Flüchtlinge

By | 28.8.2015

Wie viele schaue und lese ich täglich Nachrichten und bin fassungslos.

Die Flüchtlinge

Man kann auch „Vertriebene“ dazu sagen, auch wenn der bayerische Innenminister das nicht hören möchte. (Spiegel über Maybrit Illner, ganz unten; auch sonst scheint das eine gute Sendung gewesen zu sein.) Da gibt es nur eine Verhaltensweise: Empfangen, aufnehmen, willkommen heißen, helfen. Das sind traumatisierte Menschen, und überhaupt: Es sind Menschen. Menschenwürde. Mitmenschlichkeit. Humanität.

Die neue Völkerwanderung

Seit meiner Studienzeit heißt es, dass irgendwann die Menschen aus den armen Ländern die Nase voll haben und zu uns kommen werden. Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt. Ich würde es allerdings verstehen. Mittel- und langfristig muss Europa überlegen, wie es damit umgehen will. Im Moment ignoriert man das. Nicht vergessen: Europa (und Deutschland) geht es deshalb so gut, weil es anderen schlecht geht. Ich glaube nicht, dass das Wohlergehen der Menschen ein Nullsummenspiel ist – aber unsere Firmen können ihren Mitarbeitern hohe Löhne zahlen, weil andere Firmen ihren Mitarbeitern geringe Löhne zahlen. Der Mitarbeiter hier glaubt natürlich, dass sein Lohn nur von seinem Einsatz und seinen Fähigkeiten bestimmt wird. SO oder so ist Deutschalnd in Zukunft auf Menschen aus anderen Ländern angewiesen.
(Die Flüchtlinge aus Syrien kommen übrigens, weil ihr Land und ihr Leben zerstört wird.)

Die Nazis und die bürgerliche Mitte

Ich hatte nur wenig Kontakt zu Neonazis. Als später Teenager, früher Zwanziger hatte ich eine Phase, in der ich mich mit ein paar Leuten regelmäßig in Hinterzimmern von Gaststätten zu treffen, Pfeife zu rauchen und gelehrt zu plaudern. Ich kann mich dunkel erinnern, dass da einmal einer dabei war, der ein schlecht kopiertes Flugblatt (aber damals waren alle Flugblätter schlecht kopiert) der einige Jahre danach verbotenen Wiking-Jugend dabei hatte. Da hörte ich zum ersten Mal davon, aber nur am Rande, es war auch kein Thema. Und dann war ein ehemaliger Schüler von mir fünf Jahre nach der Schule NPD-Kandidat; ich habe mir eben auf Abgeordnetenwatch das wenige durchgelesen, was da noch steht. In der Schule war das nie Thema, eher schwache Leistungen, aber unauffälliger Schüler.

Explizite Rassisten kenne ich etwas besser, ich hatte da einen Onkel in New York. (Ansonsten bin ich mit dem Begriff vorsichtig. In einer nach Rasse diskriminierenden Gesellschaft gibt es strukturellen Rassismus, zu dem jeder beiträgt.)

(Nachgetragener Link: I Was Raised As A Racist: 6 Weird Things I Learned)

Was ich kenne, ist bürgerliche Mitte. Darunter auch Leute, die gerne von „Asylmissbrauch“ reden würden, aber sich das unter liberalen Lehrern nicht recht trauen. „Man wird ja noch sagen dürfen“-Leute. (Die Leute, die bodenlose Kommentare ins Internet schreiben, gehören wohl auch dazu, aber in meiner Umgebung sind außer den Bloggern kaum Menschen, die irgendwas ins Internet stellen.)

Es freut mich, dass es sehr viele Menschen gibt, die den Vertriebenen helfen. Immer wieder liest man darüber und sieht etwas in den Nachrichten. Und dann gibt es die Leute, die drangsalieren, brandstiften, protestieren, beleidigen. Die verstehe ich nicht. Wer zündet Häuser an? Wer greift Früchtlinge an? „Pack“ hat Sigmar Gabriel sie genannt, kluger- oder unklugerweise. Diese Brandstiftung ist Terrorismus. Das Pack ist für mich nicht erreichbar. Die Mitte schon. Wie sehr unterstützen Politiker die Täter, wenn jede Aufforderung ihrerseits, Flüchtlinge zu unterstützen, sofort gefolgt wird vom Ruf nach schnellerer Abschiebung von Menschen, deren Anträge (auf Asyl, Bürgerkriegsflüchtling) nicht angenommen werden? Wie sehr die flüchtigen Bekannten, die sich Sorgen machen um Deutschlands Zukunft, aber eigentlich nur den eigenen Wohlstand meinen (der nicht bedroht ist), und eher aus Klassenbewusstsein nie auf eine Demonstration gegen Flüchtlinge gehen wprden?

