Workarounds in der Schule…

…sind etwas, an das ich mich zu schnell gewöhne.

  • In der webbasierten Vorlage für das Protokoll ist ein Tippfehler? Kein Problem, einfach als als .doc herunterladen, Tippfehler ausbessern, wieder als Pdf exportieren.
  • Der Export aus dem Zeugnisprogramm enthält überflüssige Tabellenzeilen? Auch kein Problem, einfach als .doc-Datei exportieren, Tabellenzeilen löschen, neu speichern.
  • Der Videobetrachter VLC funktioniert bei DVDs nicht? Nimm die portable Version, die ist jünger.
  • Die Webseite wird nicht richtig angezeigt? Ja, der Standardbrowser ist der Internet Explorer, versuch’s lieber mit dem Firefox.
  • Pdfs werden nicht richtig angezeigt? Ja, der voreingestellte Pdf-Betrachter ist veraltet, einfach mit der rechten Maustaste den anderen auswählen.

Für computeraffine Menschen wie mich ist das alles kein Problem. Aber eigentlich sollte kein normaler Benutzer mit diesen Tricks arbeiten müssen. (Das heißt, eine solide informatische Grundbildung muss aber schon sein. Damit man weiß, was bei einem Doppelklick eigentlich passiert.) Wenn es an Schulen zu viele Bastler gibt, heißt das, dass solche Workarounds bestehen bleiben.

Das erinnert mich ein bisschen an „Der Minimalforscher“ von Robert Sheckley, eine nicht ganz ernst gemeinte Science-Fiction-Kurzgeschichte. Fremde Planeten werden dort erst auf Tauglichkeit geprüft, indem ein Kolonist dort alleine ein Jahr überleben muss, um sicherzustellen, dass es keine Gefahr durch wilden Tiere, Bakterien, Umweltgifte, in den Wahnsinn treibende Naturphänomene gibt. Die Behörde, die das organisiert, ist allerdings davon abgekommen, tüchtige, kräftige, geschickte Männer als Kolonist einzusetzen, weil die die gefahren oft gar nicht mitkriegen. Stattdessen werden eher ungeschickte Tölpel eingesetzt – wenn die die Zeit als Kolonist überstehen, dann ist der Planet auch wirklich für alle tauglich.

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