Änderungen an der GSO (Bayern)

Zum Beginn des aktuellen Schuljahrs – 1. August 2010 – sind einige kleine Änderungen der GSO in Kraft getreten. Viele betreffen das Abitur, vorab angewendet wurde bereit die Erweiterung des möglichen Vorrückens auf Probe (bei welchen Noten auch immer) auf die Jahrgangsstufe 9. Echt neu sind ein paar Wörter in §37:

Bei Erkrankung von mehr als drei Unterrichtstagen oder bei Erkrankung am Tag eines angekündigten Leistungsnachweises kann die Schule die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses verlangen.

Kann, nicht muss. Bisher haben manche Schulen bereits so ein Attest verlangt, wenn ein Schüler an einem Tag mit einer Schulaufgabe (angekündigte größere Prüfung) nicht da war, aber das stand rechtlich vielleicht auf eher lockerem Boden. Ab jetzt ist das jedenfalls möglich.

— An die Bekanntmachungen angefügt war auch der Text des Gesamtvertrags zur Vergütung von Ansprüchen nach §52a UrhG. Der Vertrag ist zwischen den Ländern und acht Verwertungsgesellschaften abgeschlossen, darunter die GEMA und WG Wort; geregelt wird darin das „öffentliche Zugänglichmachen von Werken oder Werkteilen für Zwecke des Unterrichts an den Schulen.“ Grundlage für den Vertrag ist §52a UrhG, der in Absatz 4 eine angemessene Vergütung für die Verwendung geschützten Materials in der Schule vorsieht.

Kleine Teile eines Werks (maximal 12% bzw. höchstens 5 Minuten), 25% eines Druckwerks (maximal 100 Seiten) und ganze Werke geringen Umfangs können einem abgegrenzten Kreis von Unterrichtsteilnehmern zugänglich gemacht werden. Aber nur, und das verstehe ich nicht ganz, „wenn das Werk nicht in zumutbarer Weise vom ausschließlichen Rechteinhaber in digitaler Form für die Nutzung im Netz der Schulen angeboten wird.“ Wo kommt plötzlich die digitale Form her? Heißt das, wenn es eine zumutbare Grass-CD gibt, dass ich keinen Grass-Text kopieren darf?

Für diese Rechte (bis 31. Juli 2013) zahlen die Länder €1.760.000.- an die Verwertungsgesellschaften (bzw. die federführende VG Wort, die das dann wohl weiter verteilt). Außerdem wird es wieder repräsentative Erhebungen geben an Schulen, darunter zusätzliche an solchen, die geschütztes Material „in Intranets“ stellen. „Dabei sollen während des gesamten Schuljahres Angaben über die eingestellten Inhalte erhoben werden; die genauen Modalitäten werden rechtzeitig gemeinsam festgelegt.“ Nu ja.

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One thought to “Änderungen an der GSO (Bayern)”

  1. An meiner Schule in BaWü wurden Fehltage auf einem extra Blatt zum Zeugnis festgehalten. Ein Fehltag war es auch, wenn man nur eine Stunde nicht da war – aus welchem Grund auch immer. In der Oberstufe dann war ab drei Tagen Fehlzeit ein Attest vom Arzt gefragt. Wer aber in einem Kurs zu wenig da war – ob wegen Krankheit oder anderen Gründen – der fiel sowieso durch, egal welche Leistungen er brachte.

    Mir hat es am Ende nix gebracht außer Stress.

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