33 thoughts on “Flüchtlinge

  1. Matthias Kramer

    Lieber Herr Rau,

    ein guter Eintrag. Ich hoffe nur, dass sich in diese Kommentar-Funktion nicht auch noch „besorgte Bürger“ einschalten. Mittlerweile sind sie ja bei WELT, ZEIT, FAZ, TAGESSPIEGEL und Konsorten hauptberuflich unterwegs und mahnen uns, doch endlich die Wirtschaftsflüchtlinge als Sozialschmarotzer zu erkennen, die in organisierten Banden hierher kommen und uns UNSER Geld wegnehmen und anschließend noch unsere Frauen vergewaltigen. In meinem Geschichtsunterricht haben wir damals mal die ganzen Sprüche und Vorurteile gegenüber Juden aus den 30er Jahren gesammelt. Man möchte doch meinen, dass sich 80 Jahre später was in der Bevölkerung getan hat.
    In dieser Woche war ja die Kanzlerin im Ruhrgebiet und hat in Duisburg-Marxloh den Bürgerdialog gesucht. Nicht, dass davon etwas besser werden würde, aber der Kontakt zum Volk ist natürlich wichtige PR. Den hörenswertesten Kommentar dazu hat, aus meiner Sicht, Prof. Klaus J. Bade abgeliefert: http://ondemand-ww.wdr.de/CMS2010/mdb/ondemand/weltweit/fsk0/79/793122/793122_8588164.mp3

    Viele Grüße
    MK

  2. Herr Rau Post author

    Sehr guter Kommentar, danke. Und sehr glaubwürdig vorgetragen – der Mann meint das ernst.

  3. Pingback: Deutlich sein | Pia Ziefle | Autorin

  4. Fontanefan

    Für Lehrer, die sich für diese Fragen interessieren, setze ich hier ein Link:
    http://wikis.zum.de/zum/Fl%C3%BCchtlinge
    Besten Dank an MK für das Link zu Bades Stellungnahme. – So gut der Ton das Engagement Bades deutlich macht, so schwer ist es freilich, den Inhalt seiner Aussagen rasch kommunizierbar zu verbreiten. Ich werde mich mal an einer schriftl. Kurzfassung versuchen.

  5. Hauptschulblues

    @Jan:
    „Gutmensch“ wäre fast einmal das Unwort des Jahres geworden, weil es hauptsächlich abqualifizierend verwendet wird. Da ich Sie als Blogger kenne, unterstelle ich Ihnen das nicht.
    Herr Rau stellt nicht ein übersteigertes „Gutseinwollen“ in den Mittelpunkt seines Beitrags.
    Er bezieht Stellung als Bürger, als Demokrat.

  6. Matthias Kramer

    @Hauptschulblues:
    Wobei mir aus humanistischer Sicht überhaupt nicht klar sein soll, wie eine Bezeichnung als „Gutmensch“ in irgendeiner Weise negativ konnotiert sein kann. Meine Reaktion darauf ist dann immer „Ja selbstverständlich“!

  7. Herr Rau Post author

    Jan meint das ja wohl auch nicht so. Vielleicht ist es an der Zeit, das Wort wieder für sich zu reklamieren.

  8. Jan

    @hauptschulblues:
    Es ist in vielen Bewegungen vorgekommen, dass „Schimpfworte“ und Spottbegriffe sich von den Betreffenden zu eigen gemacht und mit Stolz getragen worden sind.
    Ich bin ein Gutmensch. :-)

