Also jetzt endlich: mein iPad

By | 28.11.2010

Zuletzt hat Felix Schaumburg gezeigt, welche Apps er auf seinem iPad in der Schule nutzt, jetzt will endlich auch ich mein iPad vorstellen. Die Kurzfassung: im Unterricht nutze ich es kaum. Ich zeige ohnehin nicht viele Präsentationen, und wenn, dann in offenen und freien Formaten, die das iPad nicht unterstützt. Außerdem gibt es bei uns in jedem Klassenzimmer Rechner und Beamer, die oft genug funktionieren, so dass ich gar nicht darüber nachdenke, das iPad zu verwenden.

Trotzdem ist das iPad für mich sehr praktisch und nützlich und ich halte das Format eines solchen mobilen Geräts für zukunftstauglich. Wer nur gelegentlich unterwegs seine Mail lesen möchte, dem reicht ein Smartphone. Wer unterwegs viel arbeiten möchte, der braucht einen Laptop mit einem flexiblen Betriebssystem. Für alles dazwischen ist das iPad gut – wenn man also mehr und länger lesen möchte, wenn man komfortabler schreiben will als mit eine Smartphone, und wenn man etwas schönere Spiele spielen möchte.

Ich habe es auf Reisen dabei gehabt: lange Akkulaufzeit, geringes Gewicht, sehr praktisch.
Ich habe es auf Konferenzen benutzt: Notizen, Mails und Feedreader, zwischendurch ein paar Spiele spielen, auch sehr nützlich.
Ich habe Familienmitgliedern Urlaubsfotos gezeigt: leuchtend hell, sehr schön.
Ich habe Passanten, die mich nach Straßennamen gefragt haben, helfen können, indem ich schnell bei der Karten-App einen Überblick über den aktuellen Standort zeigte.
Die Bedienung ist unübertroffen einfach, meine sechsjährige Nichte kann damit umgehen, mein zehnjähriger Neffe sowieso. Ich zeige denen nur ein kleines Malprogramm, und schon probieren sie der Reihe nach meine Spiele durch. Und die unbekannte Dreijährige in der S-Bahn neulich war auch begeistert, als sie – mit Erlaubnis der begleitenden Mutter – mit meinem iPad malen durfte.
Im Unterricht mal doch schnell – es ging gerade um Nerds – den Schülern zeigen wollen, wie Bill Gates aussieht: Bild gesucht und herumgezeigt.
Für die Couch zu Hause: ungeschlagen.
In der Lehrertasche: immer dabei.

Ich kann mir vorstellen, dass manche Lehrer damit einer papierlosen Schultasche nahekommen. Selber habe ich es zwei Tage versucht und dann wieder aufgegeben. Vielleicht wiederhole ich den Versuch noch mal.

Die Basics – E-Mail, Kalender, Kontake und Feeds:

  • Ich benutze die mitgelieferte E-Mail-App für meine Post. Alle Postfächer sind im imap-Format, so dass alle meine Mail-Zugänge synchronisiert sind: wenn ich auf dem iPad etwas lösche, verschwindet es auch aus meinem Mailprogramm auf dem PC (Thunderbird) und umgekehrt.
  • Ich habe etwa 400 Adressen mit meinem Feedreader abonniert. Keine Angst, auf den meisten davon gibt es nur selten etwas Neues. Wer’s noch nicht weiß: so ein Feedreader ist eine tolle Sache. Man abonniert Seiten (die Pressemitteilungen des Kultusministeriums etwa, oder mein Blog), und wenn auf diesen Seiten etwas Neues veröffentlicht wird, präsentiert einem der Feedreader den neuen Inhalt. Bei mir sind das an Wochentagen etwa 100 Eingänge täglich, vergleichbar mit 100 Artikeln in einer Zeitung: bei vielen lese ich nur die Überschrift, manche überfliege ich, einige hebe ich mir auf, um sie später gründlich zu lesen. Das dauert nur Minuten, und dafür muss ich nicht von Hand die 400 Adressen abklappern, ob es da etwas Neues gibt.
    Ich benutze zum Lesen den Google Reader (synchronisiert mit meiner Blogroll), auf dem iPad ist die normale Webseite dazu aber unpraktisch zu lesen, deshalb rufe ich die für mobile Geräte optimierte alternative Darstellungsform mit einem Knopfdruck auf.
  • Ich benutze die eingebaute Kalender-App für meine Termine. Die Kalender-Kategorien werden dabei mit meinem Google-Kalender-Account synchronisiert, der wiederum mit dem Kalender-Modul meines E-Mail-Programms synchronisiert wird. Letztlich liegen meine Termine also bei Google, weil es da am meisten Schnittstellen zu anderen Programmen gibt. Alle Termine trage ich nur einmal ein oder lösche sie nur einmal, egal ob im Web, am Tablet, in Thunderbird, und auf allen anderen Quellen erscheinen oder verschwinden sie dann automatisch. (Anleitung dazu.)
    Auf einen dieser Kalender hat auch das Sekretariat Zugriff, alle Termine, die dort eingetragen werden – vom Sekretariat oder von mir, am iPad oder am Bürorechner – tauchen dann automatisch auf der Terminliste unserer Schulhomepage auf.
  • Meine Kontaktadressen in Thunderbird werden mit Zindus mit meinen Kontaktadressen bei Google synchronisiert. Und die wiederum werden – man erkennt ein gewisses Muster – mit meinen Kontakten auf dem iPad synchronisiert. (Anleitung hier.) Die Synchronisation klappt nur einigermaßen, da nur die Informationen synchronisiert werden, die sowohl bei Google als auch beim iPad als auch bei Thunderbird vorgesehen sind. Telefonnummern, Namen und Mailadressen gehen, Straße und Ort dagegen nicht. Ich habe die bisher noch nicht vermisst, es wäre aber doch schön, wenn das ginge.

Zum Arbeiten:

  • Office2HD zum Bearbeiten und Erstellen von Word- und Excel-Dateien, vor allem auch zum Bearbeiten von GoogleDocs-Dateien. Relativ teuer, aber meiner Meinung nach das beste seiner Art. Nicht oft gebraucht.
  • Evernote für Notizen. Alle Notizen dort werden mit meinem Evernote-Account synchronisiert, der wiederum synchronisiert ist mit meinem Evernote-Programm auf dem PC: Wenn ich auf dem iPad Notizen mache, erscheinen diese auch auf dem PC und umgekehrt.
  • Ähnlich funktioniert die Dropbox-App, nur mit Dateien: alles, was ich in meinen Dropbox-Ordner auf den PC lege, wird mit dem Dropbox-Account synchronisiert, der wieder um mit der iPad-App erreichbar ist. Allerdings funktioniert das nur in einer Richtung, ich kann mit dem iPad nichts in den Dropbox-Ordner kopieren.
  • Meine Lesezeichen liegen alle bei Delicious, mit der App dazu (iPhone-Version) kann ich auf sie zugreifen.
  • Meine Passwörter auf meinem PC werden mit dem Programm KeePass verwaltet, auch dazu gibt es die App MyKeePass (iPhone-Version), die es mir ermöglicht, meine Passwörter sicher mit mir zu tragen.
  • Unsere Schulmails laufen über das Programm Groupwise von Novell. Keines meiner Favoriten. Der Zugang über Web ist mit dem iPad nicht möglich, deshalb benutze ich, sehr selten, GW Web dazu (iPhone-Version, großen Bruder gibt’s aber auch).
  • Man kann sein Wordpress-Blog natürlich über den normalen Webzugang verwalten, aber das ist umständlich. Mit dem Scrollen auf dem iPad hapert es nämlich ein wenig, das geht nicht sehr sauber. Deshalb benutze ich die WordPress-App, um einfach auf die Rückseite meines Blogs zurgeifen zu können.
  • Ähnliches gilt für unsere unter Joomla laufende Schulhomepage, dazu nehme ich Joomla Admin Mobile in der Lite-Version. Für Notfälle. Der WYSIWYG-Editor funktioniert aber beim iPad nicht.

Praktisches:

  • MVG Fahrinfo, DB Navigator.

Zur Unterhaltung:

  • Facebook (iPhone-Version): deutlich komfortabler als der Webzugang. Sporadisch benutzt.
  • Twitter.
  • Flipboard: eine schöne App, mit der die Tweets und verlinkten Seiten aus Twitter und Facebook (und anderen Quellen) quasi in Magazinform dargestellt werden. (Youtube-Video zum Anschauen.)

