Fairphone-4-Erfahrungen nach drei Jahren

(7 Kommentare.)

Mein Smartphone 4

Vor drei Jahren habe ich mir ein neues Smartphone gekauft, ein gebrauchtes Fairphone 4. Die Marke bemüht sich wenigstens um Nachhaltigkeit und Fairness. Bei den Geräten spüre ich als Verbraucher das am Ende daran, dass ich sie ganz leicht auseinandernehmen und reparieren kann, weil alle Elemente modular sind – die Kameras, USB-Anschluss, Lautsprecher, Batterie und so weiter. Und weil ich das jetzt tatsächlich einmal auseinander nehmen musste, nehme ich das als Anlass für einen Blogeintrag.

Batteriewechsel

Ich hatte den Eindruck, dass der Akku immer schlechter wird. Auf Empfehlung des Geräts selbst – siehe unten – bestellte ich einen neuen, kostete 35 Euro mit Porto. Einbauen kann man den selber, sogar ganz ohen Werkzeug.

Speicherplatz

128 GB, davon habe ich bisher maximal die Hälfte belegt. Reicht also, allerdings archiviere ich Fotos ohnehin nie auf dem Handy.

Kamera

Die Kamera ist okay, reicht für mich völlig aus, ich mache auch nicht viele Bilder. Aber Kameras anderer Geräte machen wohl bessere Bilder.

Betriebssystem-Problem

Nach dem Update auf Android 15 ab Oktober 2025 stürzt der die Icons verwaltende Teil der Benutzeroberfläche („Quickstep“, „Launcher“) regelmäßig bei Änderungen an Icons ab – also vor allem beim Verschieben. Löschen kann ich Icons gar nicht mehr. Zwar merke ich außer einer Fehlermeldung nichts von dem Absturz, aber die Fehlermeldung ist lästig, und dass ich Icons nicht mehr löschen kann, geht gar nicht. Man kann Quickstep zurücksetzen, das ändert aber nichts. Das Problem ist bekannt, tritt nicht bei allen auf; man wird auf ein Update vertröstet, und soll bis dahin einen alternativen Launcher benutzen, von denen es mehrere gibt. Bei mir ist das Fossify, der läuft nicht ganz7 so glatt, aber funktiuoniert einwandfrei.

Die Timeline

Bei Neuanordnen der Icons ist mir aufgefallen, dass auf dem Gerät eine Fairphone-App installiert ist. Sie enthält Geräte- und Zubeför-Informationen, Links zu Videoanleitungen. Vor allem enthält sie Informationen zum Telefon, auch in Form einer vertikal zu scrollenden Timeline, illustriert und mit weiterführenden Links. Ihr entnehme ich folgende Daten, die gamifiziert jeweils als „Errungenschaft“ angezeigt werden:

02.09.2021Herstellungsdatum der Batterie
29.12.2021Erstmalige Aktivierung des Geräts
Winter 2022/231. Jahrestag. (Also, technisch mein 0.)
Januar 2023Registrierung für erweiterte Garantie (das war dann ich, als ich das Gerät kaufte)
Februar 2023Update auf Android 12
Oktober 2023Update auf Android 13
Winter 20242. Jahrestag. (Technisch mein 1.)
Sommer 20242,5 Jahre seit Aktivierung: Ab jetzt überdurchschnittlich, weil – so heißt es – Handys durchschnittlich 2,5 Jahre benutzt werden (gemeint wohl: vom Erstnutzenden?)
Winter 20253. Jahrestag. (Technisch mein 2.)
Winter 2025„Zeit, deine Batterie zu ersetzen“ – nach drei Jahren, wie viel sie im ersten Jahr in Gebrauch war, weiß ich nicht.
Winter 20254. Jahrestag. (Technisch mein 3.)
Da sind wir jetzt gerade, und ich wechsle nach vier Jahren, drei davon bei mir, die Batterie aus.
Winter 20265. Jahrestag. (Mit Feuerwerk gefeiert, weil das Telefon schon doppelt so lange hält wie durchschnittlich.)
Winter 2027„Überprüfe deine Batterie. Nochmal.“
Januar 2028„Erweiterte Garantie endet.“
Winter 20287. Jahrestag, deshalb eingetragen, weil ich das – gamifizierend auch hier – als selbst gestecktes Ziel eingetragen habe. Wenn ich bis dahin durchhalte, habe ich mein Gelöbnis gehalten, auch wenn von den 7 Jahren das Gerät nur 6 Jahre in meinem Besitz war.

