Geht noch mehr Ad-Blocken an Schulen? Und: Linux auf dem Dienstgerät

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Ad-Blocker zuhause

Zuhause habe ich in meinem Firefox einen Ad-Blocker als Erweiterung, eigentlich sogar zwei: Adblock Plus und uBlock Origin. Die sind schon so lange darauf, dass ich nicht mehr weiß, warum es zwei sind, und ob ich zwei brauche, und welcher besser ist. Sie wirken sich so aus, dass ich keine Werbung sehe – nicht bei Youtube, nicht auf Zeitungsseiten, nirgendwo. Das glaube ich jedenfalls; allerdings geschieht das Nicht-Wahrnehmen von Werbung wohl nicht nur bei mir so automatisch, dass ich vielleicht gelegentlich doch etwas sehe, abe rnicht wahrnehme.

Ein Ad-Blocker im Browser funktioniert so, dass er von bestimmten Adressen (die auf einer Blacklist stehen) kein Material ausliefert, insbesondere dann eben keine Werbeanzeigen.

Das ganze kann man auch für das gesamte LAN/WLAN zuhause haben, und nicht für den einen Browser an dem einen Rechner. Das geht über einen Proxy. Ein Proxy ist ein kleiner Rechner, der zwischen dem Internet und dem eigenen Arbeitsrechner steckt, so wie der Router zuhause so ein kleiner Rechner ist. Und der Proxy hat dann eben auch so eine Sperrliste und fängt alles Material ab, das von Adressen auf dieser Sperrliste kommt. Alle, die diesen Proxy für die Verbindung zum Internet verwenden, kommen dann in den Genuß dieser Filter-Leistung.

Auch so etwas hatte ich schon zuhause, der Proxy-Rechner war ein kleiner Raspberry Pi, auf dem die Filtersoftware lief.

Ist das legal? Aber ja, natürlich. Funktioniert das? Aber sowas von! Gibt es Probleme? Zwei kleinere fallen mir ein: Erstens lassen diese Adblocker-Erweiterungen, oder manche davon, Werbung von bestimmten Adressen doch durch, und lassen sich das bezahlen. Zumindest las ich das vor Jahren. Allgemein: Wer stellt diese Sperrlisten auf? Zweitens stößt man gelegentlich auf Webseiten, die einem sagen: „Oh! Sie scheinen einen Adblocker installiert zu haben. Machen Sie für uns eine Ausnahme, sonst kriegen Sie nichts zu sehen.“ Die richtige Antwort darauf ist: „Danke, ich weiß, das habe ich absichtlich gemacht. Dann halt nicht, auf Wiedersehen.“

Ad-Blocker an der Schule

Manche Schulen haben das wohl nicht, und vor allem: Die Dienstgeräte oft nicht. Zumindest an den Münchner Schulen ist aber in Firefox uBlockOrigin installiert. (Edge kriegt nichts.) Noch schöner wäre es natürlich, wenn der Proxy, der unerwünschte Webseiten sperrt, auch gleich Werbung aussperren würde, so wie das Pi-Hole ja auch tut.

Linux auf dem Dienstgerät

Nach viel Bitten und Flehen habe ich jetzt Linux Mint auf meinem Dienst-Klapprechner:

Das ging mit viel Nachfragen und ist eine Ausnahme und vielleicht gar nicht erlaubt. Aber ich finde, meine Schüler und Schülerinnen müssen auch einmal sehen, dass es etwas anderes gibt als Windows oder MacOS.

Kamera und Stift unktionieren. Man stelle sich nur einmal vor, die SuS hätten so ein Gerät statt eines Tablets: Was die alles lernen würden!

Propaganda und die Jugend

Ich erwähne es nur mal: Gestern kam mir ein kurzer Video in die Timeline, in dem anschaulich erklärt wurde, warum der Kalte Krieg eine Propaganda-Erfindung war und die USA eigentlich nur aus kapitalistischen Gründen gegen den Kommunismus waren. Auch wenn manches daran wahr war, störte mich die einseitige Darstellungen.

Heute kamen mir im Gespräch mit Schüler:innen – ich begrüße es sehr, dass die sich für Kapitalismus und Sozialismus interessien – sehr vergleichbare Ansichten unter. Kritik an den USA, an der historischen Politik der USA, an der gegenwärtigen: Unbedingt! Aber mir schwang ein wenig zu viel DDR- und Sowjetunion-Verklärung mit. Hier wird mitgelesen, da reden wir in der Schule gerne weiter darüber, es täte mich nur interessieren, ob es an anderen Schulen auch solche Erfahrungen gibt.


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Kommentare

6 Kommentare zu „Geht noch mehr Ad-Blocken an Schulen? Und: Linux auf dem Dienstgerät“

  1. Katrin

    Ich erlebe auch eine große Sympathie mit dem Kommunismus unter den älteren Schüler:innen. Aufhänger für die Gespräche war das Semesterthema in Geschichte „Die russischen Revolutionen“. Einige der Schüler:innen sind wohl der Meinung, dass das ganze System, der Kapitalismus, „unsere“ Demokratie und Politiker total versagt hätten und sie als Jugendliche und kommende Erwachsene jetzt darunter zu leiden hätten. Es müsse jetzt erstmal alles „kaputt“ gehen und dann würden sie ihre Vorstellung von Demokratie / Sozialismus aufbauen. Es mischen sich berechtigte Kritikpunkte mit einer nicht nachzuvollziehenden generellen Demokratieskepsis und Wünschen nach Sozialismus. Hinweise auf die totalitäre und völlig antidemokratische Entwicklung aller sozialistischen Systeme werden klein geredet. Das sei nur nicht richtig gemacht worden.

  2. Norman

    Hm, was würden die Schüler*innen da lernen?

  3. Auf dem Android-Smartphone (von Samsung) habe ich unter Einstellungen > Verbindung > Weitere Verbindungseinstellungen als Privates DNS dnsforge.de eingestellt. Sie bieten verschiedene Filterstufen an: https://dnsforge.de/
    Ich probiere das gleich auch mal am Windows-PC aus.

  4. @Katrin: Leider noch keine weiteren Gespräche, ich bleibe gespannt.

    @Julius: Danke für die Erinnerung, ich habe das mal in den Router gegeben und schaue, wie sie sich das – insbesondere auf anderen Geräten als meinem Hauptrechner, etwa dem Diensttablet – auswirkt.

  5. Marc

    Hallo,

    Als jemand der sich schon seit vielen Jahren damit befasst muss ich hier zumindest einmal meinen Senf dazugeben :)

    1) zwei Adblocker installiert zu haben bietet keinerlei Vorteile. Im Gegenteil, es kann sogar zu Problemen führen, da diese sich gegenseitig in doe Quere kommen können
    2) Adblock Plus (und viele andere von derselben Firma) verfolgen leider ein unschönes Geschäftsmodell namens „Acceptable Ads“, bei dem einige Werbung gegen Geldzahlung durchgelassen wird
    2a) die durchgelassene Werbung wird natürlich direkt von ublock Origin geblockt werden

    Fazit: am besten nur uBlock Origin verwenden. Blockt alles, lässt nix durch und hat kein Geschäftsmodell. Ist zusätzlich auch noch der effizienteste von allen.

    LG
    Marc

  6. Danke für die Ergänzung, ich probiere das aus!

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