Spiele:

  • iGammon: meine liebste Backgammon-App. Mehrere Schwierigkeitsstufen, besser als ich. Spielt sich schnell. Einziger Nachteil: kein Ton, so ein gelegentliches Klickklack beim Ziehen wäre schön.
    Backgammon ist ein tolles Spiel, eine gute Mischung aus Taktik und Glück. Anders als bei vielen Spielen gibt es manchmal richtige Entscheidungen, die trotzdem zum Verlust des Spiels führen. Man muss Chancen und Risiken abwägen und manchmal setzen sich die Risiken durch. Aber das nächste Mal würde man sich in der gleichen Situation noch einmal für den gleichen Zug entscheiden. Dieses Rationale mag ich an dem Spiel. (Natürlich macht man auch tatsächliche Fehler, bei denen man beim nächsten Mal andes entscheiden würde, weil man schon beim ersten Mal anders entscheiden hätte können. Backgammonspieler machen beide Arten von Fehlern, Politiker nur eine.)
    Und manchmal muss man aus rationalen Gründen und gegen seinen Willen ein Verdoppelungsangebot des Gegners annehmen, auch wenn man schlechter dasteht. That’s life.
  • Pinball Ride: mein Lieblingsflipper. Gibt’s auch in einer Lite-Version zum Testen.
  • Cricket T20 Fever: ich habe nicht viele Cricketversionen ausprobiert und verglichen, vielleicht gibt es noch bessere. Aber eine musste sein, um die Regeln zu lernen. (Auch wenn T20 eine neuere, möglicherweise fehlgeleitete Entwicklung im Cricket ist, um das Spiel für ein heutiges Publikum attraktiver zu machen.)
  • Carnivores: Dinosaurierjagd auf Monsterinsel. Man vebringt viel Zeit damit, fliehenden Sauriern hinterherzulaufen. Das gefällt mir, dass da nicht viel passiert.
  • Spit: ein Kartenspiel, alter Zeiten wegen, in denen ich es mit echten Karten gespielt habe. Ein einfaches Ablagespiel, nur dass es pro Spieler einen Ablagestapel gibt (in der App: nur zwei Spieler/Computer, mit echten Karten: bis zu vier) und alle Spieler gleichzeitig auf allen Stapel ablegen dürfen, wenn sie schnell genug sind. Ich mag Spiele ohne feste Zugreihenfolge, davon kenne ich einige.
  • Frotz: eine App für Interactive Fiction/Textadventures im Z-Machine-Format, kommt gleich mit zwei Dutzend solcher Spiele.

Und nun das allerwichtigste: Comics lesen.

Dafür wurde das Gerät gemacht. Zum Beispiel mit Comics von ComiXology. Bei ComiXology (und anderen Anbietern) kann man sich Comics herunterladen, sehr viele kostenlos, andere nicht sehr teuer. Oft ist das erste Heft einer neuen Serie kostenlos im Laden, weitere Hefte kauft man, wenn einem die Serie gefällt. Von DC/Marvel ist weniger dabei als von kleineren Anbietern. Und die liest man dann, entweder Seite für Seite, was nicht sehr praktisch ist, da das iPad doch etwas kleiner ist als ein Heft. Oder Panel für Panel, also Bildchen für Bildchen. Dabei zoomt und fährt die Kamera quasi von Bild zu Bild, es gibt, powerpointähnlich, verschiedene Rahmen und Übergangsformen. Verloren geht dabei die Gesamtwirkung der Seite (auch wenn man die sich auch im Ganzen anschauen kann). Man gewinnt dafür eine größere Aufmerksamkeit für das Detail, das einzelne Bild, und die Übergänge ermöglichen eine weitere semantische Dimension beim Lesen. Toll.

Probleme und Fazit:

  • Mit dem Prinzip App-Store kann ich leben. Ich kann keine eigene Software installieren, sondern mich nur aus der im App-Store angebotenen bedienen. Das ist eine gewisse Einschränkung, da ich viele praktische in Java geschriebene Programme nicht nutzen kann, die für den Informatikunterricht praktisch wären.
  • Ich fühle mich angenehm an C64-Zeiten erinnert, als auch alle Rechner mehr oder weniger gleich waren. So sind auch alle iPads gleich, lediglich der feste Speicher liegt zwischen 16 und 64 Gigabyte, glaube ich. (Meiner hat 32 GB und UMTS.)
  • Ausgesprochen lästig und einschränkend finde ich die fehlende Unterstüzung für offene und freie Formate, oder weit verbreitete proprietäre Formate. Mit speziellen Apps kann ich divx-Filme anschauen (CineXPlayer, mit Videoausgang) oder Open-Office-Dateien betrachten (FileApp), wenn auch nicht bearbeiten.
  • Eingeschränkter Dateitransfer: Man kann mit dem iPad das nicht tun, was man sich als normaler Benutzer so vorstellt, nämlich einen USB-Stick anstecken und Dateien hin und her bewegen. Das ist unnötig und Gängelung und ärgert mich – aber ich vermisse die Funktion nicht sehr. Nur selten kopiere ich Daten auf den iPad, und wenn, dann meist über Dropbox.
  • Mit einem zusätzlich zu kaufenden VGA-Adapter kann ich aus dem iPad heraus Bildsignale an einen Beamer schicken. Das können aber nur bestimmte Apps (Präsentationssoftware und der eingebaute Videospieler; auch manche anderen Videoapps), aber es ist nicht so, dass man quasi alles, was man auf dem iPad tut und sieht, auch auf den Beamer leiten könnte. Ich habe das noch nicht vermisst, da ich meinen iPad dazu nicht nutze.
  • Und ja, ich nutze für sehr viel Daten die Cloud, will heißen, meine Daten liegen auf irgendwelchen Servern bei Dropbox oder Evernote oder Google. (Das sind immerhin identifizierbare Server, anders als wenn man etwa bei Amazon übrige Rechenzeit aus der Cloud kauft.) Bei mobilen Geräten ist das praktisch.

Für die Zukunft: ein ähnliches Gerät, mit etwas verbesserter Benutzeroberfläche, mit Unterstützung freier Formate, mit Dateibrowser. Und für die Schule: klar, wenn alle Schüler ein iPad hätten, könnte man schöne Sachen damit machen. Oder ein Laptop. Oder pünktlich wären. Oder wenn es Schränke gäbe. Und und und.

26 thoughts on “Also jetzt endlich: mein iPad

  1. Felix Schaumburg

    Ach, schön zu lesen. Ein paar Neuigkeiten, vieles bekannte. Gleicht sich hier eigentich der Workflow an das Tool an, oder ist ein Gerät so entwickelt, dass es bei vielen in die Abläufe passt? Das gilt nicht nur fürs iPad, sondern für andere Tools. Und das mir das jetzt hierzu einfällt, ist zufallig.

    Eine kleine Ergänzung: Reicht der GoogleDocs Editor nicht, sodass Du weiter auf OfficeHD setzt? Funktioniert bei Dir die Formatierung zuverlässig? Das war bei mir ein ständiges Ärgernis.

    Herzlich Grüße,

    Felix

  2. Hokey

    Erstmal Glückwunsch zur erdstrahlenfreien Website! ;-)

    Und Danke für den ausführlichen Bericht. Ich würde es ja gerne mal ausprobieren, dieses iPad, um herauszufinden, ob es wirklich einen nennenswerten Mehrwert gegenüber dem iPhone hat. Was ich am iPhone mag, ist, dass es einfach in meine Jackentasche passt und ich damit Fotos machen kann. Das hat mir schon viele Scherereien erspart, weil ich nun wirklich wichtige Papiere abfotografiere und so auch bei allergrößtem Papierchaos immer wichtige Konto- und Rechnungsnummern sowie Termindaten parat hatte.

    Woran ist es denn eigentlich gescheitert, das Projekt „Papierlose Schultasche“?

  3. Hokey

    Wie? Sag bloß, du surfst nicht erstrahlenfrei! Mehr Infos findest du im Footer…

  4. Jan

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht :-)

