lehrerausbildung?
    Es würde mich freuen, wenn ihr mir sagen würdet, weshalb Sie schreiben, ob für sich selbst oder für andere; haben Sie einen gewünschten Adressat,oder oder oder…….
    Mir hat Ihre Seite auf jeden Fall gut gefallen und den ersten Preis glaube ich wirklich verdient…
    Wenn Sie in Ferien gefahren sind, dann wünsche ich Ihnen eine gute Zeit!

  9. Ich hab nur eine vermutlich ziemlich dumme Frage:
    Was ist bei wordpress der Unterschied zwischen zwischen posts und pages (Beiträge und Seiten)?
    Bitte eine Erklärung an meine e‑Adresse!
    Vielen Dank, N.T.

  10. Alaaf!

    Aus einer tristen Kleinstadt namens Troisdorf (liegt näher an Bonn als an Köln) beste Grüße! Gestern war ja Karnevals-Anfang: und ich halte es mit BAP (Nit für Kooche: http://www.bap.de). Deshalb ein neuer Anfang…

    Guten Tag!

    Bin über Jochen L. auf Deine Seite gekommen, habe mich gerade herrlich amüsiert! Bin nicht im eigentlichen Sinne Lehrerin, da nicht an einer Schule tätig, sondern nur Dozentin an der hiesigen VHS. Dennoch – herzlichen Dank für die Anregungen!

    Beste Grüße aus der Diaspora ** Barbara

  11. Hallo Herr Rau!

    Gibt es zwischenzeitlich irgendwo im Netz eine deutsche Anleitung für das Powerpoint Draganddrop-Macro (Magic Powerpoint)? Sie hatten das Makro vor längerer Zeit mal vorgestellt. Ich bring’s mit der englichen Anleitung einfach nicht hin, obwohl ich mich sonst gar nicht so dumm anstelle; weder in Englisch noch am PC.

    Vielen Dank und herzliche Grüße aus der Oberpfalz

    RRednose

  12. Ich kann nach Weihnachten ein bisschen was dazu schreiben, ich habe ohnehin noch einen weiteren Powerpointtipp, den ich mal loswerden will.

  13. Sehr geehrter Herr Rau!

    Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung mit “The magicpowerpoint”. Es funktioniert und ich hoffe, dass ich mit Ihrer Unterstützung meinen Unterricht (bei den Werkern im Gartenbau und bei meinen BVJ-lern) etwas aufwerten kann. Versteht sich von selbst, dass ich auf den “weiteren Powerpointtipp warte, den sie (schon immer mal) loswerden wollten.

    Vielen Dank und herzliche Grüße aus einer Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung im Herzen der Oberpfalz

    RRednose

  14. Hallo Thomas!

    Da dachte ich lange Zeit, der einzige zu sein mit der Fächerkombination D,E,Inf, aber nein ;-)

    Klasse Seite, vielen Dank!

    Hat das geklappt, mit der LMU? Dann grüß mal den Peter Brichzin recht schön, war damals mein Tutor (ich war beim letzten SIGNAL-Weiterbildungsdurchgang dabei).

    Keep on keepin’ on!

    Lutz Reuter
    facebook.de/lutzibutz

  15. Hallo Lutz,

    ich bin auch SIGNAL-Zögling, Abschlussklasse 2005, war aber an der TU, nicht LMU. (Nur die theoretische Informatik hatten wir mit der LMU zusammen.) Und ja, das hat wohl geklappt, auch wenn die endgültige KuMi-Bestätigung noch fehlt, ab August/September 2011 dann. Peter Brichzin werde ich die Grüße ausrichten, klar.

    Thomas

  16. hallo herr rau,

    sie haben mich inspiriert, ebenfalls über meinen beruf als lehrerin zu bloggen. bevor ich jedoch meinen ersten beitrag veröffentliche, wollte ich mich über die rechtlichen dinge schlau machen und habe wenig dazu im netz gefunden. schüler dürfen natürlich nicht kenntlich gemacht werden und zu privat darf es dann auch nicht werden.
    gerade bin ich jedoch auch unsicher, wie sus auf einen blog reagieren könnten.
    in einer konferenz wurde uns mitgeteilt, dass wir unsere fotos auf facebook besser sperren sollten, damit die sus keinen unfug damit anstellen. einen lehrerblog mit fotos und privaten anliegen zu führen, wäre ja noch heftiger.
    ich freue mich über einen rat !
    viele liebe grüße, jule

