Lebenszeichen: Griechische Sagen, Who’s on First, Oscar Wilde, schnell mal das meiste notiert, was los war

Ich schmettere derzeit jedem Kollegen, der über zuviel Vertretung oder fehlendes Wissen bei den Schülerinnen und Schülern klagt, ein frohes: „Schule muss mehr sein als Unterricht!“ entgegen. Meine Hoffnung, dass die Kollegen dabei einen Zusammenhang herstellen (oder mir wenigstens widersprechen), wurde bisher noch nicht durch eine eindeutige Reaktion als eine begründete bestätigt. Das mit dem „mehr als Unterricht“ höre ich etwas zu oft im Moment. *** Griechische Sagen: Kommen sehr gut bei der 6. Klasse an, aber die wollen wirklich sehr viel wissen, da reicht mein sehr solides Halbwissen nicht ganz aus. Hier meine Diagramme dazu: Aber natürlich fehlt immer … Continue reading "Lebenszeichen: Griechische Sagen, Who’s on First, Oscar Wilde, schnell mal das meiste notiert, was los war"

Euromyths, Offline-Kommunikationssystem, Bilder von oben, Schulmöbel (Schulwoche)

Für den Englischunterricht, Q11: Alle Schüler und Schülerinnen kriegen einen Buchstaben A-Z zugewiesen und suchen sich aus dieser Liste von Europa-Mythen aus der britischen Presse eines aus und präsentieren das den Mitschülern: http://blogs.ec.europa.eu/ECintheUK/euromyths-a-z-index/ Meine Favoriten: Erstens P wie „Pets, dead“: Haustiere müssen laut einer Europa-Regelung vor der Beerdigung in einem pressure cooker gekocht werden. (Stimmt nicht: Es gab vergleichbare Regelungen für BSE-Fälle.) Zweitens R wie „Recycling“: Laut einem EU-Gesetz müssen Frauen ihr gebrauchtes Sexspielzeug zum Recyclen abgeben bevor sie neues kaufen können. (Stimmt nicht. Aber man kann laut EU Elektrogeräte natürlich beim Verkäufer zur Entsorgung abgeben.) Stand alles so in … Continue reading "Euromyths, Offline-Kommunikationssystem, Bilder von oben, Schulmöbel (Schulwoche)"

Kontextualisierungen

Im Englischunterricht soll gerade brav alles kontextualisiert werden. Das führt zu – bewusst albernen? – Aufgabenstellungen wie im letzten Abitur: Describe the way a conflict with far-reaching consequences is dealt with in a literary work by an English-speaking author. Write a review for an English edition of your school magazine. Damit es ja einen Kontext für die Aufgabe gibt, muss man für die englische Ausgabe der Schülerzeitung schreiben. Das ist immer der Standardkontext; ich musste mal in einem Arbeitskreis ähnliche Aufgaben stellen, und schon da lief auch alles immer auf Schülerzeitungen heraus. Alternativ könnte man doch Vokabeln so abfragen: Du … Continue reading "Kontextualisierungen"

Bundeskanzlerin werden

Am Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels nehmen viele Schulen teil, auch wir machen das regelmäßig. (Schon oft darüber gebloggt, wie über alles.) Dabei ermitteln wir für jede 6. Klasse einen Klassensieger oder eine Siegerin, und alle diese lesen dann in der Aula gemeinsam vor den versammelten 6. Klassen vor, um einen Schulsieger zu ermitteln – und danach geht es weiter zum Landkreiswettbewerb und so weiter. Manche Schülerinnen und Schüler haben nichts gegen den Wettbewerb, aber scheuen es, eventuell in der Aula vor größerem Publikum lesen zu müssen. Das verstehe ich völlig. Aber sie sollen ja auch vorlesen lernen, und sie sollen … Continue reading "Bundeskanzlerin werden"

The Good Old Days

Ich bin ja gerade in England und habe fünf volle Tage schönsten Wanderns in den Cotswolds hinter mir. Zuerst wollte ich regelmäßig davon bloggen, aber das machte Frau Rau viel besser als ich; und ich hatte mehr Vergnügen daran, abends dazusitzen, aus den Fenstern zu schauen, zu lesen – keinesfalls erschöpft, aber ein bisschen überwältigt. Einen bebilderten Blogeintrag dazu hole ich nach, wenn ich wieder in Deutschland bin. (Danach beginnt gleich die Kolloquiumswoche; einen Großteil der Abiturkorrekturen habe ich mit ziemlichem Aufwand vorher korrigieren können, aber ein bisschen was steht noch aus.) Beim abendlichen Fernsehen hier entdeckte ich eine Sendung, … Continue reading "The Good Old Days"

