Agiles Weihnachtskochen

Von Agilem Kochen hatte ich schon gehört, bei der Weihnachtsfeier an der Uni probierten wir das auch einmal aus. Und das kommt so:

Informatiker beschäftigen sich auch mit Softwareentwicklung, und mit verschiedenen Vorgehensweisen bei der Softwareentwicklung. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, dass es meist ins Chaos führt und Projekte nicht abgeschlossen werden, wenn man einfach mal so drauflos macht und dann schaut, was am Ende herauskommt. Es gibt also mehrere Modelle, nach denen man vorgehen kann: das Wasserfallmodell (Blogeintrag) gilt als alt und unflexibel und uncool, erfreut sich aber wohl immer noch einiger Beliebtheit. Es gibt das erweiterte Wasserfallmodell, das V-Modell, das Prototypmodell und verschiedene Varaianten dessen, was man Agile Softwareentwicklung nennt. Agile Verfahren zeichnen sich durch mehr Flexibilität und Kommunikation aus, sie heißen dann Kanban oder Scrum oder Extreme Programming (Fachausdruck, ehrlich!).

Häufig stehen dazu viele kleine Teilaufgaben auf Zettelchen an einer großen Wand und geben den Status der Aufgaben an – ob sie in Arbeit sind, noch unbearbeitet oder erlegt. Die Zettelchen legt man vielleicht gemeinsam an, und jedes Team oder jeder Programmierer nimmt sich dann so eine Teilaufgabe vor. Das gibt es natürlich auch webbasiert (Kurzvorstellung in altem Blogeinntrag), aber schöner ist so eine Wand, und mein Traum-Computerraum würde auch eine solche Wand enthalten.

Um agile Verfahren bekannter zu machen, und weil man da eh manchmal zusammen kocht, wird als Event auf bei Informatikertreffen ab und an Agiles Kochen angesetzt; zumindest habe ich schon davon gelesen. Gestern war es dann auch bei uns so weit:

Betrachter vor Wand mit Aufgabenzetteln

Links stehen die Aufgaben – Reis kochen, Pilze waschen und schneiden, Zwiebeln schneiden und anbraten, bis hin zum Tischdecken. Man nimmt ein Zettelchen, schreibt den eigenen Namen darauf, schiebt das zu „In Arbeit“, und wenn man fertig ist, schiebt man das zu „Erledigt“ und nimmt sich – selbstständig – eine weitere freie Aufgabe. Wenn alle erledigt sind, bespricht man kurz die Erfahrungen, bevor dann der nächste Sprint kommt, die nächste Ansammlung von Aufgaben.

Leute um Tisch, die Gemüse schneiden

Es gab vegetarisches Thaicurry, Salat und Nachspeise aus geschmolzener weißer Schokolade und Sahne, und bestimmt ist ganz viel übrig geblieben. Unsere Organisatorin, die das sehr schönm gemacht hat, ist ausgebildeter Scrum Master, die kam damit hoffentlich zurecht – ich musste leider bald weg: Frau Rau kam nach drei Tagen Abwesenheit zurück und ich wollte sie sehr zu Hause erwarten.

(Für Multithreading war die Küche nicht ganz geeignet, aber wir taten unser Bestes.)

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