  9. Aginor

    Ich finde es trotzdem schlimm, wie schnell man in die Nazi-Ecke gedrängt wird, wenn man das Vorgehen unserer Regierung und anderer in Sachen Flüchtlinge kritisiert. Und da gibt es meiner Meinung nach eine Menge zu kritisieren, nicht zuletzt wegen der Leute die unter dem Deckmäntelchen der humanitären Hilfe knallhart ihre wirtschaftlichen Interessen durchsetzen, und das ignorieren der Tatsache dass natürlich NICHT alle dieser Menschen die da ankommen arme Flüchtlinge sind die um ihr Leben laufen.
    Ich finde ebenso dass man offen diskutieren dürfen muss, wie man dafür sorgt dass diese Menschen in ihre Heimat zurückkehren können (ich unterstelle mal dass die das auch wollen. Und sobald man dort sicher vor Hunger und Krieg und religiösen Spinnern ist werden hoffentlich die meisten da auch wieder hingehen, ist immerhin ihre Heimat. Ich schätze die meisten Syrer, Iraker, Kurden etc. haben genausoviel Heimatliebe in sich wie die meisten Leute hier.), ohne dass man als Kriegstreiber dasteht. Das kommt mir in der Diskussion etwas zu kurz.
    WIR (die Industriestaaten, viele davon in Europa) sind zu ganz ordentlichen Teilen an der Misere Schuld. Wir kriegen jetzt eine Einwanderer- und/oder Flüchtlingsflut ab, die Probleme macht und die man nicht einfach ignorieren kann. Da prallen einfach Welten aufeinander, kulturell, bildungstechnisch, finanziell, sprachlich usw. Das macht Flüchtlingen vermutlich genausowenig Spaß wie uns. Und deswegen müssen wir etwas tun. Eigentlich hätten wir das schon viel früher tun müssen. Jetzt ist es fast zu spät.
    Viele der besorgten Bürger, und sogar viele der „Nazis“ sind Leute die Angst haben. Leute die Angst haben vor Fremden, Angst haben vor Veränderungen. Angst dass der Staat seine eigenen Bürger vergisst. Teilweise sind diese Ängste überzogen, teilweise nicht. Ich finde es sehr unfair, die alle über einen Kamm zu scheren.
    Und ganz ehrlich, auch ich mache mir große Sorgen, da ich in einer Stadt mit sehr hohem Ausländeranteil wohne, von dem leider sehr viele Menschen nicht gut integriert sind. Ich habe persönlich erlebt was das bedeuten kann. Ich befürchte dass die Flüchtlinge es mit der Integration sehr schwer haben werden, und dass das zu einer unruhigen und unsicheren Umgebung führen wird, in der meine Kinder aufwachsen müssen.

    Einfach ein sehr schwiriges Thema wie ich finde. Und unangenehm, für alle Beteiligten. :(

  10. Fontanefan

    @Aginor Gegen die Aufnahme von Flüchtlingen zu sein, hat in Deutschland eine lange Tradition. Es waren keine Nazis oder Neo-Nazis, die mit Zweidrittelmehrheit das Grundgesetz geändert haben, um mit dem Artikel 16a das Asylrecht gewaltig einzuschränken. (https://de.wikipedia.org/wiki/Asylkompromiss)
    Aber die, die damals gesagt haben, wir müssen dir Ursachen beseitigen, die Menschen dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen, haben in den vergangenen Jahrzehnten genau das nicht geschafft. Seitdem sind Zehntausende auf der Flucht umgekommen, weil ihnen der Zugang zu Europa versperrt wurde wie 1961 den DDR-Bürgern der Weg nach Westen.
    Nach dem Mauerbau hat es nur gut 18 Jahre gedauert , bis die DDR zusammengebrochen ist. Seit der Einführung des Art 16 sind über 22 Jahre vergangen. Sollen die Flüchtlinge darauf warten, dass die EU zusammenbricht? Willst du, dass die EU weiterhin in unserem Namen die Verantwortung dafür übernimmt, dass jährlich tausende Flüchtlinge umkommen, weil sie keine legale Einreisechance haben?
    Unangenehm ist die Situation, für den Tod Tausender verantwortlich zu sein. Dennoch können wir relativ unaufgeregt darüber diskutieren. In Aleppo im Geschützfeuer zu sterben oder im Mittelmeer zu ertrinken, ist sicherlich unangenehmer. – Freilich, wer das tut, ist wenigstens nicht schuld daran, dass andere für ihn sterben müssen, damit er ungestört die Segnungen eines freien und prosperierenden Landes genießen kann.

  11. Fontanefan

    Aber den Flüchtlingen zur Integration zu verhelfen, ist eine enorm schwere Aufgabe. Und wenn es nicht gelingt, Menschen wie dich dazu zu bringen, sich auch darauf einzulassen, kann der Versuch in einer allzu großen Zahl von Fällen scheitern.
    Aber immerhin ist es nach 1945 gelungen, mehrere Millionen zu integrieren, und nach 1989 die Mehrheit der 17 Millionen Neubürger. Freilich nicht in einem Jahr und nicht alle. Aber so etwas kann gelingen, auch wenn zwischenzeitlich vieles unruhiger und unsicherer wird für uns.

  12. Herr Rau Post author

    Man wird aber nicht in die Nazi-Ecke gedrängt, weil man das Vorgehen der Regierung kritisiert, sondern – ich halte das für einen wichtigen Unterschied – aus Gründen der Wortwahl, der Humanität, wegen Unterstellungen und Misstrauen. Aber Menschen in Ecken zu drängen, ist so oder so meist eine ganz schlechte Idee. Manche Menschen stellen sich auch selber dahin, und ja, sie bereiten dadurch den echten Nazis den Boden. Ich denke, der Knackpunkt ist „ich fürchte“ – es wird sich zu viel geforchten, auch ganz irrational. Ich bin aufgewachsen in einer Stadt mit hohem Ausländeranteil und wohne in einer mit noch höherem. Kein Problem dank funktionierender Stadtplanung.