  17. Hallo Jule,

    einen belastbaren rechtlichen Rat kann ich Ihnen auch keinen geben. Aber hier meine Erfahrungen:

    Einmal muss man als Beamter seinem Dienstherrn gegenüber loyal sein (und als Angestellter im Prinzip ebenso). Ich hatte nie ernsthaften Ärger wegen meines Blogs, aber schon mal einen wohlmeinenden Rat. Als Beamter bin ich verpflichtet, meine Vorgesetzten mit Rat und Kritik zu unterstützen, aber man könnte mir vielleicht vorwerfen, dass ich die Kritik hier im Blog unterbringe, statt, wie dienstlich vorgesehen, einen Leserbrief an meine vorgesetzten Behörden zu schreiben. Aber: kein Grund zu übermäßigen Sorge.

    Dann muss man die Persönlichkeits- und Urheberrechte von Schülern schützen. Bei letzterem war ich in meinen ersten Jahren schlampig. Keine erkennbaren Fotos, keine Aufsätze ohne Erlaubnis (der Eltern, eigentlich). Ich bitte inzwischen die Schüler schriftlich um Erlaubnis, gehe aber nicht so weit, eine Unterschrift der gesetzlichen Vertreter einzufordern, um mich rundum abzusichern.

    Wie Schüler auf ein Blog reagieren: gar nicht. Die meisten Leute lesen keine Blogs, und das gilt auch für Schüler. Ich kriege selten, aber schon gelegentlich Rückmeldung von Eltern oder Schülern, es gab noch nie Probleme. Ich veröffentliche häufig Bilder von mir, auch alte, alberne, und habe kein Problem damit, dass Schüler die sehen und lustig finden. Sind ja auch lustig. Gegen Missbrauch (angefangen von unerlaubtem Bilderklau) hätte ich etwas und würde versuchen dagegen einzuschreiten. Mit Facebook-Profilbildern dürfen Schüler keinen Unfug treiben, sie tun das auch nicht, und wer genug Energie für solchen Unfug hat, findet auch so Mittel und Wege. Wenn da mal etwas passieren würde (unerlaubte Bilder oder Unterrichtsvideos im Netz), hätte ich genug Energie und Lust, mich dagegen zu wehren.

    Dadurch, dass ich mich hier so öffentlich mache, gestatte ich aber auch, dass öffentlich über mich geredet wird, und könnte mich gegen öffentliche Kritik weniger wehren als ein Lehrer, der digital nicht in Erscheinung tritt. Fair enough. Der Arbeitgeber sieht das vielleicht nicht gern, weil er das nicht kennt, aber darf einem das nicht verbieten. Mit meiner Schulleitung hatte ich da auch noch nie Probleme, es haben sich aber – wohl – noch kein Schüler und keine Eltern beschwert.

    Was sicher sein muss, ist ein Schutz vor Kommentarspam, und früher oder muss man Kommentare bei Erstkommentierern erst freischalten, bevor sie veröffentlicht werden. Zu viel Gelangweilte.

    Viel Spaß beim weiteren Bloggen!

  18. Schön. Das ist so knapp unter dem, was ich mir kaufen würde, inzwischen hauptsächlich aus Platzgründen, auch wenn ich es gerne hätte. Gehört das vielleicht in eine gymnasiale Schulbibliothek? Wegen Englischförderung usw.

  19. Lieber Thomas,
    bin jetzt mal eingetaucht in Dein Lehrerzimmer. Was für eine Wasserverdrängung! Meinen tiefen Respekt… diese Arbeit…sie macht Freude, man ließt es… trotzdem. Respekt.
    Gute Zeit!

  20. Lieber padrone,

    danke schön fürs Vorbeischauen, hat mich gefreut. Bis jetzt waren ja Ferien, jetzt gerade wieder die Schule los, und damit das Erzählen daraus.

  21. Ich bin bei Recherchen für eine UE “Giggler Treatment” auf diesem Blog gelandet. Tolle Ideen!

    Ich schlage mich mit Deutsch und Englisch herum.

