Orangenmarmelade 2016

By | 7.2.2016

orangenmarmelade2016

Wie jedes Jahr in letzter Zeit. Diesmal habe ich ein, zwei Gläser mehr gemacht. Frau Rau mag meine Orangenmarmelade ja nicht ganz so fest, sondern ein wenig flüssig, bei mir ist es quasi Orangemarmeladier-Ehrensache, dass die Marmelade anständig geliert; je schnittfester, desto erfolgreicher.

19 thoughts on “Orangenmarmelade 2016

  1. Biki

    Ich bin da ganz bei Frau Rau. Ist viel süffeliger, wenn die Marmelade so vom Löffel tröpfelt. Genüssliche sensorische Wahrnehmung versus handwerklichen Perfektionismus‘

  2. Niva

    Sieht sehr ansprechend aus. Verraten Sie denn auch noch das Rezept?

  3. Thomas Kuban

    Ist das so richtig englische Marmelade mit Schalen und bitter?

  4. Herr Rau Post author

    Das Rezept ist hier, Niva, einer älteren Einträge in meinem Blog. Da merkt man erst das mit dem Zeitvergehen:
    https://www.herr-rau.de/wordpress/2004/06/orangenmarmelade.htm

    Und ja, Thomas, genau das. Die Bitterorangen diesmal direkt aus Mallorca, zusammen mit einem Paket anderen Zeugs.

    Nächstes Mal wieder flüssiger. Ich glaube, es reizt mich jetzt mehr, die Marmelade fest, aber nicht ganz so fest werden zu lassen. Fest habe ich mir jetzt ja bewiesen. Dann tropft’s auch wieder mehr vom Löffel.

  5. Thomas Kuban

    Top! Danke.

    Und nicht mal in München gab es Bitterorangen zu kaufen?

