Zettel einsammeln

Viel Zeit geht als Klassleiter drauf für das Einsammeln von Zetteln. Die meisten davon werden über den Klassleiter verteilt, aber manchmal geben einem die Schüler auch einfach so Zettel, bei denen man erst mal keine Ahnung hat, um was es geht. Gelbe Zettel, grüne Zettel, weiße Zettel. Von den Eltern unterschrieben, angekreuzt, abgetrennt, in verschlossenen Umschlägen. Abzugeben bis zum 13.10. oder zum 12.11., oder zu einem vom Klassleiter bestimmten Termin.

Und diesen Zetteln jagt man dann hinterher. Zumindest auf der Oberstufe, sollte man meinen, könnten die Schüler die Zettel rechtzeitig abgeben. Bei den meisten klappt das auch, aber nicht bei allen. Bei meiner 11. Klasse habe ich damit angefangen, die Schüler, die den Zettel auch zum letztmöglichen Termin nicht abgegeben haben, zu Hause anrufen zu lassen, während der Stunde, mit meinem Handy, im Klassenzimmer, mit einer wortreichen Entschuldigung bei den Eltern für die Störung. Ob’s hilft, weiß ich nicht. Ab dem nächsten Mal verlange ich Geld, immerhin zahle ich ja die Handyrechnung.
Rechtlich haltbar ist das vermutlich nicht, aber sinnvoll. Sonst müsste ich selber den Eltern hinterhertelefonieren. Ich hoffe also, dass die Schüler genügend Sportsgeist haben und die Regelung mittragen.

5 Antworten auf „Zettel einsammeln“

  1. I hate it!! Man muss ja nicht nur einsammeln, sondern auch noch kontrollieren, ob alle das sind, wer was angekreuzt… bemerkt.… hat. Besonders “toll” ist es, wenn z.B. unsere HA-Hilfe (“Lernwerkstatt”) ALLE Zettel zurück will, also auch von denjenigen, die sich nicht anmelden wollen… die nur NEIN angekreuzt haben.
    Die Zuhause-Anrufaktion finde ich originell, aber ob es nachhaltig Erfolg bringt?? Denn irgendwie kriegen die Spezialisten da ja noch ein extra Forum, Aufmerksamkeit, sie schinden weiter Unterrichtsszeit… da “lohnt” sich das Vergessen doch richtig…
    Wenn’s geht, maile ich parallel die Sache an die Eltern bzw. stelle es im virtuellen Klassenzimmer als download zur Verfügung – das hilft auch, den häufig gehen die Zettel ja auf halbem Wege verloren und kommen deshalb nicht bei.

  2. Ich glaube, welche Methode der Sanktionierung man wählt, ist völlig egal. Ich bin sicher, dass selbst bei schwersten Prügelstrafen nicht alle Zettel zum Abgabetermin da wären. Deshalb hilft nur eins: einzelne SchülerInnen rekrutieren, die die Zettel einsammeln und gesammelt abgeben. Das nennt man Outsourcing.

  3. Und wenn am Schuljahresende noch was fehlt, sei es ein Buch aus der Bücherei, sei es ein Zettel oder der Beitrag zur Jahrgangsstufenkasse:der entsprechende Schüler bekommt sein Zeugnis nur als Fotokopie, für das Orginal muss er das oben genannte nachliefern.

  4. I hate it too. Ich bin völlig und hilfos der Unzuverlässigkeit der Schüler und Eltern ausgeliefert. Ich kann arbeiten so gut ich will, ich muss dabei versagen. Und muss dann zur Strafe (!)anrufen, nachlaufen, mich ärgern. Sinnlose Zeit für sinnlose Arbeit. Und wenn ich dann vom Handy anrufen lasse, dann muss ich den Schülern noch fürs Geld nachlaufen? Nee. Outsourcen funktioniert manchmal, dann stehe ich tief in der Schuld einer arbeitenden Schülerin.… eine endlose Story voll Schweiß,Tränen und Wut. Und keine Lösung in Sicht.

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