Tag der Informatiklehrer und -lehrerinnen 2019

Seit zehn Jahren oder so gehe ich jedes Jahr auf den TdI an der LMU, eine familiäre Veranstaltung inzwischen. Seit acht Jahren habe ich zum ersten Mal keinen Workshop angeboten. Unüberraschend war das so viel entspannender, und ich konnte mit zwei Workshops anschauen. Ich war in einem Workshop zu Capture the Flag. Darunter versteht man Wettbewerbe aus dem Bereich Computersicherheit; man versucht den eigenen Server zu schützen und den der anderen Teams zu hacken, indem man Schwachstellen ausnützt. In einer anderen, häufigeren Variante erfüllt man verschiedene Aufgaben aus dem Bereich der Computersicherheit, die Hartnäckigkeit und Computer-Fachwissen erfordern – SQL-Injection, Quellcode … Continue reading „Tag der Informatiklehrer und -lehrerinnen 2019“

Markow-Ketten und Textgenerierung

Ich entschuldige mich dafür, dass ich das hier schreibe, weil es dazu so viel schon im Web gibt, und ich alles, was ich dazu wissen muss, in wenigen Minuten gefunden habe. Aber mein Blog ist ja auch Archiv. Automatische Textproduktion ist wohl gerade ein Thema. Manche Leute haben Angst vor „social bots“, kleinen Programmen, die selbstständig und automatisch Nachrichten etwa bei Twitter verfassen, die klingen, als wären sie von einem Menschen geschrieben, und die zur politischen Einflussnahmen genutzt werden können. Anderswo heißt es, dass diese Angst völlig unbegründet ist, weil es solche Programme in der freien Wildbahn gar nicht gibt. … Continue reading „Markow-Ketten und Textgenerierung“

Rätselkoffer programmieren

Ich habe hier schon schon einmal das Spiel „Keep Talking and Nobody Explodes“ vorgestellt. Ein Spieler oder eine Spielerin sitzt dabei am Rechner vor einem virtuellen Bombenkoffer, den es zu entschärfen gilt, und zwar alle drei (oder mehr) Module am Koffer. Eines davon ist das Drahtdurchschneiden, das man aus Filmen kennt: Es gibt eine Reihe von farbigen Drähten, die man in bestimmter Reihenfolge durchschneiden muss. Nur welche Reihenfolge? Die anderen Spieler und Spielerinnen, und nur die, haben alle das hochkomplizierte Bombenentschärf-Handbuch vor sich liegen, sehen aber nicht den Bombenkoffer. Also muss man miteinander reden – es ist ein Dialogspiel: Wie … Continue reading „Rätselkoffer programmieren“

Runcode

Von Christoph, der das schöne Datenflussdiagramm-Werkzeug Orinoco geschrieben hat, gibt es etwas Neues: Runcode. Das ist eine Art Robot Karol mit Minecraft-Ästhetik. In einer einfachen Lernersprache (abwärtskompatibel zu Robot Karol) programmiert man eine Robotergestalt in einer 3D-Welt. Per Knopfdruck kann man Teile der Welt aber planieren; in einer flachen Welt lässt sich erst einmal leichter programmieren. Wenn man mehr mit der Welt interagieren will, kann man zwei Anweisungen verwenden, die es bei Robot Karol nicht gibt: Man kann den Würfel vor sich (unmittelbar oder schräg oben/unten) abbauen und hat dann im Inventar ein Stück des entsprechenden Rohstoffs – Erde oder … Continue reading „Runcode“

Badges in Moodle (und damit auch Mebis)

Badges in einem Moodle-Kurs

Für meine Informatik-Vorlesung an der Uni gibt es auch einen Moodlekurs mit den Vorlesungsfolien, Material und Links und so weiter. Diesmal gibt es auch Auszeichnungen (Bagdes), eine Möglichkeit, die Moodle zur Verfügung stellt: Ein Sortiment an hübsch entworfenen Bildchen, die man jeweils erhält, wenn man bestimmte Leistungen erbracht hat. Im Idealfall, denke ich, weiß man vorher, welche Auszeichnungen man erwerben kann und was man dafür tun muss. Dann kann man darauf hinarbeiten. In der Schule hieße das: Man kriegt die Auszeichnung, wenn man in Moodle/Mebis einen automatisierten Test bestanden hat, den man jederzeit ablegen kann, wenn man sich bereit dazu … Continue reading „Badges in Moodle (und damit auch Mebis)“