  22. Hallo Herr Kollege,

    ich habe gerade Ihren Blog gelesen und finde es super, dass Sie schon so lange einen Lehrerblog haben! Seit meinem Referendariat letztes Jahr habe ich einen Geschichtsblog für Schüler (http://histopro.wordpress.com) und gestalte mit meinen Englischschülern jetzt jedes Jahr einen Schülerblog zu einem englischsprachigen Jugendroman.
    Dieser Weblog zu Mark Haddons “The Curious Incident of the Dog in the Night-Time” wird gerade von meinen Schülern und mir fertiggestellt.

    http://schoolblogcuriousincident.wordpress.com

    Es würde mich freuen, wenn Sie ein paar Artikel auuf unserem Blog lesen und kommentieren würden.

    Vielen Dank und ein Frohes Fest

  23. Ich bin gerade und für einige Zei tnicht zu Hause und fern des heimischen Rechners. Kurz habe ich mir das Blog schon angeschaut, sieht optisch gut aus, die ein, zwei Texte, die ich gelesen habe auch. Es kann aber sein, dass es etwas dauert, bis ich zum Lesen und Kommentieren komme, die nächsten Tage werden noch etwas aufregend-anstrengend, jedenfalls voll sein. Frohe Ferientage noch!

  24. Hallo Thomas,
    Wir hatten mal sporadisch Kontakt, und ich schaue immer wieder mal vorbei – wirklich sehr gut, deine Seite, nach wie vor. Ich bin wirklich beeindruckt. Auch die nette Bescheidenheit gefällt mir. Nach 2 Jahre ATZ und Wechsel Deutschland / Queensland fasse ich hier langsam Fuss und muss gestehen: Schule fehlt mir ganz und gar nicht, es geht auch ohne. Und die letzten Meldungen G8 / G9 Hickhack usw. wie auch der schnelle Rückzug in Niedersachsen, wo Rot – Grün gerade mal eine Stimme Mehrheit im Parlament hat und diese scheinbar nutzen will, um das Gymnasium mehr oder weniger ganz zu liquidieren, lässt mich zu dem Schluss kommen: Ich hatte eine gute Zeit als Lehrer für Deutsch und Englisch und bin froh, das hinter mir zu haben. Trotz alledem: Ich habe immer sehr gern mit Schülern und Schülerinnen gearbeitet und hoffe, dass dir das im Ganzen auch so geht.
    Mit besten Grüßen aus Queenland, Australien
    Peter H Bloecker

  25. Hallo Peter, ja, klar, ich kriege auch gelegentlich von Facebook bei dir was mit. Da bin ich zwar nicht oft, und ich kriege ja ohnehin nur einen Teil der Postings angezeigt, aber deine sind oft dabei. (Ich habe mich nie damit beschäftigt, wie da die Auswahl getroffen wird.)

    Bescheidenheit habe ich mühsam gelernt, Peter. Und die Lektion wird in regelmäßigen Abständen aufgefrischt.

    Queensland, Mann. Mir macht die Schule immer noch Spaß, dieses Schuljahr wieder besonders – aber vielleicht ist das eh nur der jährliche Schuljahresanfangsenthusiasmus. Aber irgendwann mal was anderes und anderswo, das wär schon schön.

  26. Es ist ja so wichtig, dass alle davon erfahren! Ich müsste mal Schülern solche und, uh, ähnliche Texte vorlegen, ab wann sie dann einen Unterschied erkennen. Falls überhaupt.

  27. Hallo Thomas! Jetzt muss ich auch mal einen Komentar loswerden – guter Blog! Wir waren gemeinsam im Ref in Mod, und ich schmunzle immer noch darüer, weil du damals ja schon gebloggt hast – und ich noch nicht mal im Internet war… ! Liebe Grüße, Martina

  28. Hallo Martina! Das ist aber lange her. Ja, im Internet war ich damals schon. An Schulen gab es da noch keines, oder? Einen Computerraum überhaupt? – Ich habe gerade meine spärlichen Fotos von damals herausgesucht – war ja alles analog, noch einige Jahre danach, zumindest bei mir. (Ich sehe sehr jung aus, bei dir fällt mir das natürlich nicht so auf.) Liebe Grüße, Thomas