  5. Herr Larbig

    Sieh mal einer an. Noch einer. Deine App-Liste finde ich deshalb spannend, weil ich 1. ganz andere nutze und 2. das Gerät sehr viel im Unterricht nutze, nicht für Präsentationen und so, aber es ersetzt mir quasi alle papierförmigen Unterrichtsvorbereitungen und Notizen im Unterricht. Kleine App-Auswahl: GoodReader für PDF-Dokumente, die ich sehr schätze, PenUltimate für handschriftliche Notizen, iPod für Hörmaterial (dann mit Bluetooth-Box, die ich zentral in den Klassenraum stellen kann, damit auch jeder alles hört und versteht), BlogPress für die Blogverwaltung (WordPress habe ich auch drauf, nutze es aber immer seltener), klar, einen FeedReader, Pages zur Erstellung komplexerer Dokumente, Chapters und auch PenUltimate für Unterrichtskonzeption, Numbers für Tabellen, Aweditorium, um neue Musik zu entdecken. Werde nach und nach meine Erfahrungen mit Apps und dem Gerät auch weiter bloggen. Alle Artikel zum Thema unter http://herrlarbig.de/category/digitaler-workflow/

    Gruß,
    TL

  6. Herr Rau Post author

    GoogleDocs Editor: der reicht mir nicht, wenn es um Tabellenkalkulation geht, da finde ich ihn umständlich, sowohl im Mobile- als im Desktop-Modus. Mit Textdateien arbeite ich wenig, da reichte mir Google wohl.

    Papierlose Schultasche: ich hatte es auch so vor wie Herr Larbig und habe das im September in den ersten Schultagen versucht: für meine Unterrichtsvorbereitung in Notizenform. Pro Klasse eine Datei, in Dropbox kopiert, oder doch irgendein Notizenprogramm, da gibt es viele Möglichkeiten. Aber ich kam mir etwas blöd vor, so mit dem iPad vorne, bin es außerdem gewöhnt, meine Zettelchen nach und nach überall im Klassenzimmer zu deponieren und nicht mehr zu finden… es klingt immer mehr so, als sollte ich es doch wieder mal versuchen.

  7. Hokey

    Ich stelle es mir schwer vor, z.B. vorgezeichnete Tafelbilder zu übernehmen, da ich dann oft mit meinem (doch sehr felxiblem und mehrfach knickbarem) Zettel an der Tafel stehe, während ich ein iPad dann doch irgendwie umständlich „herumhantieren“ müsste. Da ist mir ja sogar das iPhone schon zu groß.

  8. Herr Larbig

    @herr-rau

    Aber ich kam mir etwas blöd vor, so mit dem iPad vorne, bin es außerdem gewöhnt, meine Zettelchen nach und nach überall im Klassenzimmer zu deponieren und nicht mehr zu finden… es klingt immer mehr so, als sollte ich es doch wieder mal versuchen.

    Ja, ich überlegte mir auch gut, mit welcher Klasse ich anfange. Dann kam diese Konferenz dazu, auf der ich die (positiven) Reaktionen der Kollegen auf das Gerät erlebte und produktiv mit ihm arbeiten konnte, wurde mutiger. Nach anfänglichen „Oh, ist das etwa ein iPad“-Äußerungen setzt langsam der Gewohnheitseffekt ein. Manchmal sehe ich zwar noch die Blicke, die verwundert sind, dass ein Lehrer so etwas einsetzt, aber da muss ich (müssen wir) durch…

    @hockey
    Bei mir liegt das Gerät dann im schrägen Winkel (also in dem Winkel, den die Hülle erlaubt) auf dem Lehrerpult, ist eine Art Teleprompter für das Tafelbild… Und die Hände sind frei, um an der Tafel zu werkeln…

  9. Linda

    Echt cool!!! =)

    Gibts da auch ein Programm, mit dem man Bilder bearbeiten kann? Also so ein richtig gutes wie Photoshop?!

  10. Herr Rau Post author

    Ich habe mich damit nochg nciht beschäftigt, Linda. Es gibt Photoshop Express, dabei müssen die Bilder alle auf einem Konto auf einem Adobe-Rechner liegen und man greift mit dem iPad darauf zu.
    Wie gewohnt funktioniert Photogene, ist aber lange nicht so mächtig wie Photoshop. Ich stelle mir feine Bildbearbeitung am iPad aber auch umständlich vor. Photoforge ist ähnlich.

  11. michi

    Ich finde es gut und wichtig, dass an den Schulen neue Technologien benutzt werden. Kritisch sehe ich allerdings den Trend, blindlings Daten in die Cloud zu verschieben.
    Ich hoffe deshalb, dass die Lehrer an dieser Stelle Vorbild sind, und differenzieren können, welche Daten sie einem Unternehmen schenken, und welche nicht.

