KI: Fast alles, was ich darüber weiß (Teil 4: Das Eleusis-Experiment)

Bevor ich zum letzten Teil komme, der an Teil 3 anschließt, hier ein kleiner Exkurs. Kann man getrost überspringen, ich habe mich aber darin verloren. Das Kartenspiel Eleusis Wenn ich schon eine KI zur Verfügung hatte, dann wollte ich sie auch mit etwas testen, das zumindest so aussieht, als würde es Intelligenz erfordern: Mir fiel das Spiel Eleusis ein (alter Blogeintrag). Gespielt wird mit mindestens zwei Sätzen herkömmlicher Spielkarten: Herz, Karo, Kreuz, Pik; Ass bis König. Die Kurzfassung: Eine Spielerin überlegt sich eine geheime Ablageregel, die anderen Spielerinnen müssen durch Versuch und Irrtum auf die Regel kommen – genauer gesagt, …

KI: Fast alles, was ich darüber weiß (Teil 3: Neuronale Netze)

Letztes Mal ging es um Neuronen und einfache Perzeptrone. Die Weiterentwicklung davon heißt künstliches neuronales Netz. Das heißt so, weil es aus nachgebauten Neuronen bestehen und an echte biologische neuronale Netze angelehnt ist, sie aber keinesfalls tatsächlich nachbaut. Wie ein neuronales Netz aufgebaut ist (der langweilige Teil) Hier ist ein einfaches neuronales Netz, das aus fünf Neuronen besteht: Es gibt links drei Eingangswerte. Das heißt, es gehen drei Zahlen in unser System hinein. Es könnten auch mehr oder weniger sein. Manchmal liest man auch “Eingangsneuronen”, obwohl diese Neuronen dann eigentlich nichts tun, außer einen Wert weiterzuleiten. Wenn man so zählte, …

KI: Fast alles, was ich darüber weiß (Teil 2: Neuronen)

Im ersten Teil ging es um allgemeine Gedanken, diesmal will ich etwas konkreter werde. Der Ausgangspunkt war der: Ein Computersystem soll lernen, Muster zu erkennen, also für uns eine Reihe von Datensätzen zu kategorisieren. Das können eine Menge als Farbwerte interpretierbare Zahlen sein, die das System als Ziffer erkennen soll: Das kann ein Punkt in einem zweidimensionalen Koordinatensystem sein, bei dem das System entscheiden soll, ob der Punkt “links oben” sein soll. Hier ist eine Darstellung von ein paar hundert solcher Punkte: Genau genommen geht es nicht um Punkte, sondern um zwei Werte, x und y, von denen der erste …

KI: Fast alles, was ich darüber weiß (Teil 1)

1. Starke und schwache KI Künstliche Intelligenz gibt es in zwei (zumindest zur Zeit) verschiedenen Ausprägungen: Starke KI und schwache KI. Starke KI ist das, was man aus der Science Fiction kennt: Intelligente Computer, die die Herrschaft über die Welt oder das Raumschiff an sich reißen möchten, mit charmantem oder fiesem Charakter, oder die sich großmütig für den Menschen opfern und früher oder später die gleichen Rechte wie Menschen zugestanden kriegen. Das soll ein Computer richtig verstehen, was um ihn und in ihm vorgeht. Darum dreht sich die öffentliche Diskussion zur Zeit gar nicht. Schwache KI ist all das, von …

Coraline: Das Spiel

Kurzfassung zur Erinnerung: Statt über die Englischlektüre Coraline von Neil Gaiman mit meiner 9. Klasse zu sprechen, programmiere ich mit der Klasse ein Textadventure dazu. Der Code ist von mir, die Beschreibungen der Räume und Objekte stammen weitgehend von den Schülern und Schülerinnen, die sich dazu aus aus dem Buch bedient haben. (Mehr Einzelheiten hier.) Das Spiel ist jetzt zwar noch nicht ganz fertig, aber ziemlich weit gediehen (mehr als 22000 Wörter) und bis zu einem oder mehreren Enden spielbar. Das hat Lust auf mehr gemacht, ich sehe auch eine das Schulbuch begleitende Möglichkeit für meine 7. Klasse, und irgendwann …