  6. Hauptschulblues

    Das ist das Rezept von Frau Walther. Sie hat es von unserer Freundin Liz aus Manchester:
    Orangenmarmelade Man nehme: 2 lb Seville oranges (900g Pomeranzen/Bitterorangen) 4 pints water (2 1/4 Liter Wasser) 1 lemon 4 lb granulated sugar, warmed (1,8 kg Zucker.)
    Pomeranzen sehen aus wie nicht übermäßig schöne Orangen. Sie sind tatsächlich ziemlich bitter, und es gibt sie bei uns auf Märkten und in wenigen großen Kauhäusern im Januar und Februar. Orangenmarmelade ist sehr englisch und sehr lecker. Zur Not kann man die Marmelade sicher auch mit normalen Orangen machen: Aber die Bitterkeit der Pomeranzen passt besser zum vielen Zucker in der Marmelade. Zuerst überlegt man sich, ob man das Rezept nicht mit der halben Menge an Orangen ausprobieren möchte. Für den Anfang vielleicht nicht schlecht. Da füllt man einen großen Topf, größer als man denkt, mit dem Wasser. Die Pomeranzen werden halbiert und ausgepresst, die Zitrone ebenso, der Saft kommt gleich zum Wasser. Alle Kerne und alle Schalenreste und allen Glibber aufheben! Die Pomeranzenschalen werden in feine oder ganz feine Streifen geschnitten, die kommen dann auch ins Wasser. Wieder gilt: Alle Kerne, und besonders das weiße Zeug unter der Schale aufheben. Dieses Zeug enthält besonders viel Pektin, und Pektin ist es, was die Masse später zum Gelieren bringt. (Gelierzucker ist normaler Zucker, der mit zusätzlichem Pektin versetzt ist. Das ist ein bisschen gemogelt.) Nun packt man allen übrigen Glibber in ein Mullnetz (oder Mulltuch, das man oben zubindet). Das Mulltuch hängt man dann in das Wasser mit den Schalenstreifen, und kocht das ganze zwei Stunden lang weich. Kein Deckel, und nur sanft köcheln lassen. Da braucht man nicht unbedingt zuschauen, da geht nichts schief. Nach zwei Stunden, wenn die Schalenstückchen weich sind, nimmt man das Mulltuch aus dem Topf und legt es beiseite, damit der Inhalt abkühlt. Jetzt wird`s ein bisschen kniffliger. In den Topf kommt langsam der ganze Zucker, dann umrühren, bis sich alle Zuckerkristalle aufgelöst haben. Das ist wichtig! Dann dreht man die Temperatur schön hoch und quetscht den Inhalt des Mulltuchs in den Topf. Oder, wenn man vorsichtiger ist, quetscht man den Inhalt des Mulltuchs erst einmal auf einen Teller. Da ist nämlich ganz, ganz viel Glibber drin. Und der macht die Hände ganz glibberig. Und au! au! au! heiß ist das ganze Zeug auch noch. Wer`s mag, kann das Mulltuch ja auch zwischen zwei Tellern auspressen, bei mir hat`s nicht geklappt. Nachtrag aus Kommentar unten: Viel einfacher ist es, den Inhalt in ein Metallsieb zu geben und den Glibber durchzudrücken. Die Hauptsache ist, dass so viel wie möglich von dem Glibber in den Topf mit dem aufgelösten Zucker kommt, dass dann gut umgerührt wird, und die Masse richtig schön heiß köchelt. Das geht mindestens 15 Minuten so, und während der Zeit sollte man schon ein Auge darauf haben: Besonders zum Schluss hin kann es schnell geschehen, dass die Schalenstückchen mit dem Zucker am Boden anbrennen und karamelisieren. Das gibt eine viel dunklere Farbe, und schmeckt ein bisschen knusprig, ist aber auch keine Katastrophe. Mit etwas Glück ist die Marmelade jetzt schon fertig. Um sicher zu sein, dass das Pektin die Masse schon geliert hat, lässt man ein bisschen davon auf eine Untertasse aus dem Eisfach fallen: Das kühlt dann schnell ab und man sieht, ob die Masse schon Marmeladenkonsistenz hat. Falls nicht, einfach nochmal zehn Minuten köcheln, und notfalls dann immer noch zehn. Ich war mir nie sicher, ob die Masse fest genug war; sie war es immer. Dann nimmt man den Topf von der Herdplatte und lässt ihn 20 Minuten abkühlen. Währenddessen bereitet man die Gläser vor (ausspülen, trocknen, im Ofen auf 100 ° aufheizen). Einfüllen, zumachen, fertig. Sehr lecker.

  7. Thomas Kuban

    Dann frage ich hier mal rum…Nürnberg müsste das ja auch bieten können ;).

  8. Frau Rau

    Hihi: Das Rezept von Herrn Rau, das er oben verlinkt, hat also über Manchester, Frau Walther und Hauptschulblues den Weg zurück in Herrn Raus Blog gefunden. So funktioniert Tradition.

  9. Herr Rau Post author

    >Und nicht mal in München gab es Bitterorangen zu kaufen?
    Doch, an einigen Stellen. Das mit Mallorca hat sich eher zufällig so ergeben.

    @Hauptschulbues: Fehler bei Copy und Paste, oder falsch abgespeichert?

  10. Maggy

    Orangenmarmelade erinnert mich wieder an meine Schulzeit! :) Ich weiß nicht mehr warum, aber wir haben im Naturwissenschaften – Bereich Biologie * in der 8. Klasse Orangenmarmelade gekocht. Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich die Gläser befüllen durfte. Es war allerdings zum Glück keine richtige bittere Orangenmarmelade, sondern eine süße und das ist mir wesentlich lieber. Ich glaube, ich muss mal meine Unterlagen durchsuchen, ob ich das Rezept noch finde.

