Alles über: Schulbücher

Also: Hier steht mitnichten alles über Schulbücher, sondern nur über wenige Aspekte davon. Aber meine kleine Blog-Reihe habe ich nun einmal voller Hybris so genannt. Das Schulbuch aus Sicht der Verwaltung Schüler und Schülerinnen erhalten in Bayern (und nicht nur da) seit über fünfzig Jahren (mit einer kurzen Ausnahme) die für den Unterricht benötigten Schulbücher kostenlos. Lernmittelfreiheit heißt das. Dazu erhält jede Schule einen jährlichen Etat, aus dem sie diese Schulbücher kauft. Die für die Schulbücher zuständige Lehrkraft sammelt und koordiniert die Wünsche der verschiedenen Fächer, schaut zu, dass alle etwas kriegen, und sorgt dafür, dass der Etat nicht überschritten …

Alles über: den Notenschluss

Weil eine Klasse heute fragte, hier ein Überblick. Am bayerischen Gymnasium gibt es ein Jahreszeugnis, und mehr oder weniger kurz davor einen Notenschluss. Der Notenschluss ist ein Termin, um den ich mir als Schüler nie einen Gedanken gemacht habe, glaube ich; aber heute ist er Schülern und Schülerinnen sehr bewusst. Dabei wissen sie ihn meistens nicht, denn dieser Termin soll ihnen nicht mitgeteilt werden – aus historischen Gründen, glaube ich mal, ein guter Grund dafür fällt mir sonst nicht ein. Es gibt keinen zentral vorgegeben Notenschluss, das heißt, jede Schule legt ihren eigenen Notenschluss fest. Das ist der Termin, zu …

Alles über: Studiendirektoren

Aus Gründen war eine kleine Schachtel Pralinen in meinem Fach in der Schule gelandet, und weil ich die nicht alleine essen wollte, habe ich sie an die Theke im Lehrerzimmer zu den dort wartenden Kollegen gebracht. Die haben nicht speziell auf Pralinen gewartet, sondern einfach nur so. “Wie kommt’s?”, fragten die Kollegen. “Ihr wisst doch, dass ich befördert worden bin, da wollte ich was springen lassen.” Gelächter. Das war ein in der Situation sehr lustiger Witz, finde ich. Also: Ja, ich bin seit einem guten Monat Studiendirektor, StD, oder, um es direkt zu sagen, Besoldungsgruppe A15. (Das wussten die Kollegen.) …

Alles über: Planungsgrundlagen zur Unterrichtsübersicht

Etwa Ende April jeden Jahres erstellen Gymnasien ihre vorläufige Unterrichtsplanung für das kommende Schuljahr: Wie viele Klassen mit wie vielen Stunden in welchen Fächern wird es geben,  wie viele Anrechungsstunden und Wahlunterrichte gibt es? Diese Informationen werden dann ans Kultusministerium geschickt, das auf dieser Basis und unter, äh, Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Mittel den Schulen Lehrer zuweist, falls es nicht genügend für die zu erwartende Schülerzahl gibt. (Jedes Jahr werden Lehrer pensioniert, Referendare müssen auf Einsatzschulen verteilt werden, und junge Lehrer kommen nach Abschluss ihrer Ausbildung an ihre erste Schule.) Schulen dürfen sich nicht einfach aussuchen, wie viel Wahlunterricht …

Alles über: die Abiturstatistik

Im Sommer kriegen die bayerischen Gymnasien immer die Statistik über die Durchschnittsnoten der Abiturprüfungen, sortiert nach verschiedenen Kriterien. Die Schulen werden dabei gebeten, vor allem auf drei Dinge zu achten: Ist der Unterschied zwischen den Semestern der Jahrgangsstufen 11/12 und den Abiturnoten auch nicht zu groß, jeweils an der eigenen Schule? Ist der Unterschied zwischen den Abiturnoten an der eigenen Schule und dem bayerischen Durchschnitt auch nicht zu groß? Ist die Note zwischen dem bayerischen Abiturdurchschnitt und den eigenen Noten in 11/12 nicht zu groß? Ab mehr als 5 Leuten in einer Prüfung sind zu große Abweichungen zu thematisieren. Das …

Alles über: Gymnasialschüler (in Bayern)