  29. Sehr geehrter Herr Rau,
    Ihr Blog ist super. Ich bin auf der Suche nach einer Erklärung zu den Notenschlüsseln auf ihn gestoßen. Ich komme seit diesem Schuljahr durch meinen Erstgeborenen in der 5. Klasse mit dem bayerischen Gymnasium in Kontakt und finde es den blanken Wahnsinn. Das Kind, das mit einem vernünftigen Lernpensum mit einem Schnitt von 1.0 ans Gymnasium gewechselt hat, quält sich nun und lernt und lernt und erreicht maximal eine 3. Was ist in den letzten 40 Jahren im Gymnasium passiert? Sind die Anforderungen so viel höher als früher oder ist es nur in Bayern so, dass so viel verlangt wird? Mein Mann und ich waren in Rheinland-Pfalz, NRW und Baden-Württemberg auf dem Gymnasium und haben bis zur 9. Klasse nicht so viel lernen müssen. Die Kinder tun mir leid. Sie haben kaum noch Zeit für Freunde und Hobbys, dabei sind sie im G9. Auch das Familienleben leidet: durch Lernen am Wochenende entfallen die Ausflüge, in den Schulferien müssen Referate vorbereitet werden. Die Benotung ist noch strenger als in der 4. Klasse, außer dass der Notenbereich für die 1 größer ist, aber ab 2 und darunter wird es heftig. Können Sie mir erklären, warum ein intelligentes Kind, das alle Voraussetzungen fürs Gymnasium hatte, sich so schwer tut? Ist dies generell der Fall in der 5. Klasse? Ich habe große Zweifel, ob wir die richtige Schulform gewählt haben. Viele Grüße, Johanna B.

  30. >Was ist in den letzten 40 Jahren im Gymnasium passiert? Sind die Anforderungen so viel höher als früher oder ist es nur in Bayern so, dass so viel verlangt wird?

    Vielen Dank für den Kommentar. Es tut mir leid, dass Ihr Kind sich überfordert fühlt oder mit den Noten unzufrieden ist. Ich kann nicht wirklich beantworten, ob die Anforderungen so viel höher sind und was sich geändert hat – ich kenne nur meine Schule und ein paar andere extrem flüchtig und habe keinen Überblick. Viel ist anekdotisch, viel Spekulation. Außerdem sind Schulen unterschiedlich – weniger, als man meint, denke ich; aber ein paar vielleich doch mehr als andere.

    Eigentlich glaube ich, dass das Gymnasium sehr viel leichter geworden ist im Vergleich zu vor 20 Jahren. Ich hatte aber im neuen G9 noch keine 5. oder 6. Klasse, es kann sein, dass in manchen Fächern (Englisch?) durch die kurzfristige Umstellung vom G8 zum G9 zu viel in die Lehrpläne gequetscht wurde. Das G9 vermittelt ja bis zur 10. Klasse (=mittlerer Schulabschluss) das gleiche wie das G8 bis zur 10. Klasse (=mittlerer Schulabschluss), nur in weniger Stunden. Ob das G9 in Unter- und Mittelstufe also leichter wird als das G8, das bezweifle ich vorerst.

    Die Benotung wird von Jahr zu Jahr eher milder. Jedenfalls werden die Schnitte eher besser. Wichtig ist aber, was die Schüler und Schülerinnen lernen, und dazu bieten die Noten keinerlei Vergleichsmöglichkeit über die Jahre.

    Vorgesehen sind seit jeher etwa zwei Stunden häuslicher Arbeitszeit pro Tag, einschließlich schriftlicher Hausaufgaben und Lernen, auch am Wochenende (aber nur zwei Stunden pro Wochenende). Früher sind die meisten Schüler und Schülerinnen in Unter- und vor allem Mittelstufe wohl nicht auf diese zwei Stunden gekommen; ich glaube, die meisten verwenden auch heute weniger Zeit dafür.

    Was sich geändert hat: Mehr Tests, straffere Organisation, und leider weniger Hausaufgabenkontrolle und ‑überprüfung.

    Generell höre ich wenig Klagen über die 5. Klasse, aber das muss nichts heißen. Ob sie für ihr Kind die richtige Schulform gewählt haben: Das ist die zentrale Frage. Leider kann ich dazu gar nichts Sinnvolles beitragen. Ich würde fragen, wie es bei den anderen Schülern und Schülerinnen in der Klasse aussieht, ob alle ähnliche Probleme haben. Wenn ja, dann liegt es wahrscheinlich nicht am Kind oder der Schulform; wenn nein – lässt sich daraus allein leider nicht viel schließen.
    Viele Grüße, Thomas Rau

