04.02.2020

Gespielt: Abends Ukulelespiel. Es gibt die monatliche große Runde, in Giesing, in einer Wirtschaft; da gehe ich meistens dann doch nicht hin – voll, laut, großartige Einrichtung, aber man hört sich selber nicht spielen. Und auch etwa einmal im Monat gibt es eine kleinere Runde, so fünfzehn Leute in wechselnder Besetzung, mit einem Tick mehr Geduld beim Üben und Lernen neuer Sachen, da bin ich dann meistens dabei. Es war sehr schön gestern – immer wieder interessant, wie sich bei manchen Liedern herausstellt, dass die wirklich fast alle kennen und fast alle gut kennen und fast alle rauf und runter gehört haben müssen in prägenden Jahren und die Lieder, vielleicht auch aus sentimentalen Gründen, ernst nehmennicht. Nicht völlig von der Hand zu weisen, das Gemeinschaftsgefühl, das beim Absingen solcher Lieder entsteht.

Frau Rau: Ist erkältet, hat aber Appetit und ist jahreszeitlich angepasst guten Mutes.

Unterrichtet: Telefonkonversation in der 9. Klasse in Englisch. Ähnlich wie das mit dem Small Talk in der 7. Klasse neulich gut ankam:

…lief auch die Telefonkonversation erschreckend gut. Erschreckend, weil ich selber so ungern telefoniere, und die Neuntklässler und ‑klässlerinnen sich bei geübten englischen Gesprächen so erschreckend professionell anhörten. Bereit fürs Praktikum.

Verabschiedet: Praktikanten. Das Semester geht zu Ende; ich habe diesmal viel gelernt. Bin in beiden Informatikklassen recht weit, so dass endlich Zeit für das Projekt in der zweiten Schuljahreshälfte bleibt. Für die 11. Klasse ist mein Tipp: Unit-Tests mit JUnit, ist bei BlueJ eingebaut; muss mal über Vor- und Nachteile bloggen.

Gelesen: Nicht viel. Ich komme das ganze Jahr bisher zu fast nichts. Aber ausgelesen das schmale Wide Sargasso Sea von Jean Rhys. Sehr lesenswert, wenn auch vielleicht nicht sehr gut. Die Idee dahinter ist einfach so genial: Es ist eine Vorgeschichte zu Jane Eyre – dem Roman von Charlotte Brontë, mit dem dunklen und faszinierenden Rochester, dessen guten Kern Jane Eyre entdeckt – aber dann stellt sich heraus, dass er bereits verheiratet ist, unglücklich, und hereingelegt obendrein, mit der Tochter einer Zuckerrohrplantage aus Jamaika, die obendrein wahnsinnig ist, also die Tochter, nicht die Plantage; und die im oberen Stock haust/gefangen gehalten wird. Am Schluss brennt sie auch – wahnsinnig, wir erinnern uns – das ganze Haus nieder und kommt in den Flammen um.

Ein Klassiker der feministischen Literaturwissenschaft ist dann auch The Madwoman in the Attic (1979); zumindest am so einprägsamen Titel kommt man nicht vorbei. Und 1966 erschien eben Wide Sargasso Sea, das die Vorgeschichte dieser Frau im oberen Stock präsentiert und aus ihrer Sicht erzählt wird. Schmal, aber keine ganz leichte Lektüre – sehr fremdartig wird die Inselwelt geschildert, die üppige Pflanzenwelt, das Verhältnis von ehemaligen Sklavenhaltern und ehemaligen Sklaven. Musste an Kleist denken, “Die Verlobung in St. Domingo” (1811).

Eine Antwort auf „04.02.2020“

  1. Das Unterrichtsprojekt ist Klasse. Die Idee hätte ich Dir sofort geklaut.
    Gute Besserung für Frau K. Sogar unsere Ärztin/Freundin kränkelt. Dabei hätte H. sie gebraucht wegen der jetzt schon blühenden Haselnuss.
    Schön, dass Du öfter schreibst. Muss ja auch nicht so lang sein …

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