Die letzten Schultage

Gestern eher schöner Schultag. Jedenfalls waren die Schüler alle freundlich und gut gelaunt, und auch von anderen Klassen habe ich – zugegeben: nicht repräsentativ – gestern nur Gutes gehört. In der ersten Stunde haben meine Neuntklässler an ihrem Neuntklassskript weitergearbeitet. Das ist eine Textddatei, in der ich die wichtigsten Begriffe der Jahrgangsstufe als Überschriften angegeben habe und die Schüler wie bei einem Lexikon die Erklärungen und Beispiele darunter geschrieben haben. Das dann nach Hause mailen, vielleicht hält das länger als ein Schulheft. Länger als die Zettel im Ordner ohnehin. Nächstes Jahr hätte ich gerne Schüler, die das ganze Jahr über nur in Form einer Textdatei mitschreiben. (Bedingung: Datei muss am Ende jeder Stunde nach Hause transportiert werden.)

Dann Kaffeepause, danach 10. Klasse. Denen habe ich nur kurz und ohne viel dabei zu erklären, Bubblesort im Volkstanz gezeigt, danach Spielkarten ausgeteilt und die Schüler angewiesen, in Kleingruppen einen Sortieralgorithmus zu überlegen. Ein Algorithmus, das ist eine Vorgangsbeschreibung, die man auf einen mehr oder weniger großen Bierdeckel kritzeln kann („endlich“), die sehr präzise formuliert ist („eindeutig“) und die in jedem möglichen Fall auch ausführbar ist („ausführbar“). Außerdem, und das ist der Knackpunkt, besteht sie aus „elementaren“ Anweisungen.
Was heißt schon elementar? Darüber muss man sich verständigen. „Nimm die erste Karte“ zählt in diesem Fall als elementar. Man muss nicht detaillierter angeben: „Bewege die rechte Hand auf die erste Karte zu. Wenn du sie erreicht hast, krümme Daumen und Zeigefinger“ – diese Fähigkeit setzen wir voraus. Andererseits ist auch „Nimm die höchste Karte“ für unsere Zwecke nicht elementar, obwohl das einem Menschen durchaus so erscheinen und in Spielanleitungen für Menschen auch so stehen könnte. Aber aus Computersicht, jedenfalls solange wir auf dieser unteren Ebene denken, ist das Problem ja genau das, die größte Karte herauszufinden.
Die Schüler kamen jedenfalls alle auf korrekte Algorithmen. Zum Großteil waren die nicht kanonisch, aber sie funktionierten. Eine Gruppe hat tatsächlich aus dem Video den Bubblesort erkannt und übertragen.

Danach Freistunde, und vor der Schule stieß ich auf solche Grüppchen:

Das sah so sonnig aus, da musste ich mich dazusetzen und mitlernen. Es ging um Mathematik, den Strahlensatz: Entfernungen abschätzen mit dem Daumensprung. Besser geht das an Sommertagen zum Schuljahresende nicht.

Ein bisschen Geschimpfe über Kollegen gehört, und viel Lob über verschiedene Schüler. Auch bei den Konferenzen am Nachmittag eher Gutes.

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