Sherlock Holmes in der Mittelstufe

I had called upon my friend Sherlock Holmes upon the second morning after Christmas, with the intention of wishing him the compliments of the season. He was lounging upon the sofa in a purple dressing-gown, a pipe-rack within his reach upon the right, and a pile of crumpled morning papers, evidently newly studied, near at hand. Beside the couch was a wooden chair, and on the angle of the back hung a very seedy and disreputable hard-felt hat, much the worse for wear, and cracked in several places. A lens and a forceps lying upon the seat of the chair suggested that the hat had been suspended in this manner for the purpose of examination.

So beginnt “The Adventure of the Blue Carbuncle”, aus dem das Englischbuch meiner 8. Klasse “The Adventure of the Blue Diamond” macht; auch sonst ist die Geschichte der Jahrgangsstufe entsprechend verkürzt und vereinfacht. Auch im Original ist der Anfang dieser Geschichte recht kurz, viel weniger gemütlich, als ich die Anfänge in Erinnerung habe. Und ein kurzer Test hat gezeigt: Ja, die Holmes-Geschichten steigen fast alle in medias res ein, mit ein, zwei Zeilen Beschreibung oder gleich wörtlicher Rede. In meinem Kopf fangen die Geschichten nämlich so an:

It was in the latter days of September, and the equinoctial gales had set in with exceptional violence. All day the wind had screamed and the rain had beaten against the windows, so that even here in the heart of great, hand-made London we were forced to raise our minds for the instant from the routine of life and to recognize the presence of those great elemental forces which shriek at mankind through the bars of his civilization, like untamed beasts in a cage. As evening drew in, the storm grew higher and louder, and the wind cried and sobbed like a child in the chimney.

Aber da ist “The Five Orange Pips” tatsächlich eine Ausnahme – und es ist der dritte Absatz, nicht der unmittelbare Beginn.

Anyway: Den etwas kargen Anfang der Erzählung im Schulbuch sollten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse erweitern – da noch ein Sätzchen, da noch eine Beschreibung, Mrs Hudson begrüßen, ein bisschen mehr Licht und Geruch und Wohnung beschreiben (türkischer Pantoffel und so weiter). So ein bisschen wie die Oulipo-Technik des larding, wo man nach und nach immer wieder zusätzliche Sätze zwischen gegebene Sätze packt.

Und das ging sehr gut – vielleicht auch nur, weil die Ergebnisse vorgelesen wurden und ich die Rechtschreibung nicht sah? Die kurzen Texte waren jedenfalls sehr stimmungsvoll, würde ich glatt lesen. Außerdem übt man so die Aussprache von “Holmes” ohne das “l”, und überträgt das bitte gleich auf “Lincoln”, wo auch ohne “l”.

Ansonsten habe ich den täglichen Morgenwecker ausgestellt und das automatische abendliche Ausschalten des NAS-Systems um zwei Stunden nach hinten verlegt: Ferien.

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