Programmieren in Latein

In vielen Sprachen, etwa dem Englischen, wird nur durch die Wortstellung klar, ob ein Wort Subjekt, direktes oder indirektes Objekt ist. In anderen, Latein etwa, wird die Funktion durch Flexion verdeutlicht, so dass die Wortstellung flexibel ist.

In Programmiersprachen gibt es kaum Flexion und die Stellung der einzelnen Befehle ist wichtig. Das muss aber nicht so sein: Damian Conway hat Perl auf Lateinisch entwickelt.

maximum inquementum tum biguttam egresso scribe.
meo maximo vestibulo perlegamentum da.
da duo tum maximum conscribementa meis listis.

  dum listis decapitamentum damentum nexto
   fac sic
    nextum tum novumversum scribe egresso.
    lista sic hoc recidementum nextum cis vannementa da listis.
   cis.

Die Wortstellung ist dabei relativ flexibel. Der Text wird übersetzt zu:

print STDOUT ‘maximum:’;
my $maxim = ;
my (@list) = (2..$maxim);

while ($next = shift @list)
  {
   print STDOUT $next, “\n”;
   @list = grep {$_ % $next} @list;
  }

Ich kann ja kein Perl, und wenig mehr Latein, aber das wäre schon verlockend. (Der Link stammt übrigens von meinem kleinen Bruder.)

Besser argumentieren können

Besser argumentieren können heißt: Die besseren Argumente haben.

Hat Jahre gedauert, bis ich zu dieser Erkenntnis kam. Helfer auf dem Weg: Platon, Gorgias und Phaidros. Unzählige Erörterungsaufsätze. Stephen Fry in Moab is my Washpot. (Schulhofvorwurf: “Oh, you can argue anything with words, Fry. Doesn’t make it right.”) Robert M. Pirsig, Zen and the Art of Motorcycle Maintenance. Und, curiously enough, eine Stelle in The Sword in the Stone von T.H. White, in der gemietete Ritter zur Artuszeit mit Rechtsanwälten heute verglichen werden.

(Recht haben ist allerdings wieder etwas anderes.)

Präsentationssoftware in der 6. Klasse

Lehrplan Informatik (als Teil von Naturundtechnik) in der 6. Klasse: In veranschlagten 5 Unterrichtsstunden soll das hier zum Thema Powerpoint Präsentationssoftware geschehen:

Durch Kombination verschiedener, schon bekannter Darstellungsarten von Information erstellen die Schüler Multimediadokumente und erkennen deren Nutzen. Dabei bewähren sich erneut die bereits erlernten Begriffe der objektorientierten Betrachtungsweise. Verschiedenartige Animationen, wie sie Präsentationssoftware zur Gestaltung bietet, helfen den Schülern, das Prinzip der Methoden von Objekten besser zu verstehen. In einem gemeinsamen Projekt mit dem Schwerpunkt Biologie erstellen sie eine Präsentation zum Themenbereich Wirbeltiere. Dabei lernen sie auch Kriterien für die Qualität von Präsentationen kennen.
* die Klasse “Folie” (Zusammenspiel von Text, Graphik, Bild, Ton)
* Verbesserung der Informationsdarstellung durch geeignete Animation der Objekte

Viel Sinnvolles kann man in diesen 5 Stunden nicht machen. 5 Stunden heißt bei einem einstündigen Fach übrigens: mindestens 6 Wochen (Ferien, Feiertage, Konferenzen).
Das macht das Timing und die Zusammenarbeit mit der Biologie schwierig. Wann sollen Schüler und Schülerinnen eigentlich für ihr Projekt recherchieren? In Informatik bleibt nicht viel Zeit, in Biologie fand das auch nicht viel statt. (Zu Hause wäre schön, hat sich aber noch nicht herumgesprochen. Für dieses Recherchieren braucht man übrigens kein WWW, sondern eine Bibliothek, wenn man gute Ergebnisse haben will.)

“Geeignete Animation” heißt ja wohl in fast allen Fällen der Verzicht auf Animation.
Ich glaube außerdem nicht, dass die Schüler den Nutzen von Präsentationssoftware dadurch erlernen, dass man ihnen ein Thema vorgibt und sagt: Das musst du mit Powerpoint Präsentationssoftware erledigen. Sie können dabei gar nicht erst lernen, dass man für manche Themen besser kein Powerpoint benutzt.