  13. Aginor

    Das würde aber voraussetzen dass man den Planern traut. In meiner Stadt ist das gründlich misslungen, und das schon seit den 60ern. Das Resultat ist Ghettobildung, wodurch man sich als Deutscher in zwei Stadtvierteln einfach nicht mehr blicken lassen sollte.
    EDIT: Und das ist nicht eine Befürchtung für die Zukunft, sondern eine Tatsache der Gegenwart. Und ich sehe nicht wie das durch die Unterbringung von mehreren Hundert Flüchtlingen irgendwie besser werden soll.
    Es wird der Versuch einer Integration nichtmal unternommen. Das ärgert mich ungemein, denn es erzeugt erst die Probleme. Flüchtlingsunterbringung in Kasernen etc. ist m.E. noch schlimmer. Ich habe auch leider keine Patentlösung, aber ich finde man sollte versuchen, die Menschen etwas mehr zu verteilen. Vielleicht hilft das.

    Noch eine kleine Anmerkung zu Fontanefan’s Beitrag:
    Du schreibst: „Aber die, die damals gesagt haben, wir müssen dir Ursachen beseitigen, die Menschen dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen, haben in den vergangenen Jahrzehnten genau das nicht geschafft. “

    Ich bin ziemlich sicher dass es nicht versucht wurde. Man hat das Problem einfach verschoben, ja sogar verschlimmert damit. Vor lauter Angst gegen die verantwortlichen vorzugehen und/oder (was noch besser wäre) Geld für eine richtige humanitäre Hilfe auszugeben. Am Leid der Menschen verdient hat man aber derweil gewaltig, bzw. mit der Zusammenarbeit mit ihren Unterdrückern. Ob das die Saudis sind, die türkische Regierung, Hosni Mubarak, Zine el-Abidine Ben Ali oder Saddam Hussein.

    Und ich finde Du siehst das etwas sehr schwarz-weiss. Es muss eine bessere Lösung geben als „Deutschland nimmt jeden“. Da fehlt das U von EU, denn die Staaten verhalten sich nicht wie eine Union. Man schiebt das Problem von sich weg. Die Aussagen der Regierungen von Polen, Tschechien und Ungarn liegen mir da z.B. sehr schwer im Magen. Es wird derzeit mit mehreren Millionen Flüchtlingen gerechnet in den nächsten 5 Jahren. Dass die jetzt eben schon unterwegs sind, und die temporär irgendwo hinmüssen, sehen wohl die meisten Leute ein. Aber warum ist die Idee falsch, diesen IS-Spinnern das Handwerk zu legen, damit die Flüchtlinge zurückkönnen?

    Und dann die heiße Frage: Integrieren oder nicht?
    Wenn sie zurückgehen, dann braucht man sie nicht zu integrieren. Aber (und jetzt bitte wirklich wertungsfrei verstehen) wenn die alle hierbleiben dann haben wir ein Problem. Denn auch wenn in Syrien und dem Irak jetzt plötzlich die Situation VIEL besser wird, dann ist Deutschland immer noch das bessere Land (also zum leben). Die werden nicht wieder gehen. Also doch integrieren, lieber davon ausgehen dass sie bleiben. Aber was ist mit denen die sich nicht integrieren wollen? Hoffen dass es nicht viele sind? Oder doch abschieben? Und wenn ja wann? Und ist das humanitär tragbar? In welchen Fällen?
    So viele Fragen, und keine richtige Diskussion auf den oberen Ebenen, nur Plattitüden. :(

  14. Susann

    zur Unterbringung in Kasernen: das betrifft im „Normalfall“ die Erstannahmeeinrichtungen, und von da wird dann weiterverteilt in dezentrale Unterbringungen. So lange der Asylantrag läuft, sind die Leute in den dezenralen Unterbringungen (wenn sie als Jugendliche geführt werden, sind das dann kleine WGs mit Sozialarbeitern als Betreuern, bei Erwachsenen ist das recht unterschiedlich – geht von „WG-Zimmern“ für mehrere über „Familienzimmer“ über Einzelzimmer für Kranke oder Traumatisierte). Wenn der Asylantrag „durch“ ist, müssen die Leute raus aus der Asylwerberunterkunft, und das kann dann echt schwierig werden – versuchen Sie mal, als nicht-deutschsprechende Eriträerin, die als Putzfrau arbeitet, einen Mietvertrag zu bekommen. Die Leute sind dann de facto obdachlos und somit sind die Kommunen für sie zuständig. Das begeistert die nicht besonders.

    Im Moment läuft einfach das System aus dem Ruder und die Kapazitäten sind nicht mehr da, darum gibt es wesentlich mehr Massenunterkünfte, als im Normalfall angedacht.