Kickstarter: Englisch-Lektüren

Charlotte Dincher, eine bloggende Englischlehrerin, ist unzufrieden mit den vorhanden Lektüren zumindest für den Anfangsunterricht und will selber welche schreiben. Dazu hat sie ein Kickstarter-Projekt „LehrerLieblingsLektüre“ ins Leben gerufen. Kickstarter: Da kann man Projekte vor oder am Anfang der Entwicklung unterstützen, indem man sich finanziell beteiligt. Scheitert das Projekt, krieg man sein Geld zurück, gelingt es, kriegt man die zuvor versprochenen Goodies – meist um so mehr, je mehr man mitfinanziert hat. Auf der Kickstarter-Seite kann man sich von einer von Charlottes zwei Lektüren das erste Kapitel herunterladen: Text, Vokabelfußnoten, Fragen zum Text, Lehrermaterial (einschließlich Lückentest). Anders als Charlotte habe … Continue reading "Kickstarter: Englisch-Lektüren"

Bilingualer Sachfachunterricht Informatik

Bis Weihnachten unterrichte ich das Fach Informatik in meiner aktuellen 10. Klasse auf Englisch. Das Konzept dahinter heißt „Bilingualer Sachfachunterricht“ und klingt nur ein bisschen nach Lachundsachgeschichten, wird aber tatsächlich vom bayerischen Kultusmi­nisterium wie auch von der Kultusministerkonferenz gefördert. Vom ISB (dem pädagogischen Arm – oder Fuß, oder welcher Körperteil auch immer, da gibt es verschiedene Ansichten – des Kultusministeriums) gibt es eine eigene Webseite dazu: http://www.bayern-bilingual.de/, und hier gibt es 140 Seiten von der KMK (pdf). Auf Englisch heißt das „Content and language integrated learning“ (CLIL), keine geringere Mundvoll. Der Gedanke dahinter: Die Inhalte des Sachfachs stehen im Vordergrund, … Continue reading "Bilingualer Sachfachunterricht Informatik"

Male and Female Vocabulary

Bei Slate wird von einer Studie berichtet, bei der untersucht wurde, welche Vokabeln es gibt, die eher von Männer gekannt werden oder eher von Frauen. Bei den Top Ten der Wörter, die Männer deutlich wahrscheinlicher kennen als Frauen, kenne ich alle. Pfft, was ein Claymore ist, weiß ich seit frühen Rollenspieltagen, Kevlar kennt jeder Computerspieler, den Rest auch. Bei den zehn Wörtern, die deutlich mehr Frauen kennen als Männer, kannte ich tatsächlich nur sieben. (Nicht gekannt: ein Hormon, eine Pflanze, eine Basteltechnik. „Taupe“ kannte ich allerdings.)

Gemma Elwin Harris (Hrsg.), Big Questions from Little People

Dieses Buch entstand als Benefizprojekt für die englische NSPCC (National Society for the Prevention of Cruelty to Children). An zehn englischen Grundschulen – Alter der Kinder: 4 bis 12 – wurden Fragen eingesammelt, auf die die Kinder gerne eine Antwort gehabt hätten. Diese Fragen gingen dann an Experten, was sich so ziemlich alles vom Wissenschaftler bis zur Fernsehbekanntheit sein konnte. Die versuchten die Frage kurz und verständlich zu beantworten. Darunter sind namhafte Leute: Noam Chomsky, Richard Dawkins, David Crystal, David Attenborough, Philip Pullman, Simon Singh, Rupert Sheldrake. Die Fragen sind eine bunte Mischung. „Warum ist Pipi gelb? Warum ist Blut … Continue reading "Gemma Elwin Harris (Hrsg.), Big Questions from Little People"

Stand by Me, Jahrzehnte danach

Different Seasons ist eine 1982 erschienene Sammlung von vier langen Kurzgeschichten – oder Kurzromanen? – von Stephen King. „Novella“ heißt diese Länge auf Englisch, und das Terminologieproblem ist noch das geringste bei Texten dieser Länge: Sie lassen sich einzeln auch schlecht verkaufen. King gelang das nur, indem er vier davon zusammenpackte. Die erste wurde als Shawshank Redemption verfilmt, die zweite als Apt Pupil, für die vierte ist ein Film in Produktion. (Eine Geschichte um einen geheimnisvollen Club und eine geheimnisvolle Bibliothek, ganz klassisch und weniger ernst gemeint als die anderen Geschichten. Kann ich mir als Film schwer vorstellen.) Und die … Continue reading "Stand by Me, Jahrzehnte danach"