Balls II

Eine vielgeliebte Einrichtung des nordamerikanischen Kontinents sind Roadside Attractions. Es gibt dort so viele leere Landstraßenkilometer und so wenig Geschichte, dass sich entlang der Straßen die Kuriositäten breit machen: George Washington schlief hier; Alligatorenfarmen; das Tupperware-Museum; ein Felsen, der aussieht wie ein großes Kaninchen; oder eben auch das größte Garnknäuel in Minnesota, vielleicht sogar der Welt:

twinelg

Weird Al Yankovic hat diesem Knäuel eine großartige Hymne gewidmet. Hier gibt es den Text, reinhören kann man bei Amazon.de.

Garrison Keillor hat in den Geschichten aus Lake Wobegon, zu denen ich dringend bald etwas schreiben muss hier etwas geschrieben habe, eine Geschichte über The Biggest Pile of Burlap Bags in Minnesota – den größten Haufen an Leinensäcken in Minnesota. Wie der Haufen zu wachsen beginnt, aus reiner Faulheit des Besitzers. Und wie dann sein Schwiegersohn, ein rechter Spötter, eine Webseite dazu einrichtet. Diese Webseite wird immer populärer, und der Haufen wächst, und Touristen kommen vorbei, und der Berg an Säcken gewinnt spirituelle Bedeutung und ändert das Leben der vorbeikommenden Touristen. Und sei es nur, dass der Anblick solchen enormer Massen einen übergewichtigen Trucker tröstet. Nicht jede Stadt kann den größten Berg und den tiefsten Canyon haben, aber irgendein Höchstes oder Größtes ist immer drin. Das erklärt diese Attraktionen vielleicht.

Der Route 40 kann man quer durch Amerika folgen und dabei an vielen Attraktionen vorbeikommen:

roadside_map

Balls I

gobstoppers

Eine interessante englische Süßigkeit sind gobstoppers: Schicht um Schicht von verschiedenfarbigen Zuckerschichten aufeinander. Welche Poesie steckt in der Benennung der Teile: Maulstopfer! Die amerikanische Variante davon heißt jawbreaker – auch nicht schlecht.
Wie man sieht, gibt es sie in verschiedenen Größen. Ich habe sie bislang nur einmal im Unterricht eingesetzt.

Orangenmarmelade 2004 (Das Rezept)

Man nehme:

2 lb Seville oranges (900g Pomeranzen/Bitterorangen)
4 pints water (2 1/4 Liter Wasser)
1 lemon
4 lb granulated sugar, warmed (1,8 kg Zucker)

Pomeranzen sehen aus wie nicht übermäßig schöne Orangen. Sie sind tatsächlich ziemlich bitter, und es gibt sie bei uns auf Märkten und in wenigen großen Kaufhäusern im Januar und Februar.

Orangenmarmelade ist sehr englisch und sehr lecker. Zur Not kann man die Marmelade sicher auch mit normalen Orangen machen: Aber die Bitterkeit der Pomeranzen passt besser zum vielen Zucker in der Marmelade.

Zuerst überlegt man sich, ob man das Rezept nicht mit der halben Menge an Orangen ausprobieren möchte. Für den Anfang vielleicht nicht schlecht. Dann füllt man einen großen Topf, größer als man denkt, mit dem Wasser. Die Pomeranzen werden halbiert und ausgepresst, die Zitrone ebenso, der Saft kommt gleich zum Wasser. Alle Kerne und alle Schalenreste und allen Glibber aufheben!

Die Pomeranzenschalen werden in feine oder ganz feine Streifen geschnitten, die kommen dann auch ins Wasser.

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Wieder gilt: Alle Kerne, und besonders das weiße Zeug unter der Schale aufheben. Dieses Zeug enthält besonders viel Pektin, und Pektin ist es, was die Masse später zum Gelieren bringt. (Gelierzucker ist normaler Zucker, der mit zusätzlichem Pektin versetzt ist. Das ist ein bisschen gemogelt.)
Nun packt man allen übrigen Glibber in ein Mullnetz (oder Mulltuch, das man oben zubindet). Das Mulltuch hängt man dann in das Wasser mit den Schalenstreifen, und kocht das ganze zwei Stunden lang weich. Kein Deckel, und nur sanft köcheln lassen. Da braucht man nicht unbedingt zuschauen, da geht nichts schief.

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Nach zwei Stunden, wenn die Schalenstückchen weich sind, nimmt man das Mulltuch aus dem Topf und legt es beiseite, damit der Inhalt abkühlt. Jetzt wird’s ein bisschen kniffliger. In den Topf kommt langsam der ganze Zucker, dann umrühren, bis sich alle Zuckerkristalle aufgelöst haben. Das ist wichtig! Dann dreht man die Temperatur schön hoch und quetscht den Inhalt des Mulltuchs in den Topf. Oder, wenn man vorsichtiger ist, quetscht man den Inhalt des Mulltuchs erst einmal auf einen Teller. Da ist nämlich ganz, ganz viel Glibber drin. Und der macht die Hände ganz glibberig. Und au! au! au! heiß ist das ganze Zeug auch noch. Wer’s mag, kann das Mulltuch ja auch zwischen zwei Tellern auspressen, bei mir hat’s nicht geklappt.

Nachtrag 1, aus Kommentar unten: Viel einfacher ist es, den Inhalt in ein Metallsieb zu geben und den Glibber durchzudrücken.