  15. Aginor

    Angesichts der Geschwindigkeit, mit der Asylanträge hierzulande bearbeitet werden (Jahre) hoffe ich, dass unsere Regierung da schnell und unkompliziert Alternativen schafft.
    Das Problem wird nämlich in den nächsten Wochen verschärft werden, denn weltweit schauen Leute CNN. Die Bilder die man da sieht sagen: „Vergesst alle anderen Staaten, kommt nach Deutschland“. Ich hoffe darauf sind wir vorbereitet. 10000 – 20.000 Leute pro Woche für die nächsten zwei bis drei Wochen ist so eine Zahl die immer wieder auftaucht in den letzten Tagen. Der Winter naht (das Lachen über meinen kleinen Witz hier bleibt mir im Halse stecken) und die Leute müssen irgendwo unterkommen. Bis diese Woche lautete die Aussage „Wenn wir uns anstrengen kriegen wir die über den Winter“, das war aber BEVOR 25000 Leute mehr angekommen sind.

    Übrigens (fällt mir gerade ein): Die Taktik, Flüchtlingen zu helfen in ihre Heimatländer zurückkehren zu können hat bei den Kroaten, Bosniaken und Kosovo-Albanern z.B. recht brauchbar funktioniert, finde ich. Da sind viele zurückgehrt, nachdem die Sicherheit in ihren Heimatländern wieder gegeben war.

    Gruß
    Aginor

  16. Aginor

    Schöner Artikel, danke fürs posten!

    Bis vor ein paar Jahren waren meine eigenen Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund (ist ja nicht das selbe wie Ausländer oder Fremde, einige davon sind ja nicht mehr wirklich fremd ) auch überwiegend positiv, und gerade deswegen ist der Trend für mich so beunruhigend. Da haben einfach bei der Integration alle geschlafen.

    Zu den Zahlen nochmal: Bei allem Respekt für Herrn Gabriel: 500.000 mehr pro Jahr sind kein Problem? Damit das funktioniert muss sich einiges ändern in Deutschland. Ich bin gespannt…

  17. Matthias Kramer

    @Aginor Das verstehe ich nicht gänzlich. Wo genau ist denn das Problem bei 500.000 mehr pro Jahr? Ist doch alles gut. Beklagen wir nicht seit Jahren „Fachkräftemangel“? Und schrumpfendes Wachstum? Da kommen doch ein Haufen junger arbeitsfähiger Menschen. Die Deutschkurse an den Volkshochschulen platzen aus allen Nähten. Und haben wir nicht im Laufe der Krise noch 219 Milliarden Euro aufgetrieben, um unsere Banken zu retten? Haben wir nicht laut statistischem Bundeamt 3% leerstehende Wohnungen? Was genau besorgt Sie denn?

  18. Aginor

    Das entscheidende Wort dabei ist FACHkräftemangel.
    Natürlich freut sich die deutsche Industrie jetzt auf eine Flut Billigarbeiter zum ausbeuten, daher die Forderungen nach Dingen wie kein Mindestlohn für Flüchtlinge.
    Aber wenn man sich die Gebiete anschaut, aus denen die meisten Flüchtlinge kommen (Ost- und Nordostsyrien, wo der IS am schlimmsten wütet), dann muss einem anhand der Städte und ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung klar sein, dass da nicht sehr viele Fachkräfte zu erwarten sind.
    Gleiches gilt im Übrigen für den überwiegenden Teil der Einwanderer aus der Türkei bzw. den Kurdengebieten. Die Osttürkei ist landwirtschaftlich geprägt. Facharbeiter, Akademiker, und andere gut gebildete verlassen nicht so oft ihre Heimatländer, denn denen geht es idR besser. Die aus der Osttürkei gehen z.B. nach Istanbul auf der Suche nach einem besseren Leben, dort will sie keiner (gesättigter Arbeitsmarkt für wenig gebildete Menschen), also ziehen sie weiter nach Europa, wo sie bessere Chancen sehen.
    Das war auch der Grund warum diese deutsche „Greencard“ so geflopt ist. Fachkräfte migrieren nicht so schnell. Es sind zu einem sehr großen Teil die ärmsten der Armen die zu uns kommen, mit einer hohen Analphabetenrate und Ausbildung in ländlichen Berufen.
    Der Aufwand, diese Menschen in Fachkräfte zu verwandeln ist etwas größer, als ungebildete schon hier befindliche Deutsche oder Migranten zu Fachkräften auszubilden, wegen der zusätzlichen Sprachbarriere und dem teilweise krassen Unverständnis wie das Zusammenleben und – arbeiten in einer industrialisierten Gesellschaft funktioniert. (Nicht böse gemeint, das ist einfach eine ungewohnte Umgebung, in die man sich erst einarbeiten muss, so als würde ich plötzlich auf einer Farm arbeiten müssen.) Das gleiche Problem das diese Menschen in Istanbul haben, das haben die auch hier. Sie wissen es nur noch nicht wenn sie losziehen.
    Klar ist: Die Baubranche freut sich. Und auch an Erntehelfern etc. wird es dann wohl weniger Mangel geben. Andererseits bleibt natürlich zu hoffen dass die – notwendige – finanzielle und materielle Unterstützung der Flüchtlinge nicht dazu führt dass sie das arbeiten nicht nötig finden. Denn auch die geringen finanziellen Mittel die geplant sind, sind in einigen Fällen höher als der Lohn den ein Einwanderer sich von einem Job erhofft hat. (Natürlich weiss er noch nicht wie sauteuer das Leben in Deutschland ist, aber das merkt er dann. Hoffentlich rechtzeitig so dass er sich darauf einstellen kann. Auch hier die Hoffnung dass den Menschen jemand zur Hand geht und alles erklärt. Vorzugsweise in ihrer Sprache. Weiss nicht, vielleicht finden wir in der türkischen oder albanischen Gemeinde hierzulande genügend arabisch sprechende Helfer. Ich habe arabisch mal angeschaut aus Interesse, aber aufgegeben. Extrem schwere Sprache.)

