Wicklow Way, Tag 5 & 6: Laragh – Glenmalure – Laragh

Nach unserem Pausen-Wander-Tag in Laragh ging es weiter nach Glenmalure, um an Tag darauf – auf einer anderen Route – wieder zurück nach Laragh zu wandern. Der Wicklow Way selber geht noch ein gutes Stück weiter nach Süden, aber sechs Wandertage reichten.

Wir gingen zuerst durch gepflegte Waldwege westlich von Glendalough, vorbei am Lower Lake.

Wald

Der Anfang vom bergauf, wieder so etwa 400 Meter.

Weg im Wald

Ein kleiner Wasserfall zwischendurch, alles noch innerhalb der parkartigen Waldlandschaft.

Wasserfall

Wir wanderten von Glendalough nach Glenmalure über den Spink, einen Bergrücken, wenn man bei 600 Meter überhaupt von Berg sprechen kann. So sah es oben auf dem Spink aus. Allerlei Singvögel. Wieder ein sehr bequemer Bohlenweg:

Landschaft mit Ausblick

Frau Rau blickt nach hinten. Von dort kamen wir her:

Landschaft mit Ausblick

Frau Rau blickt nach vorne. Links der Weg, der sich den ganzen Rücken entlang zieht:

Landschaft mit Ausblick

— Tags darauf gingen wir auf einem anderen Weg zurück. Endlich Fasane! Die hatten wir die Tage zuvor schon immer wieder in den Wäldern gehört, aber nie gesehen. In der Nähe werden wohl im großen Stil Fasane für die Jagd aufgezogen (und zur Jagd freigelassen), aber manche entkommen vorher und treiben sich dann in den Wäldern herum – oder in den Gärten:

Fasan

Fasanenpaar

Danach ein mir unbekannter Singvogel. Ich habe zuerst mal bei der Nabu-Vogelbestimmseite die Farben orange, weiß und schwarz angegeben und mir die Ergebnisse angeschaut. Nichts dabei. (Auch nicht mit beige.) Also solange Google-Bildersuche nach songbird orange black white, bis etwas kam, das so aussah – „Bergfink“ sah okay aus. Via dem lateinischen Namen (Fringilla montifringilla) kam ich auf die englische Bezeichnung, brambling. Den soll es in Irland aber nur im Winter geben, sagt dieses Seite. Bei http://www.irishbirding.com/birds/web werden Sichtungen von Vögeln gesammelt, in Wicklow (und überhaupt Irland) wurde der letzte brambling am 19. April 2018 gesehen, vor über einem Monat, davor schön regelmäßig. Also doch kein Bergfink? Twitter gefragt, Antwort nach einer Minute gekriegt: Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola), englisch: European stonechat. Bei der bird sighting search zwar nur Funde für März 2018, aber hier sieht man Verbreitung in Irland und Bilder, die genau den Vogel treffen. Also, alle weitergehen, es gibt nichts zu sehen, außer einem Schwarzkehlchen:

Vogel

Auf dem Weg ein Pferd mit hinreißender Frisur:

Pferd

Das war auch auf dem Weg. Völlig harmlos. Eine stabile Konstruktion, verschraubt. Ich hab’s mal fotografiert, falls ich mal für ein Call-of-Cthulhu-Rollenspielszenario ein geheimnisvolles Zeichen im Wald brauche:

Wegzeichen

Frau Rau auf einem weiteren, sehr windigen Bergrücken.

Landschaft mit Wandernder

Und da dann wieder herunter:

Landschaft mit Ausblick

Insgesamt: Wir hatten sehr großes Glück mit dem Wetter und eine sehr schöne Landschaft. Die Bed & Breakfasts waren alle eher kleine Pensionen; beim Cotswold Way waren auch Privatwohnungen dabei. Oft waren die Unterkünfte recht weit weg vom eigentlichen Wicklow Way, so dass wir jeweils mit dem Auto abgeholt und wieder abgesetzt wurden, das war nicht so schön. Ein bisschen unbefriedigend auch die letzten Etappen hin und zurück nach Laragh – beide Strecken waren zwar mit die schönsten der Wanderung, aber dennoch ist es unelegant, sich nicht weiter auf dem Weg Richtung Süden fortzubewegen.

Ich fürchte, der Cotswold Way hat uns verdorben: Nichts schlägt das Hineinwandern in eine große Stadt – in diesem Fall Bath – am Ende eines langen Marsches. Außerdem habe ich gemerkt, dass mir Landschaft allein nicht reicht – ich will Kirchen, Pubs, Ruinen, Hügelgräber, Anwesen zwischendurch. Und da sind wieder die Cotswolds führend, das ist seit vielen hundert Jahren Kulturland, im Mittelalter reich geworden, viel dichter besiedelt als es die costa de la muerte oder Irland je war. (Viereinhalb Millionen Einwohner für die ganze Insel, vor ein paar hundert Jahren ein Maximum von acht Millionen, immer noch wenig.) Da steht an jeder Ecke irgendwas Sehenswürdiges, und die Natur dazu.

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4 Thoughts to “Wicklow Way, Tag 5 & 6: Laragh – Glenmalure – Laragh

  1. Es ist in der Tat ein Schwarzkehlchen, auch nach dem „A Field Guide to the Birds of Britain And Europe“, London 1983 (Collins). Sie Glücklicher, H. sah nie eines, egal wie viel Birdwatching angesagt war.

  2. Das geheimnisvolle Zeichen weist den Weg zu einem YMCA-Zeltlager, obwohl: im katholischen Irland vielleicht doch nicht.

  3. Ah, so etwas wird es sein mit dem Wegweiser. Das weiß dann hoffentlich kein Mitspieler, und überhaupt: Bedrohlich abdunkeln muss ich das Licht dann ja auch noch.

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