Wegen einer Stunde in die Schule kommen!

Die Stundenplanung hat mich am Wochenende angerufen, ob es in Ordnung wäre, wenn ich – einer Kollegin würde dadurch der Plan verbessert – am Freitag jeweils nur eine Stunde hätte. Die Stundenplanung weiß, dass sie mich das fragen kann und dass ich nichts dagegen haben würde. Die normale Reaktion darauf ist allerdings wohl Entrüstung. Wegen einer Stunde in die Schule kommen! Ich habe selber schon Kollegen gesprochen, bei denen das mal vorkam. Deren erste Reaktion: reine Schikane, das hätte auch ein freier Tag sein können, aber das gönnen einem die Stundenplaner nicht. (Reiner Unfug.)

Ich komme fünf Tage in der Woche in die Schule, und wenn das einmal nur für eine Stunde ist, ist das doch auch egal. Etwas anderes ist es, wenn man lieber ausgewogene Pläne hat, mit ungefähr gleich viel Stunden jedem Tag. Das verstehe ich. Selber mag ich Schwankungen aber ganz gern, so mit einem langen Donnerstag von 2. bis 10. Stunde und dafür einem sehr kurzen Freitag.

Ansonsten: lebhafter Schuljahresanfang.

21 Antworten auf „Wegen einer Stunde in die Schule kommen!“

  1. Habe Donnerstags auch nur eine Stunde.
    Und auch wenn ich nachvollziehen kann, dass so eine Situation Kollegen ärgern mag, finde ich die “Entrüstung” darüber – vorsichtig formuliert – unangebracht.
    Lehrer-sein ist ein gut bezahlter Beruf mit vergleichsweise flexiblen (Vorbereitungs-)Arbeitszeiten und langen Ferien – da kann man wohl erwarten, dass man auch für eine Stunde motiviert am Arbeitsplatz erscheint, oder?

  2. Witzig, das hat sich bei mir nach Planänderung gleich am 1. Tag (“lebhafter Schuljahresanfang”, jaja, auch hier) ebenfalls so ergeben. Da diese eine Stunde aber die 13er sind, habe ich zumindest Hoffnung/Vorfreude auf einen freien Freitag – nach dem mündlichen Abitur, Ende Juni…
    “Entrüstung” empfinde ich nicht; Anreise und Zeit vor Ort stehen halt in keinem guten Verhältnis (von wegen CO2-Bilanz und so).
    Guten Start allerseits!

  3. PS: Bin sehr gespannt auf einen iPad-inderSchule-Erfahrungsbericht. Selbst versuche ich mich in konsequent papierloser Schüler-/Notenverwaltung mit iPhone und TeacherTool 2.0, bisher recht vielversprechend.

  4. *g*
    Obwohl ich wirklich alles (!) am PC mache und keinerlei Papier zur Unterrichtsvorbereitung nutze, ist die Notenverwaltung bei mir die Ausnahme: Da nutze ich einen großen Lehrerkalender. :-)

  5. dito: Di, 14:00–14:45.
    Gibt mir die Gelegenheit, in der Nachbarschaft die latente Vermutung zu erhärten, dass wir auch vormittags nix tun … werd mich bemühen, zwischen 9 und 12 verstärkt Rasen zu mähen, Auto zu waschen und Zaunlatten zu lasieren.

  6. Wäre es in Deutschland üblich, dass Lehrer ein Büro in der Schule haben, in dem sie ihrer Arbeit außerhalb der Unterrichtszeit nachgehen können, dann wäre das doch alles ganz normal, oder? Wäre ich Lehrer, so würde ich die Idee ganz gut finden. Seit ich nicht mehr Student bin arbeite ich nicht mehr zu Hause und die Trennung tut mir gut.

  7. Das iPad will ich noch ein oder zwei Monate testen, dann kommt der Bericht. War heute aber schon sehr praktisch: ich wollte ein Foto von Bill Gates zeigen, der zimmerinterne Beamer verweigerte dem zimmerinternen Rechner die Zusammenarbeit, also iPad gezückt, Bild gesucht, Bild herumgezeigt. Quasi Notlösung, nicht etwa um einen iPad lässig aus der Lehrertasche ziehen zu können.

    Büro in der Schule: die Mehrheit der Lehrer dürfte dafür sein, aus allen möglichen naheliegenden Gründen.

  8. Naja, wenn man den “freien” Tag wirklich zur Vor- und Nachbereitung (gerade bei korrekturintensiven Fächern) nutzt, dann kann ich verstehen, dass Unterbrechungen einen rausreißen und einfach nicht “schön” sind. Aber deswegen die Stundenplaner der Schikane bezichtigen? Vielleicht sollten diese KollegInnen einfach mal bei der Stundenplanerstellung mitmachen, damit sie wissen, wie schwierig das sein kann :)

    (Btw: Was ich empfehlen kann, ist die Umstellung auf 60- bzw 90-Minuten-Stunden.)

    Einen schönen Start ins neue Schuljahr!

  9. Wer ist eigentlich Reiner Unfug? Ein neuer Kollege, der mit der Frage anfängt, ob man nicht auch die unterhälftige Teilzeit nicht an einem Schultag unterbringen könnte?
    Was ist eine Erdstrahlenfreie Webseite? Was ist ein Hochbürder Zertifikat?

