Sommersemesterbeginn

Mittwoch: Früh in die Schule, mittags durchgehalten, am Spätnachmittag Schulforumssitzung, abends Leserunde.

Donnerstag: Mein Kollege Stefan und ich bieten im Sommersemester als Kurs ein Fachdidaktisches Praktikum an, als Alternative zu einem informatischen Praktikum an der Schule – nicht zu verwechseln mit den durch die LPO vorgeschriebenen Praktika, dieses hier hat nur etwas mit Informatik zu tun. Die letzten Jahre sollen es jeweils nur eine Handvoll Teilnehmer gewesen sein, weil es gar so viele Lehramtsstudenten nicht gibt. Auf eine Handvoll waren wir auch vorbereitet, und dann waren es 17, ein weiterer hat sich per Mail angekündigt. Die Planung müssen wir dann noch etwas anpassen. Stimmung war aber gut, bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht.

Abends war ich dann nicht auf der donnerstäglichen Couch, Bierflasche in der Hand, im Team Text Adventures am Beamer spielend, sondern mit den Leuten vom Lehrstuhl in einer Bowling-Bahn. Nach drei Runden spürte ich die müden Knochen dann schon. Was genau ist eigentlich so anstrengend am Bowlen? Richtig gut bowlen konnte keiner von uns, aber ich habe mit knappem Vorsprung am meisten Punkte gesammelt, auch wenn der Bahnrekord eindeutig bei einem anderen Spieler lag.

Was macht man auf Englisch eigentlich mit den Bowlingkugeln? Throw, roll, shove? Push? Verkehrssprache war oft Englisch, da die Gruppe recht international war. Ganz erstaunlich in der Informatik: die sprechen alle mindestens passabel, wenn nicht sogar ziemlich gut Englisch. Das braucht man fürs Fach nun mal. Vielleicht ist es auch die größere Erfahrung mit Smalltalk. Als Teenager wollten meine Eltern auch immer, dass ich mit den Verwandten sprach, wo mein Englisch doch so gut war. Aber ich hatte einfach nichts zu sagen.

– Neues aus der Schule: Wie gut, dass Beamte eine Lobby haben, davon profitieren auch die Lehrer: Ab übernächstem Schuljahr beträgt die Unterrichtspflichzeit bei Vollzeit (Alter unter 50 Jahren) nur noch 23 statt 24 Stunden. Im nächsten Schuljahr sind es als Übergangsregelung allerdings 23 1/2 Stunden. Die Schule rätselt noch, wie meine Kollegen und ich halbstündlich am besten eingesetzt werde. Aber schon schön so. Warten wir mal, was da noch kommt.

Außerdem ist mein erstes Mehrarbeitsgeld eingetroffen. 27,73 Euro pro Unterrichtsstunde, brutto. (Bei Teilzeitlehrern mehr.)

8 Antworten auf „Sommersemesterbeginn“

  1. Ja, auf das Rechnen freuen wir uns auch schon…hinzu kommen natürlich auch noch die Arbeitszeitkonten, unterschiedliche Teilzeitregelungen und eine nicht unerhebliche Anzahl von Referendaren…same procedure…

    Aber: bedeutsamer bei der Mehrarbeitsauszahlung ist natürlich das, was übrig bleibt. Bedeutsamer…und trauriger.

  2. @petra:
    heißt das, dass quasi Lehrerpaare gebildet werden, die in den Wochen ihrer 24er-Schicht gemeinsam eine Stunde der gleichen Klasse im Wechsel betreuen? Also aus Schülersicht dann diese eine Stunde im Wochenwechsel von 2 verschiedenen Kollegen unterrichtet wird?
    Das ist dann nicht soooo sehr verschieden von einem der Modelle, die das KM im diesbezüglichen KMS selbst vorschlägt: Lehrerübergabe von Einzelstunden (Förderstunden, Intensivierungsstunden, … , so wahnsinnig viel Auswahl an einstündigen Angeboten haben wir ja nicht) zum Halbjahr.

  3. Das KMS zur Unterrichtsplanung (http://www.realschule.bayern.de/schulleitung/kms/archiv/1233241.pdf) gibt eine Reihe Hinweise, wie das aussehen kann:

    “Um die Unterrichtsversorgung das ganze Schuljahr hinweg auf gleichmäßigem Niveau zu halten, gilt für die Umsetzung der UPZ 24,5 bzw. 28,5 folgende Vorgabe: Die Schulleitung setzt die Hälfte der Lehrkräfte mit UPZ 24,5 bzw. 28,5 im ersten Halbjahr mit 25 bzw. 29 Wochenstunden, die andere Hälfte mit 24 bzw. 28 Wochenstunden ein. Der erforderliche Ausgleich im gleichen Schuljahr erfolgt dann bei der Planung für das zweite Halbjahr.
    Als Ausgleichsmaßnahmen zum Halbjahreswechsel bieten sich insbesondere Wechsel von Lehrkräften in Bereichen mit einstündigem Unterricht (z. B. Ergänzungs‑, Förder- oder Wahlunterricht) an oder auch die Übergabe von Aufgaben im Rahmen der 100-Minuten-Regelungen zum Schulhalbjahr. Ebenso möglich wäre z. B. ein Einsatz in zweiwöchigem Wahlunterricht über das gesamte Schuljahr hinweg.
    Um die Unterrichtsorganisation zu erleichtern, könnten auch – im Einvernehmen mit der jeweiligen Lehrkraft – Teilzeitbeschäftigungen mit ganzzahliger Unterrichtspflichtzeit (z. B. 24 Wochenstunden) für das gesamte Schuljahr 2012/13 in Erwägung gezogen werden.
    Für Lehrkräfte, die durch die Neuregelung zur Unterrichtspflichtzeit zu Beginn des Schuljahres 2012/13 von UPZ 24,5 bzw. 28,5 auf UPZ 24 bzw. 28 wechseln, und deren Stundenmaß noch nicht aus-geglichen ist, da dieser Ausgleich ursprünglich über zwei Schuljahre hinweg geplant war, gilt für den ausstehenden ‚5 Ausgleich ebenfalls das oben beschriebene Verfahren.”

  4. Danke sehr. Wenn ich nach KMS und vergleichbaren Quellen google, finde ich die übrigens regelmäßig und zu meiner Freunde im Realschulnetz. Das Gymnasiumsäquivalent dagegen hat entweder kein Interessae daran, das öffentlich zu machen, oder kneift aus anderen Gründen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.