Wochenrückblick Mitte Oktober 2026

Eine Kollegin sagt manchmal scherzhaft „Herr Rau“ zu mir, und auf einer semiprivaten Videokonferenz wurde ich diese Woche auch so bezeichnet. Letzteres liegt vielleicht nur an meiner E-Mail-Adresse, die ein „herr-rau“ im Namen hat, aber dennoch frage ich mich da immer, ob das eine Anspielung auf meine Online-Identität ist.

Ich habe eine Vertretungsstunde in einer 6. Klasse gehalten. (Es waren insgesamt mehrere diese Woche; viel los gerade.) Die Schülerinnen und Schüler hatten gerade ihre neue Schullektüre dabei; es war Emil und die Detektive. Ich durfte den Anfang des von mir sehr geschätzten Vorworts (siehe: https://www.herr-rau.de/wordpress/2014/10/kochbuecher-lesen.htm) vorlesen und noch etwas zum Buch sagen, dann lasen sie den Rest alleine. Und zwar ruhig und interessiert und konzentriert. So wie das später nicht mehr der Fall ist.

Vielleicht sollte ich auch in der, sagen wir, 10. Klasse als Lektüre Emil und die Detektive lesen. Aufbau und Intertextualität und Erzählperspektive und was man sonst alles machen soll, das kann man mit diesem Buch ähnlich machen wie Homo Faber. Und man lernt mehr daraus als aus den Tributen von Panem oder Harry Potter.

Ich war jetzt schon zweimal schwimmen im Hallenbad in Sichtweite der Schule. Nur 25-Meter-Bahnen, aber dafür wenig los und so wenig sportlich, dass ich mich jetzt unter die Sportschwimmerbahnen gewagt habe.

Immer mehr Schulen wollen den Kindern dabei helfen, ihre Finger vormittags von den Smartphones zu lassen. Verbieten kann man das Mitführen nicht, das Verwenden kann man dagegen ahnden. Es gibt viele technische Lösungen dazu, denen ich sehr skeptisch gegenüberstehe, oder so einfache wie diese scherzhaft „Adventskalender“ genannte Konstruktion:

Mit allen Vor- und Nachteilen. Man möchte das Ding in der Vorweihnachtszeit aber wirklich auch zweckentfremden.

Ich wünsche mir ja sehr, dass Kinder kein Smartphone nutzen. Ja, für manche ist das ein tolles Werkzeug, für die meiste nicht. Wie man dorthin kommt, weiß ich aber nicht; Verbote sind schwierig. Ähnlich KI, da bin ich auch dagegen, egal was die ganzen Richard David Prechtls der Pädagogik dazu sagen. Bayernweit wird wohl enorm viel betrogen in der Schule, mit Smartphone, heimlichem Foto der Aufgabenstellung, und KI. Der Ehrenkodex der Schüler und Schülerinnen verbietet es, da selber etwas zu unternehmen. Ich fürchte aber, dass es ohne deren Mithilfe nicht gehen wird.


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