Überhaupt ist das ein Schmarrn, das mit der verpflichtenden Präsentation zu Wirbeltieren. Wir machen ja schon aus über dreißig Schülern nur zehn bis fünfzehn Präsentationen, aber die soll man dann ja wohl auch anschauen. Weder die Schüler noch die Lehrer möchten fünfzehn vierminütige Wirbeltierpräsentationen über sich ergehen lassen. Jahr um Jahr. Ich habe zwei 6. Klassen dieses Jahr.

Nächstes Jahr tu ich mir das nicht mehr an. Vorschläge zum Verbessern: Nur exemplarisch gemeinsam in der Klasse eine Präsentation erstellen, zu einem Wirbeltier, mit dem gesamten Wissen der Klasse drin. Danach andere Themen, und nicht so, dass jede Präsentation auch gezeigt werden muss: Nur die besten drei, die Schüler schauen sich gegenseitig über die Schulter und stimmen ab. Und keine Wirbeltiere, sondern zusammen mit Kunst, oder wenigstens den biologischen Experimenten der 5. Klasse. Dafür ist sowas gedacht.

Internet aus der Steckdose (Technisches)

Wenn im Funknetz zu Hause die Reichweite nur noch halb so groß ist wie früher, gibt es mehrere Möglichkeiten. Auf die beste bin ich zuletzt gekommen: Nachschauen, ob nicht etwa die Antenne am Router halb herausgedreht ist, und sie notfalls wieder anzuschrauben.
Ansonsten kann man wohl eine andere Antenne kaufen, eine Funkzwischenstation einrichten, oder das Stromnetz der Wohnung bemühen.

Von Netgear gibt es zum Beispiel das “Wireless Powerline Kit WGXB102”. Das besteht aus zwei Teilen: Das XE102 steckt man in eine Steckdose und verbindet es dann mit einem Ethernet-Kabel mit dem eigenen Router. Das andere Teil, WGX102, steckt man in irgendeine andere Steckdose (die zur selben Wohnung gehört). Von dort aus funkt es dann munter zum Laptop.

Das ganze hat auch problemlos funktioniert, ganz ohne irgendetwas irgendwo einzustellen. Einstecken, es funkt, im Laptop muss man dann nur noch das entsprechende Funknetz auswählen. Das Netz ist allerdings offen, und da fangen die Probleme an. Unter 192.168.0.101 soll man laut Anleitung das WGX102 erreichen können, um Verschlüsselungsart und Passwort festzulegen.

Unter dieser Adresse meldet sich aber nichts. Und wenn man bei Google danach sucht, findet man weitere Leute, die das gleiche Problem haben. Weil ich es letztlich doch geschafft habe, will ich das hier festhalten, vielleicht hilft’s ja jemandem. Bei mir lag das Problem daran, dass das Steckdosenteil ursprünglich auf dynamische IP-Vergabe eingestellt war. Mein Router auch, und der hat demnach dem Gerät eine freie IP-Adresse zugewiesen, zum Beispiel 192.168.0.9. Das ist die Adresse, unter der das Dosenteil zu finden war, nicht 192.168.0.101. Falls das Dosenteil nicht gleich reagiert, kann man es notfalls mit ping ‑n 1000 192.168.0.101 (oder eben .9 oder was auch immer) aufwecken.Wenn man erst mal drin ist im webbasierten Konfigurationsmenü, dann kann man auf statische IP-Vergabe umstellen. (Oder man weist über den eigenen Router dem Dosenteil eine feste IP-Adresse zu. Das Gerät selber erkennt man an der MAC-Adresse.)

Jetzt muss ich das Teil nur noch in die Schule mitnehmen, im Computerraum oder Lehrerzimmer einstecken, und schauen, über wieviele Sicherungen und Schalter und Relais und so elektrisches Zeug (davon verstehe ich wirklich sehr wenig) das funktioniert. Dann habe ich Internetanschluss auch im Klassenzimmer.