Historische Lehrpläne (Bayern)

Das waren die Lehrpläne am bayerischen Gymnasium, die ich miterlebt habe: Fettgedruckt in der rechten Spalte heißt: Abiturjahrgang. Im Schuljahr 2024/25 gibt es gar keinen*, im Jahr 2010/11 gab es zwei davon. Die mit x markierten Zellen am Anfang sind meine eigene Schulzeit; die fett und kursiv markierten Zellen in den Jahren 1995-1998 sind meine Referendariatszeit und die Jahrgangsstufen, die ich da unterrichtete – zum Teil eben wohl noch nach dem alten curricularen Lehrplan meiner Jugend. *Nachtrag: Auf Twitter bin ich auf den Schulversuch „Mittelstufe Plus“ hingewiesen worden, den es 2015/16 und 2016/17 gab. Die Schüler und Schülerinnen, die daran …

Wandertag 2019 & kleinere Rants

Ich bin kein Freund von Wandertagen. Klar, man könnte… aber man tut nicht: ich bin kein Freund von real existierenden Wandertagen. – Bis vor fünfzehn Jahren etwa waren zwei Wandertage pro Schuljahr verpflichtend vorgeschrieben. Dann hat man das den Schulen selbst überlassen. Seit fünfzehn Jahren gibt es zwei Wandertage an meiner Schule. Meine Englischklasse habe ich dann 9 Tage nicht gesehen, gerade am Anfang des Schuljahres ist das etwas blöd. Aber wir waren im Zoo, und das war schon schön. Ich habe meiner 7. Klasse Aufgaben gestellt, letztlich eine aktualisierte Kurzversion meiner Zookärtchen von 2004 – neue Bilder, neue Tiere. …

Meine erste App (öffentlicher Betatest)

Schon letztes Jahr habe ich mit dem MIT App Inventor 2 eine App erstellt, um das mal auszuprobieren. Im Moment bietet sie nicht viel: Ein kleines Schiebespiel mit freizuschaltenden Medaillen, eine Lageplan unserer Schule, den jeweils aktuellen Speiseplan. Das ist keine offizielle Schul-App, sondern reines Privatvergnügen; alles verwendete Material – also der Speiseplan vor allem – ist öffentlich zugänglich. Der Lageplan der Schule ist gezeichnet und wird nicht aus dem Web heruntergeladen, obwohl man das schön machen könnte – aber so geht kein Datenvolumen dafür drauf. Die eigene Position wird als Punkt angezeigt, und es gibt eine Reihe von interessanten …

Erste Schulwoche 2019, und kleines Gemaule

Vergnügliche erste Schulwoche, aber anstrengend ist es schon: Noch plane ich für jede Stunde drei verschiedene Sachen, weil ich die Klasse ja nicht kenne und nicht weiß, was zu ihr passt. Leichter ist das, wenn man eh schon irgendwo drin ist und einfach sinnvoll weiter macht. Dazu natürlich noch etliche Stunden Konferenzen. Nahtlos weiter ging es allerdings mit der Q12 in Deutsch; ausgerechnet das Restlein Naturalismus (ein Dramenauszug, ein Ausschnitt aus „Bahnwärter Thiel“) entpuppt sich als enorm ergiebig. Beim Drama fing es damit an, ob es in der Szene aus Die Familie Selicke einen Unterschied macht, wenn die Autoren einen …

Kochkäse

In Luxemburg habe ich vor zwei Wochen Kochkäse gegessen, „Kachkéis“, ein landestypisches Gericht. Ich kenne das aus Hessen und habe das schon einige Mal gemacht und hatte wieder Lust darauf, hier das Rezept: 250 g Sauermilchkäse (Harzer) in kleine Würfel schneiden, mit ¼ l Milch und 50 g Butter in einem Topf bei geringer Hitze schmelzen. Vom Herd ziehen, 250 g Sahne und 250 g Magerquark einrühren. 1 TL Salz und 1 TL Kümmel und 1 TL Natron dazugeben. Unter ständigem Rühren auf kleinster Stufe noch einmal erhitzen, evtl. auch mit Rührgerät. Abkühlen lassen, dabei immer umrühren, damit keine Haut …

Ich will Ihre Kinder ändern!