    Bei den vielen leerstehenden Wohnungen fragt man sich zudem, warum es in Deutschland ca. 25.000 Obdachlose gibt. Da stimmt doch was in den Zahlen nicht.

    Auf die Bankenrettung will ich hier nur kurz eingehen, weil sie das Thema nur streift. Stichworte sind aber IMO:
    1. Betrug am Steuerzahler
    2. Verschieben von Geld das es nicht gibt, Zweck siehe Punkt 1.

    Also ja, wenn wir das Geld wirklich hätten, dann wäre es ideal verwendbar für die Lösung einer Menge Probleme, die Flüchtlingsproblematik eingeschlossen.

  19. Herr Rau

    Danke für den Versuch, Matthias. Ich verstehe diese grundsätzliche Furchthaltung auch nicht. Dass Misstrauen gegen die Regierung, den Glauben an einfache Lösungen: Obdachlose einfach in leere Wohnungen stecken. Aginor, ich glaube, die Integration gelingt in München nicht nur wegen der Stadtplaner, sondern wegen der Haltung.

  20. Aginor

    Jop, Obdachlose kann man nicht einfach in leerstehende Wohnungen stecken. Flüchtlinge auch nicht.

    Ich finde Unterstützung und gleichzeitige Vorsicht vor denen, die die Situation ausnutzen – auf beiden Seiten – beißen sich nicht. Und blindes Vertrauen in die Regierung ist vielleicht etwas, das gerade wir in Deutschland aus historischen Präzedenzfällen heraus lieber hinterfragen sollten. Ein Misstrauen und Hinterfragen der Motive der Herrschenden ist in einer Demokratie ein wichtiges Gut. Vor allem wenn man sich anschaut was da – allein in den letzten paar Jahren – alles gedreht wurde.

    Mir entsteht eigentlich am meisten Hoffnung dadurch, dass wir noch die Möglichkeit haben, darüber unaufgeregt zu diskutieren, das ist viel Wert.
    An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei Herrn Rau für die offene Kommentarfunktion bedanken. Ich finde im kleinen Kreis kann man Argumente viel schöner austauschen, als in einer riesen Diskussion wo schnell der Mob der einen oder anderen Seite über einen herfällt, siehe Facebook.

    editiert wegen rechtschraibunk

  21. Aginor

    Mein Browser-Antivirus-Plugin (Bitdefender) sperrt den Link mit dem Verweis auf eine mögliche Infizierung der Zielseite.
    Das gilt doch aber nicht für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge, sondern allgemein für Einwanderer, oder?

    Aber ok, lassen wir mal diesen Teilaspekt weg, denn ich stimme zu dass man da mit etwas Förderung und Geduld den Großteil der Ziele erreichen kann.
    Als Ingenieur komme ich einfach nicht umhin, die worst-case Betrachtung zu machen, ich nehme an das steht mir ein bisschen im Weg. Aber wie sieht ein menschenwürdiges Leben in einer Flüchtlingsunterkunft aus? Ich habe selbst in einer Kaserne gelebt. Das ist sehr eng, aber machbar wenn man sehr diszipliniert ist, und es Pläne für die Arbeitsteilung gibt, z.B. putzen, oder auch Pläne für die Benutzung der sanitären Anlagen (Duschzeiten oder so). Wenn ich dann lese dass eine Kaserne, in der ein bisschen über 150 Soldaten stationiert waren (schätze mal das war eine Kompanie mit 4 Zügen á 40 Mann oder so), jetzt für 600-1000 Flüchtlinge reichen soll, dann kann man – selbst wenn man die Argumentation gelten lässt dass Flüchtlingen das egal ist, die sind froh am Leben zu sein – sich vorstellen dass die Flüchtlinge dort nicht die Lebensbedingungen vorfinden, die sie aus meiner Sicht benötigen. Leider höre ich nirgendwo auf den oberen Ebenen, wie das angegangen werden soll.
    Meine Großeltern waren Vertriebene, die haben auch in Umständen überlebt, die ich nicht als tragbar ansehe. Das ist aber kein Grund, die Flüchtlinge so zu behandeln.

