Pork Pie, selbstgemacht, erster Versuch

fertig gebackener Pork Pie
fertig gebackener Pork Pie

Als Jugendlicher hat mich das Wort “Pastete” irritiert, vor allem als Übersetzung für das englische pie. Was war an einem apple pie pastetenhaft? Die Pastete, die ich kannte, war eine feinere Leberwurst, nur halt in eckig. Pasteten werden in Formen gebacken. Die können rund oder eckig sein, mit Deckel oder ohne, mit Teigmantel oder ohne. Auf Deutsch geht das mit der Pastete und der Terrine und der Königin-Pastete und der Wildpastete im Blätterteigmantel arg durcheinander, auf Englisch gibt es pie und paté und pasty, und das verstehe ich. (Obwohl es auch da noch terrine und rillettes gibt, zugegeben.) Jedenfalls würde …

Ein Spiel für die Klasse: Super-Babel

Von Robert Abbott gibt es ein altes, schmales dtv-Bändchen Kartenspiel als Kunst, in dem nicht nur das Spiel Eleusis vorgestellt wird, wenn auch in der alten Fassung (Blogeintrag dazu), sondern auch ein Spiel namens Babel, mit der Vielspielerversion Super-Babel. Babel ist ein nicht-rundenbasiertes Spiel, wie ich sie sehr schätze (Blogeintrag dazu). Super-Babel habe ich jetzt mit einer 6. und einer 10. Klasse gespielt, jeweils mit 15 Schülern und Schülerinnen – der Rest war auf Chor- und Orchesterwoche. Man müsste das aber auch gut mit einer ganzen Klasse spielen können, und wenn man das auf Englisch spielen lässt, kann man es …

Angelesenes zur irischen Ort(h)ographie, soviel wie für 1 Portion reicht

Meine Irlandeindrücke der letzten Woche muss ich erst noch verarbeiten. Ein schönes und interessantes Land, über das ich fast nichts wusste, wie ich jetzt weiß – dabei hatte ich sogar eine Irland-Vergangenheit, ohne Böll, aber mit Synge und Joyce, Brendan und Domic Behan, J.P. Donleavy, James Stephens, Lord Dunsany sowieso (aber der zählt nicht, glaube ich, obwohl: Biographie und Autobiographie ebenfalls), und Lady Gregory und das Mabinogion, und eigentlich waren es doch eine Menge Bücher aus Irlands wilder Zeit. Dazu Christy Moore rauf und runter, da lernt man auch viel. Und doch. Die Wegweiser auf den Straßen sind alle zweisprachig …

Wicklow Way, Tag 5 & 6: Laragh – Glenmalure – Laragh

Wald
Wald

Nach unserem Pausen-Wander-Tag in Laragh ging es weiter nach Glenmalure, um an Tag darauf – auf einer anderen Route – wieder zurück nach Laragh zu wandern. Der Wicklow Way selber geht noch ein gutes Stück weiter nach Süden, aber sechs Wandertage reichten. Wir gingen zuerst durch gepflegte Waldwege westlich von Glendalough, vorbei am Lower Lake. Der Anfang vom bergauf, wieder so etwa 400 Meter. Ein kleiner Wasserfall zwischendurch, alles noch innerhalb der parkartigen Waldlandschaft. Wir wanderten von Glendalough nach Glenmalure über den Spink, einen Bergrücken, wenn man bei 600 Meter überhaupt von Berg sprechen kann. So sah es oben auf …

Wicklow Way, Tag 3 & 4: Lough Dan – Laragh – Glendalough

Schwalben beim Nestbau
Schwalben beim Nestbau

Am Bed & Breakfast fingen die Schwalben an, Material oder einen Platz für den Nestbau zu suchen: Heute den ganzen Tag sonniges Wetter, ohne Jacke unterwegs: Lough Dan, an dem unser B&B war: Nur zur Notiz: Eukalyptus hat es auch bis hierhin geschafft: Mehrfach gesehen, dieses Schild. “Premises” kenne ich als Wort, fast nur im Plural, für “Örtlichkeit, Grundstück” im rechtlichen Kontext. Aber als “on a premises”? Ich tippe auf Fehler. Wegweiser am frühen Morgen. Oder mittelfrüh, wir brachen immer so um halb zehn auf, das wird hier zehn Uhr sein. Mücken gab es nicht viele, sicher keine stechenden, aber …

