Wieder zuhaus, wieder zuhaus

1. Mebis Unterricht, erste Januarwoche. Technisch läuft alles einwandfrei – Herr Mess schreibt Mebis reborn?, denn Mebis funktioniert schnell und zuverlässig; ich möchte es nicht missen. Solche Kurse, wie sie zu meinem Arbeiten passen, habe ich noch in keinem anderen Werkzeug gezeigt bekommen. Söder (Ministerpräsident) mault an Mebis herum, Piazolo (Kultusminister) sagt… weiß ich gar nicht, ist ja auch egal. Die Tagesschau spricht von “Bildungsverbänden”, die Meinung haben – ich kenne nur Interessenverbände mit spezifischen Interessen (mehr Technik, weniger Kultur, mehr Geld, weniger Geld), keinen davon würde ich Bildungsverband nennen. Mebis sollte weiter ergänzt werden um eine brauchbare App, und …

Bücher aufräumen

Ich bin jetzt auch schon 53, immer mehr Verwandte sind immer öfter im Krankenhaus. Ein Kollege an der Uni starb in den letzten Monaten; eine Kollegin an der Schule. Ich bin ein bisschen niedergeschlagen, lese wenig, blogge wenig. Und das Handgelenk tut mir weg. Habe schon Sehnenscheidenentzündug und Karpaltunnelsyndrom gegoogelt, klingt nicht danach; mehr googeln will ich nicht. Ich ziehe um, nur ein bisschen. Das ist Anlass, auszumisten, zu entrümpeln, wie manche Leute bei Lehrplänen gerne sagen. Ich habe jetzt nur noch vier Papier-Ordner mit Schulmaterial, davon 2 1/2 mit Unterlagen aus meinem Informatikstudium. Die alten Uni-Ordner bleiben unangetastet; Kontoauszüge …

Jahresrückblick 2020

Gleich am ersten Tag des Jahres fuhr ich mit Frau Rau mit dem Zug nach Venedig. Das war sehr schön. Unbeschwert, wie oft und vieles. Frau Rau konnte zwar schon keine Tageswanderungen mehr unternehmen, und joggen auch nicht, aber das Spazierengehen mit gelegentlichem Vaporetto ging noch sehr gut. In Venedig entstand die Idee, dass ich doch mal ein Sabbatjahr einlegen konnte. Es schien rückblickend offensichtlich, aber tatsächlich hatte ich das nie in Erwägung gezogen. Zuhause erkundigte ich mich und beantragte und dann wurde das genehmigt. Ende Januar gab es eine neue Diagnose für die Hüftschmerzen von Frau Rau, und im …

Schon wieder Wochenende, und über die Aktualität mancher Inhalte des Deutschunterrichts

Die Tage vergehen einer um den anderen und sie sind kaum unterscheidbar vor lauter Neuigkeiten; jeder Tag ist ein neuer Tag, an dem ich murmeltierig mit müden Augen aufstehe, einen Milchkaffee kriege (ganz schlimm ist ja nicht alles), in die Schule tappse, Unterricht halte, nach Hause fahre, korrigiere und vorbereite und Nachrichten lese, koche und esse, einschlafe. Nur die Wochenenden sind a bissel anders, aber weniger als man meint. Ich habe mir zu viel vorgenommen dieses Halbjahr – Praktikum betreuen, Vorlesung halten, anderer Kram, aber eben auch noch Corona und Hilfe im Kollegium. Heute habe ich etwas vergessen (aber sechs …

Distichen in der Q11

Das Distichon ist eine Versform, die aus einem Hexameter und einem Pentameter besteht. Ein Hexameter besteht im Deutschen aus sechs Daktylen, wobei die ersten vier davon auch um eine unbetonte Silbe verkürzt sein können, sie können also durch Trochäen ersetzt werden. Ein Pentameter ist ebenfalls sechshebig, dem Namen zu trotz, er besteht aus zwei Daktylen, dann einem arg verkürzten Daktylus, nämlich einer einzigen betonten Silbe, gefolgt von drei Daktylen. Goethe hat in den römischen Elegien Distichen geschrieben, hier ein Auszug: Ich befolge den Rat, durchblättre die Werke der AltenMit geschäftiger Hand täglich mit neuem Genuss.Aber die Nächte hindurch hält Amor …