Synology-NAS in der Schule

Ich habe ja selber ein kleines NAS zu Hause (Blogeintrag). Aber so etwas gibt es auch in groß, etwa für eine ganze Schule. Das ist dann ein relativ leistungsfähiger Rechner mit großer Festplatte und geeigneter Software darauf, auf den gleichzeitig viele Benutzer über verschiedene Internetprotokolle – insbesondere https, also mit einem Browser – zugreifen können. Man könnte auch Cloud dazu sagen, es ist zumindest ein Wölkchen. Zuerst könnte das weite Teile sonstiger schulischer Infrastruktur ergänzen, später vielleicht sogar ersetzen. DiskStation Manager DSM: Das zentrale Browser-Desktop Im Browser sieht das für den angemeldeten Benutzer aus wie ein Desktop, den man aus …

Neil Gaiman, Coraline, als begehbarer Text

Coraline als Buch Ich habe vor, uh, sechzehn Jahren schon mal einen Blogeintrag dazu verfasst, und aktuell ist das die Englischlektüre in meiner 9. Klasse. (Damals eher 8.) Inzwischen gibt es auch eine Verfilmung, und ich glaube, ich lese das Buch tatsächlich zum ersten Mal mit einer Klasse. Es kommt gut an, auch mir gefällt es weiterhin gut. Die Handlung: Coraline lebt mit ihren Eltern in einer Hälfte eines älteren Hauses; es gibt eine verschlossene Tür im Wohnzimmer, hinter der aber nur Mauer ist – das Haus ist vor Zeiten mal in zwei Teile getrennt worden. Coraline verschlägt es durch …

Ausprobieren von Erklärvideos (Git und BlueJ)

Weil die Q11 bald nach den Osterferien ohnehin mit einem Programmierprojekt begonnen hätte und weil ich ihnen dazu Git vorstellen wollte, habe ich die Gelegenheit genutzt, mit Software zum Erstellen von Erklärvideos zu arbeiten. Ich mache das schon länger, wollte mich jetzt aber etwas gründlicher damit beschäftigen. Hardware Meine Hardware dazu: Eine uralte Webcam, die ich in meinem Regal gefunden habe und die gleichzeitig auch das Mikrofon darstellt. Mein Hauptrechner ist zwar ein Laptop mit Kamera (von Mitte 2013, im Herbst 2016 einmal zur Reparatur gebracht ), aber der steht unter dem Tisch, so dass ich davon nichts habe. Software …

Superrationalität, Funkersprache, CSMA/CD

Ich weiß zwar nicht, was das bedeutet, aber ich kann ja mal einen Blogeintrag darüber schreiben. Vielleicht weiß ich danach mehr. Es wird a bissele was für Nerds werden, Verzeihung. Superrationalität bei Hoftstadter Neulich, vor vier Wochen vielleicht, las ich bei Twitter einen Beitrag, ich glaube, es war eine Abstimmung. Da musste man für eine von 4 Optionen stimmen, ohne die bisherigen Stimmabgaben zu kennen, und Ziel war, eine ganz bestimmte gegebene Reihenfolge am Ende zu haben, also A B C D von mir aus. Wie soll man stimmen, wenn das das Ergebnis sein sollte, und man den aktuellen Stand …

Bombenkoffer, Erprobung

Vorgestern brachte die Entwicklerin drei Prototypen ihrer Bombenkoffer mit (Hintergründe hier) und probierte aus, wie Schülerinnen und Schüler meiner 9. und meiner 11. Klasse damit zurechtkommen. Jeder Koffer besteht aus einem Timer und einer Anzahl von ansteckbaren Modulen, die innerhalb der einstellbaren Zeit einzeln entschärft werden müssen, wobei nur eine kleine Zahl an Fehlern gemacht werden darf. Dabei haben die Spielerin oder die Spielerinnen am Koffer keinen Zugriff auf das Entschärfungshandbuch – das haben nur die anderen Spieler, die dafür die Bombe nicht sehen. Informatische (und andere) Inhalte: Flussidagramme und logische Schaltungen mit einfachen Logikgatter-Kombinationen lesen können; Morsesystem; Binärzahlen; Schiebregister; …