Extra! Extra!

An den letzten Tagen des Schuljahres fanden am GRG wie wohl an vielen Schulen Projekttage statt. Am Montag bereiteten die Klassen ihr Projekt unter dem Motto “GRG-Stadt” vor – es würde die üblichen Imbissstände geben, aber auch einfallsreichere Sachen wie einen Postdienst oder eine Modenschau. Am Dienstag war dann Präsentation der Projekte

Eine 8. Klasse schickte am Montag Reporter in die Klassen, um am Dienstag eine Zeitung herausgeben zu können mit Texten über die Projekte der anderen: Gratz sollte sie heißen.

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Und die Zeitung kam dann auch heraus. Voller Tippfehler und schief kopiert, die Texte unterschiedlich gut geschrieben – aber es war eine Zeitung. Keine Schülerzeitung. Eine Zeitung. Mit tagesaktuellen Fotos, billig, und Lokalinformationen, die die Leser interessierten. Sichtbar war das an den Reaktionen. Während das Echo auf die Schülerzeitung an unserer Schule gering ist, kamen hier sofort Rückmeldungen: Beschwerden von freien Mitarbeitern, deren Text gekürzt worden war; Klagen über das schlechte Layout und Tippfehler; Korrekturen von falsch oder nicht genau treffenden Behauptungen in den Texten.
Ganz wie bei einer richtigen Zeitung.

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Vielleicht sollte ich in Zukunft den Schülern mehr Zeitungs-Filme zeigen. Ich bin noch mit der Fernsehserie Lou Grant aufgewachsen. Und davor kannte ich aus unzähligen His-Girl-Friday-Verfilmungen (zum Beispiel die mit Cary Grant und Rosalind Russell oder die mit Jack Lemmon und Walter Matthau) das romantisierte Zeitungsleben aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Bärbeißige Chefredakteure, kleine gelbe Notizblöcke, sich irgendwo hineinschleichen und die Polizei belauschen; große Hektik und allgemeines Zigarrenkauen. Mehrere Ausgaben am Tag und “Extra! Extra!” rufende Zeitungsjungen bei Sonderausgaben.
Ich weiß auch, dass Zeitungen heute nicht mehr so sind (nur J. Jonah Jameson aus den Spider-Man-Filmen erinnert noch daran). Aber vielleicht schafft man in der Mittelstufe so am ehesten Interesse für Zeitung. Oder ist das zu sehr gemogelt?

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