Symposium 2

Ich sitze im ICE von Bonn nach München und tippe auf meinem neuen Notebook. Veröffentlichen kann ich den Text von hier aus aber noch nicht; jedenfalls nicht ohne den umständlichen Umweg über das Handy. Das ist schade: In Birlinghoven hatte ich mich nämlich schon daran gewöhnt, jederzeit mein Notebook aufklappen zu können und im Internet zu sein.

Ich war auf einem Symposium zu neuen Medien in der Schule, Gastgeber war das Fraunhofer Institut für angewandte Informationstechnik. Teilnehmer waren Lehrer, Didaktiker, Mitglieder verschiedener Bildungseinrichtungen. Vorgesehen waren unter anderem auch Workshops zu Podcasts, Blogs und Wikis. Und als jemand, der praktische Erfahrungen mit Blogs in der Schule hatte, war ich als Workshop-Leiter eingeladen worden. Ich hatte viel Material vorbereitet, auf Papier, CD und im Internet, gutes Material. Tatsächlich hatten wir dann nur wenig Zeit und Teilnehmer für den Workshop, so dass wir die drei Workshops in einen packten. Soviel Material hätte ich gar nicht in der Hinterhand haben müssen, aber es war gut, dass ich auf alles vorbereitet war.
Über Wikis habe ich am Workshop nicht viel Neues erfahren – aber ich war auch am Vortag fünf Stunden mit Elisabeth Bauer im Zug gesessen, der Pressesprecherin von Wikipedia und Leiterin des Wiki-Workshops. Da konnten wir uns gegenseitig gründlich ausfragen und mussten weder auf mitgebrachte Notebooks noch Bücher ausweichen. Das war hochinteressant, vor allem die Organisation und Aufgabenverteilung in diesem merkwürdigen Wikipedia-Staatswesen.
Über Podcasts hat Thomas Wanhoff von Wanhoffs Wunderbarer Welt der Wissenschaft referiert. Ich will das jetzt auch mal mit Schülern machen; gemerkt habe ich mir vor allem, dass es nicht auf die Technik ankommt, sondern auf den Inhalt. Hauptsache, man fängt einmal an. Nach und nach kann man die Technik dann ja verbessern.

Das Symposium fand statt im Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik, und zwar auf Schloss Birlinghoven. Hmmm, Schloss. Wir gingen vom Hotel im Städtchen zu Fuß aus dorthin, eine halbe Stunde Morgenspaziergang zum Aufwachen. Zuerst waren wir enttäuscht, da das Forschungszentrum tatsächlich eben so aussah, wie man sich ein Forschungszentrum vorstellt, auf einer Anhöhe, Wald drumrum, Pförtner, Schranken, Parkplätze, zweckmäßige Gebäude. Aber nach zwei Ecken stand da tatsächlich ein trutziges Schlösschen; innendrin Ölbilder und Häppchen, drumrum Technik – Beamer, ein Smartboard, Notebooks und vor allem ein offenes WLAN. So war jeder jederzeit im Internet. (Überhaupt, offene WLANs: Warum soll man eigentlich nicht die Nachbarn mitsurfen lassen, oder Passanten, die mal kurz ins Internet wollen?) Da war das Internet mal wieder wirklich praktisch: Da ich immer mehr Material dort liegen habe und nicht nur auf meinem Rechner, kann ich auch von überall einfach darauf zugreifen.

Einen Leser habe ich übrigens auch getroffen. nach diesen Fotos geht es dann wieder in den Alltag zu den Schulaufgaben, die noch auf dem Schreibtisch liegen:

One thought to “Symposium 2”

  1. > Warum soll man eigentlich nicht die
    > Nachbarn mitsurfen lassen,
    > oder Passanten, die mal kurz
    > ins Internet wollen?

    Weil es leider Leute gibt, die soetwas ausnutzen und über offene WLANs Straftaten begehen. Und da bekannt ist, daß die meisten Strafverfolgungsbehörden von Aufbau und Funktion des Internets leider keine Ahnung haben, kann das für den WLAN-Anbieter leider böse Folgen haben.

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