Kleiner Unterrichtsbesuch

Getsern war die Praktikantin da, unerwartet. Nicht meine Praktikantin, aber sie wollte sich dann auch eine Stunde von mir anschauen – die war dann etwas turbulenter als früher. Eine 6. Klasse, Deutsch. Der Teil der Klasse, der ein Smartphone mitgenommen hatte, machte Bilder vom Kamishibai (für den späteren Homepage-Eintrag), und ich zeigte den Schülern und Schülerinnen dann draußen, wie man am Smartphone Bilder beschneidet und mit Bluetooth austauscht.

Der andere, größere Teil kriegte eine Bastelanleitung für die Knalltüte (Blogeintrag) und musste den versprachlichen – Zielpublikum weider Homepage, und dort auch mit Bildern, aber die Anleitung sollte erst einmal auch ohne Bilder verständlich sein. Kein ganz realkistischer Fall, zugegeben. Danach mussten die von draußen die Knalltüte anhand der Aufsätze nachbauen. Weiter als bis Punkt 4 kam dabei aber niemand. (Nachtrag: In der Folgestunde präsentierte ich meine Musterlösung, und wir probierten sie an einer aus einer anderen Klasse entliehenen Schülerin aus. Was soll ich sagen: Mit meiner Lösung klappte das. Nicht ganz fair, weil ich aus den Fehlern meiner Klasse lernen konnte; aber es zeigt, dass eine funktionierende Lösung eben durchaus möglich ist.)

Heute ist Verabschiedung eines Kollegen, der sich auf eine Stelle am Kultusministerium beworben hatte und dafür auch genommen wurde. Ich hatte mich zeitgleich auf eine andere Stelle beworben, die mich sehr gereizt hatte, etwas mit der Umsetzung der Digitalisierung-Pläne für Schulen, aber das Ministerium hat sich für einen anderen Bewerber entschieden. Schade, aber die Stelle war auch für A13/A14 ausgeschrieben, und ich bin eh schon A15. Mir gefällt es an meiner Schule gut, dazu ein bisschen Uni, und Praktikumslehrer, aber wenn noch mal etwas Spannendes kommt, versuche ich das gerne – nur auf Schulleitung oder auch nur Mitarbeiter habe ich gar keine Lust. Also gibt es nicht viel Angebote für mich.

Ich muss mehr bloggen. Dass Eltern (mein Vater hat heute Geburtstag, noch lange soll es ihm gut gehen!) über ihre Kinder aus Blogs erfahren, ist ja schon leicht gruslig, aber meine Eltern kriegen Informationen eher über das Blog von Frau Rau als von hier, das ist extra gruslig und muss sich mal wieder ändern.

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3 Thoughts to “Kleiner Unterrichtsbesuch

  1. „… nur auf Schulleitung oder auch nur Mitarbeiter habe ich gar keine Lust.“
    Hauptschulblues versteht das. Er selbst würde es aber wieder machen.
    Herr Rau wäre bestimmt ein guter Schulleiter, das meint H. aufgrund des kurzen persönlichen Eindrucks und des Blogs. Die Bedingungen stimmen halt nicht, in jeder Schulart.

  2. „Ministerium“ klingt wie „Dunkle Seite der Macht“- Sie können doch nicht einfach die Seite wechseln.

  3. @Hauptschulblues: Ich bin sicher einmal zu bequem für die Aufgabe, und ich weiß nicht, ob ich das gut machen würde. Ich glaube nicht. Innerhalb der Schule vielleicht, Repräsentation nach außen hin wenig. — Irgendwann könnten wir uns doch mal wieder treffen, auf einen Kaffee oder so, vielleicht auch mit anderen Münchner Lehrerbloggern?

    @. Ja, das ist so der Darth-Vader-Schurkenbogen: Man beginnt als Anakin, weil man glaubt, das Richtige zu tun und das Böse unter Kontrolle halten zu können, und erliegt dann der Versuchung.

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