    Also zusammenfassend (ich möchte mal die nächsten Entwicklungen abwarten daher wäre ich jetzt größtenteils durch mit meiner Argumentation) bin ich persönlich der Meinung, dass zwar die Hilfsbereitschaft der Menschen in Deutschland zu begrüßen ist, und auch dass parteiübergreifend die Politik bis auf ein paar Ausrutscher aus Bayern und dem Osten die humanitär vertretbare Meinung vertritt, aber dass die Problemfelder und die geplanten Lösungswege entweder in großen Teilen unbearbeitet bleiben, oder zumindest – was auch meiner Sicht beinahe ebenso schlimm ist – absolut mangelhaft kommuniziert werden.
    Das geht zu Lasten der Leute, denen wir helfen wollen, und auch zu Lasten derer, die sich engagieren um zu helfen.
    Also auch wenn das ein Reizwort geworden ist, das dazu führt dass man als Nazi-Unterstützer gilt, dann muss ich dennoch sagen: Besorgnis ist aus meiner Sicht berechtigt. Nicht Besorgnis um den Untergang des Abendlandes, sondern Besorgnis um die Menschen. Diese Besorgnis muss natürlich zum Nachdenken über Lösungen führen, und nicht zu allgemeiner Ablehnung. Durch Ignorieren werden Probleme nicht gelöst, sie müssen analysiert, gewichtet, und angegangen werden. Das Thema ist nicht durch in dem Moment in dem man sagt „OK, wir nehmen die und heißen sie willkommen“. Da fängt es erst an.

    Danke fürs lesen, und für die – zugegebenermaßen mehr oder minder wirksamen – Aufmunterungen! :)

    Gruß
    Aginor

  22. Herr Rau Post author

    >Als Ingenieur komme ich einfach nicht umhin, die worst-case Betrachtung zu machen, ich nehme an das steht mir ein bisschen im Weg.

    Ja, das könnte es sein.

  23. Georg

    Aginor schrieb:
    |> Es sind zu einem sehr großen Teil die ärmsten der Armen die zu uns kommen

    Bei Herkunftsländern außerhalb Europas bezweifle ich das angesichts der „Reisekosten“.

  24. Herr Rau Post author

    Das stimmt, mit Übertreibung sollte man vorsichtig sein. Ändert sacchlich aber kaum etwas, das ist klar.

  25. Aginor

    Bei den syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen ist es etwas gemischter als bei den Einwanderern aus der Türkei, das ist richtig. Flüchtlinge aus Syrien sind also im Vergleich zu den übrigen Einwanderern etwas gebildeter. Aber die meisten davon sind nicht (aus-)gebildet genug, dass man sie einfach schnell mal hier in die Arbeitswelt eingliedern kann. Dafür sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich, die natürlich auch irgendwer bezahlen muss, diese Diskussion läuft ja noch.

    Für Afghanen z.B. stimmt Georgs Aussage größtenteils schon, da kommen initial nicht die ärmsten, sondern die Mittelschicht. Dafür sind die nachdem sie hier sind die ärmsten, weil die Reise oft das komplette Geld kostet.
    Was dann zum Zuzug der ärmeren Leute führt, das kommt danach. Nämlich wenn der oder die ersten einer Gruppe es geschafft haben herzukommen und dadurch ein wenig Geld haben. Dann kommt nachholen von Verwandten, Bekannten, Freunden und Nachbarn, und da bezahlt das Reisen oft derjenige der bereits in Europa ist, der hat einfach mehr Geld.
    Daher kommt auch die Taktik von Familien, sich auf dem Weg nach Deutschland in mehrere Gruppen zu trennen. Es muss ja nur ein Erwachsener durchkommen.