  10. Umstellen auf Doppelstunden: ja, gerne. Wir haben einen zaghaften Anfang dieses jahr gemacht, so dass zumindest häufiger in Doppelstunden unterrichtet wird. Hat auch Nachteile, aber die Vorteile überwiegen deutlich.

  11. Ich habe (abgesehen von 1- bzw. 3‑stündigen Fächern) nur Doppelstunden und finde das eigentlich ganz gut. Die Mehrzahl der Schüler ist über diese Regelung allerdings wohl nicht ganz so glücklich – vielleicht ist es einfach noch zu ungewohnt.

  12. Dabei sind die Doppelstunden wohl vor allem deshalb eingeführt worden, damit die Oberstufe bessere Stundenpläne – mit weniger Hohlstunden – kriegt.

  13. Ich kenne das bisher ja nur von Freunden, aber dort sind sowohl Lehrende als auch Lernende von der Umstellung überzeugt. An den Schulen wurde aber auch im Vorfeld intensiv darüber diskutiert, u.a. auch was das für pädagogische Konsequenzen hat.

  14. “Büro in der Schule: die Mehrheit der Lehrer dürfte dafür sein, aus allen möglichen naheliegenden Gründen.”

    … Büro wäre nicht schlecht, aber mit dem eigenen Klassenzimmer als Klassenleitung in der GS kann man ganz gut auskommen.
    Wichtiger wäre ein eigener Lagerraum in der Schule für all die Lerntheken, Tafelbild-Elemente, Wort- und Bildkarten, Anschauungsmaterial,… und was sonst so alles nicht auf Dauer im Klassenzimmer stehen soll. Eine normale 2‑Zimmer-Wohnung stellt einen da schon vor gewisse Schwierigkeiten… zumindest, wenn man auch noch irgendwo wohnen will.

  15. Bei uns gab es ein Vorbereitungszimmer für jede Fachschaft (und halt das Lehrerzimmer), dort hatte jeder Lehrer seinen eigenen Schreibtisch. In den Regalen war noch einiges an Ordnern, Büchern und Mappen, in der Geographie (und glaube Geschichte) zustätzlich noch n großer Kartenständer.

    Ist das nicht überall so? Dachte, das wäre normal.

  16. Habe ein Büro seit Februar und genieße es in vollen Zügen. Lasse mir seitdem auch noch lieber einen Stundenplan mit satt Springstunden geben und habe selbst das Gefühl, in der U‑Vorbereitung effizienter und qualitativ besser zu werden. Problem: Kontakte ins Lehrerzimmer wollen gepflegt werden.

  17. Oh, eigenes Klassenzimmer wäre natürlich auch schön. Oder wenigstens eine Reihe von Zimmern, die man sich mit einer Reihe von Lehrern teilt. Kommt aber auch nicht. Aber einen Lagerort, Maria, gibt es jetzt – unter anderem für die Fachschaft Deutsch ganz allein. Da habe ich auch sehr viel Zeug liegen.

    Vorbereitungszimmer: Ich weiß nicht, ob das normal ist, aber das gibt es bei uns nur in Chemie/Physik (und auch da ist alles sehr vollgestellt). Ein Schreibtisch und ein geteiltes Regal würde mir auch reichen.
    Wobei es inzwischen bei uns in den Schränken im Lehrerzimmer Regalfläche für alle Lehrer gibt und nicht nur für die Irgendwannmalzuerstgekommenen.

    Ja, die Kunst- und Bürolehrer sieht man im Lehrerzimmer nicht so oft. Die müssen sich extra Mühe geben.

  18. Bei uns hat jeder einen Stuhl und 60 cm Tisch + ein kleines Fach im Regal in einem Raum mit 50 Kollegen und Schülerzugang, also häufig klopfenden Schülern.
    Unterricht vorbereiten oder korrigieren geht da nicht.
    Erholung in Zwischenstunden hält sich durch den Geräuschpegel in Grenzen. Irgendjemand diskutiert immer.

  19. @Jan: papierlose Unterrichtsvorbereitung? Wäre interessant wie genau du das umsetzt, welche Hilfsmittel und Programme du nutzt. Ich selbst bin dieses Jahr auf ipod + teachertool umgestiegen, aber aufgrund der unzuverlässigen situation an der Schule kann ich nie sicher sein ob ich Ausdrucke in der Schule machen kann oder nicht.
    Wie machst du das mit Unterrichtsvorbereitungen + Notitzen? Hast du einen Notebook im Unterricht dabei?

  20. @ Markus: Ich habe ein HP tm2 TabletPC und das steht eigentlich immer auf dem Pult. Da stehen Unterrichtsnotizen drin, Termine, Arbeitsblätter, Bücher etc.

    Mein ganzes Material, meine Stundenverläufe inklusive gefühlter zehn Trillionen Arbeitsblätter ist in “Microsoft OneNote” organisiert. Durch eine geschickte Struktur kann ich binnen Sekunden (!) zu jedem Fach, jeder beliebigen Klasse, jedem Thema und jeder Einheit springen und habe dadurch gar keinen Papierkram mehr.

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