Sherlock Holmes in der Mittelstufe

I had called upon my friend Sherlock Holmes upon the second morning after Christmas, with the intention of wishing him the compliments of the season. He was lounging upon the sofa in a purple dressing-gown, a pipe-rack within his reach upon the right, and a pile of crumpled morning papers, evidently newly studied, near at hand. Beside the couch was a wooden chair, and on the angle of the back hung a very seedy and disreputable hard-felt hat, much the worse for wear, and cracked in several places. A lens and a forceps lying upon the seat of the chair …

Englische Gedichte vorlesen

Auf Anregung eines Teilnehmers müssen die Schüler und Schülerinnen in meinem Kurs englische Konversation jetzt Gedichte vorlesen – lange Gedichte, und danach wenig darüber reden; oder kurze Gedichte und dafür mehr darüber reden; auch Auszüge möglich. Ich stellte eine Liste mit Gedichtsammlungen zur Verfügung, mit dem Schwerpunkt auf Gedichten, die sich zum Vortrag besonders eignen, machte anhand eines von mir ausgewählten Gedichts vor, wie ich mir das vorstellte, und seitdem verbringen wir die letzten Wochen des Schuljahres so – 20 Minuten Coronatesten, in zwei Gruppen, unter heftigem [Niesen], dann die Gedichte, zwischendrin Pause. Ich bin sehr daran interessiert, welche Gedichte …

Harold Pinter, Last to go & Phatische Sprechakte

Manchmal, wenn ich daran denke, mache ich in der Englisch-Oberstufe den Sketch “Last to go” von Harold Pinter aus dem Jahr 1959. Er ist kurz, nur zwei Seiten lang, mit zwei Personen: Ein Verkäufer hinter einer Kaffeetheke, irgendwo in London, und ein Zeitungsverkäufer, der dort seinen Tee trinkt, nachdem er die letzte Zeitung des Tages verkauft hat. Für die Schüler und Schülerinnen ist der Text erst einmal irritierend: Die beiden reden anscheinend über nichts, nicht einmal über das Wetter. Nur so: “Eben die letzte Zeitung verkauft.” “So, so, die letzte Zeitung.” “Ja, war die letzte heute.” Viele Wiederholungen, und das …

Coraline: Das Spiel

Kurzfassung zur Erinnerung: Statt über die Englischlektüre Coraline von Neil Gaiman mit meiner 9. Klasse zu sprechen, programmiere ich mit der Klasse ein Textadventure dazu. Der Code ist von mir, die Beschreibungen der Räume und Objekte stammen weitgehend von den Schülern und Schülerinnen, die sich dazu aus aus dem Buch bedient haben. (Mehr Einzelheiten hier.) Das Spiel ist jetzt zwar noch nicht ganz fertig, aber ziemlich weit gediehen (mehr als 22000 Wörter) und bis zu einem oder mehreren Enden spielbar. Das hat Lust auf mehr gemacht, ich sehe auch eine das Schulbuch begleitende Möglichkeit für meine 7. Klasse, und irgendwann …

Neil Gaiman, Coraline, als begehbarer Text

Coraline als Buch Ich habe vor, uh, sechzehn Jahren schon mal einen Blogeintrag dazu verfasst, und aktuell ist das die Englischlektüre in meiner 9. Klasse. (Damals eher 8.) Inzwischen gibt es auch eine Verfilmung, und ich glaube, ich lese das Buch tatsächlich zum ersten Mal mit einer Klasse. Es kommt gut an, auch mir gefällt es weiterhin gut. Die Handlung: Coraline lebt mit ihren Eltern in einer Hälfte eines älteren Hauses; es gibt eine verschlossene Tür im Wohnzimmer, hinter der aber nur Mauer ist – das Haus ist vor Zeiten mal in zwei Teile getrennt worden. Coraline verschlägt es durch …