Nachtrag 2: Ich stelle den Glibberbeutel inzwischen kurz auf den Balkon; wenn er dann einigermaßen  heruntergeühlt ist, quetsche ich ihn in Ruhe aus.

Die Hauptsache ist, dass soviel wie möglich von dem Glibber in den Topf mit dem aufgelösten Zucker kommt, dass dann gut umgerührt wird, und die Masse richtig schön heiß köchelt. Das geht mindestens 15 Minuten so, und während der Zeit sollte man schon ein Auge darauf haben: Besonders zum Schluss hin kann es schnell geschehen, dass die Schalenstückchen mit dem Zucker am Boden anbrennen und karamelisieren. Das gibt eine viel dunklere Farbe, und schmeckt ein bisschen knusprig, ist aber auch keine Katastrophe.

Mit etwas Glück ist die Marmelade jetzt schon fertig. Um sicher zu sein, dass das Pektin die Masse schon geliert hat, lässt man ein bisschen davon auf eine Untertasse aus dem Eisfach fallen: Das kühlt dann schnell ab und man sieht, ob die Masse schon Marmeladenkonsistenz hat. Falls nicht, einfach nochmal zehn Minuten köcheln, und notfalls dann immer noch zehn. Ich war mir nie sicher, ob die Masse fest genug war; sie war es immer. (Nachtrag: Felicity Cloake schreibt in ihrem Rezept, die Flüssigkeit soll 105° C haben.)

Dann nimmt man den Topf von der Herdplatte und lässt ihn 20 Minuten abkühlen. Währenddessen bereitet man die Gläser vor (ausspülen, trocknen, im Ofen anwärmen). Einfüllen, zumachen, fertig. Sehr lecker.

Nachtrag: Der besonnene Hausmann empfiehlt, die Gläser 10 Minuten bei 120 °C zu sterilisieren. Gab bei mir auch ohne nie Schimmel, wird aber nicht schaden.

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Links fein geschnitten, rechts grober und etwas angebrannt.

Das Rezept habe ich aus Delia Smith’s Complete Cookery Guide. Das ist die Generation vor Jamie Oliver. Ich habe schon viel daraus gemacht und kann das Buch nur empfehlen.

Burma Shave

burmashave

Das erste Mal bin ich wohl in einem Johnny-Hart-Cartoon darauf gestoßen („Neander aus dem Tal“ / „B.C.“). Dort rollt einer den Berg hinunter und liest nacheinander die Schilder: „Kurve scharf / Abfahrt wild / Schauf auf die Straße / Nicht aufs Schild“. So etwas merke ich mir, ich weiß auch nicht warum.

Dann kamen mir immer wieder mal Hinweise auf „Burma Shave“ unter, nicht zuletzt etwa bei dem gleichnamigen Lied von Tom Waits. Oder bei Thomas Pynchon, Gravity’s Rainbow, S. 65 meiner Ausgabe (ich hab’s nie zu Ende gelesen, aber wohl immerhin mal bis dorthin geschafft).
Das war Jahre, bevor ich wusste, wie man ein Lexikon bedient. Das Internet war damals noch gar nicht gefunden.

Jetzt weiß ich’s endlich, nicht zuletzt dank Frank Rowsome, Jr., The Verse By the Side of the Road: Reklame für rasierpinselfreien Rasierschaum von 1927 bis 1963. Die Firma Burma Shave stellte entlang der reichlichen und damals noch weniger befahrenen Landstraßen der USA Schilder auf, rot mit weißer Schrift. Meist jeweils sechs Schilder mit je einer Zeile eines Gedichts; die letzte Zeile war dabei immer „Burma Shave“. Versmaß, Reim, Tonfall und typische Themen kann man den folgenden Beispielen entnehmen:

Frauen

His cheek
Was rough
His chick vamoosed
And now she won’t
Come home to roost
Burma-Shave

If your peach
Keeps out
Of reach
Better practice
What we preach
Burma-Shave

To kiss
A mug
That’s like a cactus
Takes more nerve
Than it does practice
Burma-Shave

Verkehrssicherheit

On curves ahead
Remember, sonny
That rabbit’s foot
Didn’t save
The bunny
Burma-Shave

Violets are blue
Roses are pink
On graves
Of those
Who drive and drink
Burma-Shave

Frauen und Verkehrssicherheit

The place to pass
On curves
You know
Is only at
A beauty show
Burma-Shave

Hygiene

His brush is gone
So what’ll we do
Said Mike Robe I
To Mike Robe II
Burma-Shave

My job is
Keeping faces clean
And nobody knows
De stubble
I’ve seen
Burma-Shave

Süß.

Englisch 5. Klasse

Angemalte Seite aus Schulbuch

learning_english

Das habe ich gefunden, als ich neulich in meinem alten Learning English A1 (Stuttgart: Klett 1976) blätterte. Das war mein Englischbuch in der 5. Klasse; ich hatte eine eigene Ausgabe davon und anscheinend reichlich Zeit während des Unterrichts. Oder war das zu Hause?

Kenner von Superhelden-Comics können die Charaktere identifizieren. Ich bring noch fast alle zusammen: Nur mit der Kuh weiß ich nichts mehr anzufangen. Zu pig ist mir wohl nichts eingefallen.

Nachtrag: Die Kuh ist vielleicht Ant-Man.