Vichyssoise

In der Gemüsekiste war Lauch, es ist Sommer, ich hatte noch nie eine Vichyssoise gemacht.

vichyssoise
Foto: Frau Rau

Das Wort „Vichyssoise“ kannte ich seit früher Jugend. Begegnet war es mir vielleicht bei Es muss nicht immer Kaviar sein, oder in der Anekdotensammlung im Bücherschrank meiner Eltern, die voll war von Orten, Begriffen und Personen, die mir nichts sagten. (Ganz erstaunlich, wie viel Weltwissen man aus leicht verstaubten Anekdotensammlungen gewinnen kann.) Richtig auseinandergesetzt habe ich mich mit Vichyssoise aber erst – wie viele meiner Generation – bei The Secret of Monkey Island, als es darum ging, einen Aushilfskoch um seine Stelle zu bringen, indem man eine – erst mühsam zu fangende – Ratte in der Vichyssoise platzierte, um dann selber die frei gewordene Stelle als Koch antreten zu können.

Die Vichyssoise gestern war richtig gut. Mein Rezept ist ein Gemisch aus verschiedenen im Web gefundenen Rezepte. Für vier Portionen:

  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen, kleingemacht
  • 400 g Lauch, möglichst viel vom weißen Anteil
  • 350 g Kartoffeln, grob gewürfelt
  • 1.4 Liter Hühnerbrühe (Nachtrag: eher dünn, also halb Wasser, halb Brühe)
  • 1/2 Becher Sahne (oder mehr), Salz, Pfeffer

Den Lauch waschen, gut abtrocknen, in Stücke schneiden, in dem Olivenöl mit dem Knoblauch ein paar Minuten möglichst andünsten. Dann die Kartoffeln dazu und mit der Brühe auffüllen. Eine Dreiviertelstunde kochen, danach mit dem Pürierstab durchmixen. Nachsalzen, Sahne dazu geben. Ein anderes Rezept schlug Joghurt statt Sahne vor, probiere ich beim nächsten Mal.

Kalt werden lassen, danach in den Kühlschrank. Traditionell mit Schnittlauch dekorieren, Petersilie sehe ich auch gelegentlich, ich hatte noch Basilikum übrig. Geht alles. Traditionell kommt übrigens kein Knoblauch hinein.

Erstaunt war ich darüber, wie wunderbar glatt die Suppe ist, auch ohne dass ich sie durch ein Sieb gestrichen habe. Kein bisschen von der leicht krümeligen Konsistenz, die ich sonst von Pürierstabsuppen kenne.

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2 Thoughts to “Vichyssoise

  1. Das endgültige Argument, warum der Pürierstab mit zum Zelteln muss. Vichyssoisse ist echte Küchenalchemie – wer hätte gedacht, dass aus so simplen Zutaten so etwas köstliches wird?

  2. Das scheint die Urmutter der Birnen-Curry-Suppe zu sein, die ich aus einem Südafrikakochbuch kenne (Web hilft). Fein in Cappucchinotassen, mit Saté-Spieß dekoriert.

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