Wicklow Way, Tag 1 & 2: Dublin – Enniskerry – Lough Dan

Anfang Wicklow Way
Anfang Wicklow Way

Der südliche Teil des Cotswold Way vor zwei Jahren war unser erster Fernwanderweg; dann kam letztes Jahr die costa de la muerte in Galizien – dieses Jahr Irland. Jeweils so fünf bis sieben Tage, um die 120 Kilometer, das Gepäck lassen wir uns von Unterkunft zu Unterkunft bringen; wir sind Memmen und es ist ohnehin zuviel, da danach immer noch eine Woche Stadturlaub folgt. Die erste Etappe, von Dublin nach Eniskerry. Wetter bedeckt, aber meist trocken, zwischendurch einige Male heftiges Nieseln. Die neue Wanderjacke ist toll: Leicht, ich schwitze nicht darunter, sie hält Wind und Nässe erstaunlich fern. Wenn der …

Die Wochen vor den Pfingstferien – jedes Jahr das gleiche? (Und Schafsherden, sprachlich.)

Vielleicht läuft es in manchen Jahren tatsächlich besser, in anderen Jahren schlechter; vielleicht vergesse ich auch im Lauf des Jahres immer wieder, wie anstrengend die Zeit vor den Pfingstferien ist. Aber diesmal ist es bestimmt wirklich schlimmer! Die Vorlesung läuft gut, der Unterricht auch, ich korrigiere meine Schulaufgaben rechtzeitig, halte Abitur, holte wöchentlich unsere Kartoffelkombinat-Kiste, koche fast jeden Abend, wofür ich einkaufe; dann kam noch ein schneller Podcasts dazwischen, Ukuleletreffen, Leserunde, Verwandtenbesuch. Ich organisiere einen Wettbewerb und – verflixte Sucht – programmiere an einer kleinen App herum, immer nur noch kurz ein Stückchen. All das nicht wirklich anstrengend, aber zeitlich …

Telefonspiele in der Oberstufe

Zwei Themen behandle ich gerade im Englischunterricht der elften Klasse – erstens Indien: Vorgabe war ein englischsprachiges Land außer UK/US; ich hatte auch noch Irland angeboten, die Schüler Südafrika, Australien oder Neuseeland, aber bei der Abstimmung kam dann doch Indien heraus. Was weiß ich über Indien? Nicht viel. Salman Rushdie, Rohinton Mistry (aber da ist das meiste vergessen), Slumdog Millionaire, viel Kipling, ein Sachbuch, also nichts. Und ich lese, vielleicht meine beste Quelle, was Mademoiselle Readon auf Read on my Dear, read on. über Indien schreibt, etwa Eine Banane – ich muss mal die älteren, englischsprachigen Texte durchgehen, ob da …

Ray Bradbury, Fahrenheit 451 (2018)

Vieles an dem Buch hat sich sehr gut gehalten, manches ist erstaunlich gut extrapoliert. Zugegeben: Die Männer gehen arbeiten und die Frauen bleiben zu Hause, und als der emotional mitgenommene Guy Montag sich im Wohnzimmer erbricht, ist es seine Frau Mildred, die sofort den Wischmopp zum Saubermachen holt. Aber das betrifft kein zentrales Thema des Buchs. Anders ist es bei Folgendem: In der Welt von Fahrenheit 451 sind Bücher verboten. Das Medium Buch wird dabei keineswegs anderen Medien gegenüber als etwas prinzipiell Besseres dargestellt; Faber erklärt, dass die wichtigen Dinge, wegen derer Bücher nach und nach verboten wurden, sich genau …

Gedichterunde im Englischunterricht

In den letzten zwei Wochen habe ich in der Oberstufe ein paar Gedichte präsentiert. Erst mein üblicher Dreischritt von – im weitesten Sinn – Liebesgedichten, in denen es um die Beschreibung von Frauen geht, und um Bildersprache. Im Sonett 15 aus dem Amoretti-Zyklus von Edmund Spenser (Link zum Text) wird eine Frau gepriesen, in dem ihre Eigenschaften mit den Kostbarkeiten verglichen werden, die Händler aus Ost- udn Westindien zurückbringen – Haare wie Gold, Augen wie Saphire, Lippen wie Rubine. Die Seele der Frau ist natürlich noch besser, wird aber im Vergleich zum Rest nur kurz, wenn auch als Schlusspointe, abgehandelt. …