    *Anm. wir hatten als schulautonomes Fach zusätzlich zum normalen Biologie-, Physik- etc. Unterricht noch ein Fach „Naturwissenschaften“ in dem wir in kleinere Gruppen aufgeteilt waren und wo vermehrt Experimente durchgeführt wurden. Jede Woche war ein anderes Fach dran und es wurde immer ein Thema von den verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet. (Biologie, Physik, Chemie und Informatik)

  11. Herr Rau Post author

    Orangenmarmelade als Experiment? Ich will ja schon seit Jahren mit Schülern Löwenzahnweinlimonade machen. Bei Marmelade fällt mir nur Pektin zum Gelieren und Zucker zum Konservieren ein, das reicht für den Chemieunterricht.

  12. Niva

    Verspäteten Dank für den link zu Ihrem Rezepteintrag aus dem Jahr 2004.
    Als ich am Sonntagabend die Benachrichtigung über die Orangenmarmelade geöffnet habe, kam ich gerade aus der Küche und hatte eine Kürbis-Orangenmarmelade nach einem Rezept aus dem Kochbuch „Marmeladen und Gelees“ vom Gräfe und Unzer Verlag in Gläser gefüllt!
    Ganz anders als die klassische Orangenmarmelade, weniger süß und bitter, dafür aber sehr fruchtig!

  13. Herr Rau Post author

    Kürbis? Würde ich gerne mal probieren. Aber nicht selber machen, inzwischen ist meine Marmelade eine Tradition. Kein Orangenlikör rein, kein Kürbis, kein Gelierzucker.

  14. Maggy

    Ich weiß leider nicht mehr, warum wir das gemacht haben. (ist jetzt doch schon rund 6 Jahre her) Es könnte durchaus um den Zucker gegangen sein.

  15. Maggy

    Weil mir das keine Ruhe gelassen hat, habe ich gerade die Unterlagen rausgesucht. Das Thema war „Biologie im Supermarkt“ und dabei wurden auch verschiedene Haltbarkeitsverfahren besprochen. Dabei war auch das Haltbarmachen von Früchten und im Zuge dessen haben wir auch Marmelade gemacht. Dem Datum kann ich entnehmen, dass das die Stunde vor den Osterferien war. Und auch das Rezept ist hier dabei. Ich muss wohl demnächst Marmelade machen. :D

    (Und ich merke gerade wie interessant es ist alte Schulunterlagen durchzugehen und dass ich mich jetzt immer noch über die Kommentare freue. Auch wenn ich Glitzerstifte von einer Gymnasiallehrkraft etwas befremdlich finde.)

  16. Herr Rau Post author

    Glitzerstifte habe ich selber nie benutzt. Aber vertrauensbildende Stempel, ja – aber auch nur in der 5. Klasse. Das Kind habe, so der Vater später, sich sehr darüber gefreut. Alte Kommentare: Aha! Ich wusste doch, dass es nicht stimmt, dass die nicht gelesen werden!

  17. Niva

    Bei mir kommt kein Orangenlikör rein, da bin ich Purist. Gelierzucker gibt es auch nicht, Zucker auf die Hälfte reduziert und stattdessen einen gestrichenen Teelöffel Agar-Agar und natürlich Zitronensaft, der hilft ja auch beim Gelieren.
    Mal sehen, ob ich die Orangenmarmelade diesen Winter noch ausprobiere, oder bis zum nächsten Herbst warte. Viele Dank nochmals für das Rezept.

  18. Maggy

    Es war keine Lehrerin, die diese ständig genutzt hat. Das hätte ich mir gemerkt und wäre dann nicht so überrascht gewesen. Und es ja auch bereits in der 8. Schulstufe.

    Also ich lese solche Kommentare immer, schließlich erhält man dort Lob und/oder Verbesserungsvorschläge. Ich kenne aber auch ein paar Leute, die das nie interessiert hat, weil sie die Note wissen wollten um sich darüber aufregen zu können, aber nie daran gedacht haben, dass sie selbst etwas tun müssen um die Note zu verbessern. Das ist zumindest mein bisheriger Eindruck. (gibt es an der Uni leider auch)

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