    Die meisten Einwanderer (minus obige Flüchtlinge, ich bin immer noch dafür, da zu trennen ob jemand muss oder will) kommen aber aus der Türkei, dem Nahen Osten, und Nordafrika. Man muss selbst von Nordafrika aus nicht besonders reich sein, um in einem dieser abgewrackten Seelenverkäufer nach Italien zu kommen (bzw. auf dem Weg unterzugehen, was leider auch recht oft vorkommt). Die perfide Taktik der Schlepper besteht darin, genau so viel zu verlangen wie ein Migrant durch Verkauf aller seiner Güter plus noch monatelanger Arbeit bekommen kann. Das sind in vielen Fällen (ich habe z.B. mal Zahlen von Algerien gehört, ist jedoch schon ein paar Jahre her) so etwa 500-1000 Euro. Wenn ein Migrant noch nach Verkauf aller seiner Güter in einer Hafenstadt in Algerien ein bis zwei Jahre als Hilfsarbeiter arbeiten muss, um das Geld zusammen zu bekommen, dann würde ich schon sagen er ist arm.

    Zur Situation jetzt: Ich finde es gut, dass so langsam auch die Politik in der Realität ankommt. Es werden Mittel beschafft und neue Wege der Unterbringung gesucht, anstatt einfach nur zu sagen „kein Problem“. Natürlich ufert auch das wieder bei dem einen oder anderen in Polemik aus, aber wenigstens passiert etwas. Auch die angedachte Unterstüzung der Staaten die das Problem wirklich hart trifft (Libanon, der nicht gerade für sein vieles Geld bekannt ist, und die Türkei, die schon acht Millarden ausgegeben hat für die 2 Millionen Syrer die sie untergebracht haben) finde ich nicht schlecht. Warum soll man auch den Leuten eine Reise von Tausenden Kilometern zumuten. Wir können dort auch helfen. Nicht allen, aber vielen. Gerade denen die in Syrien noch eine Zukunft sehen, und das Land nicht dem IS überlassen wollen.

  26. Herr Rau

    Aginor, ich fühle mein Blog hier als Plattform für fremdenfeindliche Postings missbraucht. Jeder andere hält sich kurz, aber du schreibst lang und breit und vor allem immer wieder das gleiche. Sachlich und gedanklich möchte ich dir da in so vielem widersprechen, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ich glaube, da dringe ich auch nicht durch. Besuch mich mal in München, einer Stadt mit Erfahrung mit Fremden.

    Nachtrag: „Fremdenfeindlich“ war zu harsch. Sachlich stimme ich auch manchem zu. Wichtig scheint mir sein, dass wir ein Merkel-Klima in Deutschland haben und kein Seehofer-Klima. Erst dann will man auch Lösungen finden.

  27. Matthias Kramer

    Ich stimme Herrn Rau zu, da ich immer noch nicht so recht weiß, was Aginor eigentlich als problematisch einschätzt. Eine gute Sicht von außen auf die Dinge hat John Oliver abgegeben: http://youtu.be/umqvYhb3wf4 Das ist freilich eine etwas humoristische Sicht auf die ganze Lage, trifft aber den Kern: auf kurzfristige Sicht muss man investieren, damit man auf langfristige Sicht davon profitieren kann. Wer es etwas wissenschaftlicher haben möchte, schaue sich gern die Bundespressekonferenz mit dem Rat für Migration zur deutschen Asylpolitik: http://youtu.be/2nIZrnjuhK4 Wer danach immer noch Ängste schürt oder Seehofer zitiert, sollte einfach mal mehr lesen.

  28. Aginor

    @Herr Rau: Es tut mir wirklich Leid wenn ich als fremdenfeindlich erscheine, das ist nicht meine Absicht. Dass ich viel schreibe… ok, SChuldig im Sinne der Anklage, ich finde es einfach wichtig dass man auf alle Argumente eingeht in so einem Beitrag. Ich lese diesen Blog gerne und finde einfach auch so viele interessante Themen, die ich gerne kommentieren möchte. Ob das die Vögel im Garten sind, die Kinder und Jugendliche in in der Schule, oder auch dieses Thema hier und seine vielen Unterthemen.

    Ich lebe in einer Stadt mit mehr Fremden als München (prozentual), ich kann da schon mitreden denke ich.

    @allgemein:
    Vielleicht haben wir nur unterschiedliche Definitionen von dem Wort „Problem“.
    Ich meine mit „Problem“ etwas, das – wenn niemand etwas tut – ein Hindernis darstellt. Etwas, was man nicht wegdiskutieren kann, sondern wo man etwas tun muss, im Sinne von Arbeit verrichten oder anderweitig Leistung erbringen.

    Dass die Menschen in großer Zahl herkommen ist ein Problem. Wir müssen das gemeinsam angehen, das will ich damit ausdrücken. Ich will diesen Menschen helfen, hier und in ihrere Heimat. Ich fände es sehr traurig wenn das als fremdenfeindlich verstanden wird, denn so ist wirklich nicht gemeint.

    Sicherheitshalber werde ich trotzdem nichts mehr posten hier, ich verlege mich lieber auf die schöneren Themen wie Literaturkritik.

    Danke trotzdem fürs lesen. :)

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