Inzwischen gibt es das Fairphone 5 und neu jetzt das Fairphone 6, alle sicher noch besser. Aber das mit dem Zeitstrahl, das hilft tatsächlich, wollen doch sehen, wie lange ich durchhalte. Viel hängt von den Updates ab, garantiert war nur bis Android 13. Bevor gar nichts mehr geht, versuche ich es dann mit Ubuntu-Android oder einer ähnlichen Lösung.


Beitrag veröffentlicht am

in

Kommentare: 7

Schlagwörter:

Kommentare

7 Kommentare zu „Fairphone-4-Erfahrungen nach drei Jahren“

  1. Ich habe seit 9 Jahren ein Fairphone 3 und habe einmal den Akku ausgetauscht, was nötig war, und einmal eine bessere Kamera eingebaut, was nicht nötig gewesen wäre.
    Frau H. hat ein Fairphone 4 und schimpft bisweilen fürchterlich, weil es nicht immer das macht, was sie will, vor allem beim Bilder speichern bzw. Löschen.
    Insgesamt ist jedoch die Zufriedenheit groß, auch was Herstellungsprozess und Nachhaltigkeit angeht.

  2. Danke für die Vergleichsmöglichkeit, Haptschulblues!

  3. […] Rau bespricht vier Jahre mit seinem Fairphone. Ich fühle vage mein Gefühl bestätigt, dass nicht die Hardware der entscheidende Faktor ist, […]

  4. asdf

    Installiere doch /e/OS. Das ist ein weitgehend entgoogelts Android-System (Custom ROM). Dann geht das System hoffentlich wieder.

    https://doc.e.foundation/devices
    https://doc.e.foundation/devices/FP4/official

    https://www.kuketz-blog.de/e-datenschutzfreundlich-bedeutet-nicht-zwangslaeufig-sicher-custom-roms-teil6/

    Bevor du /e/OS installiert, lies bitte den Teil mit dem Anti-Rollback-Feature durch (roter Kasten)!

    https://doc.e.foundation/devices/FP4/install

    MFG

  5. asdf

    Bevor du /e/OS installiert, lies bitte den Teil mit dem Anti-Rollback-Feature durch (roter Kasten)!

    https://doc.e.foundation/devices/FP4/install

    MFG

  6. Robert M

    Ich hab ja sehr lange gezögert, aber als eine Autotür dem Nokia C5 nach über zehn Jahren den Garaus machte, kam hier vor zwei Jahren doch auch so ein Wischi ins Haus.
    Dass mir sowas wenn, dann ein Fairphone sein sollte, wusste die Deutschlehrerin schon und fand mir… ebenfalls ein 4er, ebenfalls refurb.
    Dann guckte ich mich noch monatelang nach einem Betriebssystem um, probierte dieses und jenes, und landete bei (dem von adfs – whoever that is – so gepriesenen) /e/os. Ubuntu Touch hatte ich auch auf dem Schirm, aber das war damals auf diesem Gerät doch noch – pardon the pun – arg touchy. (Im Interesse eines erschwerten Aussickerns von Daten halte ich seit Jahren schon große Stücke auf digitale Mischkultur und verwende möglichst alles von möglichst unterschiedlichen Herstellern.)
    Mittlerweile hatte ich das Wort „Bricking“ gelernt, weswegen die Installation durchaus aufregend war; mindestens zu dieser Zeit war /e/os auf dem FP4 noch experimentell. (Meine Lagesensoren tun’s bis heute nicht, aber ich lebe auch ohne die.) Soweit bin ich’s auch recht zufrieden, ja.
    Im Herbst wird’s wieder spannend, da Google dann nur noch Apps von Herstellern anerkennen will, die sich brav ihren T&C unterwerfen und einen Obolus entrichten… da bin ich mal gespannt, wie sich das im DeGoogle-Umfeld (also um /e/os herum) entwickeln wird.

  7. Respekt, das ist konsequent, und danke für den Bericht. Ein neues OS kommt bei mir auch drauf, wenn es mal nicht anders geht. Das mit Google habe ich nur aus dem Augenwinkel verfolgt und bin gespannt auf die Konsequenzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert