Personalausflug 2018 und Lake Wobegon, wieder einmal

Herr Rau in Wirtschaft am Tisch mit Faust an Stirn

Freitag am Vormittag brav Unterricht gemacht. Das Englischbuch der 10. Klasse hat zwar schöne Hörverstehensaufgaben, aber ein ein äußerst ungünstiges Text-Vokabel-Verhältnis: Auf eine DreiviertelSeite Buch kommen um die dreißig Lernvokabeln, da will ich uns nicht sehr schnell durch das Buch peitschen. Also bleibt viel Zeit für andere Übungen, oder weitere Hörverstehensaufgaben. Das heißt für mich: Geschichten aus Lake Wobegon. (Was das ist, steht ansatzweise in diesem Blogeintrag von 2004.) Da gibt es eine, The Living Flag, hier gerade auf Youtube zu hören: Das ist eine schöne Geschichte für Einsteiger, nur drei, vier Minuten lang: Die Bürger in Lake Wobegon beschließen, … Continue reading „Personalausflug 2018 und Lake Wobegon, wieder einmal“

Supreme Court in der Oberstufe, dann etwas Spaß mit jambischen Fünfhebern

Eigentlich sind wir in der zwölften Klasse ja gerade bei Shakespeare, ich wollte erst danach zum amerikanischen Regierungssystem und zur Tagespolitik kommen. Vielleicht falsch geplant, die midterm elections sind ja schon Anfang November. Also schob ich heute mit Erlaubnis der Schülerinnen und Schüler eine aktuelle Stunde ein, erinnerte kurz an Congress, President, Supreme Court und gegenseitig Kontrolle (so wie sie früher vielleicht auch funktionierte) und zeigte dann als, uh, Listening Comprehension die letzte Folge von Last Week Tonight with John Oliver. Darin ging es um Brett Kavanaugh, den vom Präsidenten vorgeschlagenen Richter am Obersten Gerichtshof, dem vor allem von Christine … Continue reading „Supreme Court in der Oberstufe, dann etwas Spaß mit jambischen Fünfhebern“

Feature Creep? Englisch-Schulaufgabe im Wandel der Zeiten: 1979/1980

Schulaufgabenangabe, eine Seite

Beim Stöbern in meinen alten Schulunterlagen habe ich das hier gefunden: Es handelt sich allem Anschein nach um eine Nachholschulaufgabe (Schulaufgabe: angekündigte große Leistungserhebung) im Fach Englisch, 6. Klasse. Ich vermute, dass sie für einen anderen Schüler oder eine andere Schülerin angelegt wurde, und der Rest der Klasse das Blatt als Übung erhalten hat. Denn erstens hätte ich dieses Blatt zurückgeben müssen, wenn es sich um eine echte benotete Prüfung gehandelt hätte, und zweitens sehen mir die Rotstiftanmerkungen zu sehr nach meiner eigenen Schrift aus; auch der dicke Filzstift wirkt nicht sehr lehrerhaft. (Andererseits sehe ich auch heute bei der … Continue reading „Feature Creep? Englisch-Schulaufgabe im Wandel der Zeiten: 1979/1980“

Pork Pie, selbstgemacht, erster Versuch

fertig gebackener Pork Pie

Als Jugendlicher hat mich das Wort „Pastete“ irritiert, vor allem als Übersetzung für das englische pie. Was war an einem apple pie pastetenhaft? Die Pastete, die ich kannte, war eine feinere Leberwurst, nur halt in eckig. Pasteten werden in Formen gebacken. Die können rund oder eckig sein, mit Deckel oder ohne, mit Teigmantel oder ohne. Auf Deutsch geht das mit der Pastete und der Terrine und der Königin-Pastete und der Wildpastete im Blätterteigmantel arg durcheinander, auf Englisch gibt es pie und paté und pasty, und das verstehe ich. (Obwohl es auch da noch terrine und rillettes gibt, zugegeben.) Jedenfalls würde … Continue reading „Pork Pie, selbstgemacht, erster Versuch“

Ein Spiel für die Klasse: Super-Babel

Von Robert Abbott gibt es ein altes, schmales dtv-Bändchen Kartenspiel als Kunst, in dem nicht nur das Spiel Eleusis vorgestellt wird, wenn auch in der alten Fassung (Blogeintrag dazu), sondern auch ein Spiel namens Babel, mit der Vielspielerversion Super-Babel. Babel ist ein nicht-rundenbasiertes Spiel, wie ich sie sehr schätze (Blogeintrag dazu). Super-Babel habe ich jetzt mit einer 6. und einer 10. Klasse gespielt, jeweils mit 15 Schülern und Schülerinnen – der Rest war auf Chor- und Orchesterwoche. Man müsste das aber auch gut mit einer ganzen Klasse spielen können, und wenn man das auf Englisch spielen lässt, kann man es … Continue reading „Ein Spiel für die Klasse: Super-Babel“

Angelesenes zur irischen Ort(h)ographie, soviel wie für 1 Portion reicht

Meine Irlandeindrücke der letzten Woche muss ich erst noch verarbeiten. Ein schönes und interessantes Land, über das ich fast nichts wusste, wie ich jetzt weiß – dabei hatte ich sogar eine Irland-Vergangenheit, ohne Böll, aber mit Synge und Joyce, Brendan und Domic Behan, J.P. Donleavy, James Stephens, Lord Dunsany sowieso (aber der zählt nicht, glaube ich, obwohl: Biographie und Autobiographie ebenfalls), und Lady Gregory und das Mabinogion, und eigentlich waren es doch eine Menge Bücher aus Irlands wilder Zeit. Dazu Christy Moore rauf und runter, da lernt man auch viel. Und doch. Die Wegweiser auf den Straßen sind alle zweisprachig … Continue reading „Angelesenes zur irischen Ort(h)ographie, soviel wie für 1 Portion reicht“

Wicklow Way, Tag 5 & 6: Laragh – Glenmalure – Laragh

Wald

Nach unserem Pausen-Wander-Tag in Laragh ging es weiter nach Glenmalure, um an Tag darauf – auf einer anderen Route – wieder zurück nach Laragh zu wandern. Der Wicklow Way selber geht noch ein gutes Stück weiter nach Süden, aber sechs Wandertage reichten. Wir gingen zuerst durch gepflegte Waldwege westlich von Glendalough, vorbei am Lower Lake. Der Anfang vom bergauf, wieder so etwa 400 Meter. Ein kleiner Wasserfall zwischendurch, alles noch innerhalb der parkartigen Waldlandschaft. Wir wanderten von Glendalough nach Glenmalure über den Spink, einen Bergrücken, wenn man bei 600 Meter überhaupt von Berg sprechen kann. So sah es oben auf … Continue reading „Wicklow Way, Tag 5 & 6: Laragh – Glenmalure – Laragh“

Wicklow Way, Tag 3 & 4: Lough Dan – Laragh – Glendalough

Schwalben beim Nestbau

Am Bed & Breakfast fingen die Schwalben an, Material oder einen Platz für den Nestbau zu suchen: Heute den ganzen Tag sonniges Wetter, ohne Jacke unterwegs: Lough Dan, an dem unser B&B war: Nur zur Notiz: Eukalyptus hat es auch bis hierhin geschafft: Mehrfach gesehen, dieses Schild. „Premises“ kenne ich als Wort, fast nur im Plural, für „Örtlichkeit, Grundstück“ im rechtlichen Kontext. Aber als „on a premises“? Ich tippe auf Fehler. Wegweiser am frühen Morgen. Oder mittelfrüh, wir brachen immer so um halb zehn auf, das wird hier zehn Uhr sein. Mücken gab es nicht viele, sicher keine stechenden, aber … Continue reading „Wicklow Way, Tag 3 & 4: Lough Dan – Laragh – Glendalough“

Wicklow Way, Tag 1 & 2: Dublin – Enniskerry – Lough Dan

Anfang Wicklow Way

Der südliche Teil des Cotswold Way vor zwei Jahren war unser erster Fernwanderweg; dann kam letztes Jahr die costa de la muerte in Galizien – dieses Jahr Irland. Jeweils so fünf bis sieben Tage, um die 120 Kilometer, das Gepäck lassen wir uns von Unterkunft zu Unterkunft bringen; wir sind Memmen und es ist ohnehin zuviel, da danach immer noch eine Woche Stadturlaub folgt. Die erste Etappe, von Dublin nach Eniskerry. Wetter bedeckt, aber meist trocken, zwischendurch einige Male heftiges Nieseln. Die neue Wanderjacke ist toll: Leicht, ich schwitze nicht darunter, sie hält Wind und Nässe erstaunlich fern. Wenn der … Continue reading „Wicklow Way, Tag 1 & 2: Dublin – Enniskerry – Lough Dan“

Die Wochen vor den Pfingstferien – jedes Jahr das gleiche? (Und Schafsherden, sprachlich.)

Vielleicht läuft es in manchen Jahren tatsächlich besser, in anderen Jahren schlechter; vielleicht vergesse ich auch im Lauf des Jahres immer wieder, wie anstrengend die Zeit vor den Pfingstferien ist. Aber diesmal ist es bestimmt wirklich schlimmer! Die Vorlesung läuft gut, der Unterricht auch, ich korrigiere meine Schulaufgaben rechtzeitig, halte Abitur, holte wöchentlich unsere Kartoffelkombinat-Kiste, koche fast jeden Abend, wofür ich einkaufe; dann kam noch ein schneller Podcasts dazwischen, Ukuleletreffen, Leserunde, Verwandtenbesuch. Ich organisiere einen Wettbewerb und – verflixte Sucht – programmiere an einer kleinen App herum, immer nur noch kurz ein Stückchen. All das nicht wirklich anstrengend, aber zeitlich … Continue reading „Die Wochen vor den Pfingstferien – jedes Jahr das gleiche? (Und Schafsherden, sprachlich.)“