Käsekästchen, Autorennen, Panzerschlacht: Spiele auf kariertem Papier

Schiffe versenken habe ich in der Schule so gut wie nie gespielt. Zu groß war wohl der Aufwand mit den getrennten Zetteln für zwei Spieler, außerdem hatten wir das zu Hause groß aus Plastik von MB.

Was wir gespielt haben, war natürlich Käsekästchen. Das gibt es heute wohl auch noch: Auf Karopapier und in einem rechteckigen, durch Linien begrenzten Spielfeld; jeder Spieler macht der Reihe nach einen senkrechten oder waagrechten Strich von einer Kästchenlänge, und wenn man dadurch ein Kästchen auf allen vier Seiten umschließt, zählt das als Punkt für einen und man darf gleich noch einen Strich machen. (Das führt oft zu kaskadierenden Zügen.)

Gar nicht mehr gesehen habe ich in den letzten zwanzig Jahren Autorennen. Man zeichnet eine Fahrstrecke auf kariertes Papier; jeder Spieler fährt abwechselnd mit seinem Auto, darf dabei aber nicht aus der Bahn kommen. (Sonst… muss man einmal aussetzen?)

Man fährt pro Zug je nach aktueller Geschwindigkeit zwischen 1 und 5 Kästchen, immer geradeaus, und kann vor allem die Geschwindigkeit pro Zug immer nur um 1 erhöhen oder verringern. Wenn man sich da vertut, wird man schnell aus der Kurve getragen.

Ein anderes Spiel hieß Panzer, glaube ich, vielleicht auch Panzerschlacht? Ich weiß nicht mehr, wie man die Panzer gezeichnet oder platziert hat. Man schoss jedenfalls abwechselnd, indem man einen Bleistift senkrecht auf einem eigenen Panzer platzierte und mit einer Hand oben festhielt, und danach mit den Fingern der anderen (meist: rechten) Hand die Bleistiftspitze derart anschnipste, dass sie eine – nicht ganz leicht vorhersehbare – Spur hinter sich auf dem Papier zog. Erreichte so ein Strich einen gegnerischen Panzer, war der zerstört.

Nach dem gleichen Prinzip konnte man auch Autorennen spielen, aber die Variante oben war populärer. Man schnippste mit dem Bleistift von der jeweils letzten Fahrzeugposition weiter, durfte aber nicht die Fahrbahngrenzen verlassen.

Ansonsten gab es noch eine Phase, in der wir Labyrinthe zeichneten, elaborierte, auf Karopapier, DIN A 5, dann A4, teilweise auch A3 mit aneinander geklebten Blättern. Schade, dass ich die nicht mehr habe.

– Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schüler oder Schüler an meiner Schule diese Spiele heimlich im Unterricht spielen. Zu sehr wird da aufgepasst. War das bei uns auch nur Zeitvertreib in den Vertretungsstunden? Sicher kann ich mich nur an heimliches Lesen, Zeichnen und Hausaufgabenmachen erinnern; später in der Oberstufe kam Stricken dazu, das aber ganz öffentlich und geduldet. In unseren modernen Zeiten nicht vorstellbar.

6 Antworten auf „Käsekästchen, Autorennen, Panzerschlacht: Spiele auf kariertem Papier“

  1. Gerade eben gemacht. Ich habe ja nicht so ein Traditionsdesign wie du oder Frau Kaltmamsell (das dürft ihr nie ändern). Ziel diesmal: Umstellen auf ein verbreitetes Standard-Theme mit möglichst wenig eigener Bastelei dran. Früher habe ich nämlich mehr geschraubt, aber davon will ich mich lösen, und wenn das dann nicht ganz so aussieht, wie ich will, ist mir das auch egal.

  2. Habe kurzem selber angefangen Spiele mit Papier und Stift zu sammeln, um sie in spontanen Vertretungsstunden oder zu anderen Anlässen an die Generation Smartphone weiter zu geben, damit sie auch mal offline zocken können…
    Einfach mal googeln auf deutsch und englisch. Die Menge an Altbekannten aber auch Neuem ist faszinierend!

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