Dial-a-joke – niederschwellige Hörverstehensübung

Wenn man Telefonie über Internet ausführt, und das ist bei sehr vielen Anschlüssen so, auch wenn man das vielleicht nicht einmal mehr weiß, dann kann man sich bei seinem Anbieter leicht mehrere Telefonnummern zuweisen lassen. Ich habe mindestens eine für Eltern, eine für privat, und jetzt auch eine mit einem Witz der Woche. Diese Nummer kriegten meine Englisch-Klassen. Optional: Sie schicken mir selber eine Witz-Aufnahme, die ich dann unter der Nummer einspiele, am besten täglich wechselnd. Bin noch ein bisschen skeptisch, ob sie sich trauen. Hier der Witz (übrigens aus Zadie Smith, White Teeth): Ansonsten bei Twitter: Lauter Besserwisser, furchtbar. …

Dine & Crime: P‑Seminar Krimi-Dinner

Gestern hatte ein Englisch-P-Seminar zum Krimi-Dinner geladen. Bei so einem Spiel übernehmen die Gäste verschiedene Rollen, wie man sie aus alten Krimis kennt. Am Schluss wird einer als Täter oder Täterin entlarvt. Dazwischen geht es im besten Fall hochdramatisch zu, und man kriegt etwas zu essen. In der Aula waren zwei große Tische aufgebaut, aus der Mensa geholt. Angenehme Beleuchtung, Tischdecken, Platzkarten. Jeder Tisch bekam die gleiche Geschichte und die gleichen Rollen und spielte für sich; die Trennwand dazwischen sorgte dafür, dass zumindest unser Tisch fast nichts vom Nachbartisch mitbekam. Der allerdings, so hieß es danach, musste gelegentlich innehalten, weil …

Aufbaukurs Sprachwissenschaft, 2. Semester, 1989 (mit etwas Computerlinguistik)

Beim Wühlen gefunden: Unterlagen aus dem 2. Semester in Augsburg, damals, Anglistikstudium. Ich hatte in Erinnerung, dass die meisten Veranstaltungen in englischer Sprache stattfanden, eine Besonderheit und Augsburger Spezialität damals. Diese war anscheinend auf Deutsch. Hier das Programm für das Semester – ein Einführungstermin und danach 11 weitere, denke ich, an jedem der letzteren mehrere Referate von Studenten und Studentinnen. Ich weiß noch, dass wir explizit gehalten waren, nicht mehr als 5 Minuten für die Referate zu verwenden, und nur einen groben Übeblick zu geben – ob das didaktische Gründe hatte oder ob eben so viele Referate untergebracht werden mussten, …

Reflexivpronomen, Englisch 7. Klasse

Natürlich fürs bessere Merken auch so: “Ich fühle mich gut” geht im Englischen aber ohne Reflexivpronomen, wie überhaupt viele deutsche reflexive Verben englische Entsprechungen haben, die eben nicht reflexiv sind. Wir merken uns: Das hier habe ich meinen Schülern und Schülerinnen nicht gezeigt, weil, uh. Lieder für später mal: I can see clearly now I feel pretty

Personalausflug 2018 und Lake Wobegon, wieder einmal

Herr Rau in Wirtschaft am Tisch mit Faust an Stirn
Herr Rau in Wirtschaft am Tisch mit Faust an Stirn

Freitag am Vormittag brav Unterricht gemacht. Das Englischbuch der 10. Klasse hat zwar schöne Hörverstehensaufgaben, aber ein ein äußerst ungünstiges Text-Vokabel-Verhältnis: Auf eine DreiviertelSeite Buch kommen um die dreißig Lernvokabeln, da will ich uns nicht sehr schnell durch das Buch peitschen. Also bleibt viel Zeit für andere Übungen, oder weitere Hörverstehensaufgaben. Das heißt für mich: Geschichten aus Lake Wobegon. (Was das ist, steht ansatzweise in diesem Blogeintrag von 2004.) Da gibt es eine, The Living Flag, hier gerade auf Youtube zu hören: Das ist eine schöne Geschichte für Einsteiger, nur drei, vier Minuten lang: Die Bürger in Lake Wobegon beschließen, …