Mildes Butter Chicken Curry

Das ist ein einfaches Curry, eher mild, aromatisch. Dauert länger zu machen, als man denkt, ist aber gar nicht kompliziert. In einer Plastikschüssel mit Deckel: 150 g griechischer Joghurt (10% Fett) 1 EL Zitronensaft 1 EL Garam Masala 1 EL Kurkuma 1 EL Kreuzkümmel gemahlen 2 Hühnerbrüste, in nicht zu kleine Stücke geschnitten einige Stunden im Kühlschrank marinieren. Dann: 2 Zwiebeln hacken und in 3 EL Butterschmalz lange bei milder Hitze braten, so 15 Minuten lang 2–3 Knochblauchzehen, 2–3 EL fein gehackter Ingwer 1 EL ganze Kreuzkümmelsamen, 1 ganze Chilischote dazu und alles noch für 5 Minuten dabei lassen; soll …

Iphigenie als Mem-Quelle

Angeregt durch einen epischen Twitter-Thread über die Lektüre von Moby Dick habe ich von meinem Deutschkurs verlangt, auch zu Iphigenie auf Tauris so etwas zu machen. Man sieht, was die Schüler und Schülerinnen umtreibt; ich habe natürlich gefragt, ob ich sie veröffentlichen darf. (Zusammengebaut habe ich das, die Hintergrundbilder sind aus Wikimedia Commons.)

Berufsbild als Lehrkraft: So war das aber nicht bestellt

Modell 1: Gut und bewährt. Das mit den Digitalisierungskonzepten an Schulen geht ja schon eine Weile, schon lang vor Covid19. Und damals, vor einem Jahr vielleicht, meinte ein Kollege, der tatsächlich pflichtgemäß, aber unenthusiastisch das Nötigste digital machte: er wolle das ganze nicht. Kein Mebis, kein Smartphone, keine Computer, kein digitales Sonstwas. So wie er seinen Unterricht gerne hätte, wie er ihn sich vorgestellt hatte, so wie er ihm am liebsten ist: als Märchenonkel und Erklärbär; ein Modus, wie er mir auch vertraut ist – lehrerzentriert, mit fachwissenschaftlich gut ausgebildeten Lehrern, mit Referaten und Aufträgen vielleicht, viel im Diskurs und …

Rückblick auf Kartoffelkiste KW43

Samstagabend: Curry aus Rind, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer; eine Quitte, die dringend weg musste, kam auch noch rein. Nichts aus der Kiste verwendet. Ursprünglich war wohl mal die Idee, ein Rindercurry mit grüner Paprika zu machen, aber dann lief das doch anders. Vom Rote-Bete-/Heringssalat habe ich drei Tage gegessen, vom Curry auch. Irgendwann war das aber auch durch und ich durfte wieder etwas Neues machen. Den Kürbis musste ich dann aber nicht mehr alleine essen.

Arbeitsauftrag Aufbau Internet, Klasse 7, jetzt ohne Magnete

In Informatik zeige ich immer noch den Mausfilm, der bei den Schülern und Schülerinnen inzwischen historisches Interesse weckt. (“Gibt es so etwas heute noch?” “Warum sind die Monitore so groß?”) Zur Folgestunde habe ich mir vor ein oder zwei Jahren diese Grafik gemacht, anhand derer ich Inhalte wiederhole oder sichere. Die wird an die Tafel projiziert, und dazu gibt es große beschriftete Kärtchen, und eine Schülerin oder mehrere kommen vor und heften die Kärtchen mit einem Magneten an die Tafel. Semi-enaktiv kann man das nennen. Seit Anfang dieses Schuljahrs halte ich es aber so, dass die Schüler und Schülerinnen im …