  31. Lieber Herr Rau,
    vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, die ich sehr interessant fand. Überrascht hat mich vor allem Ihre Aussage “es kann sein, dass in manchen Fächern (Englisch?) durch die kurzfristige Umstellung vom G8 zum G9 zu viel in die Lehrpläne gequetscht wurde. Das G9 vermittelt ja bis zur 10. Klasse (=mittlerer Schulabschluss) das gleiche wie das G8 bis zur 10. Klasse (=mittlerer Schulabschluss), nur in weniger Stunden.” Das war mir nicht bewusst. Ich dachte, der Stoff wird durch die Reduktion der Wochenstunden im G9 auf die neun Jahre verteilt. Und ja, es geht hauptsächlich um Englisch. Die zwei Stunden Arbeitszeit, die Sie erwähnen, werden bei uns oft nur für Englisch genutzt, für die schriftlichen Hausaufgaben und das Lernen der Vokabeln. Dazu kommt noch die Vorbereitung für die anderen Fächer, in denen Exen und Abfragen droht. Hausaufgabenkontrolle und
    ‑überprüfung übernehme ich, fühle mich damit aber auch zum Teil überfordert als vollzeitnah berufstätige Mutter. Schließlich gibt es ja auch noch Geschwister, die Aufmerksamkeit benötigen. Ich denke, das ist das Hauptproblem: Die Schule in Bayern hat den gesellschaftlichen Wandel noch nicht mitbekommen. Es gibt keine echten Ganztagsklassen, in denen Lehrer am Nachmittag vertiefen. Ganztag ist heute meist offener Ganztag nur bis Donnerstag mit Betreuung der schriftlichen Hausaufgaben durch Hilfskräfte und betreute Freizeit, also Kinderaufbewahrung. Die Kinder kommen frühestens um 16 Uhr nachhause und die Mütter müssen die Hausaufgabenkontrolle und das Anstossen zum Lernen übernehmen. Ich habe den Vergleich zur privaten Europäischen Schule, die eine echte Ganztagsschule ist, in der am Nachmittag Projektarbeit gemacht wird. Referate werden in diesen Stunden komplett in der Schule erarbeitet. Davon ist das bayerische Schulsystem leider (noch?) weit entfernt. Vielleicht will man im deutschen Schulsystem aber auch gar nicht dahin? Viele Grüße, Johanna B.

  32. Ich habe noch eine Frage: Ist es üblich, über die Ferien Referate aufzugeben? Ich finde es sehr bedauerlich, dass die Familien nicht mal in den Schulferien echte Ferien von der Schule haben. Denn ein Referat zu erarbeiten betrifft die ganze Familie. In der 5. Klasse kann kein Kind allein im Internet die Inhalte recherchieren und ein Plakat erarbeiten oder Karteikarten schreiben für den Vortrag. Ich habe im Freundeskreis gefragt: Kein Kind erarbeitet sein Referat komplett selbstständig. Wurde Ihnen ja auch nie in der Schule beigebracht.

  33. >Ich dachte, der Stoff wird durch die Reduktion der Wochenstunden im G9 auf die neun Jahre verteilt.

    Ein bisschen weniger Stoff wird es schon sein. Aber an den Bedingungen für das Erreichen des mittleren Schulabschlusses hat sich jedenfalls nichts geändert, die sind ja durch die KMK deutschlandweit festgelegt.

    >Es gibt keine echten Ganztagsklassen, in denen Lehrer am Nachmittag vertiefen.

    In Oberbayern West, meinem Regierungsbezirk, gibt es 16 Gymnasien mit gebundener Ganztagsschule, von insgesamt knapp 70. Ich weiß aber nicht, wie die verteilt sind, oder wie hoch der Bedarf ist.

    >Ich habe noch eine Frage: Ist es üblich, über die Ferien Referate aufzugeben?

    Nein. Überhaupt soll man über Ferien nichts aufgeben. Technisch gehören allerdings die Samstage der Ferien nicht zu den Ferien, man kann also so viel aufgeben wie bei normalen Wochenenden auch. Manchmal. schieben allerdings Schüler und Schülerinnen arbeiten, die für die Woche vor den Ferien gedacht sind, in die Ferien.

    >Die zwei Stunden Arbeitszeit, die Sie erwähnen, werden bei uns oft nur für Englisch genutzt, für die schriftlichen Hausaufgaben und das Lernen der Vokabeln.

    Wie gesagt, ich würde mich bei den anderen Eltern umhören (was nicht immer leicht ist). Wenn da viele ähnliche Probleme haben, ist das ein Indiz für schlechte Organisation an der Schule, sonst ein Indiz für falsche Schulart.

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