Vokabeln prüfen

Muss ein Schüler wissen, was Vieh heißt, lebendes Vieh, verschiedener Art? Also nicht bloß “cattle”? Wie sehr muss ich mich bei einem Lückentext verkünsteln, bis ich sicher “livestock” als Antwort erhalte?
Eben. Wenn meine Schüler wissen, was “livestock” heißt, bin ich völlig zufrieden; verwenden müssen sie das Wort nicht. Also habe ich in der Vokabel-Ex* auch gefragt, welche Geräusche livestock macht: Viele Muuhs, tatsächlich auch einige moos, ein oink. Einige haben gar nichts geschrieben; ich hoffe, das lag nicht an der Fragestellung, sondern daran, dass sie das Wort nicht gelernt hatten.

Uh, jetzt muss ich nur überlegen, ob es nicht doch ein Tier gibt, das “Yeah” macht. Dummer Lehrer, dumme Frage.

*für Auswärtige: eine unangekündigte Prüfung über die Hausaufgabe oder den Stoff der letzten Stunde; pädagogisch nicht immer sinnvoll, aber verwaltungstechnisch praktisch

3 Antworten auf „Vokabeln prüfen“

  1. “Verwaltungstechnisch praktisch,” motiviert mich schon fast, das auch zu probieren. Hab mich bis jetzt nicht getraut, solche Tests zu benoten.

  2. In anderen deutschen Bundesländern gibt es so etwas gar nicht (vom Bildungssystem der Schweiz weiß ich fast gar nichts), in Bayern sind diese Aufgaben zwar nicht Pflicht, aber als eine der relativ wenigen Möglichkeiten, legal an eine Note zu kommen, in der Schulordnung fürs Gymnasium ausdrücklich erwähnt. Und von jedem Lehrer werden ein bis zwei davon im Halbjahr erwartet. Ich hatte auch schon oft keine im Schuljahr (sondern kam auf andere Art an meine mündlichen Noten).
    Diese Stegreifaufgaben sollen Schüler dazu bringen, dass sie ja ihre Hausaufgaben machen, als permanente Drohung. (Von mir aus auch als Belohnung für fleißige Schüler.) In Fächern, in denen Vokabeln gelernt werden müssen, sehe ich das sogar fast ein. Ansonsten prüft man damit lediglich punktuell den Stoff der letzten Stunde ab.
    In ein- oder zweistündigen Fächern ist das aber die einzige Möglichkeit, an die in Bayern schulordentlich vorgeschriebene Anzahl von sogenannten mündlichen Noten zu kommen.

  3. Bei uns ist das – vor allem in der Volkschule – durchaus üblich. Aber mündliche Noten machen wir vermehrt mit Präsentationen und Überzeugunsreden, manchmal sind auch die Mitschüler/innen an der Bewertung beteiligt (1/3). Je nach Fach haben wir gute Lehrmittel mit wirklich brauchbaren Bewertungsgrundlagen, die von den Lernenden gut akzeptiert werden. Zum Beispiel diese.

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