Gestern das Vorbereiten abgebrochen und stattdessen Yoga gemacht: Ich will mich ein wenig mehr um mich selber kümmern, und dazu gehören Yoga und Laufen; beides hatte ich weitgehend eingestellt, um Zeit für anderes zu haben. Außerdem möchte ich zum Friseur. Ist das diese Midlife-Crisis, von der man früher so viel hörte?
Ein Freund fragte nach Satzgliedern, insbesondere: Sie war schlechter Laune. Sie waren des Todes. Bist du des Teufels? Die Recherche bietet mir an: Prädikativ, insbesondere „Prädikative Genitive – ein vernachlässigtes Kapitel der Grammatikschreibung“ (pdf). Spannend!
An meiner Schule wird gerade, das ist öffentlich bekannt, für ab dem neuen Schuljahr die Stelle eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin in der Schulleitung ausgeschrieben. Das ist interessant für mich, weil ich erst vor gut zwei Jahren auf der anderen Seite des Tisches saß. (Den anderen Tisch aufhatte? Bin so oder so natürlich vor allem Zuhörer.) Aktuell verlassen wohl recht viele ans Kultusministerium abgeordnete Lehrkräfte turnusmäßig ihre Position dort und suchen eine angemessene Funktionsstelle. Ich kriege jetzt ein bisschen mit, wie das alles aus Schulleitungssicht aussieht.
Seit einem halben Jahr gehe ich übrigens zur Supervision für Mitarbeitende in der Schulleitung. Kann ja nicht schaden, dachte ich mir.
Es sollte eigentlich Ehrensache sein, für Kommunikation mit Menschen auf Chatbots zu verzichten, wenn man nicht darauf angewiesen ist; Lehrer und Lehrerinnen und Blogger und Bloggerinnen sind nicht darauf angewiesen. Und wenn es mehr Zeit kostet? Dann ist das so. Bilder generiert man ohnehin nicht mit einem LLM. – Ich bin gespannt, wie viele Texte im kommenden Jahresbericht der Schule nach Chatbot riechen, nach dieser unverbindlichen platten Freundlichkeit. Man hat ja ohnehin gelernt, misstrauisch zu sein, so wie die Bürger in Hoffmanns „Der Sandmann“, als sich die von manchen bestaunte und gelobte Olimpia überraschend als Automatenmensch entpuppt:
Aber viele hochzuverehrende Herren beruhigten sich nicht dabei; die Geschichte mit dem Automat hatte tief in ihrer Seele Wurzel gefaßt und es schlich sich in der Tat abscheuliches Mißtrauen gegen menschliche Figuren ein. Um nun ganz überzeugt zu werden, daß man keine Holzpuppe liebe, wurde von mehrern Liebhabern verlangt, daß die Geliebte etwas taktlos singe und tanze, daß sie beim Vorlesen sticke, stricke, mit dem Möpschen spiele usw. vor allen Dingen aber, daß sie nicht bloß höre, sondern auch manchmal in der Art spreche, daß dies Sprechen wirklich ein Denken und Empfinden voraussetze.
So erwarte ich dann auch ein wenig weniger glatte und schmiegsame Texte, gerne auch mit rauen Stellen und etwas Taktlosigkeit – als wären sie auf eine Art geschrieben, dass dies Schreiben wirklich ein Denken und Empfinden voraussetze.
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