Ein Comic für Liebhaber: The Acme Novelty Library

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The Acme Novelty Library. Bevor man das großformatige Hardcover überhaupt aufschlägt, bleibt man schon Stunden an der Banderole drumrum hängen:

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Die Schrift wird immer kleiner, der Text immer absurder. Und nach der Banderole kommt dann der… was ist das Gegenteil von Buchrücken? Der Buchbauch? Die Vorderseiten des Einbandes, in den Regel ungenutzter Platz, nicht mal ein Wort dafür gibt es, aber hier findet sich der Welt kleinstes Comic:

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Innen drin dann ein Sammelsurium kleingedruckter Anzeigen, wie sie für Comics typisch waren. “Win Prizes Or Cash!”, alles natürlich Parodien. Dazwischen immer wieder mal Bastelbögen, liebevoll detailliert.
Den Hauptteil des Buches machen aber Comics aus, jeweils eine Episode pro Seite. Es gibt verschiedene Serien: Tales of Tomorrow, Rusty Brown, Rocket Sam, Big Tex.

Die Geschichten selbst sind in Ordnung, aber nicht ganz mein Geschmack: Ich mag billige Superhelden- und Soap-Opera-Action. Die Acme-Geschichten sind dagegen alle eher deprimierend und nüchtern. Allerdings gewinnen die Geschichten um Rusty Brown und Chalky White, zwei jugendliche Sammler von Comics und Spielfiguren, im Lauf der Zeit und im Lauf des Buches sehr. Die beiden werden erwachsen, der eine kommt aus seinem Keller und gründet eine Familie, aber auch da läuft nicht alles so, wie er sich erwartet hat. Traurig, aber nicht übermäßig, und sehr spannend zu lesen.

(Nebenbei, die praktischste Art, dieses Buch zu lesen, bestand für mich darin, es flach auf den Fußboden zu legen und mich drumherum zu drehen. Zuviel Kleingedrucktes in allen möglichen Ecken und Enden.)

Eine Antwort auf „Ein Comic für Liebhaber: The Acme Novelty Library“

  1. Ja, ich habe auch kein Wort für diesen Teil gefunden obwohl ich noch etwas herumgefragt habe.

    Der Buchrücken gilt nicht als etwas, was ein Gegenteil hat, weil dieser Teil wohl nur sehr selten, wie in dem schönen Beispiel hier, verziert worden ist.

    Den Buchumschlag gibt es ja noch nicht so lange, der Bucheinband wurde vorher aber oft mannigfaltig verziert. Auch der Buchblock erfuhr verschiedene Verschönerungen am Schnitt (Kopfschnitt, Vorderschnitt und Fuss(schnitt)). Aber das hier ist wirklich sehr originell und hätte den Buchkünstlern des Mittelalters bestimmt gefallen.

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