Geschäftige Wochen

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Die letzte Abiwoche ist vorbei – tatsächlich war für die meisten Abiturienten und Abiturientinnen schon in der Woche zuvor mit der Notenbekanntgabe das Abitur herum. Aber wer in den drei schriftlichen Abiturprüfungen zu schlecht abgeschnitten hat, kann in bis zu drei mündliche Ergänzungsprüfungen gehen, die dann mit den schriftlichen Ergebnissen verrechnet werden. Damit kann man sich auch verschlechtern, aber – wenn man eben überraschend schlecht im schriftlichen Teil war – auch etwas verbessern. Das ist dann immer sehr spannend, weil wir Lehrer und Lehrerinnen ja allen wünschen, doch noch zu bestehen.
Tatsächlich ist oft die Abiturnote bei denen, die gerade noch so mit Zusatzprüfungen knapp durchgerutscht sind, dann gar nicht so schlecht. Liegt am System.
Diese Woche dann Abistreich und Abschlussfeier.

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Alles, was digital ist, ist gut. Früher, da war das „elektronisch“ das paradigmenwechselnde Schlagwort, und die jugendlichen Abenteuerhelden erlebten elektronische Abenteuer:

Titelseite eines Buches

Und danach war es „atomar“. Sieht man hier schön, ab Sekunde 68 – wer etwas Kontext in der Minute davor sucht, wird Schwierigkeiten haben: The 5,000 Fingers if Dr. T. ist ein sehr skuriller Film:

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Nu, und jetzt haben wir halt die digitale Revolution.

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Unser digitales Mediencurriculum macht Fortschritte. So etwas geben sich ja gerade alle Gymnasien in Bayern, und nicht nur die, und nicht nur in Bayern. Wir gehen nicht fächerweise vor, sondern jahrgangsstufenweise – erst die 5., dann die 6., dann die 7. Klasse.

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Es ist noch über einen Monat bis zu den Sommerferien, aber für Lehrer ist das Schuljahresende praktisch da. Wer jetzt nicht alle Noten hat, der macht sich keine mehr. Also gut, eine kleine Schulaufgabe noch, aber bei anderen steht schon viel fest. Mitarbeit und Verhalten wird eh schon vor dem Notenschluss eingetragen, damit die Klassleitungen das schon mal vorbereiten können. Wünsche für das kommende Schuljahr werden eingeholt, Sommerferienpräsenzen vergeben.

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Die nächsten zwei Wochen: Date im Kultusministerium, Fachsitzung, Abifeier, unverbindliches Treffen mit einem Schulbuchverlag, dienstliches Bogenschießen, Treffen Mediencurriculum, Fortbildungstag, die letzten Vorlesungen im Semester.

6 Thoughts to “Geschäftige Wochen

  1. Endlich Sommer – Ferien!

    Meine Kinder sind urlaubsreif.
    Ihre Schulen haben auf die Leerwochen paedagogisch reagiert: Fahrten nach England Klasse 8 und kurzfristig ins Mittelgebirge Klasse 9 angesetzt.
    Daneben fand Sport statt und auch eine Projektwoche.
    Irgendwie geht auch G8, obwohl es in NRW schon wieder abgeschafft wird. Tatsaechlich reicht die Zeit den guten Schülern aus.
    Schwaechere Schüler haben mehr zu tun, als ihnen lieb ist.
    Als Tourist braucht man sich über gebildete Mitreisende nicht zu wundern. Sie sitzen anonym neben uns im Charterflieger und sind mehrere Wochen ganz Mensch.
    Auftanken in der Sonne und Reisen bildet, heißt bei vielen pädagogisch tätigen die Devise für den Sommer 2018. Vergessen sind die Mühen des Alltags und manch einer sinniert über die Wiederholung des Immer-Wiedergleichen, waehrend andere Blogger den Alltag in der Schulzeit bewältigen.
    Ihnen, Herr Lehrer Rau, eine unbeschwerte, erholsame Ferienzeit – und vielen Dank für die sachkundigen Kommentare zur Alltagsbewältigung in den verschiedenen Lerngegenständen des Höheren Schulwesens im Freistaat Bayern.
    In der Presse verfolge ich interessiert, wie die bayrischen Landesherren Heimat und Brauchtum pflegen, was ja eigentlich ein ureigenes Thema der Bildungsinstitution Schule ist.
    In NRW befasst man sich jetzt mit den Auswirkungen der letzten Migrationswellen, Gefährder werden heimgeflogen und viele Kinder mit der deutschen Lebensart, Grammatik und dem Wortschatz vertraut gemacht.
    Tatsächlich schaffen es die Willigen nach einer gewissen Zeit, hier Fuß zufassen. Andere, die schon im Heimatland am Rand der Gesellschaft, beispielsweise in Rumänien oder Bulgarien lebten, werden auch hier nicht durch plötzlich durchstarten, sondern im gleichen Milieu bleiben.
    Auch wer aus Gesellschaften stammt, die keine Industrialisierung und moderne Technologien kennt, tut sich hier schwerer, geschweige denn, wenn kulturelle Prägungen unserer Gesellschaftsordnung den eigenen Anschauungen zuwiderlaufen.
    So begegnen sich im niederen Schulwesen die deutschen und ausländischen looser, ohne Aussicht auf Erlösung. Aus diesem Grund sinkt hier in sozialen Brennpunkten der Gesellschaft die Bereitschaft des Lehrkörpers zur Sozialarbeit und Wissensvermittlung an die unteren Stände.

  2. Ach, die deutsche Lebensart: Da unterscheiden sich Nord- und Süddeutschland mehr voneinander als sie mit anderen Ländern verbindet. Das ist eher ein Phantom. Ich bin froh, dass die Integration in Bayern einigermaßen gut läuft und ich in einer buntesten Städte Deutschlands wohne, mit syrischen Keksen direkt um die Ecke und Granatapfelmelasse, wenn ich welche brauche. Auch Ihnen schöne Ferien!

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