Bahnhofsbuchhandlungen

Die Kategorien des Bahnhofsbuchhandelsunterscheiden sich sehr von denen, die wir in der Schule lehren. In Bonn bin ich am Bahnhof die Regale abgegangen, wo groß ROMANE drüber stand, gab es Jerry Cotton, Perry Rhodan und den Landser; in der obersten und sichtbarsten Reihe der Zeitschriften zum Thema WISSENSCHAFT/FORSCHUNG gab es nur Astrologie-Magazine.

Kleiner Nachtrag, weil auch aus Bonn: Das erste, was man sagt, wenn man auf jemanden von der Wikipedia trifft, ist wohl: “Ich habe auch schon mal einen Artikel geschrieben.” (Oder wenigstens: bearbeitet.) War jedenfalls mit das erste, was ich gesagt habe; scheint niemals eine große Überraschung zu sein.

Ansonsten: Ich mag den Bahnhofsbuchhandel sehr gern.

2 Antworten auf „Bahnhofsbuchhandlungen“

  1. Du, aber wo war “Lebenshilfe” oder modern: “Besser leben”?

    Mich schaudert’s ob der Einteilung, aber Bahnhofsbuchhandel muss schon einfach gestrickt sein, das liegt ein wenig in seiner Natur. Doch meist sind es ja Ableger von “normalen” Buchahandlungen, die sich auch ein wenig mehr Mühe geben könnten.

    Abteilungen machen, aktuell und rentabel behalten und den Mut haben, sie aufzulösen, das ist “alte Schule” im Buchhandel. Funktioniert nimmer.

    Jetzt ist Kundenführung (ja, du läufst immer rein und links) und Hochdeutsch auch für die Schweiz (nein, nicht mehr “Parterre” sondern “Erdgeschoss”, nicht mehr “Sous-Sol”, sondern “1. Untergeschoss”), Kundenstopper (du wirst gezwungen, anzuhalten), farbiger Leitfaden (du läufst dem blauen Spannteppich nach). Abteilungen wie “Hirn & Denken”, “Risikogesellschaft” “kubanische Literatur” “Nachkriegsliteraur” “Semiotik” “DADA”-Gott bewahre! Das wäre eine Zumutung.

  2. Vielleicht fiel Dir das in Bonn ja auch besonders auf, weil München in Haupt- und Ostbahnhof m.E. recht gute/gut sortierte Bahnhofsbuch- bzw. ‑zeitschriftenläden besitzt. Die fast nebeneinander gelegenen Läden “Fachpresse”, “Comics” und “Internationale Presse” im Hauptbahnhof überbrücken bei mir jedenfalls jede Wartezeit mühelos und verdienen auch nicht so schlecht an mir.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.