„Night of the Living Dad“

Heute als Podcast gehört, und der Titel ist so gut, dass ich ihn übernehmen muss. Den Artikel von William Saletan kann man ganz bei Slate lesen.

Die Kurzfassung: Das amerikanische Verteidigungsministerium interessiert sich für „a highly interactive PC or web-based application to allow family members to verbally interact with virtual renditions of deployed Service Members.“ Die Anwendung soll es Familienmitgliedern, zum Beispiel dem vierjährigen Sohn zu Hause, erlauben, mit einer simulierten Mutter zu kommunizieren. Die Mutter wird eingescannt oder abgefilmt, spricht einige oder auch viele Sätze aufs Band, und die Software macht dann einen Avatar daraus, mit dem man kommunizieren kann, auch ohne dass der Mensch dahinter steckt.

The child should be able to have a simulated conversation with a parent about generic, everyday topics. For instance, a child may get a response from saying ‚I love you‘, or ‚I miss you‘, or ‚Good night mommy/daddy.‘

(Alle Zitate siehe Slate-Artikel.)

Das hat mich gleich sehr an Eliza und ihre Verwandten („Parry meets the Doctor“) erinnert. Diese Programme bemühten sich gar nicht um künstliche Intelligenz, sondern nur um eine simulierte Konversation. Und man merkt natürlich schnell, wenn auch nicht so schnell, wie man meint, dass Eliza ein Computerprogramm ist und kein Mensch. Aber ich habe nicht mitgekriegt, dass es neuere Programme gibt, die das nennenswert besser können. Sonst wäre mir das doch mal bei einem Computerspiel begegnet, aber da laufen alle Dialoge mit Nichtspielerfiguren extrem unflexibel ab.

Als nächster Schritt, so Saletan, ist dann zu erwarten, dass die Kinder nicht nur mit abwesenden Vätern, sondern auch mit verstorbenen reden können. Und irgendwann wird das Produkt dann zivil verwendet werden, wie es bei vielen militärischen Entwicklungen geschehen ist. (Bei Teflon übrigens nicht.) Saletan glaubt, dass es dafür einen Markt gibt.

Schöner Text, würde ich gerne mit Schülern machen.

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