Ein kurzer Überblick darüber, wie sich das Kultusministerium beziehungsweise die Bayerische Regierung einen Schüler am Gymnasium vorstellen. Es geht hier übrigens nicht um das Abitur, sondern um das Gymnasium – zum Abitur führen ja auch andere Wege. Gymnasialanforderungen 2004 (der aktuelle Lehrplan): Das Gymnasium sieht seine Aufgabe darin, alle Schüler gezielt zu fördern, die sich aufgrund ihrer Begabung, ihrer Einsatzfreude, ihres Leistungsvermögens und ihrer Leistungsbereitschaft für ein Studium und für herausgehobene berufliche Aufgaben eignen. Schüler des Gymnasiums sollen geistig besonders beweglich und phantasievoll sein, gern und schnell, zielstrebig und differenziert lernen sowie über ein gutes Gedächtnis verfügen. Sie müssen die …

Alles über: Anrechnungsstunden

Anrechnungsstunden sind eine heimliche Währung der Schule. Es gibt sie auch außerhalb Bayerns, dort heißen sie so ähnlich.* Wenn ein Lehrer eine Anrechnungssstunde hat, muss er dafür eine Unterrichtsstunde weniger geben – und hat dafür eben eine andere Aufgabe gekriegt. Der Schulleitung – zumindest am Gymnasium, die Spielräume an anderen Schularten sind kleiner – steht eine bestimmte Anzahl von Anrechnungsstunden zur Verfügung, abhängig von der Schülerzahl. Genaue Daten sind schwer zu bekommen. Diese Stunden kann sie an Lehrer verteilen. Von den Stunden sind einige verbindlich festgelegt. Die Schulleitung hat zum Beispiel feste Anrechungsstunden, so dass sie – abhängig von der …

Personalratswahlen

Dieses Jahr gibt es wieder Wahlen für den Personalrat – den Bezirkspersonalrat, vor allem aber den örtlichen Personalrat an den Schulen. Bei unserer Größe können wir fünf Personalräte wählen. Gewählt wird für fünf Jahre. Als Entlastung gibt es ab 100 Beschäftigten (nicht: Lehrern) drei Anrechnungsstunden, die die gewählten Personalräte unter sich verteilen können. Das ganze ist sehr amtlich. Ich kriege gerade wöchentlich Unterlagen über die Durchführung der Wahlen – wer kann gewählt werden, wer ist stimmberechtigt, wer muss wann mit welchem Formblatt worüber benachrichtigt werden. Glücklicherweise brauche ich die nur an den Wahlvorstand weiterzugeben, der die Wahlen an der Schule …

Gedanken eines Lehrers in den mittleren Dienstjahren

Ich muss mir angelegentlich mal Gedanken machen, ob ich Karriere machen will, oder was man statt Karriere als Beamter an der Schule halt so hat. Seit über einem Dutzend Jahren bin ich Vollzeitlehrer, bin mit meinen Fächern vertraut, bin mit Paragraphen und Verordnungen und Instanzen vertraut, kenne die Abläufe an meiner Schule, habe mit wechselndem Erfolg alle möglichen Aufgaben an der Schule erledigt und bin zur Zeit Junior-Fachbetreuer und Personalrat. Und ich habe noch zwanzig bis fünfundzwanzig Schuljahre vor mir. Das ist so das Dienstalter, in dem man sich Gedanken macht. Was fange ich in dieser Zeit an? Die eine …

In den Ferien getrieben 1: Unterrichtsverteilung anschauen

Etwas technischer heute, gerne zu überspringen. Eine Aufgabe der Personalräte ist es, einen Blick auf die Unterrichtsverteilung für das kommende Schuljahr zu werfen. Dies geschieht für den Fall, dass man Vorschläge hat, wie sich noch etwas verbessern lässt; für den Fall, dass man Bedenken vorbringen möchte; für den Fall, dass etwas übersehen wurde. Die endültige Entscheidung liegt natürlich bei der Schulleitung. Dieses Jahr habe ich mir die Verteilung besonders gründlich angeschaut, um währenddessen Notizen zu machen. Denn Ende des kommenden Schuljahres werden nämlich die Personalräte neu gewählt, und eventuellen Nachfolgern will ich Unterlagen hinterlassen können, worauf man achten muss. (Ich …