Alle zehn Jahre darf man sich doch im Blog wiederholen, oder? Anlässlich eines Gesprächs auf Twitter vor ein paar Tagen ist wohl Zeit für eine Ergänzung meines Blogeintrags von 2008, „Bleib so wie du bist“. Ja, ich will Ihre Kinder ändern! Oder jedenfalls sie begleiten, wenn sie sich ohnehin ändern, und die Änderung lenken, soweit das in meiner Macht steht, in Babyschritten. Das muss ich sogar, das ist mein Auftrag und meine Dienstpflicht und steht so in der (bayerischen) Verfassung. (1) Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden. (2) Oberste Bildungsziele sind …

Schöne Sachen machen einfach gemacht

Im Blog von Pascal Schiebenes habe ich einen Hinweis auf den Webdienst lumen5 gefunden. Ich war gleich bereit, mich darüber aufzuregen: Pascal zeigt, wie man mit dem Dienst einfach Text mit Bild- oder Videomaterial kombinieren kann, um einen Film, eine Art animierter Präsentation, zu erstellen. Pascals Beispiel ist das Gedicht „Inventur“ von Günter Eich: Ich war skeptisch, weil ich an ein anderes Werkzeug dachte, mit der man aus einem Wikipediabeitrag automatisch eine Präsentation erstellen kann. Minimale eigene Leistung, aber dafür ein enorm schick aussehendes Ergebnis. Damit habe ich Pascal aber Unrecht getan und zu viel von lumen5 erwartet. Ja, man …

Die geheimnisvollste Insel

Literarische Inseln gibt es viele: Der Gesellschaftsentwurf oder -spiegel: Utopia, Atlantis, Liliput. Die Pirateninsel: Die Schatzinsel, Monkey Island, Der Graf von Monte Cristo Die Toteninsel: Reprobates/Next Life (Computerspiel 2007), Wings of Fame (Film 1990) – nach dem Tod findet man sich auf einer Insel wieder, zusammen mit anderen Gestorbenen; vielleicht gehört sogar die griechische Unterwelt mit ihren fünf Flüssen und den verschiedenen Bereichen hierher Die Robinsonade: Robinson Crusoe, Castaway, die Schwundstufe der Don-Martin-Inselcartoons in Mad Magazine Die geheimnisvolle Insel: Fremde kommen auf eine Insel, oft schiffbrüchig, und finden heraus, dass die Insel Geheimnisse birgt: Die geheimnisvolle Insel (Verne), Die Insel …

Weisheiten aus der Bildungsszene

Teaching creative computer science: Simon Peyton Jones at TEDxExeter (Youtube): Die Aufgabe von Bildung hat nur indirekt mit Jobs zu tun. Aber gut, vielleicht ist Education auch nicht Bildung. Die Probleme der Menschheit sind seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten bekannt: Klimakatastrophe, Armut, Ungerechtigkeit. Richard Riley, amerikanischer Bildungsminister: Na und? Er hat es ja auch gar nicht so gesagt. Das Zitat wird meist in anderer, ähnlicher Form verbreitet, die aber wohl auch nicht korrekt ist. (Wer die Spuren verfolgen möchte, kann hier anfangen.) Und dann war noch der Pädagoge auf Twitter, der mir das hier schickte, als wäre es originell: Tatsächlich mag …

Käsekästchen, Autorennen, Panzerschlacht: Spiele auf kariertem Papier

Schiffe versenken habe ich in der Schule so gut wie nie gespielt. Zu groß war wohl der Aufwand mit den getrennten Zetteln für zwei Spieler, außerdem hatten wir das zu Hause groß aus Plastik von MB. Was wir gespielt haben, war natürlich Käsekästchen. Das gibt es heute wohl auch noch: Auf Karopapier und in einem rechteckigen, durch Linien begrenzten Spielfeld; jeder Spieler macht der Reihe nach einen senkrechten oder waagrechten Strich von einer Kästchenlänge, und wenn man dadurch ein Kästchen auf allen vier Seiten umschließt, zählt das als Punkt für einen und man darf gleich noch einen Strich machen. (Das …