Referatsanfänge

Deutsch, 8. Klasse, Buchvorstellung, die Schülerin eröffnet:

In meinem Buch geht es
 Okay
um einen psychopathischen Serienkiller,
 Ahm, hm, nicht so gut
der vergewaltigte Frauen aufsucht
 Oh-oh
und sie in ihren Wohnungen ans Bett fesselt,
 wenigstens schauen die Schüler noch ziemlich normal aus
die Bäuche aufschlitzt,
  was kommt denn noch
die Gebärmutter rausnimmt
 das reicht jetzt aber
und sie dann mit einem Schnitt durch den Hals tötet.
 aufhören bitte

So erschreckend-übertrieben kann man das gar nicht schreiben, wie das gewirkt hat. Mein Gesicht mag immer bleicher geworden sein. (Na ja, nicht wirklich. Das Lustige daran habe ich schon auch gesehen.) Das Buch hatte sie von ihrer Mutter bekommen.

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9 Thoughts to “Referatsanfänge

  1. Die Chirurgin von Tess Gerritsen. Die Amazon-Sternchen leuchten ganz ordentlich; ich mag selber keine Thriller (im Gegensatz zu Krimis, lange Geschichte). Das Referat war etwas zu unstrukturiert und verworren, und dann kam auch noch der Probealarm – aber es war doch ganz ordentlich. Immerhin ist ihr aufgefallen, dass das Buch eigentlich „Der Chirurg“ nach dem Täter und nicht nach der Ermittlerin, einer Ärztin, heißen sollte. Der Originaltitel, konnte ich dann dozieren, lässt ja beides zu.

  2. Ja, merkwürdigerweise gibt es keine Alterkennzeichnung bei Büchern. Ich habe mich auch mal mit 8.klässlern darüber unterhalten, was sie denn lesen und ob ihre Eltern das kontrollieren. Eine Schülerin erzählte, sie lese gerade Hannibal. Ihre Mutter meinte nämlich, sie sei zu jung für den Film und solle darum erst einmal das Buch lesen. Die meisten in der Klasse sagten, dass ihre Eltern froh sind, wenn sie überhaupt lesen. Was, ist dann egal.

  3. Bei Büchern im deutschsprachigen Raum ist es so, dass es Altersempfehlungen gibt. In einer Buchhandlung ist das in aller Regel ein sehr wichtiges Thema und die Buchhändlerinnen wissen Bescheid. (Amazon-Sternchen hingegen sind in aller Regel Fakes, schon allein
    deshalb weil Autoren der Konkurrenz die Bücher zerreissen oder ihre eigenen Titel hochloben und Verlage desgleichen.
    Bis vor einigen Jahren hat der Jugendschutz noch Titel auf den Index gesetzt. „9 1/2 Wochen“ war ein gutes Beispiel,
    es war lange Zeit (gewöhnliches Rowohlt TB) um der Jugendlichen Willen weg vom Markt, auch für alle Volljährigen.

    Wenn man unsicher ist und der Buchhändlerin nicht traut, gibt es in jedem deutschsprachigen Land eine Anlaufstelle, in der
    Schweiz sind das die.

  4. Schaurige Geschichte – aber es scheint ja, die Schüler hätten das Ganze gut verkraftet. Wahrscheinlich sind die schon ganz anderes gewohnt (gewöhnt?)… ;-)

  5. Interessante Mutter, die ihrer Tochter so ein Buch schenkt…
    Frei nach dem Motto: Aufs Leben da draußen vorbereiten ;-)

  6. Das interessante ist ja eigentlich wirklich, dass sich das Mädel in Buchform mit diesen Themen auseinander gesetzt hat. Man ist es ja inzwischen gewöhnt, dass die Kinder in diesem Alter Filme gesehen haben, die ich mir selbst freiwillig gar nicht ansehen möchte.
    Das Problem, dass Eltern entweder nicht wissen, was Ihre Kinder sehen/lesen oder dass es Ihnen egal ist bleibt…
    Und wenn die Mutter ihr das Buch selbst gegeben hat, dann kann man nur hoffen, die Gute wusste nicht so arg viel vom Inhalt und hat es für eine Krankenhaus-Soap gehalten…

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