Turing Tumble

Schachtel von Turing Tumble

Für $80 (einschließlich Mehrwertsteuer) und $14 Porto, also etwa 80 Euro, habe ich mir – damals noch über eine Kickstarter-Vorbestellung – ein Spielzeug gekauft: Den Turing Tumble (Webseite). Der Turing Tumble ist eine murmelgetriebene Rechenmaschine, der deutlich an den Digi Comp II erinnert (Blogeintrag). Aber nicht nur ist er ein klein wenig billiger, er trägt auch in freundlichen Lettern die Aufschrift „Kann sogar mehr“ – oder er könnte sie jedenfalls tragen; tatsächlich fehlt jeglicher Hinweis auf den Vorgänger. Wie beim Digi Comp II laufen Murmeln eine Bahn herab und legen dabei kleine Schalter um. Unten angekommen, lösen sie den nächsten … Continue reading „Turing Tumble“

Avatare, Erebos, und Sommernachtstraum

Entwürfe für Zinnfiguren

In der 6. Klasse als Lektüre Erebos gelesen – dickes Buch, trotzdem schnell und leicht zu lesen; es geht um ein geheimnisvolles Fantasy-Computerspiel, bei dem die Missionen im Spiel ausgeweitet werden auf Missionen im echten Leben. (Alter Blogeintrag dazu.) Interessant ist dabei, dass ein guter Teil des Spiels – wenn wohl auch nicht die Hälfte – in der Fantasy-Spielwelt spielt. Es gibt ja in vielen Büchern eine solche Fantasy-Welt, in die es einen Menschen verschlägt – Alice im Wunderland, die Oz-Bücher, Narnia sind die reputierlichen Beispiele. Hier könnte man argumentieren, dass das Buch ja überhaupt kein Fantasy-Roman ist, die Monster … Continue reading „Avatare, Erebos, und Sommernachtstraum“

Werkzeuggebrauch in der Schule

Das Berliner Modell ist ein zumindest in Deutschland sehr bekanntes didaktisches Konzept aus den 1960er Jahren (glaube ich), mehrfach weiterentwickelt, das letztlich relativ neutral angibt, auf welche Faktoren Lehrer und Lehrerinnen beim Gestalten und Vorbereiten von Unterricht achten sollten: (Quelle: Oeclan@Wikipedia, CC-BY-SA 3.0 unported) Die Faktoren beeinflussen sich dabei gegenseitig. Das sind allerdings, denke ich, alles Entscheidungen, die die Lehrkräfte treffen – Schüler und Schülerinnen haben traditionell wenig Mitgestaltungsmöglichkeiten, was Inhalte und Methoden, Medien und Ziele betrifft. Bei den Inhalten darf manchmal die ganze Klasse mitreden („Welche Lektüre sollen wir lesen?“), bei den Zielen verstehe ich völlig, dass diese Entscheidung … Continue reading „Werkzeuggebrauch in der Schule“

Scratch-Eingabemethoden: Die Tanzmatte

Schüler auf Tanz-Eingabematte

Habe ich tatsächlich noch nie über das Ding geschrieben? Ich habe es mir vor einem guten Jahr gekauft, für dreißig Euro oder so. Das stank erst einmal sehr nach Plastik, ging aber bald vorbei; dann habe ich noch die Verbindung Kabel-Tanzmatte mit etwas Sugru (=Klebeknetmasse) verstärkt, und jetzt habe ich eine Tanzmatte. Man steckt sie via USB ein, sie funktioniert dann wie ein Gamepad mit acht Tasten. Ich habe damit ein rudimentäres Spiel entwickelt: Der Legostein bewegt sich – vorerst durch Tasten gesteuert – auf jeweils eine der acht möglichen Positionen; die Sandale wird durch die Tanzmatte gesteuert und kann … Continue reading „Scratch-Eingabemethoden: Die Tanzmatte“

ILTB 2018 – Basteln mit sozialen Netzwerken

Tasche mit MNU-Logo, Kressesamen als Verlagswerbung

So mag ich meine überregionalen Fortbildungen: Einmal ohne Umsteigen mit der U-Bahn von zu Hause aus, mit der Jahreskarte vom Münchner Verkehrsnetz. Diesmal war es der Informatiklehrertag Bayern 2018, der letztes Jahr in Passau war und nächstes Jahr Bayreuth stattfinden wird. Dieses Jahr fiel der ILTB auf die Osterferien. Denn gleichzeitig fand die – größere – Tagung des MNU statt, eines Verbandes aller mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, und in die wurde der ILTB integriert. Manche Lehrer und Lehrerinnen mag der Termin abgeschreckt haben, und ich hätte auch meine Urlaubspläne nicht geändert – aber diese Ostern bleibe ich in München, und so passte … Continue reading „ILTB 2018 – Basteln mit sozialen Netzwerken“