Alte Filme: Radioactive Dreams und Dario Argento

Noch eine Erinnerung aus dem Spanienurlaub: Ich habe meinen ersten Dario-Argento-Film mit scharfen Konturen gesehen. Dessen Filme (Inferno, Suspiria) kannte ich sonst nur aus den 1980er Jahren von Videokopien der zweiten und dritten Generationen, mit Schlieren und Streifen und verschwommenen Rändern. Aber erkannt habe ich ihn gleich, obwohl ich kaum ein Wort verstanden und die ersten Minuten verpasst hatte: Ganz typisch die großen roten und blauen Flächen. Und die Horrorgestalten.

Es war dann zwar doch doch Dèmoni von Lamberto Bava, aber immerhin war das Drehbuch von Dario Argento.

Und weil das zu kurz für einen Blogeintrag ist, will ich mich noch an Radioactive Dreams erinnern. Nach einem Atomkrieg sind Phillip Hammer und Marlowe Chandler 15 Jahre in einem Bunker aufgewachsen, mit nichts zu lesen als alten Krimis. Als sie endlich als junge Männer der Bunker verlassen können, finden sie sich in einer postapokalyptischen Mad-Max-Welt mit kannibalischen Punk-Mädchen wieder. (Und tragen Hut und Trenchcoat wie Humphrey Bogart.) Cooler Soundtrack, leider nur als LP erhältlich, und eine Musik- und Tanzeinlage gibt’s im Film auch.

Muss ich erwähnen, dass der Film vermutlich eher schlecht war? Ich habe ihn allerdings in sehr angenehmer Erinnerung. Billig produziert, aber liebevoll. (Und weniger aufgeblasen als Streets of Fire von Walter Hill – diese rock opera mit Rick Moranis, auch Mitte der 80er.)
Die postapokalyptische Welt sah übrigens genauso aus, so dachten wir damals jedenfalls, wie die Rückseite von London, wenn man mit dem Zug vom Kontinent aus einfährt.

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