  12. Herr Rau Post author

    Wobei Arbeiten auf fremden Servern ja noch nicht das gleiche ist wie Facebook seine Daten zu schenken. Aber ja, noch lieber wäre es mir, alles auf meinem eigenen Server zu haben.

  13. Markus

    Blöder Beitrag. ;) ich kämpfe seit Monaten mit mir, dass ich mir das ipad nicht hole. Und dann so ein Text. ich wäre fast zum MM gefahren.

    Wobei, ich warte erst noch, was für ein „pad“ HP mit dem WebOS bringt.

    Markus

  14. Winni

    Da es an unserer Schule (Gymnasium), außer in den naturw. Fachräumen, in keinem einzigen Klassenzimmer festinstallierte Beamer gibt (pro Stockwerk einen fahrbaren Bemaer), von Internetanschluss mal ganz zu schweigen, ist die digitale Schultasche kaum umzusetzen. Die beiden Medienräume sind sehr stark frequentiert.

    Da sehe ich auch für die Zukunft das Hauptproblem. Allein die Kosten für die Anschaffung der Hard- und Software an allen Schulen in Deutschland sind so hoch, dass ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, dass in naher oder mittlerer Zukunft sich etwas hinsichtlich des „neue“ Medieneinsatzes in der Schule auch nur ansatzweise ändern wird. Vor allem wenn man beobachten kann, dass an Schulen eher gekürzt als investiert wird. Unser Etat wurde schon vor Wochen eingefroren und fürs nächste Kalenderjahr um 20% gekürzt.

    Bin ich eigentlich der Einzige, der voller Neid auf die Zustände an den von Herrn Rau und den Kommentatoren beschriebenen Zuständen blickt?

    Herzliche Grüße, Winni.

  15. Hokey

    Nein, ich bin durchaus auch neidisch auf Herrn Raus Mediensäulen. ;-)

  16. murmel

    Wir haben an der Berufsschule mit Gymnasium genau die gleichen unbefriedigenden Zustände: kein WLAN, wenige Rechner, 1 fahrbarer Beamer pro Etage mit ca. 12 Räumen.
    Immerhin: in jedem 2. Raum einen Overheadprojektor :-(

  17. Herr Rau Post author

    An unserer alten Schule bis vor drei Jahren war das auch so: ein Rollwagen mit Beamer pro Stockwerk, kein Internet. Außer die Naturwissenschaftler, natürlich.
    Es geht ohne Beamer und Rechner auch alles ganz gut. Aber mit geht es noch ein kleines bisschen besser. Wenn das Geld für die Ausstattung einer Schule mit Beamern da wäre… dann müsste ich allerdings überlegen, ob man es für andere Dinge nicht sinnvoller ausgeben könnte. Mehr Lehrer und mehr Leistungsprinzip wären gut, aber da ist man sofort in einem Bereich, gegen den die Ausstattung einer Schule mit Rechnern und Beamern spottbillig ist.

  18. Hokey

    Ich setze gerade alle Hoffnungen in einen zusätzlichen Neubau, der zumindest mit Anschlüssen(!) für Beamer ausgestattet wird. Zumindest für die Oberstufe wäre das ein Segen. Wenn wir das haben, feiere ich!

  19. Herr Rau

    Cool, mit Saxophonsolo und allem. Und iPhone statt Maracas, wie naheliegend.

  20. Pingback: OneNote–Projekt–Video-Tutorial « …ein Halbtagsblog…

  21. Heiko Müller

    Ich arbeite als Coach und als Lehrer jetzt seid einer Woche mit dem iPad. Vorher nutzte ich das MacBook für die Vorbereitungen und das iPhone für Notenverwaltung und Aufgabenmanagement. Ich habe mich für das iPad entschieden, weil ich etwas in der Hand halten wollte, wenn ich an der Tafel stehe. Und was soll ich sagen: It just works.
    Ich habe Mathearbeitsblätter, Lösungen und Unterrichtsvorbereitungen immer in der Hand. Dazu die Notenverwaltung über Teachertool und am Wichtigsten: Omnifocus. Damit verwalte ich alle organisatorischen Aufgaben im Kontext der Klasse. Außerdem kann ich damit Klassenleiterprojekte verwalten wie Landheimfahrt, Projektfahrt, Praktika usw.
    Also alles in Allem – gute Entscheidung.
    Demnächst dann auch mehr auf meinem Blog unter http://www.denkweisezukunft.de

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